Woah Lecks November 2020 – Dawn of the Dead, Truth Seekers, His House & Midway-Verriss

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KaneKane

Letzte Woah Lecks-Folge des Jahres 2020 — November-Edition mit Mike und Kane. Korbi ist diesmal nicht dabei. Kane übernimmt das Eingangs-Mikrofon und macht erstmal eine Tirade über die Eine-Stern-Bewertung, die VLM während seiner Talkthrough-Abwesenheit gefangen hat — sein Verdacht: kommt direkt aus dem Lager der dauerhaft-im-Auto-zum-Arbeiten-fahrenden Hörer, denen ohne Kane das Mitwippen am Lenkrad fehlt.

Sechs Picks, drei pro Mann: Mike feiert ein Kino-Erlebnis, eine Amazon-Serie und einen Netflix-Geheimtipp. Kane liefert eine Einschlaf-Cartoon-Serie als positive Überraschung, einen kompletten Emmerich-Verriss und eine Bundesregierungs-Webserie, die ihn bis zum Schlaganfall bringt.

Mikes drei Woah Lecks – Zombie-Klassiker, Geister-Comedy, Flüchtlings-Horror

1. Dawn of the Dead (1978) – im Kino, kurz vor dem zweiten Lockdown

Mikes erstes Woah Leck ist eigentlich noch ein Oktober-Erlebnis: Ende Oktober 2020, kurz bevor der zweite Corona-Lockdown am 2. November alle Kinos wieder dichtgemacht hat, hat Mike Dawn of the Dead (in Deutschland als Zombie verliehen) noch einmal auf der großen Leinwand gesehen – gemeinsam mit Kane. Bei dem Film passt für Mike einfach alles zusammen:

  • Lieblings-RegisseurGeorge A. Romero
  • Lieblings-Make-up-ArtistTom Savini in absoluter Höchstform
  • Lieblings-Soundtrack-Band – Goblin (italienische Prog-Rock-Legenden, von Dario Argento angeschleppt)

Im Kino lief der Argento-Cut: die längere europäische Schnittfassung, die Dario Argento für den Vertrieb in Italien zusammengeschnitten hat – mit deutlich mehr Action und mehr Gore als der US-Theatrical-Cut. Mike kennt Dawn of the Dead seit der VHS-Zeit von Astro Distribution, also der bekannt-berüchtigten „Krickel-Schnitt“-Tradition (deutsche Astro-VHS waren oft an heiklen Stellen zerschnitten und mit Texteinblendungen vernarbt). Mike ist mit dieser Version aufgewachsen – er hat nicht mal etwas gegen den Krickel-Schnitt, weil er den Film jahrelang nicht anders kannte.

Mikes Quote: „Ich bin wieder mit feuchtem Schritt aus dem Kino raus.“ – auch nach gefühlt 50 Sichtungen funktioniert der Film genau wie 1978. Romero hat mit dem Konsumkapitalismus-in-der-Mall-Setting eine Genre-Vorlage geschaffen, die bis heute kopiert wird (Shaun of the Dead, der Snyder-Remake, Dawn of the Dead-DNA in halb Hollywood).

2. Truth Seekers (2020 Amazon Prime) – Frost und Pegg jagen Geister

Mikes klare Empfehlung für die zweite Hälfte: Truth Seekers, am 30. Oktober 2020 auf Amazon Prime Video gelandet. 8 Folgen á 30 Minuten – binge-fertig in einem Wochenende. Das Cast-Aufgebot ist Genre-Heart-Warming:

  • Hauptrolle: Nick Frost als Gus Roberts, britischer Telekom-Techniker und nebenberuflicher Paranormal-Investigator mit kleinem YouTube-Kanal
  • Nebenrolle: Simon Pegg als Gus‘ Boss David
  • Highlight: Malcolm McDowell (der Alex DeLarge aus A Clockwork Orange 1971) – Mike: „Stichwort Krankenfahrstuhl über Treppen, ich bin weggestorben.“

Plot: Mysteriöse Geistergeschichten in einer englischen Kleinstadt, Gus und sein neuer Lehrling Elton stolpern in immer größere apokalyptische Verschwörungen. Mike: liebevoll inszeniert, Charaktere ans-Herz-wachsend, ein paar saunig-kämpfige Effekt-Szenen, McDowell spielt sich einen Wolf. Trotz der Frost/Pegg-Reunion hat die Serie überraschend wenig Aufmerksamkeit bekommen.

