Der Januar 2021 ist eigentlich längst durch, aber Kane und Korbi liefern die Woah Lecks erst Ende Februar nach – der Januar war einfach zu fett auf Woah und Bäh, das musste verdaut werden. Mike fehlt diesmal komplett, dafür packt das Duo eine ehrliche Mischung aus Switch-Hirn-Off, Sky-Schimmel, Trauma-Horror und einem Indie-Spiel auf den Tisch, das einem die Tränen in die Augen treibt. Auf der Liste: SpongeBob: Schlacht um Bikini Bottom – Rehydrated, Paper Mario: The Origami King, die Sky-Atlantic-Serie Hausen, Jennifer Kents Babadook und das melancholische RIME. Plus eine ausgewachsene Schimpftirade über Reaction-Videos, die Kane fast vom Stangl haut.
SpongeBob: Schlacht um Bikini Bottom – Rehydrated (2020)
Nach Witcher 3, Breath of the Wild und einem laufenden Assassin’s-Creed-Marathon von Rogue bis Valhalla braucht Kane dringend was, bei dem das Hirn auf Standby darf. Genau das liefert SpongeBob: Schlacht um Bikini Bottom – Rehydrated, der Remake des 2003er-Originals von Purple Lamp Studios und THQ Nordic. Fünf Knöpfe, simples Jump’n’Run, und der dreijährige Humor passt perfekt zu Kanes eigener Hirnkapazität nach mehreren Spielkolossen am Stück. Als bekennender Serien-Fan freut sich Kane besonders, wie originalgetreu das Remake die Nickelodeon-Vorlage übernommen hat – da haben offensichtlich Fans am Drücker gesessen. Knapp zehn Stunden, 100 Prozent durch, klares Woah Leck. Korbi steigt schon beim Wort Jump’n’Run aus.
Paper Mario: The Origami King (2020)
Direkt im Anschluss zieht Kane Paper Mario: The Origami King aus dem Schrank, das er seit Release 2020 in der Hülle liegen hatte. Das sechste Spiel der Reihe von Intelligent Systems liefert exakt die Mischung, die Paper-Mario-Fans seit dem N64 lieben: bunte Bastelwelt, ringbasiertes Kampfsystem und herrlich blöde Wortspiele wie der Hafen, der zu nah am Wasser gebaut ist, oder die Ermittlung gegen „origamisierte Verbrechen“. Kane ist seit dem N64-Original Fan und beim ersten Schritt im Spiel sofort „Feuer und Flamme“ – was bei einem Spiel über Papierfiguren bekanntermassen schlecht ausgeht („scheiss Schnauzer“). Einziger Wermutstropfen: der GameCube-Teil Paper Mario: Die Legende vom Äonentor kostet originalverpackt mittlerweile bis zu 300 Euro. Kanes Lösungsvorschlag: Kickstarter-Kampagne starten, ohne Produkt, einfach nur damit jemand das Geld für das Spiel rüberreicht. Die Unterstützer kriegen dafür eine Postkarte mit ihm und dem Spiel in der Hand. Bewerbungen werden in den Kommentaren entgegengenommen.
Reaction-Videos: Kanes großes Bäh Leck
Dann kippt die Stimmung. Kane rastet bei Reaction-Videos so komplett aus, dass er sich am Ende selbst aus dem Gespräch nehmen muss, bevor er vom Stangl haut. Spätestens seit dem Macht-Trailer aus Star Wars Episode 7 dominiert das Format YouTube und sammelt Millionenaufrufe für gekünstelte Reaktionen auf Trailer, Filme und Musikvideos. Für Kane: ein „gequollener Haufen Bullshit“, schlecht gespielt, künstlich aufgesetzt, sinnlos. Korbis schwacher Erklärungsversuch – vor laufender Kamera müsse halt was passieren, sonst sitze man nur da – verfängt nicht. Auch sein Verweis auf die zigfach geklickten Game-of-Thrones-Red-Wedding-Reactions wird abgebügelt: Reaction-Videos sind in Kanes Buch durchgängig gestellt, schlecht geschauspielert und damit sinnlos. Korbis weiterführender Vorschlag, gemeinsam einen Reaction-Audiokommentar zu einer eigenen VLM-Folge aufzunehmen, scheitert sofort und mit Nachdruck – inklusive der Drohung, jeden Empfänger eines Reaction-Video-Links persönlich zu besuchen.
Hausen (2020): Sky-Atlantic-Schimmel im Plattenbau
Korbis erstes Bäh Leck ist Hausen, die achtteilige Sky-Original-Serie von Regisseur Thomas Stuber. Tristan Göbel spielt den 16-jährigen Juri, der mit seinem Vater Jaschek (Charly Hübner) als Hausmeister in einen heruntergekommenen Plattenbau-Komplex zieht – irgendwo Ex-DDR-Atmosphäre –, in dem ein bösartiges Wesen aus Schimmel haust. Korbi sieht zunächst Dark-Vibes, holt sich extra das Sky-Ticket – und wird dann tief enttäuscht. Zu viele Charaktere, zu viel Leerlauf, am Ende kein klares Auflösen. Sein Verdikt: „Schimmelbekämpfungsserie“. Kanes Konter: Hausen ist atmosphärisch dicht, dreckig, drückend, der Sound geil, die Welt ohne jeden Funken Glück – dafür feiert er sie ausdrücklich. Korbi räumt ein, dass die Serie als Fegefeuer-Allegorie funktionieren könnte, aber als wochentaugliches Mystery-Format hat sie ihn verloren. Bonus-Aufreger: Sky Ticket spult bei jedem Wiedereinstieg pauschal 15 Minuten zurück, was Korbi zusätzlich „narrisch“ gemacht hat.
