Woah Lecks Juni 2021: 1 Jahr VLM, Levizia, Sweet Tooth & Alfred J. Kwak

Korbi – Co-Founder und Host von Viva la MovieluciónKorbi
Mike – Co-Founder und Host von Viva la MovieluciónMike
Kane – Co-Founder und Host von Viva la MovieluciónKane

Ein Jahr VLM. Aufgenommen am 29. Juni 2021 – dem Tag, an dem Deutschland im EM-Achtelfinale 0:2 gegen England verloren hat. Korbi, Mike und Kane bilanzieren das erste Jahr Viva la Movielución, ziehen die internationale Statistik durch (Indien, Guatemala, Honduras inklusive), und liefern dann Woah Lecks aus allen Genre-Ecken: Olaf Ittenbachs Crowdfunding-Splatter Levizia, das Hong-Kong-Cat-III-Berserker-Werk Ebola Syndrome, Neil Marshalls enttäuschender Hexenfolter The Reckoning, das Netflix-Hybrid-Märchen Sweet Tooth, Kanes E3-2021-Highlights, das Sophie-Scholl-Instagram-Projekt – und Korbis Wiederentdeckung der wahrscheinlich politisch krassesten Kinderserie der ZDF-Geschichte: Alfred J. Kwak.

Ein Jahr VLM – Statistik, Bilanz, Hausnummer

Korbi liefert die Zahlen. Kane meckert, dass kein Mensch Zahlen hören wolle („Scheiss-Betriebsversammlung, Schlaganfall garantiert“), aber dann doch mit Stolz:

  • 5.860 Downloads & Streams seit dem Start (Juni 2020)
  • über 2.000 Hörer:innen
  • 1.735 Abonnent:innen – Kane: „Ich hab geschätzt, es gibt ungefähr 1.600 richtig richtig geile Menschen auf dieser Welt. Mit uns sind es 1.738.“
  • 83 Folgen in einem Jahr – das ist mehr als 1,5 pro Woche

Internationale Hörerschaft: über 5.000 Aufrufe aus Deutschland, ~170 USA, 90 Frankreich, 88 Spanien, 72 Österreich, 25 Irland, 23 Schweiz – plus eine sehr verteilte Liste mit Indien (vier Hörer:innen, mehr als beim befreundeten Horrorpodcast Fürchten Lehren mit Josh und Meike), Guatemala, Ungarn, Türkei, Marokko, Schweden, Mexiko, Luxemburg, Honduras. Korbi: „Eigentlich ging unser Podcast um die ganze Welt. Wahnsinn.“

Erfolgreichste Folge des ersten Jahres: Folge 38 – Watchmen Ultimate Cut mit Dr. Mark Benecke (dem berühmten Kriminalbiologen und Forensik-TV-Gesicht). Ein bisschen prominenter Gast tut der Reichweite gut. Kane: „Viele Leute haben gemault, was für ein Scheiss-Filmbesprecher – und ich hab gesagt, die Folge ist eine der beliebtesten. Schwarz auf weiß.“ Plus die Korbi-fest-im-Kurs-Weihnachtsfolge (#45) und die Promising-Young-Woman-Folge mit Florentin Will (Folge 70).

Mikes Woah Leck Nr. 1: Olaf Ittenbachs Levizia – Crowdfunding-Splatter im Ersten Weltkrieg

Das erste Mike-Highlight: Olaf Ittenbach, der „deutsche Godfather of Gore“, kehrt zum Horrorfilm zurück. Sein neues Projekt Levizia (mit Z, nicht T – phonetisch hat Mike sich verheddert) wurde im Juni 2021 über eine Indiegogo-Crowdfunding-Kampagne gestartet, mit Producer Thomas Heigl als Strippenzieher.