Mikes Caveat: Das Ende lässt Raum für eine zweite Staffel, funktioniert aber auch als Stand-alone, falls keine S2 kommt. Update aus 2026-Perspektive: Truth Seekers wurde von Amazon im Februar 2021 nach genau einer Staffel gecancelt. Mikes „wäre okay als Stand-alone“-Verteidigung war damit retrospektiv die richtige Erwartungshaltung.

3. His House (2020 Netflix) – Flüchtlingsdrama trifft Geister-Horror

Mikes liebster Netflix-Film seit Tyler Rake Extraction: His House, ebenfalls Ende Oktober 2020 erschienen. Regie-Debüt von Remi Weekes, der auch das Drehbuch geschrieben hat (basierend auf einer Story von Felicity Evans und Toby Venables).

Plot: Ein Flüchtlingsehepaar – Bol (Sope Dirisu) und Rial (Wunmi Mosaku) – flieht aus dem Bürgerkriegs-zerrissenen Südsudan nach England, verliert auf der Überfahrt seine kleine Tochter, und wird in eine vom britischen Asylsystem zugewiesene heruntergekommene Sozialwohnung einquartiert. Die Bude ist – wie Mike es ausdrückt – baulich im Endeffekt fertig. Aber: in dem Haus haust eine Entität, die das Paar offensichtlich aus dem Sudan begleitet hat und ihnen die Trauer um die Tochter und die Schuldgefühle der Flucht direkt ins Schlafzimmer trägt.

Mike findet: zwischenmenschlich extrem berührend („ein paar Mal hatte ich Pipi in den Augen“), gruselig-schockierend, sozialkritisch ohne dass es Holzhammer-mäßig wird. Cast-Highlights:

  • Matt Smith als Mark Essworth – der Doctor Who (11. Doctor, 2010–2013), den Mike sofort wiedererkannt hat
  • Sope Dirisu und Wunmi Mosaku als das Ehepaar – Mosaku wurde für ihre Rolle BAFTA-nominiert

Soundtrack: Roque Baños – derselbe Komponist, der den Score zu Fede Álvarez‘ Evil Dead (2013) gemacht hat. Mike: passt sau-geil zum Film.

Kanes Vergleich: erinnert ihn an Under the Shadow (2016, Babak Anvari, iranisch-britischer Horror über eine Mutter im Iran-Irak-Krieg, die einen Dschinn in der eigenen Wohnung jagt). Mike stimmt zu – ähnliche Mischung aus realer politischer Beklemmung und übernatürlichem Grusel, nur dass bei Under the Shadow der Krieg gerade in vollem Gange ist, während bei His House die Flucht das Trauma ist.

Kanes drei Woah Lecks – Zeichentrick-Hirnabfall, Emmerich-Augen-Mixer, Bundes-Pflege-Cringe

1. Teen Titans Go! – die unfreiwillig genialste Einschlaf-Serie

Kanes positives Walek diesmal kommt aus der Cartoon-Network-Pipeline: Teen Titans Go!, eigentlich als anspruchsvolle Kinder-Slapstick-Serie konzipiert, von Kane als Einschlaf-Hörspiel angetestet – und mittlerweile bewusst angeschaut. Begründung: Die Serie ist „so brunzblättrig“ (bairisch für: bescheuert-dämlich auf eine sehr spezielle Art), dass Kane phasenweise so heftig lacht, dass seine Freundin mit Schlauch und Windel daneben steht für den Worst-Case. Klares Plus-Walek mit ausdrücklichem Hinweis: das ist nicht ironisch, das ist echt.

2. Midway (2019) – Roland Emmerichs Augen-Mixer-Bullshit

Kanes erster großer Frust-Pick: MidwayRoland Emmerichs WW2-Pacific-Theater-Drama von 2019 über die Schlacht von Midway, mit Ed Skrein, Patrick Wilson, Woody Harrelson, Luke Evans, Aaron Eckhart, Nick Jonas, Mandy Moore, Dennis Quaid und Tadanobu Asano. Trotz $100 Mio. Budget einer der teuersten Independent-Filme aller Zeiten.

