Ab in den Marianengraben! Kane, Korbi und Mike tauchen ab in Underwater (2020) – ein Tiefsee-Creature-Feature von Regisseur William Eubank, das in seinen ersten 7 Minuten kein Setup, keine Erklärung, keine Schonfrist gibt – nur ein einstürzendes Tiefseewerk und eine Kristen Stewart in Unterwäsche, die plötzlich um ihr Leben rennt. Plus: ein Lovecraft-Twist, den niemand kommen sieht. (Wir nennen den Namen nicht – noch nicht.)
Underwater (2020) – Tiefsee-Horror mit Kristen Stewart
- Originaltitel: Underwater
- Regie: William Eubank (The Signal, Love, Land of Bad)
- Drehbuch: Brian Duffield & Adam Cozad (Story: Brian Duffield)
- Hauptcast: Kristen Stewart (Norah Price), Vincent Cassel (Captain Lucien), Mamoudou Athie (Rodrigo Nagenda), T.J. Miller (Paul Abel), Jessica Henwick (Emily Haversham), John Gallagher Jr. (Liam Smith)
- Komponisten: Marco Beltrami & Brandon Roberts
- Genre: Sci-Fi / Action / Horror
- Laufzeit: 95 Minuten
- Setting: Bohrstation am Grund des Marianengrabens, ca. 11 Kilometer Tiefe
Eine Tiefseebohrstation am tiefsten Punkt des Pazifiks. Innerhalb von Sekunden bricht alles zusammen, einer „Anführungszeichen-Unfall“ laut Mike, und ein paar Überlebende rund um die Ingenieurin Norah Price (Kristen Stewart) müssen in Tiefseeanzügen einen Kilometer über den Meeresgrund laufen, um eine andere Station zu erreichen, von der aus eine Evakuierung möglich wäre. Was die Crew nicht weiß: Was die Bohrstation freigesprengt hat, ist nicht nur ein Erdbeben.
Der 7-Minuten-Einstieg, der bei die Eier backt
Kane und Mike haben tatsächlich auf die Uhr geschaut: Nach genau 7 Minuten geht’s rund – minus 4 Minuten Vorspannung, also nur 3 echte Filmminuten Setup vor dem ersten „Ka-Boom“. Mike: „Der backt dir auf einmal sofort bei die Eier, wo es ich Weltklasse fand.“ Eubanks Entscheidung, gar nichts zu erklären, sondern den Zuschauer mit Stewart in Unterwäsche und Zahnbürste mitten in einen einstürzenden Korridor zu werfen, ist 2026 immer noch erfrischend in einer Zeit, in der jeder Genrefilm gefühlt 25 Minuten Charakter-Backstory liefert, bevor er anfängt.
Kristen Stewart als Action-Heldin: Ripley-Vibes
Kristen Stewart spielt Norah Price mit der typischen Stewart-Reduktion: kein Pathos, keine Tränen, keine großen Monologe – nur eine Frau, die Funktion über Emotion stellt, weil das Setting nichts anderes zulässt. Kane vergleicht’s mit Ellen Ripley aus Alien: keine Action-Heldin von Anfang an, sondern jemand, der ins Kommando hineinrutscht. Das Setting macht den Vergleich noch deutlicher: Bohrstation als Raumschiff-Stand-in, beengende Gänge mit Drahtverkabelung, drehbarer Bodenstreifen-Look. Mike: „Ich habe ganz oft gedacht, das schaut aus wie in einem Raumschiff.“
Das Setting: Old-school Bohrstation, kein Hochglanz
Was den Film visuell hochzieht, ist genau das, was viele Zuschauer enttäuscht: kein Hochglanz. Underwater fühlt sich an wie eine echte abgefuckte Bohrstation – nicht wie ein MEG-CGI-Spektakel. Niedrige Decken, Ölfarbenflecken, blinkende Notlichter, klaustrophobische Gänge, durch die die Crew in den ersten 20 Minuten kriechen muss. Mike feiert die klaustrophobischen Momente am Anfang, die ihn an The Descent erinnern. Wer Probleme mit engen Räumen hat: Vorwarnung.
T.J. Miller als comic relief – polarisierender Spaltpilz
Hier scheiden sich die VLM-Geister. T.J. Miller spielt Paul Abel, den ständig Witze reißenden Maintenance-Typen mit dem Plüschhasen unter dem Arm. Kane stört sich an seiner „permanent coolen, lockeren Sprüche“ – die Atmosphäre, die der Film aufbaut, wird ihm zu oft kaputtgemacht: „Wie wenn er zum Deadpool werden würde.“ Korbi sieht’s gegensätzlich: Genau dieser Humor unterscheidet Underwater von einem 0815-Action-Thriller, gibt dem Ganzen Persönlichkeit. Mikes Kompromiss: Ja zur Idee, aber bitte über mehrere Charaktere verteilt – Stewart darf ja auch mal einen Spruch raushauen.