Der Babadook (2014): Horrorfilm oder Familiendrama?
Korbis nächstes Bäh Leck: Der Babadook von 2014. Im Debütfilm von Regisseurin Jennifer Kent kämpft die alleinerziehende Amelia (Essie Davis, später Lady Crane in Game of Thrones) mit ihrem überforderten Sohn Samuel und einem Dämon, der über ein Pop-up-Kinderbuch in ihr Leben tritt. Korbi feiert die Grundidee, das Buch und das Monsterdesign, ist aber von der erdrückenden Mutter-Sohn-Dynamik so genötigt, dass der Babadook selbst überspielt wird – er wollte einen reinen Horrorfilm, kein Trauma-Drama. Kane sieht das anders: Der Babadook ist kein Geist, sondern das unverarbeitete Trauma um den verstorbenen Vater. Amelia stellt sich am Ende ihrem Schmerz, akzeptiert ihn – und füttert ihn dann symbolisch im Keller mit Würmern. Genau dieses Schluss-Detail liest Kane als zentrales Statement: Trauma verschwindet nicht, man lernt nur, mit ihm umzugehen. Wer den Film unter dieser Brille zum zweiten oder dritten Mal anschaut, holt deutlich mehr raus. Wer dagegen das nächste Conjuring erwartet hat, geht entzaubert raus – das gibt selbst Korbi am Ende zu.
RIME (2017): Trauer in fünf Akten
Korbis Woah Leck rettet die Folge – und macht aus dem Bäh-Marathon eine fast versöhnliche Episode. RIME vom spanischen Studio Tequila Works (2017) erzählt die Geschichte eines kleinen Jungen, der nach einem Sturm auf einer mysteriösen Insel strandet. Begleitet von einem Fuchs (Korbi: „ich steh auf Füchse, deswegen war das Spiel doppelt gesetzt“) rätselt sich der Junge durch fünf Spielebenen. Was zunächst aussieht wie eine schönere Variante von Journey, entpuppt sich als bewusster Trip durch die fünf Phasen der Trauer nach Elisabeth Kübler-Ross: Leugnen, Wut, Verhandeln, Depression, Akzeptanz. Knapp zehn Stunden Spielzeit, charmante Cel-Shading-Optik, milde Rätsel mit gerade genug Anspruch, große emotionale Wirkung. Korbi spielt es zweimal durch (Vollendungs-Tick) und vergleicht den emotionalen Punch mit Shadow of the Colossus, The Last Guardian und sogar The Last of Us. Wer aktuell mit Trauer umgeht, kriegt hier einen sanften Anstoss für den nächsten Heulkrampf. Tränen inklusive.
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- Woah Lecks Februar 2021 – Bajocero, Steig. Nicht. Aus! & The Empty Man (Folgemonat mit Mike zurück am Start)
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Häufig gestellte Fragen
Wer hostet diese Folge der Woah Lecks?
Kane und Korbi machen die Januar-Bilanz 2021 zu zweit. Mike fehlt diesmal komplett, ist aber in der Folgeepisode wieder dabei.
Worum geht es in der Sky-Serie Hausen (2020)?
Hausen ist eine achtteilige Sky-Atlantic-Mystery-Serie von Thomas Stuber. Der 16-jährige Juri zieht mit seinem Vater als neuer Hausmeister in einen heruntergekommenen Plattenbau, in dem ein bösartiges Wesen aus Schimmel haust. Korbi empfindet die Erzählung als zäh, Kane verteidigt die dichte Atmosphäre. Mögliche Lesart: ein Fegefeuer im Beton.
Ist Der Babadook ein Horrorfilm oder ein Familiendrama?
Beides. Auf der Oberfläche ein Monster-Horror, auf der zweiten Ebene ein Trauma-Drama: Der Babadook steht symbolisch für Amelias unverarbeitete Trauer um ihren verstorbenen Mann. Im Schluss füttert sie das Trauma im Keller mit Würmern – ein Symbol dafür, dass Trauma nicht verschwindet, sondern Pflege braucht. Wer einen reinen Conjuring-Schocker erwartet, wird enttäuscht.
Welche Spiele werden in der Folge besprochen?
Drei. SpongeBob: Schlacht um Bikini Bottom – Rehydrated (2020) als Hirn-Aus-Vergnügen, Paper Mario: The Origami King (2020) als zauberhafte Bastelwelt mit Kanes Sammlerleid um den GameCube-Teil. Korbis Woah Leck ist RIME (2017) von Tequila Works – ein Indie-Spiel, das die fünf Phasen der Trauer nach Kübler-Ross spielbar macht.
Worum geht es bei RIME (2017)?
RIME erzählt die Geschichte eines Jungen, der nach einem Sturm auf einer mysteriösen Insel strandet und mit einem Fuchs als Begleiter durch fünf Spielebenen rätselt. Diese fünf Ebenen entsprechen den fünf Phasen der Trauer: Leugnen, Wut, Verhandeln, Depression, Akzeptanz. Spielzeit etwa zehn Stunden, annähernd Tränen-Garantie.
Worum geht es bei Kanes Reaction-Video-Rant?
Kane rastet bei der ganzen Industrie der gefilmten Reaktionen auf Trailer und Songs auf YouTube aus. Für ihn ist das gekünstelter Bullshit, der spätestens seit dem Macht-Trailer aus Star Wars Episode 7 die Plattform verseucht. Auch Korbis Verweis auf Game-of-Thrones-Red-Wedding-Reactions verfängt nicht. Ein VLM-eigenes Reaction-Video lehnt Kane kategorisch ab.
Wann wurde die Folge aufgenommen?
Die Aufnahme entstand Ende Februar 2021 als verspäteter Recap auf den Januar 2021 – die Pandemie lässt grüßen.


