Maniac (1980) – Talk mit Regisseur Marcel Walz

KaneKane
KorbiKorbi
Marcel Walz – deutscher Genre-RegisseurMarcel Walz
Horror-Regisseur

Eine besondere Folge: Marcel Walz ist zu Gast – deutscher Horror-Regisseur (Blood Feast 2016, Blind 2019, gerade Pretty Boy abgedreht), in Nürnberg geboren, mit 17 an der spanischen Filmschule angefangen, seit 2018 mit seinem Mann in Los Angeles. Mit Kane und Korbi spricht er über einen Film, der gerade nach 36 Jahren Beschlagnahme in Deutschland ungeschnitten freigegeben wurde: Maniac (1980) von William Lustig.

Mike ist diese Folge nicht dabei – Korbi: „Wenn ich heute zum St.-Martins-Zug raus müsste, wäre ich wahrscheinlich mit dem Mike trotz Corona durch die Häuser ziehen. Furke darf man nicht, aber dafür mit der Laterne rumwandern – das geht.“ Aufnahme-Datum: Mitte November 2020.

Im Talk: §131-Beschlagnahme-Geschichte, Joe Spinells Frank Zito, Tom Savinis Auto-Szene mit live ammunition, Marcels eigene Zensur-Erfahrung mit Blood Feast, das 2012er Remake mit Elijah Wood, und – ganz Marcel – eine Replacement-Theorie für den Triple Threat: 3B = Boobs + Blood + Balls.

Marcel Walz – der Gast: vom Nürnberger Horrorfan zum LA-Regisseur

Marcel Walz ist deutscher Horror-Regisseur, lebenslanger Genre-Fan und seit 2018 in Los Angeles. Den Einstieg ins Filmemachen hatte er mit 17 an einer Filmschule in Spanien. Kanes spielerische Anmoderation als „zweimal an La Petite Morte gestorbener, Uwe Boll fortführender, immer mit Frightfest auftretender, Möpse-liebender (doch nur wenn sie kläffen), in Nürnberg geborener und nach LA ausgewanderter strahlender Horror-Regisseur“ trifft Marcels eigene Karriere ziemlich genau – inklusive seiner eigenen Filmreihe La Petite Morte (2009 + La Petite Morte II 2014).

Marcels Filmographie liest sich wie ein Genre-Spielplan – was im Talk durchklingt:

  • Blood Feast (2016) – sein internationales Remake des Herschell-Gordon-Lewis-Originals mit Robert Rusler, Caroline Williams und Sophie Monk. Im Frightfest London gelaufen, in Deutschland mit massiven FSK-Schnitten gestraft (siehe unten).
  • Rootwood (2018) – sein Found-Footage-Hybrid, erster US-Spielfilm.
  • Blind (2019) – Drama-Slasher mit Sarah French als blinder Ex-Schauspielerin, Caroline Williams und Tyler Gallant. Geschrieben von Joe Knetter.
  • Pretty Boy (Blind 2) – das direkte Sequel zu Blind, das Marcel im Oktober 2020 gerade fertig abgedreht hat. Setting: Valentinstagsparty. Aufbau wie Halloween 1+2 (direkter Anschluss). Erste Stunde 80er-Slasher-Vibes mit Witzen, dann Tonshift in den letzten 30 Minuten Richtung „ganz, ganz düster“.

Maniac (1980) – Plot, Cast und der Ruf des Films

Maniac erzählt die Geschichte von Frank Zito, gespielt von Joe Spinell (The Godfather, Rocky, Taxi Driver) – einem schizophrenen Serienmörder im New Yorker Mietshaus, der junge Frauen tötet, skalpiert und die Skalps an Schaufensterpuppen befestigt, um seine verstorbene Mutter (eine gewalttätige Prostituierte) symbolisch nicht loslassen zu müssen. 88 Minuten Spielzeit, Regie William Lustig, Drehbuch Lustig + Spinell + C.A. Rosenberg, weibliche Hauptrolle Caroline Munro als Fotografin Anna D’Antoni.