Plot (laut Crew-United-Synopsis): 1914, kurz nach Beginn des Ersten Weltkriegs. Soldat Johannes wird in einer Schlacht schwer verwundet, eine attraktive Eremitin namens Levizia rettet ihn und pflegt ihn gesund. Er hat keinerlei Erinnerung an seine Vergangenheit, gilt als fahnenflüchtig, und entdeckt nach und nach, dass Levizia besondere Fähigkeiten hat – und dass es sehr in ihrem Interesse liegt, dass er sich bitte nicht erinnert. Klingt nach klassischem Ittenbach: hauchdünne Handlung, saftige Splattereffekte, mystisches Setup.

Mike-Beitrag: 30 Euro für DVD- und Blu-Ray-Set, handsigniert vom Olaf Ittenbach. Er hat dem Herrn auf Facebook geschrieben – und der hat tatsächlich geantwortet. Mike: „Der ist Fan auch. Das ist richtig fein.“

VLM-Universe-Connection: Die Effekte für Levizia kommen vom Garden of Gore-Team (Backwoods, Born Dead) und von Simon Spachmann – jenem Independent-Splatter-Allrounder, den VLM in der Format-Premiere von „Wer bistn du?“ in Folge 66 ausführlich besprochen hat. Spachmann arbeitet selbst gerade an Born Dead 2, der Fortsetzung zu seinem Independent-Hit – erste Reels davon sind auf Facebook zu sehen. Kane: „Ittenbach und Spachmann sollten zusammen mal was richtig Geiles ausheben.“ Mikes klassische Aufrufe am Folgenende: bei Olaf Ittenbach auf Facebook vorbeischauen, bei Born Dead 2 vorbeischauen, und beim HARD:LINE Filmfestival in Regensburg vorbeischauen, weil wir gerade über Flo geredet haben.“

Kane-Anekdote: Kane war selbst mal an einem Ittenbach-Filmset (vermutlich Legend of Hell, 2012) als Komparse. Mike: „Mit der Lederzeichen-Tätowierung am Hintern – man sieht ihn einmal von hinten ohne Hosen. Direkter Anschluss-Walleck von Kane: er kuendigt im Originalton an „Da darf ich kurz einigrätschen, weil ich was ganz ähnliches als Woah Leck habe“ und kommt auf Simon Spachmann zu sprechen, der vom Garden of Gore Team auch Effekte für Levizia liefert. Spachmann selbst arbeitet gerade an Born Dead 2 – der Fortsetzung seines Independent-Hits, dessen erste Reels schon auf Facebook zu sehen sind. Kane und Korbi haben Spachmann persönlich schon zweimal mit 20 Euro Direkt-Zwickel unterstützt; Kane-Manifest: „Immer Support die Underground“. Mike-Konsens fuer beide Splatter-Wallecks: es tut sich momentan einiges in der deutschen Independent-Szene.“

Update-Hinweis aus dem heutigen Rückblick: Levizia wurde von Herbst 2021 bis Ende 2023 produziert. Weltpremiere am 18. Oktober 2024 bei den Fright Nights in Pasching – und das VLM-Team war live vor Ort. Die Premiere wurde dann in zwei eigenen Folgen aufgearbeitet: einmal als Festival-Recap in Folge 262 – Fright Nights Filmfestival 2024, und dann ausführlich-fokussiert in Folge 269 – Olaf Ittenbachs Levizia: Weltpremiere mit Beigeschmack. Die VLM-Crowdfunding-Investition aus dem Juni 2021 hat sich also über drei Jahre Produktion gerechnet, und der Kreis von Walleck-Anteasern (Juni 2021) bis Festival-Premiere (Oktober 2024) wurde in der eigenen Sendungs-Chronologie geschlossen.

Mikes Woah Leck Nr. 2: Ebola Syndrome (1996) – die Cat-III-Granate

Mikes zweiter Walleck – mit dem expliziten Vorbehalt: „Empfehlen darf ich nicht, weil er beschlagnahmt ist.“ Es geht um Ebola Syndrome (1996), einen Hong-Kong-Splatter unter der berüchtigten Category III-Einstufung (das Hongkong-Pendant zu R-/X-Rating). Regie: Herman Yau (NICHT „Hermann Jau“ – Mikes Phonetik ist heute mal mehr daneben als sonst). Hauptrolle: Anthony Wong / Anthony Chau-Sang Wong (NICHT „Tony Wong“) als der absolute Bösewicht Kai San.

