Godzilla vs. Kong (2021): Monsterverse im Kino

KorbiKorbi
KaneKane

Mike hat diesmal gepasst. Seine offizielle Begründung: Er habe den Film noch nicht so ganz verstanden. Bei zwei eingefleischten Monsterverse-Fans wie Korbi und Kane kommt das nicht infrage – bei Godzilla vs. Kong (2021) gibt es nämlich genau das, was man von einem solchen Film will: zwei riesige Monsterpranken, die mit voller Wucht aufeinander knallen. Adam Wingards MonsterVerse-Debüt – der vierte Film der Reihe – hat es trotz Pandemie ins Kino geschafft, und Korbi und Kane besprechen den Film direkt nach der Sichtung in voller bayerischer Begeisterung.

Worum geht’s?

Fünf Jahre nach den Ereignissen von Godzilla: King of the Monsters ist Godzilla plötzlich wieder wahllos aggressiv unterwegs. Erst in Pensacola, dann anderswo – und keiner weiß, warum die Echse so abdreht. Die Lösung: Kong muss aus seiner kontrollierten Skull-Island-Biokuppel raus, um Godzilla zu stoppen. Parallel dazu macht sich Madison Russell (Millie Bobby Brown) zusammen mit ihrem Freund Josh und dem Verschwörungs-Podcaster Bernie Hayes auf, um die Wahrheit hinter Apex Cybernetics herauszufinden.

Die Reise führt nach Hollow Earth, dem ursprünglichen Lebensraum der Titanen unter der Erdoberfläche. Dort findet Kong nicht nur seine Heimat, sondern auch eine alte Hacke aus Godzilla-Schuppen. Und spätestens beim finalen Schlagabtausch in Hongkong wird klar: Es geht nicht nur um Affe gegen Echse. Da ist noch jemand im Spiel.

Adam Wingard und das Verhältnis Monster zu Mensch

Was Korbi und Kane sofort positiv anmerken: Wingard hat das gemacht, was bei King of the Monsters komplett schiefging. Da hat Michael Dougherty die Action immer abgewürgt, indem er auf Menschengesichter geschnitten hat – ausgerechnet im Finale, als Godzilla gegen Ghidorah kämpft, sah man eher die Schauspieler als die Monster.

Wingard macht es genau umgekehrt. Die Menschen sind Randerscheinungen, die Monster sind die Hauptfiguren. Madison Russells Sidequest mit Bernie und Josh hat zwar einen kindlich-abenteuerlichen Charme, der an klassische 80er-Jahre-Kinderabenteuer erinnert – aber eben nur als kleine Randnotiz. Sobald es in Richtung Hongkong-Finale geht, schaltet der Film konsequent zurück zur Monsterperspektive. Im Kino bedeutet das mehrfach Gänsehaut: bei der Halleneinstellung in Hollow Earth, wo Kong seine Hacke findet, beim Tageslicht-Kampf auf dem Meer und spätestens beim neonbeleuchteten Showdown in Hongkong.

Die Hollow-Earth-Sequenz: Visuell der Höhepunkt

Die Hollow-Earth-Theorie war schon in King of the Monsters angedeutet worden – jetzt wird sie voll ausgebaut. Eine zweiseitige Welt unter der Erdoberfläche, in der die Titanen ursprünglich gelebt haben, mit eigener Schwerkraft und einem altertümlich anmutenden Tempel mit Thron. Hier findet Kong seine Heimat, und hier kommen auch die kreativen Monster-Designs zum Zug: Fledermaus-Eulen-Monster in einer riesigen Halle, kobra-ähnliche Raubtiere und urzeitliche Viecher, denen man die Mythologie sofort abnimmt.

Und dann ist da Wingards visueller Hauptmove: die Kamerafahrt um Kong, während er den Thron in Besitz nimmt und seine Hacke aktiviert. Eine Sequenz, die manche Fans als Shrek-Hommage lesen (das berühmte Aufstrecken-Kratzen-Furzen aus dem ersten Film). Korbis Lieblingsmoment ist es trotzdem – pure Gänsehaut auf der großen Leinwand.

Skarsgård, Hottle & Brian Tyree Henry: Der Cast funktioniert

Alexander Skarsgård (Korbi kennt ihn als Randall Flagg aus der Neuverfilmung von The Stand) gibt den Hollow-Earth-Theoretiker Dr. Nathan Lind. Solide, aber nicht herausragend – dem Cast fehlt schlicht die Präsenz, die John Goodman und Samuel L. Jackson in Kong: Skull Island oder Bryan Cranston in Godzilla (2014) hatten. Das ist aber Teil des Konzepts: Wingard wollte keine Schauspieler, die zu sehr dominieren.

