Regensburg, 22. April 2026. Die 13. Ausgabe des HARD:LINE Film Festivals ist beendet – und mit ihr stehen die Preisträger des einzigen Méliès-Festivals Deutschlands fest. Vom 16. bis 22. April 2026 zeigte das Festival im Ostentorkino Regensburg 13 Spielfilme und zwei Kurzfilmblöcke aus dem internationalen Genre-Kino. Drei Hauptpreise wurden vergeben.
Golden Razor Blade – Bester Langfilm: Sasyq (Stinker)


Den Publikumspreis für den besten Langfilm holt sich die kasachische Sci-Fi-Dramödie Sasyq (deutscher Verleihtitel: Stinker) von Regisseur Yerden Telemissov. Der alte Sadyk – von allen nur „Stinker“ genannt – ist sein Leben leid. Beim Versuch, es sich zu nehmen, kommt ihm ein Alien dazwischen, das in einem neongrünen Kackfladen in der kasachischen Einöde abstürzt. Was folgt, ist eine warmherzig-überdrehte Geschichte mit handgemachten Maskeneffekten und schwarzem Humor.
Sasyq ist das Spielfilm-Regiedebüt von Telemissov, der zuvor als Schauspieler unter anderem in Slow Horses zu sehen war. Der Film wurde beim Fantasia Festival für den besten Hauptdarsteller ausgezeichnet und gewann den Publikumspreis beim Weird Weekender 2025. Mit dem Golden Razor Blade beim HARD:LINE setzt sich die Erfolgssträhne fort.
| Originaltitel | Sasyq |
| Regie | Yerden Telemissov |
| Land / Jahr | Kasachstan 2025 |
| Laufzeit | 95 Minuten |
| Sprache | Kasachisch, Russisch |
| Cast | Irka Abdulmanova, Zangar Akhmet-kazy, Dulyga Akmolda |
| Rechteinhaber | Festagent |
| Festivals | Sydney Science Fiction Film Festival · NIFFF · FilmFestival Cottbus · Weird Weekender · HARD:LINE 2026 |
Silver Razor Blade – Bester Kurzfilm: The Seeing Eye Dog


Den Publikumspreis für den besten Kurzfilm gewann The Seeing Eye Dog Who Saw Too Much von Regisseur Eric Jackowitz. Rom 1975: Die blinde Violinistin Anne und ihr Maestro bereiten sich auf das große Concerto vor, als ein Killer den Maestro um einen Kopf kürzer macht. Der einzige Zeuge: Antonio, Annes Blindenhund. Ob die Polizei einen Weg findet, in Antonios Gehirn zu schauen, um den Mörder dingfest zu machen?
Der 17-minütige US-Kurzfilm lief beim HARD:LINE als Deutschlandpremiere. Vorher feierte er Premiere beim South by Southwest Film Festival (SXSW) in Austin, Texas.
| Originaltitel | The Seeing Eye Dog Who Saw Too Much |
| Regie | Eric Jackowitz |
| Land / Jahr | USA 2025 |
| Laufzeit | 17 Minuten |
| Sprache | Englisch |
| Cast | Gabrielle Montes De Oca, Ethan Edenburg, Thomas McGovern |
| Rechteinhaber | Eric Jackowitz |
| Festivals | South by Southwest Film Festival (SXSW) · HARD:LINE 2026 (Deutschlandpremiere) |
Méliès d’Argent – Jury-Award: Compost