Plot grob umrissen: Kai San ermordet in Hongkong seinen Boss samt Frau, flüchtet nach Südafrika, arbeitet dort als Koch in einem chinesischen Restaurant. Bei einem Fleisch-Einkaufs-Trip zu einem afrikanischen Dorf, wo das Ebola-Virus grassiert, vergewaltigt er eine bewusstlose, kranke Frau – infiziert sich, ist immun, wird zum Super-Spreader und zieht eine Spur tot Kranker durch zwei Kontinente.

Mike: „Das typische Overacting der Region ist drin, aber die wirklich harten Gewaltszenen plus der krasse Soundtrack machen den Film fast unerträglich. Eine ganz harte Sau.“ Korbi: „Mit der Schwiegermutter darfst du das nicht durchschauen.“ Mike: „Auf alle Fälle nicht.“ Yau und Wong haben übrigens schon vorher zusammen gearbeitet – ihr erstes Cat-III-Werk war The Untold Story (1993), das auf einem realen Triple-Mord in Macao basiert. 2017 sind die beiden für The Sleep Curse nochmal zusammen gekommen.

Mikes Woah Leck Nr. 3: The Reckoning (2020) – Neil Marshalls Aussetzer

Hier wird’s emotional. Mike-Originalton: „The Reckoning, von meiner Lieblingsregisseurin Neil Marshall – leider eine Arschbombe.“ Der Mann, der Dog Soldiers (2002), The Descent (2005), Doomsday (2008) und Centurion (2010) gemacht hat, plus die epischen Game-of-Thrones-Schlacht-Episoden, plus den 2019er-Hellboy-Reboot („vor allem mal nicht so schlimm wie alle behaupten“, Mike), liefert hier laut Mike eine zwei-Stunden-Hexenfolter-Schlafmuetze.

The Reckoning spielt 1665 in der Großen Pestepoche England. Hauptdarstellerin Charlotte Kirk („die Puppe vom Neil Marshall“, Mike) als Grace Haverstock, die nach dem Selbstmord ihres pestkranken Mannes vom verschmähten Squire Pendleton der Hexerei beschuldigt wird. Hexenjäger Judge Moorcroft (Sean Pertwee) führt die Folter durch. Drehbuch: Marshall + Kirk + Edward Evers-Swindell.

Mike-Diagnose: „Im Endeffekt ist der Film nur dazu da, dass die Charlotte Kirk ihren eigenen Film kriegt. Wie ein Rob-Zombie-Vehicle für seine Frau – nur halt von Marshall. Null blutig, bis auf ein paar Kleinigkeiten. Wer Hexenfolter wie in den guten alten 70ern erwartet, kriegt das voll vielleicht nicht zum Sehen.“ Korbi-Konsens: „Gerade dass das Mittelalter-Setting bei Marshall sonst funktioniert (Centurion!) – und dann ist es richtig langweilig.“

Stub-Korrektur nötig: der alte VLM-Stub hatte The Reckoning mit der falschen IMDb-ID `tt11074614` (australische Crime-Serie) verlinkt. Die korrekte ID für Marshalls Film ist `tt9182964`.

Insider-Easter-Egg zwischen Reckoning und Relikt: Mike: „Ich habe nur noch einen kurzen zum Aushauen.“ Kane: „Ich habe schon immer gewusst, dass du einen kurzen hast.“ Korbi nach 10 Sekunden Begriffsstutzigkeit: „Oh, da ist ja eine Trompete!“ Kanes Editing-Geständnis im Nachgang: „In dem Gespräch sind jetzt insgesamt 7,5 Minuten Lach-Pausen rausgeschnitten worden, weil wir es wirklich nicht hingekriegt haben. Erst bei der Hälfte haben wir gemerkt: ach so, Penis.“ VLM-Reifegrad nach 12 Monaten Sendungsbetrieb: weiterhin solide auf Mittelstufen-Niveau. Korbi: „Echt richtig degenerativ, der Podcast.“