Kane und Korbi steigen mit der berüchtigten Tom-Savini-Szene ein: Tom Savini (Effekte) tritt als „Disco Boy“ selber im Film auf, im Auto, und schießt sich in der berühmten Szene mit einer Schrotflinte selbst in den Kopf. Die Anekdote: live ammunition, kein Permit, Crew musste sofort abhauen vor der Polizei (in New York stehen bis zu fünf Jahre Haft auf unerlaubtes Schießen). Zwei Wochen später, beim geplanten Reshoot der blutbespritzten Beifahrerin, hat das Auto-Innere wegen der echten Lebensmittel im Effekt-Schädel so übel gestunken, dass sie ein neues Auto besorgen mussten – das ursprüngliche Karren wurde mitsamt zerfetzter Puppe in irgendeinem Fluss versenkt. Kane: „Sicher mal ganz amüsant für Leute, die das Auto vielleicht mal rausziehen und da drinnen erst einmal ein Tor mit zerfetztem Kopf finden.“

Eine zweite Lustig-Anekdote, die Kane einstreut: in der Hotel-Eintragungs-Szene am Anfang spielt Lustig selbst den Typen am Tresen. Joe Spinell hat Lustig immer wieder Bullshit-Texte auf den Eintragungs-Zettel geschrieben, sodass Lustig laufend lachen musste und die Szene mehrfach gedreht werden musste, bis er es ohne Auflachen durchhielt.

§131 und die 36-Jahre-Geschichte: Maniac als erster Heimkino-Beschlagnahme-Fall

Der eigentliche Anlass für die Folge: Maniac wurde im Februar 2020 nach 36 Jahren auf dem Index endlich freigegeben – auf Bestreben des Labels Nameless Media. Kane fasst die Zensur-Chronologie zusammen: leicht zensiert kam der Film 1980 ins deutsche Kino (am 14. November 1980), identisch geschnitten kam dieselbe Fassung auf VHS, und damit war Maniac der erste Film, der nach §131 StGB im Heimkino-Bereich beschlagnahmt wurde. Indizierung kurz nach Release, Beschlagnahme fünf Monate später. Letzte Verlängerung der Beschlagnahme: 2014 – also zu einer Zeit, in der die Saw-Reihe längst durchlief.

Was im VHS-Zeitalter weggeschnitten wurde: praktisch alles mit Blut. Korbi fragt konkret nach – Kane: faustregelhaft alles, wo Blut zu sehen war. Der berühmte Tom-Savini-Kopfschuss („die beste Szene im Film“, sagt Korbi) war komplett raus, alle Skalpierungen und die explizite Gewalt gegen die Opfer. Wer den Film in der ungeschnittenen Form wollte, musste aus Österreich oder anderen Nachbarländern importieren. Marcel: „Das ist eigentlich das Gleiche mit Maniac, wie du sagst“ – sein eigener Bezugsfilm war Tanz der Teufel, der bei Marcel als Beschlagnahme-Symbol galt. Als der irgendwann sogar ab 16 freigegeben wurde, war das Marcels persönlicher „Wahnsinn“-Moment.

Marcels eigene Zensur-Front kam mit Blood Feast (2016): bei jedem einzelnen Kill mussten Sekunden gekürzt werden, die Penis-Abschneide-Szene komplett raus, und auch eine bestimmte Augenschnitt-Szene ganz weg. Marcel: „Da wurden so viele Kleinigkeiten, eigentlich bei jedem einzelnen Kill war irgendwas, wo wir um ein paar Sekunden fehlen lassen mussten. Und das verstehe ich nicht – wenn du heute Filme wie Saw und das ganze Gedöns siehst, das das Ganze salonfähig gemacht hat.“ Sechs Minuten musste Marcel insgesamt opfern, um eine FSK-Freigabe zu bekommen. Konsens in der Runde: man ist froh um den Nachbarn Österreich.

Maniac vs. Halloween und Friday the 13th – warum 1980 zu krass war

Korbi stellt die zentrale Genre-Frage: was war 1980 horror-mäßig schon draußen, und was machte Maniac anders? Halloween (1978) gab es, Friday the 13th kam dasselbe Jahr wie Maniac. Kane und Marcel sind sich einig: Maniac ist mit dem klassischen Slasher kaum vergleichbar, weil er den Fokus radikal verschiebt.

Marcel: „Du bist mehr bei ihm die ganze Zeit, anstatt bei den Opfern oder den Final Girls. Das war damals zu neu, zu frisch, zu merkwürdig für die Leute. Heute hast du Devil’s Rejects und Don’t Breathe, wo du sogar Sympathie für die Bösen aufbaust und am Ende denkst: nein, warum sterben die jetzt?“ Damals gab es das nicht, und Maniac war der erste, der es gewagt hat.