Kanes Verriss-Triple:

  1. „Patrioten-Gewichse“: Jede Figur trägt USA-Unterhosen, der ganze Film ist eine Hymne aufs amerikanische Pflicht-Gefühl ohne dass ironische Distanz reinkommt
  2. Greenscreen-Effekte: Kane: „Es war nur offensichtlicher, wenn da Leucht-reklame gewesen wäre, auf der steht: Ich bin vor einem Greenscreen gedreht worden.“ – $100 Mio. Budget und die Visual Effects schauen aus wie 2003er TV-Movie
  3. Selbst-Schädigungs-Empfehlung: Kane: „Ich hätte mir lieber ein Auge mit dem Mixer ausgerührt aus dem Kopf“ – als der Film weiterzuschauen

Was Mike wissen will: „Wann hat Roland Emmerich seinen letzten wirklich guten Film abgeliefert?“ Konsens nach kurzer Diskussion:

  • Independence Day (1996) – der Höhepunkt, kann man heute noch schauen
  • Universal Soldier (1992) – Mikes ewiger Stein-im-Brett für Emmerich. Jean-Claude Van Damme + Dolph Lundgren als reanimierte Vietnam-Soldaten-Cyborgs, Emmerichs Hollywood-Solo-Debüt
  • 2012 (2009) – Kane: „storymäßig nichts“, aber als reine Zerstörungs-Augenfutter-Show kann er es sich anschauen, ohne nebenbei Pulsar öffnen zu müssen

Alles seit ungefähr Mitte/Ende der 90er ist für beide Hosts Friedhof. Update aus 2026-Perspektive: Daran hat sich auch nach Moonfall (2022) nichts geändert.

3. Ehrenpflegas – die Bundesregierungs-Webserie zum Fremdschämen

Kanes finales und ausführlichstes Verriss-Walek: Ehrenpflegas, eine Werbe-Webserie der Bundesregierung gegen den Pflegekräftemangel. 5 Folgen á 5–8 Minuten, auf YouTube zu finden. Kane hat drei Folgen geschafft, das war sein Maximum.

Hauptcharakter: „Boris“, der dicke E-Zigaretten-Ticker mit Marzipan-Herz, der unfreiwillig in die Pflegeausbildung stolpert. Kanes Cringe-Sammlung:

  • Die iPhone-11-Lehrerin: Boris ist beeindruckt, dass die Lehrerin ein iPhone 11 hat – „frühere Lehrer hatten immer nur Vierer“. Kane: „Was soll der Bullshit?“
  • Die Harry-Potter-Verwechslung: Eine Patientin liest viel, also wird sie sofort „Harry Potter“ genannt. Kane: „Mini hat viel gelesen, nicht Harry Potter.“
  • Das Ottomotor-Referat aus dem Autokatalog: Boris hat ein Schul-Trauma, weil er für ein Referat über den Ottomotor einfach einen Autokatalog vorgelesen hat. Kane bricht beim Erzählen fast zusammen: „Bitte fahrt rechts ran beim Autofahren!“
  • Trombola/Thrombose: Patienten spielen „Tombola“ – eine sagt „Trombola“, andere korrigiert: „Tombola, Thrombose ist das mit dem Blut.“ Kane: dann nach Pause: „Wobei Trombula hier auch passen könnte.“ – Kane outet sich als heimlicher Fan dieser einen Pointe
  • Game-of-Thrones-Bezug: Eine Pflege-Kollegin erzählt, „gestern ist bei mir einer gestorben, hat ja was von Game of Thrones“

Kanes eigentliche Wut zielt aber tiefer: Er kennt die Pflegebranche von innen (Mutter und Schwester sind/waren Pfleger). Die Bezahlung ist ein Witz, die Schichtpläne sind systematisch kaputt – geteilte Schichten, früh um 6 raus, zwischendurch zwei Stunden schlafen, wieder rein bis abends, drei Stunden Pause, Nachtschicht. Und die Antwort der Bundesregierung darauf ist eine YouTube-Webserie mit Boris-dem-Marzipan-Vapehead. Kane: „Was meint denn unsere Regierung, dass da dann wirklich Leute kommen und sagen: ja, jetzt muss ich unbedingt Pfleger werden?“

Vorschlag von beiden Hosts: bezahlt ordentlich, gebt geregelte Arbeitszeiten, dann braucht ihr keine Werbeserie. Update 2026: Pflegebranche-Strukturproblem unverändert. Boris Marzipan-Herz ist auf YouTube weiterhin in der Wildbahn.

Verdikt: Sechs Picks, ein Mixer-Auge, zwei Heuler

Mike geht aus dem November 2020 mit drei positiven Walecks heraus: ein Kino-Klassiker auf der großen Leinwand, eine Geheimtipp-Geisterserie, ein Netflix-Drama mit Tränen-Garantie. Kane geht mit einem positiven Walek (Teen Titans Go als unfreiwilliger Schlaganfall-Auslöser) und zwei massiven Frust-Walecks heraus, von denen einer das Imaginär-Augen-mit-dem-Mixer-Ausrühren erzeugt und der andere echte Wut auf strukturelle Pflege-Politik freilegt.