Mikes Woah Leck Nr. 4: Das Relikt – Museum der Angst (1997) – Stan-Winston-Klassiker

Zur Versöhnung: Das Relikt (Originaltitel: The Relic, 1997) von Peter Hyams (auch 2010, Capricorn One, End of Days), Effekte vom Stan Winston Studio (Stan Winston persönlich als Supervisor) (Terminator 2, Aliens, Jurassic Park, Predator). Mike: „Funktioniert heute noch genauso gut wie damals. Praktische Effekte sind zeitlos. Zwei, drei miese CGI-Szenen sind drin – aber 1997 stecken Computereffekte in den Kinderschuhen, das verzeiht man.“ FSK 16 („für die heutigen Sehgewohnheiten ein bisschen lachhaft, aber das Monster ist halt kein Mensch, deshalb hat man’s durchgewunken“). Kane hat ihn als junger Camper gesehen und war begeistert.

Kanes Woah Lecks: E3-Trailer-Bombe und Netflix-Schreckstrecke

Kanes Woah Lecks teilen sich in eine Gaming-/Pop-Kultur-Sektion und eine Netflix-Sektion. Das ganze nach E3 2021 (12.–15. Juni), wo Nintendo praktisch alleine die Show stahl.

Wow Leck – Metroid Dread: Auf der Nintendo Direct (15. Juni 2021) wurde nach 19 Jahren Pause ein neues 2D-Metroid angekündigt, mit Release am 8. Oktober 2021. Kane ist Fan seit dem allerersten Metroid und hat zuletzt Metroid Fusion auf dem GBA gespielt; die Ankündigung von Dread war für ihn der absolute Highlight-Moment der E3. Korbi: „Ich quäl mich tierisch drauf, weil es neben Hollow Knight kein anderes richtig richtig richtiges gescheites Metroidvania gibt. Da muss endlich mal von Nintendo was Gescheites kommen.“ VLM kommt zum Release in Folge 104 nochmal darauf zurück, siehe unten.

Wow Leck – Breath of the Wild 2: Auf derselben Direct wurde der zweite BotW-2-Trailer gezeigt. Kane: „Sagt zwar nicht viel Neues, aber die Kleinigkeiten machen mich heiss.“ (Update aus heutiger Sicht: Das Spiel kam dann unter dem Titel Tears of the Kingdom erst am 12. Mai 2023 raus, also fast zwei Jahre später als zum Aufnahmezeitpunkt erwartet.)

Wow Leck – Masters of the Universe: Revelation: Netflix-Serie mit Kevin Smith als Showrunner / Executive Producer; Start war für Juli 2021 angekündigt (Release: 23. Juli 2021). Mike: „Sie machen es wie in den 80ern – Spielzeug, Heftel, Sticker-Album. Es gibt sogar ein Sticker-Album!“ Kane: „Das kaufe ich mir garantiert. Die nächsten drei Gehaltchecks gehen drauf.“

Wahleck – Jupiter’s Legacy: Netflix-Serie nach dem Image-Comics-Werk von Mark Millar und Zeichner Frank Quitely (2013), gestartet am 7. Mai 2021. Showrunner Steven S. DeKnight (während der Produktion durch Sang Kyu Kim ersetzt), Budget kolportiert mit 200 Millionen Dollar für nur 8 Folgen. Kane-Verdikt im Original-Wortlaut: „Wahleck mich am Arsch, ist das ein Dreck gewesen. Ein dampfender Haufen Elefantenkot. Die werden ja künstlich alt gemacht, das schaut aus wie ein Nylonstrumpf, den ich über’s Gesicht gespannt habe.“ Klare 0/10. (Update: Netflix hat die Serie nach einer Staffel am 2. Juni 2021 eingestellt – Mark Millar bestätigte das Ende per Twitter. Kanes Diagnose: industrieweit geteilt.)

