Erst stellt sich der Film selbst vor – und korrigiert die Hosts: „Liebe Hörer, der Film heißt eigentlich Extraction, nicht Extractor.“ Mike und Korbi diskutieren Tyler Rake: Extraction (2020), das Netflix-Actionfilm-Debüt von Sam Hargrave – ein Stunt-Koordinator-turned-Regisseur, der hier seine erste Regiearbeit hinlegt. Und dafür ist das schon eine ordentliche Hausnummer.
Tyler Rake: Extraction (2020) – Hemsworth in Bangladesh
- Originaltitel: Extraction
- Regie: Sam Hargrave (Regie-Debüt)
- Drehbuch: Joe Russo, basierend auf dem Graphic Novel Ciudad (2014) von Ande Parks und den Russo-Brüdern
- Hauptcast: Chris Hemsworth (Tyler Rake), Rudhraksh Jaiswal (Ovi Mahajan Jr.), Randeep Hooda (Saju), Golshifteh Farahani (Nik Khan), David Harbour (Gaspar)
- Genre: Action / Thriller
- Laufzeit: 116 Minuten
- Stream: Netflix (seit 24. April 2020)
Zwei Drogenbosse, ein entführter Sohn, ein abgewrackter australischer Söldner und eine Stadt, die zur Killzone wird: Tyler Rake (Chris Hemsworth) wird von einer Söldner-Crew in die bangladeschische Hauptstadt Dhaka geschickt, um Ovi Mahajan Jr. zu retten – den Sohn eines inhaftierten indischen Drogenbosses, den ein bangladeschischer Rivale gekidnappt hat. Klingt simpel? Ist es auch. Genau das ist der Punkt.
Kleine Korrektur zur Folge: Korbi sagt im Talk, der Film „spielt hauptsächlich in Indien“ – tatsächlich beginnt er in Mumbai, aber der Hauptteil mit dem Großteil der Action spielt in Dhaka, Bangladesh. Gedreht wurde dann teils in Indien (Ahmedabad, Mumbai), Thailand und Bangkok.
Story auf einer Briefmarke – und das ist gut so
Mike bringt es auf den Punkt: Die Handlung passt auf eine Briefmarke. Was bei Six Underground (Michael Bay 2019) ein Killer-Argument gegen den Film war, ist bei Tyler Rake der entscheidende Vorteil. Der Film verschwendet keine Zeit auf unnötige Plot-Verstrickungen, sondern konzentriert sich auf das, was er am besten kann: handfeste, choreographierte Action. Wer einen John-Wick-artigen Action-Trip mit echtem Härtegrad sucht, wird hier abgeholt.
Das Marvel-Tor: Russo-Brüder und Stunt-Department
Der Film hat eine Marvel-Connection durch die Hintertür: Chris Hemsworth (Thor) als Hauptdarsteller, die Russo-Brüder (Avengers: Infinity War, Endgame) als Producer und Story-Schreiber, und Sam Hargrave als Regisseur – der war jahrelang Stunt-Koordinator und Stunt-Double für Chris Evans (Captain America) in den MCU-Filmen, plus Second Unit Director auf Avengers: Infinity War und Endgame. (Mike sagt im Talk „Spezialeffekte“ – tatsächlich war es Stunt-Koordination, was die handfeste Action gut erklärt.)
Das Plansequenz-Highlight
Korbi und Mike feiern beide den Schnitt und vor allem die 12-minütige Plansequenz: Eine „fliegende“ Kamera, die durch eine Verfolgungsjagd, einen Auto-Crash, einen Gebäude-Sturm und einen Lkw-Sprint navigiert, ohne sichtbaren Schnitt. Mike vergleicht’s mit den Plansequenzen aus The Raid 2 (Gareth Evans 2014). Die Kamera fliegt aus der Frontscheibe, macht eine Drehung, setzt sich praktisch als Beifahrer wieder rein. Auch wenn nicht alles tatsächlich ein einziger Take ist (es gibt clever versteckte digitale Schnitte), ist die gefühlte Kontinuität atemberaubend. Korbi: „Optisch wäre das im Kino mit Mega-Sound bestimmt extrem geil gewesen.“
Die peinliche Einführungsszene
Beider größter Kritikpunkt: Die Einführung von Hemsworth, in der er meditierend am Grunde eines Sees sitzt, nachdem er aus großer Höhe von einer Felswand reingesprungen ist. Mike: „Beim zweiten Anschauen genauso peinlich wie beim ersten Mal.“ Korbi: „Hätten sie einfach rausschneiden können.“ Sobald die Mission losgeht, ist alles top – aber die ersten paar Minuten würde man am liebsten wegspulen.