Empfehlungs-Stack für die Hörer: Truth Seekers nachholen, His House auf Netflix anschauen (am besten nicht abends nach einem schlechten Tag, dann tut es weh), Ehrenpflegas nur, wenn ihr die Cringe-Kapazität habt.

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Mehr aus dem VLM-Universum

Direkt vor dieser Folge gab es Folge 43 – Black Water: Abyss, in der Mike und Kane sich ebenfalls zu zweit über einen Krokodil-Höhlen-Sequel die Köpfe eingeschlagen haben. Der direkte Format-Vorgänger war Folge 36 – Woah Lecks Oktober 2020 mit Yummy, The Office und Nightmare 3. Wer in der Zeitmaschine weiter zurück will: Folge 17 – Woah Lecks Juli 2020 enthält Kanes Mega-Walek The Last of Us Part II (das später eine ganze eigene Folge bekommen hat), und Folge 7 – Woah Lecks Juni 2020 ist die zweite je aufgenommene Woah-Lecks-Folge mit Eskimo Callboy, Days Gone, Vivarium und Becky. Alle Format-Folgen findet ihr in der Woah-Lecks-Kategorie.

FAQ

Wer war in dieser Folge dabei?

Mike und Kane. Korbi ist diesmal nicht dabei. Kane ist nach einer Talkthrough-Pause wieder am Mikrofon und macht im Intro klar, dass er die Eine-Stern-Bewertung, die VLM in seiner Abwesenheit eingefangen hat, persönlich nimmt.

Welche drei Picks hatte Mike?

(1) Dawn of the Dead (1978) im Argento-Cut auf der großen Leinwand, kurz vor dem zweiten Lockdown. (2) Truth Seekers, die Amazon-Geisterserie mit Nick Frost, Simon Pegg und Malcolm McDowell. (3) His House, der Netflix-Flüchtlings-Geisterhaus-Horror von Remi Weekes mit Sope Dirisu, Wunmi Mosaku und Matt Smith.

Welche drei Picks hatte Kane?

(1) Teen Titans Go! als unfreiwillig geniale Einschlaf-Serie. (2) Roland Emmerichs Midway (2019) als Komplettverriss. (3) Ehrenpflegas, die Bundesregierungs-Webserie gegen den Pflegekräftemangel, die Kane bei drei Folgen aufgeben musste.

Was ist der Argento-Cut von Dawn of the Dead?

Die längere europäische Schnittfassung, die Dario Argento für den italienischen Vertrieb zusammengeschnitten hat. Sie enthält deutlich mehr Action und Gore als der US-Theatrical-Cut. Die deutsche Astro-VHS-Version aus den 80ern war dafür mit „Krickel-Schnitt“ bekannt – also mit Texteinblendungen und Schnitten an heiklen Stellen.

Wer ist Roque Baños und warum erwähnt Mike ihn?

Roque Baños ist ein spanischer Filmkomponist, der den Score zu His House (2020) gemacht hat. Mike erkennt die Handschrift wieder: Baños hat auch den Soundtrack zu Fede Álvarez‘ Evil Dead (2013) komponiert, plus Don’t Breathe, Oldboy von Spike Lee und In the Heart of the Sea.

Hat Truth Seekers eine zweite Staffel bekommen?

Nein. Amazon hat Truth Seekers im Februar 2021 nach einer Staffel gecancelt. Mikes „wäre okay als Stand-alone“-Verteidigung war damit retrospektiv die richtige Erwartungshaltung.

Was ist Kanes Vorwurf an Roland Emmerich?

Dass Emmerich seit Mitte/Ende der 90er nichts wirklich Gutes mehr abgeliefert hat. Letzte Filme, die beide Hosts noch durchgehen lassen: Independence Day (1996) als Höhepunkt, Universal Soldier (1992) als Solo-Hollywood-Debüt mit Van Damme und Lundgren. Kane verteidigt 2012 (2009) als reine Zerstörungs-Augenfutter-Show. Midway (2019) ist für ihn der Augen-Mixer-Tiefpunkt.

Was ist Ehrenpflegas?

Eine 2020 vom Bundesgesundheitsministerium produzierte YouTube-Webserie zur Imagewerbung für die Pflegeausbildung. Fünf Folgen á 5–8 Minuten. Hauptcharakter ist „Boris“, ein dicker E-Zigaretten-Verkäufer mit Marzipan-Herz, der unfreiwillig Pflegeazubi wird. Kanes Kritik trifft nicht die Serie, sondern die strukturelle Logik dahinter: Eine Webserie repariert keine Bezahl-Probleme und keine kaputten Schichtpläne.

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