Drei Gäste, eine Folge, ein Indie-Splatter-Klassiker: Kane und Mike sprechen mit Hollywood-Regisseur Marcel Walz, der German Screamqueen und Sebastian-Fitzek-Co-Autorin Annika Strauß sowie der Schauspielerin und Sängerin Manoush über La Petite Mort (2009) – den 6.500-Euro-Indie-Splatter, der drei Karrieren mitgeprägt hat. Korbi ist diesmal nicht dabei, dafür feiert die Folge die erste reine Frauen-Doppelbesetzung in der Geschichte des bayrischen Filmpodcasts.
Annika Strauß & Sebastian Fitzek: REM – der Horror-Thriller 2026
Bevor wir in die Backstory steigen, der wichtigste Aktualitätsbezug der Folge: Am 19. März 2026 ist im Droemer Knaur Verlag der gemeinsame Horror-Thriller REM von Sebastian Fitzek (IMDb) und Annika Strauß erschienen. Der Pitch: „Du darfst nicht einschlafen!“ Die vierjährige Alysee wird von ihrem Vater panisch angefleht, um Himmels willen wach zu bleiben – ein psychologischer Albtraum, in dem sich Fitzeks Thriller-Schule und Annikas Genre-DNA aus 17 Jahren Horror-Schauspielerei treffen.
Sebastian Fitzek (* 13. Oktober 1971 in Berlin) ist einer der erfolgreichsten Thriller-Autoren der deutschsprachigen Welt: über 21 Millionen verkaufte Bücher, Übersetzungen in 36 Sprachen, von 2013 bis 2025 zwölf Jahre in Folge meistverkaufter deutscher Autor. Sein Debut Die Therapie (2006, Droemer Knaur) ist mittlerweile als sechsteilige Prime-Video-Miniserie Die Therapie (2023) verfügbar; Passagier 23 (Roman 2014, Verfilmung 2018) und Das Kind (Roman 2008, Verfilmung 2012 mit Eric Roberts) sind weitere prominente Adaptionen. Annika Strauß bringt als Co-Autorin die Genre-Expertise einer Frau ein, die seit La Petite Mort 2009 das deutsche Horror-Kino geprägt hat. Die offizielle Buchpremiere mit Signierstunde fand auf der Leipziger Buchmesse 2026 statt; REM ist seither in jeder gut sortierten Buchhandlung sowie als E-Book erhältlich.
Für alle, die hier über die Annika-Strauß-Suche gelandet sind: Die VLM-Folge #99 ist eine ihrer wenigen ausführlichen deutschen Podcast-Auftritte zu ihrem allerersten Spielfilm. Wer Annika kennen lernt, lernt das Genre kennen, dessen Wurzeln auch bei REM zu spüren sind.
La Petite Mort (2009) – Was ist das für ein Film?
La Petite Mort (auch La Petite Mort: Die Nasty) ist Marcel Walz‘ Durchbruch-Spielfilm. Drei Freunde – Simon (Andreas Pape), seine blinde Freundin Nina (Inés Zahmoul) und Dodo (Anna Habeck) – haben in Frankfurt Zwischenstopp auf dem Weg nach Mallorca. Nach einem Überfall landen sie ausgerechnet im Untergrundclub Maison de la Petite Mort, den Madame Fabienne (Manoush) mit ihren psychopathischen „Töchtern“ Dominique (Annika Strauß) und Angelique (Magdalèna Kalley) führt. Folter-Live-Streams für zahlende Klienten der dunkelsten Sorte. Gemütlich wird es für niemanden.
Hard Facts: Budget rund 6.500 Euro (Manoush erinnert sich an 7.000), acht Drehtage, davon sechs in der Hauptlocation. Regie und Drehbuch Marcel Walz, Co-Autor Martin Hentschel, Produzent Thomas Buresch, Make-up- und Splatter-Effekte vom Godfather of Gore persoenlich: Olaf Ittenbach. Internationale Vertriebsschiene über Unearthed Films mit Audiokommentar Walz, Interview Ittenbach, Deleted Scenes und der separaten Inside La Petite Mort-Doku (tt1530889) auf der Bonus-Disc.