Der prestigeträchtige Méliès d’Argent – der einzige in Deutschland vergebene Méliès-Preis – ging an den französischen Kurzfilm Compost von Regisseurin Jennifer Lumbroso. Der 11-jährige Leonard fragt sich, wo sein Vater seit Monaten ist – und warum der Komposthaufen im Garten plötzlich seltsame Dinge tut. Magisch wird Leonard von dem Erdhaufen angezogen, der mit ihm zu sprechen beginnt. Während Leonards Mutter sich auffällig verhält, wächst der Komposthaufen – und mit ihm Leonards Misstrauen.
Der 18-minütige Film mit Roxane Mesquida in der Hauptrolle feierte beim HARD:LINE seine Internationale Premiere. Das HARD:LINE ist offizielles Mitglied der Méliès International Festivals Federation (MIFF), wodurch der Gewinner für den europaweiten Méliès d’Or-Preis nominiert wird.
Knapp auf Platz 2 landete Krampus von Niederbayerns Regie-Hoffnung Florian Ecker – ein bayerisch-dialektaler Folk-Horror, der beim Festivalpublikum für Standing Ovations sorgte. Ecker hatte bereits 2023 mit Drud einen Sonderpreis der HARD:LINE-Jury gewonnen und steht damit zum zweiten Mal auf dem Festival-Podest.
| Originaltitel | Compost |
| Regie | Jennifer Lumbroso |
| Land / Jahr | Frankreich 2025 |
| Laufzeit | 18 Minuten |
| Sprache | Französisch |
| Cast | Roxane Mesquida, Raphaël Brottier, Philaé De Charette |
| Rechteinhaber | Quentin Daniel |
| Festivals | HARD:LINE 2026 (Internationale Premiere) |
Die HARD:LINE-Jury 2026
Über den Méliès d’Argent entschied eine internationale Jury aus drei Genre-Spezialist:innen:
- Eleanor Levy – Mitveranstalterin des britischen The Final Girls-Festivals, das sich Filmen mit und über Frauen widmet
- Valeria Bistagnino – Produzentin bei der argentinischen Produktionsfirma Mostra Cine (u. a. The Virgin of the Quarry Lake, When Evil Lurks)
- Christopher Tauber – Comic-Künstler und Drehbuchautor, bekannt durch seine Arbeit an den Die drei Fragezeichen-Comics und -Hörspielen
HARD:LINE 2026 – Festival-Eckdaten
| Ausgabe | 13. HARD:LINE Film Festival |
| Datum | 16.–22. April 2026 |
| Ort | Ostentorkino Regensburg |
| Festivalleitung | Florian Scheuerer |
| Director’s Spotlight | Paul Urkijo Alijo (Errementari, Irati, GAUA) |
| Programm | 13 Spielfilme, 2 Kurzfilmblöcke, 1 Mittellangfilm-Block |
| Preise | Golden Razor Blade, Silver Razor Blade, Méliès d’Argent |
Highlights aus dem HARD:LINE-Programm 2026
Neben den Preisträgern stachen mehrere Filme im Hauptprogramm heraus: GAUA – die Deutschlandpremiere von Paul Urkijo Alijos baskischem Hexen-Anthologiefilm – mit einem Plansequenz-Finale, das viele Festival-Besucher als persönliches Highlight nannten. Strange Harvest von Stuart Ortiz (Grave Encounters) als verstörend authentische Mockumentary über einen fiktiven Serienkiller. I Live Here Now als Spielfilmdebüt von Julie Pacino mit feministischer Body-Horror-Allegorie. Sowie das deutsche Spielfilmdebüt Mr. Shiny / Strange Harvest als Indie-Film-Erfolg.
Ausführliche Festival-Berichterstattung
Viva la Movielución war 2026 zum vierten Mal offizieller Medienpartner des HARD:LINE und hat mit fünf Folgen ausführlich berichtet:
- 🎙️ Folge #343 – Das große HARD:LINE 2026 Roundup mit allen 13 Filmen, Eindrücken vor Ort und Awards
- 📻 Tag 3 Recap: Mother of Flies, Bury the Devil, The Flesh Itself
- 📻 Tag 2 Recap: I Live Here Now, GAUA, Krampus
- 📻 Tag 1 Recap: Virgin of Quarry Lake, Buffet Infinity
- 📻 Festival-Vorschau: HARD:LINE 2026 Kickoff-Folge
Das HARD:LINE 2027 wird voraussichtlich im April 2027 wieder im Ostentorkino Regensburg stattfinden. Wir berichten weiterhin als Medienpartner.
Häufige Fragen zum HARD:LINE 2026
Wer hat das HARD:LINE Film Festival 2026 gewonnen?
Den Golden Razor Blade als bester Langfilm gewann Sasyq (Stinker) von Yerden Telemissov. Den Silver Razor Blade als bester Kurzfilm bekam The Seeing Eye Dog. Den Méliès d’Argent als Jury-Preis erhielt Compost; Krampus von Florian Ecker landete auf Platz 2.
Was ist der Méliès d’Argent?
Der Méliès d’Argent ist der Jury-Preis für den besten europäischen Kurzfilm bei Mitgliedsfestivals der Méliès International Festivals Federation. Der Gewinner ist automatisch für den Méliès d’Or beim europäischen Festival-Verbund nominiert. Das HARD:LINE ist das einzige Méliès-Festival Deutschlands.
Wann findet das HARD:LINE 2027 statt?
Die 14. Ausgabe des HARD:LINE Film Festivals ist für April 2027 im Ostentorkino Regensburg geplant. Genaue Termine werden vom Festival rechtzeitig auf hardline-filmfestival.com bekanntgegeben.
Wo kann ich Sasyq (Stinker) sehen?
Eine deutsche Verleihveröffentlichung von Sasyq ist Stand April 2026 noch nicht angekündigt. Der Film tourt aktuell auf internationalen Genre-Festivals. Wir informieren euch im Podcast, sobald ein DACH-Release feststeht.
Wer war Director’s Spotlight beim HARD:LINE 2026?
Der baskische Regisseur Paul Urkijo Alijo war 2026 Director’s Spotlight. Gezeigt wurden alle drei seiner Spielfilme: Errementari (2017), Irati (2022) und seine Deutschlandpremiere GAUA (2025).
Mehr zum HARD:LINE 2026: In Folge #343 unseres Podcasts diskutieren Kane, Korbi und Mike alle 13 Filme, persönliche Highlights und die Festival-Atmosphäre vor Ort. Alle Festival-Recaps findet ihr hier.