Gewalt, Kinder und Tylers Code
Der Film holt sein R-Rating ohne Zurückhaltung ab – und scheut sich auch nicht, Kinder zu Opfern werden zu lassen. Was teils explizit, teils implizit gezeigt wird, ist hart. Auf der anderen Seite hat Tyler einen klaren Code: keine Gewalt gegen Kinder. Wenn die Schratzen mit Klingen auf ihn losgehen, fallen die Reaktionen mehr in die Kategorie „erzieherische Maßnahme“ – mit ein paar Kinnhaken, die Korbi und Mike beim Schauen schmunzeln lassen. Der Junge, gespielt von Rudhraksh Jaiswal, liefert dabei die emotionalen Anker des Films und treibt nach Mikes Aussage Tränen in Augen.
CGI vs. handgemacht
Negativpunkt für Mike: einige der größeren Explosionen wirken klar CGI-ig. Positiv hingegen, dass viele Stunts und kleinere Action-Beats handgemacht sind – Hargrave kommt aus dem Stunt-Department, das ist sein Heimspiel. Das Ergebnis fühlt sich haptisch an, nicht vollständig wegcomputert wie der Vergleichs-Negativfall Six Underground.
Pro & Contra
Mike (Pro): Härtegrad ohne Zurückhaltung, John-Wick-Erbe gut umgesetzt, handfeste Choreographie. Mike (Contra): Manchmal ausuferndes CGI bei Explosionen.
Korbi (Pro): Dieser Action-Grad, den man von einem Action-Film erwartet, plus die fliegenden Kamerafahrten, die einen mitten ins Geschehen werfen. Korbi (Contra): Die meditierende Felssprung-Einführung, die hätte einfach raus gemusst.
Update für 2026: Die Wünsche der Hosts wurden erfüllt
Korbi: „Auf einen zweiten Teil hätte ich auf jeden Fall Bock.“ Mike: „Definitiv.“ Inzwischen gibt’s tatsächlich Extraction 2 (2023, ebenfalls von Sam Hargrave, mit Hemsworth zurück als Tyler) – und sogar ein dritter Teil mit Hemsworth und Idris Elba ist offiziell für 2026 angekündigt. Der erste Film war mit über 99 Millionen Haushalten in den ersten 4 Wochen der erfolgreichste Netflix-Original-Filmstart der bisherigen Geschichte. Der „Tyler Rake“-Universum-Plan der Russo-Brüder ist klar erkennbar: Spinoff-TV-Serien sind ebenfalls in der Mache.
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FAQ zur Folge
Wer spricht in dieser Folge?
Mike und Korbi – ohne Kane und ohne Seppi. Das ist die zweite reine Mike-Korbi-Konstellation nach Folge 2 und wird sich später als wiederkehrendes Duo etablieren, vor allem für Netflix-Action und Genre-Hybrid-Stoffe.
Worum geht’s in Tyler Rake: Extraction?
Tyler Rake (Chris Hemsworth), ein australischer Söldner mit Schwarzmarkt-Vergangenheit, soll in Dhaka, Bangladesh, den entführten Sohn eines indischen Drogenbosses retten. Was als Standard-Mission beginnt, eskaliert in einer ganztägigen Stadtjagd mit Korruption, Doppelkreuz und einer 12-Minuten-Plansequenz, die zur Highlight-Szene des Films wird.
Wer hat bei Extraction Regie geführt?
Sam Hargrave – das war sein Spielfilm-Regie-Debüt. Vorher arbeitete er als Stunt-Koordinator und Stunt-Double für Chris Evans (Captain America) in den Marvel-Filmen sowie als Second Unit Director auf Avengers: Infinity War und Endgame. Die Russo-Brüder, mit denen er seit Jahren zusammenarbeitet, haben ihm den Regiestuhl angeboten und produziert.
Auf welchem Comic basiert der Film?
Auf Ciudad, einem 2014 erschienenen Graphic Novel von Ande Parks (Story zusammen mit Joe und Anthony Russo, Illustrationen von Fernando León González). Mike vergisst den Comic-Namen im Talk – er heißt nicht „Sind that, many“, sondern Ciudad (spanisch für „Stadt“).
Gibt es eine Fortsetzung?
Ja, sogar zwei. Extraction 2 erschien 2023 auf Netflix, wieder mit Sam Hargrave als Regisseur und Hemsworth als Tyler Rake – diesmal in Georgien und Wien. Ein dritter Teil mit Idris Elba an Hemsworths Seite wurde 2025 angekündigt und ist für 2026 in Produktion. Eine Spinoff-TV-Serie ist ebenfalls in Entwicklung.
Wo kann ich Tyler Rake: Extraction streamen?
Auf Netflix – als Netflix-Original ist der Film exklusiv dort verfügbar, in deutscher Synchronfassung und im englischen Original. Mit über 99 Millionen Haushalten in den ersten vier Wochen war Extraction der erfolgreichste Netflix-Original-Filmstart aller Zeiten.