Die Location: das Jail’s – Mannheimer SM-Club unter der Connex-Disco
Was macht La Petite Mort optisch auch heute noch zum Hingucker? Die Drehlocation. Marcels damaliger Freund (heute Ehemann) Dominik – im Hauptberuf Pilot, im Film der Limousinen-Chauffeur, der die Opfer abholt – hat den authentischen Drehort gefunden: das Jail’s in Mannheim, einen Underground-SM-/Darkroom-Club im Keller unter dem damals größten Spuren-Disco-Club Deutschlands, dem Connex. Manoush über den ersten Eindruck im Podcast-O-Ton: „Eine Mischung aus Schweiß, Wuff, Sperma, Weißer Teufel.“
- Annika hat acht Tage lang am Set kaum etwas getrunken, weil sie die Toiletten nicht benutzen wollte.
- An den Wänden hingen Fetisch-Poster mit Praktiken, über die im Podcast Andeutungen genug fallen.
- Auf einer Aushängenden Wochenend-Programmtafel des Clubs fand sich ein Punkt namens „Russian Rolling“, den Marcel im Podcast als „Reise nach Jerusalem-Variante“ umschreibt – mehr will keiner laut sagen.
- Manoush hat sich aus dem Getränkekühlschrank verschlossene Dosen genommen, mit dem Argument, dass „Glasflaschen sich ja nicht durch wie bei Alien durch das Glas fressen“.
- Ab Tag drei bis vier hatten sich alle akklimatisiert – „wir saßen zum Schluss schon auf den Barhockern“, so Annika.
Marcels Fazit aus dem Podcast: „Die Location ist eigentlich ein eigener Charakter im Film.“ Seine Frage am heutigen Stand: „Weiß gar nicht, ob man den Club nach all dem Corona-Theater überlebt.“
Annika Strauß – ihr allererster Spielfilm und der Effekt-Schock
Für Annika Strauß war La Petite Mort 2009 der allererste Spielfilm. Sie hatte vorher Theater gespielt, moderiert, kurz Schauspielschule besucht und sich dann für ein Studium der Allgemeinen Rhetorik und Germanistik an der Eberhard Karls Universität Tübingen entschieden – das sie 2013 mit einem Master of Arts abgeschlossen hat. Aus Horror-Fan-Begeisterung hat sie sich auf einen Casting-Aufruf zu Marcels Film beworben. Marcel hatte kurzfristig einen Ausfall in der Besetzung und ein offenes Risiko genommen.
Annikas erste Begegnung mit Manoush am Set: „Ich war ein bisschen eingeschüchtert, alle anderen hatten schon viel gemacht. Und dann kam Manoush rein.“ Manoush kontert im Podcast: „Annika lag hingegossen auf dem Sofa neben ihrem Mann.“ Beide haben sich seither zur jahrelangen Filmpartnerschaft entwickelt – demnächst stehen sie für den Adriano-Barone-Film Sechshand wieder gemeinsam vor der Kamera.
Annikas Effekt-Schock-Erinnerung aus der Folge: ihre erste Skalpierungs-Szene mit Inés Zahmoul, bei der das Latex-Gehirn-Prosthetic von Olaf Ittenbach am Set so lange aufgesetzt war, dass es sich „richtig warm“ angefühlt hat. „Ich stand da und schaute auf meine blutigen Hände mit dem Messer und auf Inés. Das war gehürstechnisch echt heftig.“ Plus die Anekdote, wie ihr am vorletzten Drehtag bei der Außenaufnahme im Industriegelände die Kniescheibe rausgerutscht ist – und sie trotzdem die Szene fertig gespielt hat.
Annikas Werk: Schauspielerei, Bücher und der Sebastian-Fitzek-Roman REM
Heute, über fünfzehn Jahre und mehr als 40 Filmproduktionen später, gilt Annika in der deutschen Genrelandschaft als „German Screamqueen“ – ein Beiname, den ihr Produktionen wie Schlaraffenhaus (2011), Plastic (2012), Seed 2 – The New Breed (2014), German Angst (2015), 13 Minutes (2015), EneMe (2018) und natürlich die La-Petite-Mort-Reihe eingebracht haben. Parallel dazu hat sie sich als Buchautorin aufgebaut:
- Kaleidoskop der Scherben (SCOPAR, München 2014, ISBN 978-3-9816565-0-3) – ihr literarisches Debut.