Wow Leck – Sweet Tooth: Sweet Tooth (Netflix, 1. Staffel ab 4. Juni 2021), nach dem Comic von Jeff Lemire bei DC Vertigo (40 Issues, 2009–2013). Kane-Wow-Leck: „Eine der schönsten Serien, die ich seit langem gesehen habe. Ein modernes Märchen.“ Korbi: „Ich glaube, das ist die beste Serie, die ich dieses Jahr gesehen habe.“

Mikes Live-Selbstkorrektur: Mike sagt im Originalton wortwörtlich „der Josh Brolin Josh Brolin ist nicht der Vater ist vorher“ – also: er bemerkt beim Aussprechen sein eigenes Verhaspeln und korrigiert sich live. Korrekt: Josh Brolin ist Thanos in den Avengers; der Erzähler von Sweet Tooth ist sein Vater James Brolin (Westworld 1973, The Amityville Horror 1979, Traffic 2000, später Zurg in Lightyear). Der Cast: Christian Convery als Hirsch-Junge Gus, Nonso Anozie als Tommy „Big Man“ Jepperd, Will Forte als Pubba, Adeel Akhtar, Stefania LaVie Owen, Dania Ramirez, Neil Sandilands. Produziert von Robert und Susan Downey über Team Downey, Showrunner Jim Mickle. Plot-Setup: ein Virus hat einen Großteil der Menschheit ausgelöscht, gleichzeitig werden Kinder mit tierischen Hybridmerkmalen geboren. Drei Staffeln (2021–2024), Mickle hat sie als bewusst hellere Antithese zur dystopischen Streaming-Schwemme angelegt. Was sich – fast peinlich gut – mit der Pandemie-Stimmung der Aufnahmezeit deckt.

Wow Leck – @ichbinsophiescholl: Das letzte Kane-Walleck ist die Instagram-Serie @ichbinsophiescholl, eine Co-Produktion von SWR + BR. Anlass: 9. Mai 2021, der 100. Geburtstag von Sophie Scholl. Start: 4. Mai 2021 (Tag, an dem Sophie 1942 nach München gezogen ist). Konzept (entwickelt von SWR-Redaktionsleiterin Susanne Gebhardt, inspiriert vom israelischen Holocaust-Projekt Eva Stories): die letzten zehn Monate ihres Lebens werden in Echtzeit als fiktiver Instagram-Account erzählt, mit Stories, Reels und Posts. Hauptrolle: Luna Wedler (Schweizerin, Biohackers) als Sophie. Hans Scholl wird gespielt von Max Hubacher, dem Schweizer Hauptdarsteller aus Robert Schwentkes Der Hauptmann (2017). Bruder Hans, Schwester Inge (Maria Dragus), Verlobter Fritz Hartnagel werden alle eingebunden. 400.000+ Follower in den ersten Wochen. Kane-Empfehlung: „Richtig stark, weil es einer juengeren Generation die Geschichte anders vermittelt. Schaut’s euch an, kommentiert, supportet – und vielleicht macht sich der eine oder andere wieder einen Kopf, was er für brunztanmischen Scheiss in den Welt schreit.“

Korbi-Anschluss: „Es gibt auch den Film Sophie Scholl – Die letzten Tage von 2005 – Regie Marc Rothemund, Hauptrolle Julia Jentsch. Berlinale-Silberner-Bär-Gewinner. Sehr empfehlenswert, zeigt die letzten Unitag bis zur Hinrichtung.“ (Korbi sagt im O-Ton phonetisch „Film von Gott 2004″ – gemeint ist Marc Rothemunds Werk von 2005.)

Korbis Woah Leck: Alfred J. Kwak – die wahrscheinlich politisch krasseste ZDF-Kinderserie aller Zeiten

Korbi hat im Juni 2021 einen Kindheits-Re-Watch mit Alfred J. Kwak auf YouTube gestartet. Und ist dabei eine Erkenntnisreise gefahren, die jeden VLM-Hörer, der die Serie als Kind gesehen hat, sofort triggern wird.