Kane ergänzt: bei John Carpenters Halloween ist Michael Myers gesichtslos, also abstrakt. In Maniac siehst du einen echten Menschen mit echten Problemen – und das war zu nah an der Realität, um es 1980 verdauen zu können. Daraus ist die Lese-Falle entstanden, dem Film plumpe Frauenfeindlichkeit zu unterstellen. Kane: „Wenn du den anschaust und dich mit Frank identifizierst, dann hast eher du ein Problem und nicht der Film.“

Das 2012er Remake mit Elijah Wood – warum es Marcel besser gefällt

Maniac (2012) wurde von Franck Khalfoun inszeniert (Drehbuch+Producer Alexandre Aja+Grégory Levasseur), produziert auch von William Lustig selbst, und versetzt die Handlung von New York nach Los Angeles. Elijah Wood spielt Frank Zito – mit komplett anderem Casting-Ansatz: nicht der schwere, schwitzende, bedrohliche Spinell-Typ, sondern jemand, der harmlos und kindlich aussieht. Komplett aus der POV-Perspektive gefilmt, Score von Rob (vergleichbar mit Disasterpiece auf It Follows).

Marcel: „Ich finde das Remake wirklich tausendmal besser. Es ist wesentlich interessanter in Szene gesetzt – allein wie der Film erzählt wird. Das Original ist nicht gut gealtert. Du siehst an Halloween, dass er schöner gealtert ist als Maniac.“

Kane stützt das mit einem Kino-Erlebnis: er ist damals extra „vom kleinen bayerischen Outback“ nach München gefahren, weil das Remake sonst nirgends lief. Erster Kill: Publikum noch komplett dabei, alle reden. Zweiter Kill: stiller. Dritter: nur noch Rascheln, und dann sind 20 bis 25 Leute aus dem Kino rausgegangen. Kane: „Den gleichen Effekt habe ich das letzte Mal bei Saw 3 gehabt.“ Soundtrack hat ihn so gefangen, dass er heute noch im Radio bleibt, wenn er kommt. Marcel stimmt zu: „Der Score ist unglaublich gut, da kriegst du auf jeden Fall ein unglaublich gutes Feeling.“

Das Spiel: 5 Maniac-Beschreibungen – welche hätte Marcel gern für seinen Film?

Kane bringt ein kleines Spielchen am Rande: fünf historische Maniac-Verrisse aus der Kontroverse von 1980 vorgelesen, Marcel sucht aus, welche er selbst gerne als Verriss für einen seiner Filme hätte. Kontroversen sind in Marcels Welt nämlich gerne gesehen – sie haben bei Blind enorm geholfen, obwohl der Film an sich ein ruhiger Drama-Slasher ist. Diskussionen um die nicht-blinde Hauptdarstellerin haben den Film international auf Festivals gespült. Marcel: „Don’t Breathe hatte auch keinen echten Blinden – im Nachhinein war diese Diskussion unglaublich gut für den Film.“

Die fünf Beschreibungen waren:

  1. „Das Ultimative an Zeitlupenblut – Maniac ist ein unentschuldbar abstoßender Film.“
  2. „Mord und Chaos der schlimmsten Art – die Filmemacher verwandeln uns in spuckefarbene Voyeure und wenn der Film vorbei ist, will man nach Hause und ein Bad nehmen, um sich den Schmutz abzuwaschen.“
  3. „Nutzen Sie ein Lexikon und suchen Sie jedes negative Adjektiv, das Sie sich vorstellen können – böse, abscheulich, widerlich, krank, sadistisch, psychotisch, pervers. Dann haben Sie eine kleine Vorstellung davon, wie man Maniac beschreiben kann.“ ← Marcels Wahl
  4. „Sinnlos und blutig, eine wahre Ansammlung von hirnlosen gewalttätigen Handlungen, die sich nacheinander anhäufen.“
  5. „Unaussprechlich und aufrichtig verdorben – diesen Horrorfilm als Arbeit kranker und unverantwortlicher Perverser zu bezeichnen, bedeutet die Ehre von Perversen herabzusetzen.“

Kane wünscht Marcel, dass er für Pretty Boy auf #3-Niveau kommt. Marcel-Hint zum Sequel: erste Stunde absolut 80er-Jahre-Slasher mit Valentinstagsparty und Witzen, dann „die letzte halbe Stunde will man, dass der Zuschauer sich krass unangenehm fühlt“ – Tonshift à la Halloween 1+2 als direkter Anschluss.