- Nachtfahrt (Aufbau Taschenbuch Verlag, Berlin 2024, ISBN 978-3-7466-4162-1) – ihr Solo-Thriller-Debut.
- REM – gemeinsam mit Sebastian Fitzek, erschienen am 19. März 2026 bei Droemer Knaur. Premium-Co-Autorenschaft mit dem meistverkauften deutschen Thriller-Autor.
Bemerkenswert auch: An Annikas Universität hat das Studium-Plus-Filmsetting für positiven Wirbel gesorgt – ihre Professoren haben sie sogar überredet, ihre Masterarbeit zum Thema Horrorfilm in der Rhetorik zu schreiben. Eine Premiere am Lehrstuhl und der Beginn ihrer Reflexionsarbeit am Genre, die in Form ihrer Bücher heute Früchte trägt.
2025 stand sie für Wer wird Millionär? auf der Casting-Bühne (zwar ohne den Stuhl zu erreichen, aber mit reichlich Pressewelle), und beruflich arbeitet sie außerhalb der Filmsets als Redakteurin und Nachrichtensprecherin in einem deutschen Regionalsender. Ihre treffende Selbsteinschätzung im Podcast: „Das beißt sich theoretisch ein bisschen, aber meine Chefs hatten kein Problem damit.“
Die FSK-Schlacht: aus 90 Minuten werden 62
Eine der wertvollsten Anekdoten der Folge betrifft den Weg von La Petite Mort durch die FSK-Prüfung. Produzent Thomas Buresch hatte Marcel ausdrücklich um „etwas ganz Brutales“ gebeten – und dann zurückschauend irritiert gefragt, wie er den Film durch die FSK bekommen soll.
- Erste Einreichung: abgelehnt.
- Drei Minuten Gore raus: abgelehnt.
- Fünf Minuten raus: abgelehnt.
- Zehn Minuten raus: abgelehnt.
Am Ende stand eine FSK-konforme Fassung mit nur noch 62 Minuten – rund 20 Minuten Gore, Sex und besonders harte Folter-Sequenzen wurden komplett entfernt. Diese gekürzte Version ist die, die man bei MediaMarkt und im offenen deutschen Handel findet. Die ungeschnittene Originalversion ist im Ausland (z. B. über Unearthed Films, USA) zugänglicher.
Marcels bewusste Entscheidung: Splatter ohne Sex-Mix
Die Drei sind sich alle einig: Marcel hat die Mischung aus Sex und Gewalt bewusst vermieden. Annika lobt das im Podcast: „Es gab nicht so dieses ständig irgendwie nackte Möpse und Blut drauf und irgendwelche Sex-Szenen.“ Manoush untermauert: „Das hätte vom Film abgewertet, wenn das drin gewesen wäre.“ Marcel im Podcast: „Wenn es passt, kein Problem – aber nur als Füller hat das für mich nichts verloren.“
Konsequenz für unseren Triple Threat: Trompeten: berüchtigte Kastrationsszene mit Andreas Pape und Manoush, die mit zwei Fingern arbeitet, weil sie das Latex-Prosthetic von Olaf Ittenbach „mit ihren schwarzen Handschuhen partout nicht berühren wollte“. Mike: „Da steht der Marcel allgemein drauf.“ Eine Triple-Threat-Komponente abgehakt – mehr verraten wir nicht. 1 von 3 Punkten. Manoush kontert: „Wir hatten ja gar keinen Anspruch, ein Meisterwerk zu schaffen, sondern nur, im Genre Torture Porn zu unterhalten.“ Mit Erfolg.
Die Klaus-der-Kobold-Hammerszene als Grundstein für Teil 2
Eine zentrale Erkenntnis aus dem Gespräch mit Marcel: Die Klaus-der-Kobold-Hammer-Episode in La Petite Mort 1 (gespielt von Thomas Kercmar, der im echten Leben das Limousinen-Aussteig-Spektakel als Klaus „der Kobold“ verkoerpert) war Marcels Pilotszene für die Anthologie-Struktur, die er später für La Petite Mort II: Nasty Tapes (2014) ausgebaut hat. Marcel im O-Ton: „Diese Szene hat sich angefühlt wie der ganze Film von La Petite Mort 2 – das war eine Show, und das wollten wir für Teil 2.“
IMDb-Trivia-Bonus zum Drehmoment: Manoushs Chauffeur im Film, Toni Qaqish, ist im echten Leben Limousinen-Service-Besitzer. Manoush hatte bei ihm eine Stretch-Limousine gebucht, und als Toni mit dem Wagen ankam, hat Marcel kurzerhand ein paar Zeilen für ihn geschrieben – Toni hat sie auswendig gelernt und stand plötzlich als Schauspieler im Film. Eine pure Glücksfügung des Indie-Filmemachens.