Was Alfred J. Kwak ist: Eine Zeichentrickserie aus 1989–1990 in Co-Produktion von VARA (Niederlande), ZDF (Deutschland), TV Tokyo (Japan) und TVE (Spanien). Regie: Hiroshi Saitō. 52 Episoden à 25 Minuten. Basierend auf der Musikfabel Alfred Jodocus Kwak des niederländischen Liederkomponisten Herman van Veen. Korbi-Trivia: Der Vorname „Alfred“ geht übrigens auf van Veens Freund und Förderer Alfred Biolek zurück. Erstausstrahlung in DE: 13. Oktober 1990 bis 16. Februar 1993 im ZDF. Goldene Kamera 1990 für das beste Kinderprogramm.

Was die Serie wirklich ist: Korbis Korbi-Test mit dem Mike-und-Kane-Ratespiel: „Ich sag euch ein paar Themen, die in dieser Serie vorkommen – ratet, was ist das für eine Serie? Walfang. Nationalsozialismus. Nahostkonflikt. Armut in der dritten Welt. Captain-Planet-Style-Umweltschutz. Doping. Apartheid. Plus Figuren, die angelegt sind an: Adolf Hitler. Nelson Mandela. Michael Jackson. Die Serie endet damit, dass der Hauptcharakter dem Adolf-Hitler-Charakter mit der Knarre an den Schädel droht ihn zu erschießen.“

Mike: „Ist das die Tiershow?“ Kane: „Verdammt, nein. Was ist das?“ Korbi-Auflösung: „Das ist Alfred J. Kwak. ZDF-Kinderserie. 1989.“ Mike: „Dieser Idee so Exploitation oder Nazi-Exploitation Film aus der Sipska – was musst du als Kind essen?“

Die realen Vorbilder im Detail: Der Hauptantagonist Präsident Kra ist eine Halbblut-Krähe-Amsel und gründet im Verlauf die „Nationale Krähenpartei“ (eindeutige NSDAP-Anspielung). Im niederländischen Original heisst er sogar „Dolf“ – von Adolf Hitler. Kwah Wanna ist Nelson Mandela. Michael Duckson ist Michael Jackson. Plus Anspielungen auf Franz Ferdinand von Österreich-Este (als Löwenkönig).

Und der heftige Auftakt: „In der ersten Folge werden Alfreds Eltern eingeführt – in der zweiten Folge werden alle vier oder fünf seiner Geschwister samt Eltern überfahren. Ich war so geschockt. Krass.“ Henk der Maulwurf wird Alfreds Ziehvater. Korbi am Ende des Walecks: „Echt teilweise krass. Ich habe mir gedacht, das ist eine Kinderserie? Sie haben das richtig geil gemacht – Synchronstimmen, Zeichnungen, alle Botschaften.“

Bonus-Trivia: Das Lied „Warum bin ich so fröhlich?“, das die Serie als Schluss-Theme nutzt, hat Herman van Veen schon Jahre vorher geschrieben – nicht extra für Alfred J. Kwak. Ein Re-Watch ist auf YouTube komplett verfügbar.

Lieblingsfolgen-Bilanz

Zum Jubiläum die Frage: was ist eure Lieblingsfolge des ersten VLM-Jahres?

Konsens: die Weihnachtsfolge (#45) ist quer durch das Team-Top-3-Sortiment. „Dieser Weltklasse – auch wenn jetzt Sommer ist, hört die Weihnachtsfolge, weil die ist lustig“ (Kane).

Ausblick: Kinos öffnen wieder ab 1. Juli 2021

Aufnahme war Dienstag (29. Juni); zwei Tage später, am 1. Juli 2021, öffnen in Bayern wieder die Kinos nach der Pandemie-Schließung. Kane plant beim Cineplex Straubing schon den Marathon: Godzilla vs. Kong, Monster Hunter (Paul W.S. Anderson, Milla Jovovich – Korbi: „Milla Jovovich, Idiotenfilm bitte“), Nobody, A Quiet Place 2, Conjuring 3. Mike-Aufruf: „Handi Kinos sind alle klimatisiert. Ich hocke geil in den Unterhosen drin und muss nicht wissen.“

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