Bonus-Detail aus Korbis Making-of-Recherche: Pauls Plüschhase hätte ursprünglich ein echter Hase sein sollen, mit Szenen, die auch wirklich gedreht wurden. Dann wurde das Tier gegen ein Stofftier getauscht – möglicherweise weil ein echter Hase die Unterwasserszenen einfach nicht mitgemacht hätte. Korbi: „Schade. Hätte dem Charakter Tiefe gegeben.“
Das Tempo und die Pacing-Mathematik
Mike hat erneut auf die Uhr geschaut: Nach 55 Minuten kommt die erste Monster-Action. Der Film baut konsequent eine Stunde lang nur Andeutungen auf – Schemen, Schatten, Geräusche, ein kurzes Aufblitzen, ein Ruck am Sicherheitsseil. Jumpscares? Genau zwei in 95 Minuten, was 2020 wie 2026 lobenswert zurückhaltend ist. Der Rest kommt aus Atmosphäre, Sound-Design und der Tatsache, dass man als Zuschauer immer mehr ahnt, was lauert, bevor man’s sieht.
Sound: Der heimliche Star
Kane hebt den Soundtrack besonders hervor: kein orchestrales Gefieger, sondern Brummen, Quietschen, dumpfe Druckgeräusche, die die ganze Tiefsee-Beklemmung mittragen. Komponiert von Marco Beltrami (Scream, 3:10 to Yuma, A Quiet Place) und Brandon Roberts. Mike: „Es waren wirklich keine Lieder oder orchestrale Soundtracks, die rausgestochen sind.“
Lovecraft-Twist: Cthulhu erwacht
⚠️ Spoiler ab hier. Was nach 90 Minuten unter der Bohrstation auftaucht, ist kein normales Tiefsee-Monster: Es ist Cthulhu selbst – die Lovecraft-Gottheit, die laut H.P. Lovecrafts The Call of Cthulhu (1928) am Grund des Pazifiks, in der versunkenen Stadt R’lyeh, schläft. Die „Bohrungen“ der Konzern-Forschungsstation haben ihn (oder seine Brut) geweckt. Mikes Lovecraft-Zitat dazu: „Es ist nicht tot, was ewig liegt, bis dass die Zeit den Tod besiegt.“ – Lovecrafts berühmter R’lyehischer Vers, im Original „That is not dead which can eternal lie, And with strange aeons even death may die.“ Kane bringt es auf den Punkt: „Wer das nicht merkt, sollte sich überlegen, in Zukunft den Bullock-Schrauben beim Anschauen vorzuziehen.“
Die Geschwister-Filme: Eubanks Werk verstehen
Underwater ist William Eubanks dritter Spielfilm. Davor:
- Love (2011): Korbi vermutet im Talk eine „französische Dramakomödie“ – tatsächlich ein Sci-Fi-Drama über einen einsamen Astronauten auf der ISS, finanziert von der Alternative-Rock-Band Angels & Airwaves. Eubank baute das komplette Set inklusive ISS-Modell im Garten seiner Eltern.
- The Signal (2014): Kanes „Matrix-Sippen, der besser der Morfo ist“ – richtig erkannt: Laurence Fishburne spielt eine Hauptrolle. Nicht zu verwechseln mit dem 2007er-Anthology-Film The Signal (von David Bruckner, Dan Bush und Jacob Gentry, nicht von Wes Craven), in dem ein TV-Signal Menschen durchdrehen lässt. Zwei verschiedene Filme.
2026-Update zu Eubank: Er hat danach Paranormal Activity: Next of Kin (2021) für Paramount+ und Land of Bad (2024) mit Russell Crowe und Liam Hemsworth gedreht. Mit Underwater hat er sich endgültig im Genre etabliert.
Pro & Contra
Kane (Pro): Setting, Schauspielerei, dezente Charakter-Tiefe in Nebensätzen, das geile Creature-Design. Kane (Contra): T.J. Millers Coolmacker-Sprüche, die ihm zu oft die Atmosphäre kaputt machen. 10 von 10 trotzdem.
Korbi (Pro): Visuell brutal stark, das Monster-Setting, Charaktere überzeugen, 95 Minuten gut unterhalten. Korbi (Contra): Schade um den echten Hasen, der es nicht in den finalen Schnitt geschafft hat.
Mike (Pro): Härtegrad, Pacing-Disziplin, klaustrophobisches Setting, Sound-Design, Old-School-Bohrstation-Look, nur zwei Jumpscares in 95 Minuten. Mike (Contra): Hätte sich Action auch innerhalb der Bohrstation gewünscht, nicht nur im offenen Meer – mehr Alien-Vibes wären drin gewesen. Kanes Konter: physikalisch unmöglich, weil der Druck die Viecher außerhalb des Wassers zerquetschen würde.