Teil 2 wurde damit zur bewussten Folge-aus-Shows-Struktur: „Du gehst beim Holzhammer rein, du gehst beim Holzhammer raus.“ (Manoush). Geschichte zweitrangig, Effekte und Mini-Inszenierungen primär. Mit dem Künstler-Selbstmord-Performance-Block von Mika als emotionaler Spitze des Films – eine Szene, die Marcel und Manoush im Podcast als „eine seiner besten Leistungen“ würdigen.
Verluste in der Crew: ein melancholischer Block
Manoush schaut La Petite Mort II nicht mehr an. Der Grund: Vier Personen aus dem unmittelbaren Cast/Crew-Umfeld der Reihe sind in den Jahren danach verstorben – darunter Splatter-Effekte-Veteran Ryan Nicholson (1971–2019, kanadischer Plotdigger-Films-Gründer, gestorben am 8. Oktober 2019 nach langem Hirntumor-Kampf, bekannt durch Gutterballs, Hanger und Effekte für Final Destination, The Chronicles of Riddick, Blade: Trinity); der Schauspielkollege Mika Metz (gespielt von Mika Metz als Monsieur Matheo Maxime in La Petite Mort II, gestorben an Krebs), und ein junger Crew-Member, der nach dem Dreh bei einem Demonstrations-Vorfall im Hambacher Forst ums Leben kam. Manoush im Podcast leise: „Ich bin echt hart im Nehmen, aber das hat meinen Kopf gefickt.“ Marcel: „Es hat dann so ein saures Dings irgendwie dabei gesetzt.“
Konsequenz: Kein Teil 3 ist geplant. Marcel und Manoush sind sich einig, dass die Geschichte mit Teil 2 auserzählt ist und ein dritter Teil ohne Mika-Performance keinen Sinn ergeben würde.
Marcel Walz – Hollywood-Filmemacher mit deutscher Independent-DNA
Marcel Walz (* 18. Mai 1986 in Nürnberg) hat seine Regiekarriere mit 17 an einer spanischen Filmschule begonnen, in Deutschland zwischen 2008 und 2014 zum bekannten Independent-Splatter-Regisseur entwickelt und ist 2017 mit seinem Mann Dominik nach Los Angeles gezogen. Die internationale Filmographie ist mittlerweile länger als die deutsche:
- La Petite Mort II (2014) – Manoush und Annika kehren zurück.
- Seed 2 – The New Breed (2014) – Fortsetzung von Uwe Bolls Seed (2007), in den USA als Blood Valley: Seed’s Revenge veröffentlicht.
- Blood Feast (2016) – Remake des Herschell-Gordon-Lewis-Klassikers von 1963, beim London FrightFest aufgeführt.
- Rootwood – Blutiger Wald (2018) – erster US-Film, Found-Footage-Hybrid.
- Blind – Du bist niemals allein (2019) – Slasher-Thriller mit Sarah French, eingeführt den Killer Pretty Boy (gespielt von Jed Rowen); Co-Star: Genre-Ikone Caroline Williams (The Texas Chainsaw Massacre 2).
- Pretty Boy (2021) – direkte Fortsetzung von Blind, Vertrieb über Lionsgate. Marcel hat den Film im Podcast frisch verschickt – sehr 80er-Slasher, sehr farbenfroh, sehr Glitter. Cast inkl. Sarah French, Jed Rowen, Devanny Pinn, Robert Rusler, Maria Olsen, Dave Sheridan.
- Brute 1976, The Anacondas, Jurassic Reborn (alle 2025) – aktuelle Genreproduktionen aus seinem eigenen Production-House.