Beziehungsspiel: was ist gut, was nervt

Standardrunde der Folge – jeder nennt einen Plus- und einen Minuspunkt:

  • Marcel (Plus): die Effekte. Insbesondere die Tom-Savini-Auto-Szene mit dem Shotgun-Headshot. Marcel: „Ist so doof zu sagen am besten, aber die Szene fand ich cool.“
  • Marcel (Minus): die Kameraarbeit. „Ich verstehe, was sie wollten – diesen voyeuristischen Touch – aber das hat den Film noch günstiger erscheinen lassen. Das Remake hat das besser gelöst, dass der Zuschauer mehr im Geschehen drin ist.“ Kane wirft ein, dass sogar einzelne Sätze nachsynchronisiert wurden, was Marcel bestätigt.
  • Korbi (Plus): Effekte und Soundtrack. Die elektronischen Töne machen ein Feeling aus.
  • Korbi (Minus): der Handlungsstrang ist für ihn keine Einheit. Konkretes Beispiel: ganz am Anfang die Hotel-Prostituierte – wie kommt Frank danach unentdeckt aus diesem Hotel raus, ohne dass die Polizei eine einzige Spur findet? Korbi: „Da fehlt mir ein Spannungsgrad, der sich aufbaut, der hier komplett ignoriert wird.“ Kane kontert sarkastisch: Frank trägt den Kragen hochgestellt und eine Sonnenbrille, also „komplett unsichtbar“.
  • Kane (Plus): die Atmosphäre und Joe Spinell-Optik. „Dreckig, düster, eklig – Spinell stellt einen richtig widerlichen Typen dar, da gefällt mir die Atmosphäre echt gut.“
  • Kane (Minus): die letzte Szene auf dem Friedhof. Erst kommt ein richtig geiler Sound („da haben wir beide gesagt: cooler Sound!“), dann wird darüber ein zusätzliches Sound-Element gelegt, das Kane an Super-Mario auf dem NES erinnert. Kane: „Da rennt der Serienkiller über den Friedhof und irgendjemand spielt im Hintergrund Super Mario? Ein kompletter Griff ins Klo, hat mich in dem Moment komplett rausgerissen.“ Marcel ist Verständnis: wenn dich so etwas in den letzten Minuten rausreißt, kann es das ganze Ende kosten.

Triple Threat → Marcels 3B-Variante: Boobs, Blood and Balls

Standard-Frage zum Schluss:

  • Titten? Ja.
  • Trompeten entblößt? Nein.
  • Tote Tiere? Nein – worüber sich Marcel kurz freut, weil das in den 80ern ein typisches Symptom war: „Mindestens ein toter Hund irgendwo hängend, oder was auch immer. Heute hast du das viel weniger.“

Konsens: Maniac hat eigentlich nur einen klassischen Schauwert (plus großartige Effekte – die nicht in der heiligen Triple-T-Dreifaltigkeit zählen). Marcels Genie-Streich: warum nicht Triple T mit 3B = Boobs + Blood + Balls ersetzen, wenn Filme sonst gar keinen Schauwert haben? Boobs für Brüste, Blood für Effekte, Balls für entblößte männliche Geschlechtsteile.

Kane sofort begeistert – weil 3B alliterativ schöner klingt: „Soundtechnisch ist das voll geil – Boobs, Blood and Balls.“ Auf Korbis Vorschlag wird der Begriff zum Filmtitel-Konzept eskaliert, mit fiktionalem Hauptdarsteller King Carney: „Er hat Boobs, er zeigt Balls und er sorgt für Blood.“ Kane verspricht Marcel ein Drehbuch zu schicken. Marcels Reaktion: „Wäre auf jeden Fall ein Verkaufsschlager, sage ich jetzt direkt so wie es ist – und auch passend für La Petite Morte.“

Bonus-Anekdote: Korbi und Mike rufen William Lustig nachts an

Kane streut eine VLM-Geheimakte ein. Beim Weekend of Hell 2019 hat die VLM-Crew den alten Kumpel Kalis Martin getroffen, der Lustigs Telefonnummer hatte. Nach diversen „Sprudelwassern“ haben Korbi und Kane Lustig dann tatsächlich nachts gegen halb zwölf angerufen. Lustig hat sich – betont Kane – riesig gefreut, war „saus lustig drauf“ und hat die ganze Zeit über die anrufenden Idioten gelacht. Sie haben sich tausendmal entschuldigt: „Bitte Herr Lustig, bitte lustig, say something about our page!“ – das Gespräch sollte ursprünglich auf der VLM-Seite landen, war aber zu peinlich für eine Veröffentlichung. Kanes Warnung an Marcel: „Gib uns niemals deine Nummer, sonst rufen wir dich auch irgendwann nachts an.“

💪 Unterstützt uns auf Steady – für exklusive Folgen und früheren Zugang!