Das Ende und Sequel-Potenzial
Korbi merkt richtig: Im Abspann wird angedeutet, dass die Geschehnisse nicht abschließend untersucht wurden und der Konzern die Bohrstation wieder aufbauen will. Klares Sequel-Setup. Aber: Bei einem Budget von ~80 Millionen Dollar und einem weltweiten Einspielergebnis von ~40 Millionen Dollar war eine Fortsetzung nie realistisch. Underwater wurde 2020 von 20th Century Fox veröffentlicht – während des Disney-Übernahme-Prozesses, was dem Marketing nicht gerade geholfen hat. Kanes Fazit: „Der Film steht für sich, das Ende kann so stehen bleiben.“
Updates für 2026
Kristen Stewart: Hat 2022 ihre erste Oscar-Nominierung als beste Hauptdarstellerin für Pablo Larraíns Spencer (2021) erhalten – Princess Diana. Bei der Berlinale 2023 war sie Jurypräsidentin, und 2025 hatte ihr Spielfilm-Regiedebüt The Chronology of Water Premiere – mit ausgerechnet Imogen Poots in der Hauptrolle (siehe auch unsere Folge 7 zu Vivarium).
T.J. Miller: Ist seit 2017–2018 in mehreren ernsten Vorwürfen wegen unangemessenen Verhaltens verwickelt; HBO entfernte ihn aus Silicon Valley, Mucinex beendete den Werbevertrag, in Deadpool & Wolverine (2024) wurde sein Weasel-Charakter weggelassen. Er ist 2026 weiterhin in kleineren Indie-Projekten aktiv.
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- Folge 7: Woah Lecks Juni 2020 – Eskimo Callboy, Days Gone, Vivarium & mehr
- Folge 6: Tropic Thunder (2008) – Ben Stillers Hollywood-Satire
- Folge 5: Tyler Rake: Extraction (2020) – Chris Hemsworths Netflix-Hit
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- Alle Film-Folgen – über 340 Episoden zum Reinhören
FAQ zur Folge
Wer spricht in dieser Folge?
Kane, Korbi und Mike – das klassische VLM-Trio. Bei Genre-Stoffen wie Tiefsee-Horror und Creature-Features ist diese Konstellation Standard, da sich Kanes Härtegrad-Faible, Korbis Pop-Kultur-Liebe und Mikes Horror-Genre-Wissen perfekt ergänzen.
Worum geht’s in Underwater?
Eine Tiefseebohrstation am Boden des Marianengrabens kollabiert nach einem mysteriösen „Erdbeben“ innerhalb von Sekunden. Sechs Überlebende rund um die Ingenieurin Norah Price (Kristen Stewart) müssen in Tiefseeanzügen einen Kilometer über den Meeresgrund zur nächsten Station laufen, um eine Evakuierungskapsel zu erreichen. Was sie nicht wissen: Die Bohrungen haben etwas Uraltes geweckt.
Wer hat bei Underwater Regie geführt?
William Eubank – sein dritter Spielfilm nach Love (2011) und The Signal (2014, mit Laurence Fishburne, nicht zu verwechseln mit dem 2007er-Anthology-Film). Eubank kommt vom Kameradepartment und ist bekannt für visuell starke Indie-Sci-Fi mit kleinem Budget. Underwater war seine erste Regiearbeit für ein großes Studio (20th Century Fox).
Welche Lovecraft-Verbindung hat Underwater?
Spoilerwarnung: Was unter der Bohrstation auftaucht, ist Cthulhu selbst – H.P. Lovecrafts uralte Gottheit, die laut Mythos in der versunkenen Stadt R’lyeh am Grund des Pazifiks schläft. Der Film bestätigt das nie explizit, aber das Creature-Design am Ende ist eine direkte Cthulhu-Hommage. Damit ist Underwater einer der wenigen großen Hollywood-Filme, die offen mit dem Cthulhu-Mythos arbeiten – ein Tabubruch, weil Lovecraft-Adaptionen sonst meistens scheitern.
Gibt es eine Fortsetzung von Underwater?
Nein. Bei einem Budget von 80 Millionen US-Dollar und einem weltweiten Einspielergebnis von etwa 40 Millionen wurde keine Fortsetzung produziert. Der Film hatte das Pech, im Januar 2020 mitten im Disney-Übernahme-Prozess von 20th Century Fox auf den Markt zu kommen, was sich auf das Marketing ausgewirkt hat. Das offene Ende mit dem Hinweis auf eine wieder aufgebaute Bohrstation bleibt damit ein Wink ohne Auflösung.
Wo kann ich Underwater streamen?
Im deutschen Raum streambar bei Disney+ (als 20th Century-Backkatalog-Titel) sowie über Apple TV und Amazon Prime Video zum Kauf oder Verleih. Die Blu-ray-Edition mit dem Making-of, das Korbi im Talk erwähnt, ist weiterhin im Handel erhältlich.