Marcels Stil-Markenzeichen: Farborgien aus Cyan, Magenta und Pink, plus eine Vorliebe für Kastrations-Szenen, die ihn von der Mehrheit deutscher Genre-Regisseure unterscheidet. Mike-Kommentar: „Aufgrund der Farben und der schwarzen Handschuhe der Mörder fühlt man sich an italienische Giallos der 70er erinnert.“ Manoush: „Ein Giallo aus den 70ern auf LSD geschaut.“
Manoush – Schauspielerin, Sängerin, Wahl-New-Yorkerin
Manoush ist die Maman der Reihe – auf der Leinwand wie auf der Backstage-Bühne. Über 70 Filme im Lebenslauf, davon ein Drittel Horror, der Rest Drama, Krimi und Komödie. Im Podcast wirft sie einen verteidigenden Halbsatz für ihre Schauspiel-Kollegin Mikaela Schäfer ein, deren Performance in La Petite Mort II Manoush gegen die Pauschalkritik der Szene in Schutz nimmt: „Die Frau ist nicht dumm und kann was.“
Musikalisch hat Manoush auf dem Rücksitz von Dominiks Auto während des Drehs zu La Petite Mort den Song „Fuck Me I’m Famous“ in 15–20 Minuten geschrieben – ein Track, der danach in der New Yorker Club-Szene gelaufen ist und den Manoush aktuell mit DJ Kioki (Michael-Aligs damaligem Freund DJ Keoki) in mehreren Versionen neu aufnimmt, unter anderem für eine niederländische Michael-Alig-Dokumentation. Im Film-Soundtrack lief stattdessen „Torture Sapiens – This Is Not A Love Song“ – auch von Manoush.
Manoush hat über zehn Jahre lang in New York gelebt, dort die Sandy-Hurrikan-Katastrophe 2012 hautnah miterlebt („Wir haben wirklich eine Woche lang in einem Drittweltland gelebt, fünf Stunden Schlange für Benzin“) und ist heute wieder zwischen Deutschland und den USA aktiv. Aktuell stehen Stimmbänder-Operationen an – Manoush hofft, dass ihre charakteristische Stimme nach dem Eingriff erhalten bleibt: „Stell dir vor, ich klinge danach lieblich. Bobert und ich hoffen, um Gottes willen.“
Hinter den Kulissen: Rich Prosecco, Plymouth Fury, Hurricane Sandy
Drei Anekdoten aus der Folge, die zu schade sind, um sie zu kürzen:
Der Rich-Prosecco-Sponsor: Marcel hat damals bei der Paris-Hilton-Marke Rich Prosecco einfach so angeschrieben – und 600 Dosen für Cast und Crew bekommen. Annika hat noch zwei Dosen davon, ist mit ihnen fünfmal umgezogen. Manoush dazu kompromisslos: „Schmeckte wie Sandlafusel – aber ab der dritten Dose wäre das natürlich wurscht.“
Avantgarde & der Plymouth Fury: 2010 hat Marcel mit Manoush, Annika und einer schillernden Truppe (Zoe Hunter Lee, Brandon Slade, Megan Sacco, Dina Dean) den Indie-Film Avantgarde in New York gedreht. Das Hero-Auto: ein offenes Cabrio von 1969, ein Plymouth Fury mit dem 7,2-Liter-V8-Big-Block-Motor und sechs Vergasern. Marcel im Podcast nachdenklich: „Avantgarde hätte ein Remake verdient – mit mehr Budget.“ Annika und Manoush nicken zustimmend.
Tonys Pitbulls in Queens: Während des Avantgarde-Drehs 2010 hat das deutsche VLM-Quartett bei einem Vermieter namens Tony in Queens gewohnt – mit ausdrücklichem Verbot, eine Kellertür zu öffnen. Annika erinnert sich: „Olli war der Mutige, der dann nachgesehen hat. Es waren Pitbulls.“ Plus die nächtliche Hammer-an-Mil-glasartür-Episode mit unbekannter Silhouette. Marcel: „Das war wirklich das war wirklich das war wirklich“ – mehr will er auch nicht sagen.