Eine kurze Bitte zum Schluss

Wenn euch die Folge gefallen hat, schenkt uns eine Minute auf Apple Podcasts und hinterlasst uns eine kurze Rezension. Das hilft uns enorm, mehr Menschen zu erreichen, die bayrisches Genrekino-Geplauder mögen. Vergelt’s Gott!

Mehr aus dem VLM-Universum

Direkt davor war Folge 45 – das Weihnachtsspezial 2020, in dem Kane den Black Christmas Remake (2006) als seinen liebsten Weihnachtshorror gefeiert hat. Eine andere Slasher-Anthologie aus 2020 findet ihr in Folge 41 – Deathcember, Mikes Adventskalender-Solofolge. Aus dem Format-Archiv lohnen sich Folge 17 – Woah Lecks Juli 2020 mit Kanes The-Last-of-Us-Part-II-Mega-Walek und Folge 7 – Woah Lecks Juni 2020 als allererste Format-Folge überhaupt. Alle Filmfolgen findet ihr in der Film-Kategorie, weiterer Horror-Stoff hier: Horror-Podcast Übersicht.

FAQ

Wer ist in dieser Folge dabei?

Kane und Korbi mit Gast Marcel Walz, deutschem Horror-Regisseur (Blood Feast 2016, Blind 2019, Pretty Boy 2021). Mike ist diese Folge nicht dabei – die Aufnahme fand Mitte November 2020 statt, veröffentlicht wurde die Folge am 30. Dezember 2020.

Warum redet die Runde über Maniac?

Weil Maniac (1980) im Februar 2020 nach 36 Jahren auf dem Index endlich ungeschnitten in Deutschland freigegeben wurde – auf Bestreben des Labels Nameless Media. Der Film war der erste Heimkino-Beschlagnahme-Fall nach §131 StGB überhaupt: leicht zensiert ins Kino 1980, dieselbe Fassung auf VHS, kurz danach indiziert und beschlagnahmt. Letzte Verlängerung der Beschlagnahme war 2014.

Wer hat Maniac gemacht?

Regie: William Lustig, Drehbuch von Lustig, Joe Spinell und C.A. Rosenberg. Hauptrolle Joe Spinell als Frank Zito (auch Co-Producer und Co-Writer), weibliche Hauptrolle Caroline Munro als Anna D’Antoni, Effekte von Tom Savini (der auch als Disco Boy einen Cameo hat und sich selbst in den Kopf schießt). 88 Minuten, gedreht 1979/1980 auf 16mm in New York, oft ohne Permits.

Wie war Marcels Zensur-Erfahrung mit Blood Feast?

Bei der deutschen FSK-Fassung von Blood Feast (2016) musste Marcel sechs Minuten Material opfern: jeder einzelne Kill um Sekunden gekürzt, eine bestimmte Augenschnitt-Szene vollständig raus, plus eine Penis-Abschneide-Szene komplett gestrichen. Marcels Frust: „Wenn du heute Saw und das ganze Gedöns siehst, das das Ganze salonfähig gemacht hat, verstehe ich diese Härte nicht.“

Welches Maniac findet die Runde besser – Original oder Remake?

Marcel: das Remake (2012) von Franck Khalfoun mit Elijah Wood und Score von Rob ist „tausendmal besser“ als das Original. Das Original sei nicht gut gealtert. Kane stützt das mit dem Münchner Kino-Erlebnis: bei der Premiere des Remakes haben 20 bis 25 Leute das Kino verlassen – ähnlicher Effekt wie bei Saw 3. Der Soundtrack des Remakes läuft bei Kane heute noch im Radio mit.

Was sind Marcel Walz‘ eigene Filme?

International bekannt durch das Blood-Feast-Remake (2016) mit Robert Rusler, Caroline Williams und Sophie Monk – im Frightfest London gelaufen. In den USA folgten Rootwood (2018), Blind (2019) mit Sarah French als blinder Ex-Schauspielerin, und Pretty Boy (2021) als direktes Sequel zu Blind im Halloween-1-und-2-Schema.

Was ist die 3B-Replacement-Theorie?

Marcels spontaner Vorschlag aus dem Triple-Threat-Block: wenn ein Film keinen klassischen Schauwert (Titten/Trompeten/Tote Tiere) bietet, ersetzt 3B die Lücke. Boobs + Blood + Balls – mit Effekten als Blood-Komponente. Daraus entwickelt sich am Tisch der fiktionale Filmtitel-Vorschlag Boobs, Blood and Balls mit Hauptdarsteller „King Carney“.

Nach oben scrollen
WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner