Korbis Empfehlung: Sowohl der Film als auch das zugrunde liegende Spiel bekommen von Korbi eine klare Empfehlung. Das Game „The Exit 8“ gibt es für alle gängigen Plattformen und für unter 10 Euro. Wer kann, sollte es vor dem Film spielen, weil sich das Korridor-Gefühl dann noch intensiver überträgt.
Diese Woche kam partout kein gemeinsamer Aufnahmetermin zustande, also gibt es eine Premiere: die allererste Solo-Folge von Korbi. Und dafür hat er sich einen Film ausgesucht, den Seppi im Talkthrough schon einmal kurz angeteasert hatte: Exit 8, die Verfilmung des gleichnamigen japanischen Indie-Games. Ein namenloser Mann steigt aus der U-Bahn, will zum Ausgang, und der Gang hört einfach nicht auf. Der einzige Weg hinaus führt über das Erkennen von Anomalien im immer gleichen Korridor. Warum dieser minimalistische Psycho-Horror Korbi so gepackt hat, obwohl er mit dem Genre sonst wenig anfangen kann, und warum der Film aktuell als die am höchsten bewertete Videospielverfilmung aller Zeiten gilt, klärt diese Folge.
Exit 8: Ein Korridor, der nicht endet
Exit 8 ist ein 2025 erschienener japanischer Psycho-Horror-Film unter der Regie von Genki Kawamura, basierend auf dem 2023 veröffentlichten Indie-Game „The Exit 8“ von Kotake Create. In der Hauptrolle als namenloser „Lost Man“ ist Kazunari Ninomiya zu sehen, in Japan ein Megastar und Mitglied der Band Arashi, international bekannt aus Clint Eastwoods „Letters from Iwo Jima“. Das Prinzip ist denkbar einfach: Wer eine Anomalie im Gang entdeckt, muss umkehren. Wer keine sieht, geht weiter. Acht richtige Entscheidungen führen zu Ausgang 8, ein einziger Fehler wirft einen zurück auf Null.
Genau dieses repetitive Element ist für viele der Hauptkritikpunkt, für Korbi aber gerade der Reiz. Obwohl er das Spiel vorher schon durchgespielt hatte, hat er mit dem Protagonisten bei jedem Durchgang mitgefiebert. Die Anomalien reichen von subtil bis krass: Augen auf einem Poster, die einem folgen, der entgegenkommende Mann, der plötzlich grinsend stehen bleibt, schiefe Kacheln, ein falsch platzierter Türknauf, oder Blut, das von der Decke regnet.
Genki Kawamura: vom Produzenten zum Horror-Regisseur
Kawamura kennen viele eher als einen der erfolgreichsten Produzenten Japans, etwa von den Anime-Hits „Your Name“ und „Suzume“ sowie von Kore-edas Cannes-Gewinner „Monster“. Daneben ist er Bestsellerautor des Romans „If Cats Disappeared from the World“, und sein Regiedebüt, das Drama „A Hundred Flowers“ (2022), brachte ihm in San Sebastián die Silberne Muschel für die beste Regie ein. Ein klassischer Horror-Regisseur ist er also nicht. Für Exit 8 spielte er das Spiel nicht selbst durch, sondern schaute unzählige Let’s Plays, und beschloss, dass dieses Konzept verfilmt werden muss. Den Korridor vergleicht er mit dem Purgatorium aus Dantes Göttlicher Komödie, einem Ort der Schuld und der Entscheidung.
Zwei echte Korridore: das aufwendige Set
Was Korbi bei der Recherche besonders begeistert hat: Der endlose Loop ist kein digitaler Effekt. Das Team baute zwei identische U-Bahn-Gänge und verband sie zu einem physischen „Copy and Paste“. Cast und Crew verliefen sich darin so oft, dass sie den beiden Gängen Spitznamen gaben, einmal „Hitchcock“ und einmal „Kubrick“. Der entgegenkommende Mann radelte zwischen den Takes per Fahrrad zum Anfang des anderen Gangs zurück, um den Loop immer wieder neu zu erzeugen. Auch das Sounddesign ist ein Highlight: Ein eigenartiges Geräusch, als würde irgendwo eine U-Bahn halten, markiert jeden neuen Durchgang. Stilistisch zieht Korbi Vergleiche zu Filmen wie Cube und Lola rennt, im Spieleumfeld vor allem zum legendären Silent-Hill-Ableger P.T.
Die bestbewertete Videospielverfilmung aller Zeiten?
Auf Rotten Tomatoes steht Exit 8 zum Aufnahmezeitpunkt bei rund 94 Prozent und liegt damit noch vor Sonic the Hedgehog und Sonic 3 mit jeweils 86 Prozent. Damit gilt der Film derzeit als die am höchsten bewertete Videospielverfilmung überhaupt. In Japan war er ein Blockbuster mit einem weltweiten Einspielergebnis von umgerechnet rund 40 Millionen. Die wenigen deutschen Kritiken, die Korbi gelesen hat, waren etwas zurückhaltender, was er unter anderem darauf zurückführt, dass viele Kritiker das Spiel nicht kennen und damit ein wichtiges Stück Kontext fehlt.
Kommt Exit 8 nach Deutschland?
In Deutschland lief Exit 8 bisher nur auf dem Fantasy Filmfest. Ein regulärer Kinostart kam trotz früher Anzeichen bislang nicht zustande, während der Film in den USA und in England im April 2026 in den Kinos lief. Korbi hat recherchiert: Eine deutsche Heimkino-Auswertung über Streaming und Blu-ray scheint geplant zu sein, ein konkretes Datum und das verantwortliche Label ließen sich aber nicht bestätigen. Bleibt also nur, die Augen offen zu halten, und ein augenzwinkernder Aufruf an alle Verleih- und Streaming-Hörer, sich endlich die Rechte zu schnappen.
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Häufige Fragen zu Exit 8
Worum geht es in Exit 8?
Ein namenloser Mann ist in einem sich endlos wiederholenden U-Bahn-Korridor gefangen. Um zu entkommen, muss er bei jedem Durchgang erkennen, ob sich eine Anomalie eingeschlichen hat. Acht richtige Entscheidungen führen zu Ausgang 8.
Basiert Exit 8 auf einem Videospiel?
Ja. Der Film basiert auf dem 2023 erschienenen Indie-Game „The Exit 8“ von Kotake Create, das sich über zwei Millionen Mal verkauft hat.
Wer hat bei Exit 8 Regie geführt?
Regie führte Genki Kawamura, der sonst vor allem als Produzent von Anime-Hits wie „Your Name“ und „Suzume“ sowie als Bestsellerautor bekannt ist.
Kann man Exit 8 in Deutschland sehen?
Bisher lief der Film in Deutschland nur auf dem Fantasy Filmfest. Eine Heimkino-Auswertung über Streaming und Blu-ray scheint geplant, ein offizielles Datum stand zum Aufnahmezeitpunkt aber noch nicht fest.
Ist Exit 8 wirklich so gut bewertet?
Zum Aufnahmezeitpunkt steht der Film bei rund 94 Prozent auf Rotten Tomatoes und gilt damit als die am höchsten bewertete Videospielverfilmung aller Zeiten.