Die VLM-Frauen-Premiere
Was die Folge nicht zuletzt zur Markstein-Episode macht: Es ist die erste reine Frauen-Doppelbesetzung bei VLM. Annika dazu: „Wenn wir jetzt mal als Vorreiter dabei waren, dann trauen sich vielleicht auch andere.“ Manoush ergänzt klassisch ungeschoren: „Wir drei Bitches haben schon mit ganz anderen Männern aufgenommen.“ Eine Premiere, die VLM seither öfter wiederholt – und die im VLM-Tonfall genauso warm wie unzimperlich war.
Tops & Flops
Tops: Drei Punkte sind sich alle einig: Erstens, Olaf Ittenbachs Effekte haben den Film auf ein qualitatives Niveau gehoben, das mit dem 6.500-Euro-Budget eigentlich unmöglich war – Marcels Aussage: „Du musst alles tun, dass das Geld in Effekte geht, mit denen du überzeugen kannst.“ Zweitens, der Cast-Crew-Spirit – selbst nach Annikas Kniescheiben-Aussage am vorletzten Drehtag wurde der Drehtag fertig durchgezogen. Drittens, Manoushs Performance als Maman – eine Rolle, die seither niemand hätte ersetzen können.
Flops: Die verlustreichen Folgejahre. Vier Personen aus dem unmittelbaren Cast/Crew-Umfeld der Reihe sind in den Jahren nach Teil 2 verstorben. Eine Rückschau, die Manoush dazu führt, La Petite Mort II nicht nochmal anzuschauen.
FAQ – La Petite Mort, Annika Strauß, Sebastian Fitzek & REM
Wer ist Annika Strauß?
Annika Strauß (* 13. Dezember 1984 in Nürtingen) ist eine deutsche Schauspielerin und Buchautorin. Sie gilt als German Screamqueen, hat in über 40 Filmproduktionen mitgewirkt und ist seit 2014 auch als Autorin tätig. La Petite Mort (2009) war ihr allererster Spielfilm.
Was ist REM von Sebastian Fitzek und Annika Strauß?
REM ist der gemeinsame Horror-Thriller von Sebastian Fitzek und Annika Strauß, erschienen am 19. März 2026 beim Droemer Knaur Verlag. Pitch: „Du darfst nicht einschlafen!“ – ein Vater fleht seine vierjährige Tochter Alysee an, wach zu bleiben. Vorgestellt wurde der Roman im Rahmen einer Signierstunde auf der Leipziger Buchmesse 2026.
Wo kann ich REM von Sebastian Fitzek und Annika Strauß kaufen?
REM ist seit dem 19. März 2026 in jeder gut sortierten Buchhandlung als Hardcover und E-Book erhältlich, ebenso bei den gängigen Online-Händlern und direkt über den Droemer Knaur Verlag.
Worum geht es in REM?
Die vierjährige Alysee wird von ihrem Vater panisch angefleht, wach zu bleiben. „Du darfst nicht einschlafen.“ Was als Kindheitserinnerung beginnt, entwickelt sich zu einem psychologischen Horror-Thriller – das genretypische Zusammenspiel aus Fitzeks Thriller-Schule und Annikas Genre-DNA aus 17 Jahren Horror-Schauspielerei.
Welche Bücher hat Annika Strauß geschrieben?
Drei Bücher: Kaleidoskop der Scherben (SCOPAR, 2014), ihr Solo-Thriller-Debut Nachtfahrt (Aufbau Taschenbuch Verlag, 2024) und der Co-Roman mit Sebastian Fitzek REM (Droemer Knaur, 2026).
Was hat Annika Strauß studiert?
Annika Strauß hat 2005 ihr Abitur gemacht und anschließend Allgemeine Rhetorik und Germanistik an der Eberhard Karls Universität Tübingen studiert. Master of Arts 2013, mit der ersten Masterarbeit zum Thema Horrorfilm im Fachbereich Rhetorik. Während des Studiums hat sie privaten Schauspielunterricht genommen und parallel angefangen, Filme zu drehen.
War Annika Strauß bei Wer wird Millionär?
Ja, Annika Strauß war 2025 als Kandidatin in Sat-1s Quiz-Klassiker Wer wird Millionär?. Sie hat es zwar nicht in den Hauptstuhl geschafft, hat aber eine breite Pressewelle ausgelöst – bei der ihre Horrorfilm-Karriere zum ersten Mal in der Tagespresse aufgegriffen wurde.
Worum geht es in La Petite Mort (2009)?