Wer wirklich heraussticht, ist Kaylee Hottle als gehörlose Jia, die Adoptivtochter von Dr. Ilene Andrews (Rebecca Hall). Sie kommuniziert mit Kong über Gebärdensprache, und ihre dialogfreien Szenen sind die emotional stärksten des Films. Auch das kleine Trio aus Bernie (Brian Tyree Henry), Madison und Josh (Julian Dennison aus Deadpool 2) macht Spaß – bewusst leicht und auch ein bisschen meta. Bernies Verschwörungs-Podcast wird im Film von Madisons Vater Mark (Kyle Chandler) als „Schwachsinn-Verstopfer“ abgetan. Eine Zeile, bei der sich Korbi und Kane sofort angesprochen fühlten.

Easter Eggs & Hommagen – Kane zählt mit

Wingard ist Genre-Fan durch und durch, und er hat Godzilla vs. Kong mit Hommagen gespickt, die ein bisschen Kontext brauchen.

Kong renkt sich im Hongkong-Finale die Schulter selbst aus – eine direkte Hommage an Mel Gibsons Riggs aus Lethal Weapon 2 (1989) von Richard Donner, der den gleichen Move im Lethal-Weapon-Universum zur Serien-Markierung gemacht hat. Bonus-Easter-Egg dazu: Skarsgård trägt im Film angeblich ein Lethal-Weapon-2-T-Shirt mit japanischem Aufdruck. Kane: „Damit es nicht jeder lesen kann, weil es einer seiner Lieblingsfilme ist.“

Die Kamerafahrt um Kong, während dieser sich aufrichtet, sich am Rücken kratzt und seine Hacke schwingt, lesen viele Fans als Hommage an die Eingangsszene von Shrek (2001) von Andrew Adamson und Vicky Jenson. Keine offizielle Bestätigung, aber wer den Move kennt, erkennt das Spiel sofort.

Im Finale versucht Kong, Godzilla das Maul auseinanderzureißen – ein Move, der direkt aus den klassischen Kong-vs-T-Rex-Kämpfen aus King Kong (1933) und King Kong (2005) stammt. Wingard hat das exakt übernommen. Im japanischen Original King Kong vs. Godzilla (1962) von Ishirô Honda stopfte Kong Godzilla übrigens noch einen Baum ins Maul – bei Wingard wird daraus die Hacke. Selbe Idee, neue Waffe.

Und dann das Easter Egg auf Hardcore-Fan-Niveau, das selbst MonsterVerse-Profis überraschen dürfte: Bernies Whiskey-Flasche im Film heißt Casunari – eine direkte Hommage an Kasunari Mori, den Suit Actor von MechaGodzilla in Godzilla vs. Mechagodzilla (1974) und Terror of Mechagodzilla (1975). Außerdem zitiert Wingard den Kiss of Death aus dem 2014er Film: Godzillas finaler Move, der Atomstrahl direkt ins Maul des Gegners. Diesmal allerdings gegen Godzilla selbst gerichtet.

Logikfehler & offene Wunden

Bei aller Liebe – Korbi hat einen Punkt, an dem ihm der Film richtig wehtut. In Hollow Earth findet Kong endlich seine Heimat in einer beeindruckenden Tempelhalle mit Thron und Hacke. Direkt über Erm: Hongkong. Und ausgerechnet in dem Moment, wo Kong seine Hacke aktiviert, spürt Godzilla die Energie und ballert mit seinem Atomstrahl von oben mitten in die Halle. Der Strahl trifft, die Halle wird zerstört – das einzige bauliche Wahrzeichen der gesamten Hollow-Earth-Sequenz, futsch. Korbi: „Da hättest du eigentlich doch Mühe gegeben können.“ Kane sieht’s pragmatisch: „Lieber so, als drei Stunden zuschauen, wie Godzilla um die halbe Welt läuft.“

Auch der Wunsch nach mehr King of the Monsters-Monstern bleibt unerfüllt – die tauchen nur kurz im Intro-Bracket auf, nicht als ausgeführte Auftritte. Und Baby-Godzilla? Fehlanzeige. Wenn man schon MechaGodzilla auspackt, hätte man wenigstens den putzigen Nachwuchs einfügen können.