Drei Freunde haben Zwischenstopp in Frankfurt auf dem Weg nach Mallorca. Nach einem Überfall enden sie im verbotenen Untergrundclub Maison de la Petite Mort, in dem die Betreiberin Madame Fabienne ihren zahlenden Klienten Folter-Live-Streams anbietet. Genre: Independent-Splatter-Horror in der Hostel-Tradition, mit visuellem Giallo-Einschlag.
Wer ist Marcel Walz?
Marcel Walz (* 18. Mai 1986 in Nürnberg) ist ein in Hollywood ansässiger Regisseur, Drehbuchautor und Produzent. Er hat 2017 nach Los Angeles übersiedelt und seither sieben US-Spielfilme inszeniert – darunter Rootwood, Blind und Pretty Boy. La Petite Mort 2009 war sein erster größerer Erfolg.
Wer ist Manoush?
Manoush ist eine deutsche Schauspielerin, Sängerin und Multikulti-Künstlerin mit langer New-York-Phase, die in über 70 Filmen mitgewirkt hat (etwa ein Drittel Horror). Im La-Petite-Mort-Universum spielt sie Madame Fabienne (Maman). Sie ist parallel als Songwriterin tätig, ihr Track Fuck Me I’m Famous ist im Soundtrack des Films erschienen.
Wer hat die Effekte in La Petite Mort gemacht?
Olaf Ittenbach (* 21. März 1969 in Fürstenfeldbruck), deutscher Splatter-Pionier mit Werken wie Premutos – Der gefallene Engel (1997), The Burning Moon (1992), Black Past (1989) und zuletzt Levizia (2024). In der Genre-Szene als Godfather of Gore bekannt, hat er auch für Uwe Bolls Seed und Tunnel Rats Effekte beigesteuert. Er hat unter anderem die berüchtigte Kastrations-Falle und die Skalpierungs-Szene mit kompletter Hirnmasse umgesetzt.
Wo wurde La Petite Mort gedreht?
In Mannheim, im Untergrund-SM-Club Jail’s – gelegen unter dem damaligen Disco-Club Connex. Außenaufnahmen entstanden auf einem Frankfurter Industrieareal sowie in einer privaten Ferienwohnung des Casts.
Welche Cut-Versionen gibt es von La Petite Mort?
Es existiert die ungeschnittene Originalfassung (rund 82 Minuten, international über Unearthed Films erhältlich) und die FSK-konforme deutsche Version mit nur 62 Minuten, bei der etwa 20 Minuten Gore und sexuell explizite Szenen entfernt wurden.
Gibt es einen La Petite Mort 3?
Aktuell nicht geplant. Marcel und Manoush sind sich im Podcast einig, dass die Geschichte mit Teil 2 (2014) auserzählt ist und ein dritter Teil ohne den verstorbenen Schauspielkollegen Mika nicht funktionieren würde.
Wo kann ich La Petite Mort streamen oder kaufen?
Die deutsche FSK-konforme Fassung ist über reguläre Vertriebskanäle wie MediaMarkt und Amazon erhältlich. Die ungekürzte Originalfassung gibt es am leichtesten in der US-Edition über Unearthed Films mit umfangreichem Bonus-Material (Audiokommentar Marcel Walz, Interview Olaf Ittenbach, Deleted Scenes, Inside-La-Petite-Mort-Doku).
Wann kommen Annika Strauß und Manoush wieder zusammen vor die Kamera?
Beide sind im neuen Adriano-Barone-Film Sechshand zu sehen, allerdings ohne gemeinsame Drehtage. Annika spielt eine trauernde Witwe, Manoush eine Bordellbetreiberin.
Verwandte VLM-Folgen
Folge 98 – Masters of the Universe Revelation: Mit MASTERS-Sammler Jürgen Bogner über Kevin Smiths Netflix-Serie und den 2026er-Realfilm.
Folge 76 – Hunted: Vorherige VLM-Folge mit Marcel Walz als Studio-Gast.
Folge 96 – Inside Saw: Mikes Solo-Folge zum Buch über das Saw-Franchise – vergleichbarer deutscher Splatter-Tiefgang.
Folge 97 – Woah Lecks September 2021: Sammelformat von der Folge davor – mit Malignant, Dune und Spiral.
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