Tops & Flops im Teaser

Korbi und Kane sind sich einig: Wingard hat das Verhältnis Monster zu Mensch endlich richtig getroffen – die Titanen stehen im Mittelpunkt, die Menschen sind angenehme Randnotizen. Visuell ist der Hongkong-Finale-Kampf in Neonfarben der Höhepunkt der bisherigen MonsterVerse-Reihe, die Hollow-Earth-Sequenz mit Eulen-Fledermaus-Monstern und Thron-Halle ein eigener Triumph. Wingards Kameraarbeit – Totale-Einstellungen, Kamerafahrten um Kong, der Tageslicht-Kampf auf dem Meer – ist konstant auf hohem Niveau. Kaylee Hottle als Jia liefert die emotional stärkste Performance, das Bernie/Madison/Josh-Trio macht als sympathisches Sidequest-Abenteuer Spaß, und Skarsgård ist solide gecastet, ohne den Film zu überstrahlen. Easter Eggs en masse – von Lethal Weapon 2 bis Kasunari Mori – runden den Genre-Fan-Service ab. Was Korbi auf die Palme bringt, ist die zerstörte Hollow-Earth-Halle, und Kane hätte sich gewünscht, dass Kong Godzilla in den Schwitzkasten nimmt und schluckt. Aber unter dem Strich: Pflichttermin im Kino.

Triple Threat — die Auflösung gibt’s in der Folge

Wie steht’s um die heilige Dreifaltigkeit der VLM-Filmbewertung? Bei Godzilla vs. Kong wird das im wahrsten Sinne des Wortes selber wörtlich genommen – im finalen Hongkong-Kampf taucht nämlich noch ein dritter Gegner auf, der das Duell zu einem klassischen Wrestling-Triple-Threat macht. Wer das ist, wo der Film ihn herzaubert und welche Verbindung das zur Post-Credit-Szene aus King of the Monsters hat – dazu inklusive Kanes umfassender Easter-Egg-Auflistung zum dritten Gegner gibt’s das volle Programm in der Folge.

👉 Hört in die Folge rein für die komplette Triple-Threat-Wertung und den dritten Gegner.

FAQ zu Godzilla vs. Kong

Wer hat Regie geführt?
Adam Wingard, bekannt aus dem Indie-Horror (You’re Next, The Guest). Wingard ist erklärter Genre-Fan und hat den Film mit Easter Eggs vollgepackt. Er ist auch der erste MonsterVerse-Regisseur, der für eine zweite Runde zurückkehrt: Godzilla x Kong: The New Empire (2024) folgte.

Wer gehört zum Cast?
Hauptrollen: Alexander Skarsgård (Dr. Nathan Lind), Millie Bobby Brown (Madison Russell), Rebecca Hall (Dr. Ilene Andrews), Brian Tyree Henry (Bernie Hayes), Kaylee Hottle (Jia), Julian Dennison (Josh) und Kyle Chandler (Mark Russell).

Wo passt Godzilla vs. Kong im MonsterVerse?
Es ist der vierte Eintrag nach Godzilla (2014), Kong: Skull Island (2017) und Godzilla: King of the Monsters (2019). Die Handlung spielt fünf Jahre nach King of the Monsters und 51 Jahre nach den Ereignissen von Skull Island (das im Jahr 1973 angesiedelt war).

Wie viele Menschen sterben in diesem Film?
Wingard hält sich beim Body Count zurück, was für das MonsterVerse ungewöhnlich ist. Die Story ist diesmal klar auf die Titanen-Perspektive ausgelegt – menschliche Opfer sind eher kollaterales Story-Beiwerk.

Welche Easter Eggs lohnen sich besonders?
Drei Highlights: das Casunari-Whiskey-Label (Hommage an MechaGodzilla-Darsteller Kasunari Mori 1974/1975), Skarsgårds japanisch beschriftetes Lethal Weapon 2-T-Shirt und Kongs Schulter-Ausrenken-Move – ebenfalls eine Riggs-Hommage.

Wie hat sich der Film an der Kasse geschlagen?
Trotz Pandemie und parallelem HBO-Max-/Sky-Release hat Godzilla vs. Kong weltweit über 460 Millionen US-Dollar eingespielt – einer der erfolgreichsten Pandemie-Filme überhaupt. Die Box-Office-Zahlen waren ausschlaggebend für die Greenlight-Entscheidung der Fortsetzung.

Lohnt sich der Film für MonsterVerse-Einsteiger?
Ja, weil Wingard die Mythologie kompakt erklärt – man muss nicht alle vorherigen Filme gesehen haben. Für maximalen Genuss sind die Vorgänger aber Pflicht, vor allem Skull Island (Kongs Backstory) und King of the Monsters (Hollow Earth, Apex Cybernetics).

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