Black Water: Abyss (2020) – Krokodil-Horror Review

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KaneKane

Screener-Folge: Leonine Entertainment hat Mike und Kane Black Water: Abyss (2020) zugeschickt – und die beiden gehen mit maximal divergenten Eindrücken aus dem Film: Mike sieht das Glas halb voll, hat sich gut unterhalten und mag das klaustrophobische Setting. Kane sieht das Glas zerbrochen am Boden, ist nach dreieinhalb Stunden – Verzeihung, dreißig Minuten – aufs Handy umgestiegen und kommt mit dem Finalkampf gar nicht mehr klar. Korbi ist diesmal nicht dabei.

Black Water: Abyss ist Andrew Trauckis Krokodil-Höhlen-Sequel zu seinem 2007er-Original – und läuft thematisch direkt neben den modernen Tierhorror-Klassikern, gegen die Mike und Kane das Ding zwangsläufig messen.

Worum geht’s? Das Setup im Schnelldurchlauf

Fünf Leute, irgendwo in einem Holzhaus im Nirgendwo Nordaustraliens. Eine Höhle, die noch keiner erkundet hat. Naturgemäß die brillante Idee: „Da müssen wir unbedingt rein.“ Sie seilen sich ab in das unerforschte Höhlensystem – und während sie unten sind, kommt der angekündigte tropische Sturm. Hochwasser flutet die Höhle, der Rückweg ist abgeschnitten. Im Wasser: ein riesiges Salzwasserkrokodil, das die Gruppe einzeln wegschnabuliert.

Black Water: Abyss ist ein Standalone-Sequel zu Andrew Trauckis Black Water (2007), das von einem realen Krokodil-Angriff in Australiens Northern Territory inspiriert war. Während der Vorgänger drei Touristen in einem Mangrovensumpf auf einem Baum eingesperrt hatte, verlegt das Sequel das Setup in ein Höhlensystem mit klassischen The-Descent-Vibes – nur eben mit reichlich Wasser und einem deutlich hungrigeren Antagonisten.

Das Setup vs. die Tierhorror-Klassiker

Beide Hosts sind sich einig, mit welchen Filmen man Black Water: Abyss vergleichen muss – sind sich aber nicht einig, ob er gegen sie bestehen kann.

47 Meters Down: Uncaged (2019) – Kanes erster Vergleichsanker. Vier Teenagerinnen tauchen in gefluteten Maya-Ruinen, eingesperrt mit Weißen Haien. Identisches Setup wie bei Abyss, nur Hai statt Krokodil. Kane: bei Uncaged kam wesentlich mehr Spannung an.

The Descent (2005) – Mikes Hauptreferenz für die klaustrophobischen Passagen. Neil Marshalls Höhlen-Horror-Klassiker hat das Genre definiert. Kane macht Mike den höflichen Vorhalt, mit Descent zu vergleichen sei „einen Kuhfladen mit einer köstlichen Maulwurf-Torte vergleichen“ – Descent spielt erzählerisch auf einem komplett anderen Level. Mike hält dagegen: die Klaustrophobie-Szenen, in denen Figuren durch enge nasse Tunnel kriechen müssen, lösen bei ihm dieselben Krisen-Reaktionen aus.

Crawl (2019) – Mike wirft den dritten Vergleich rein: Alexandre Ajas Alligator-Hurrikan-Thriller mit Kaya Scodelario, ebenfalls ein hochwertiger moderner Tierhorror. Mikes These: Black Water: Abyss gehört zur selben Liga – einer der wenigen Tierhorror-Filme, die nicht der Asylum-Sharknado-Trash-Pipeline entspringen.

Mikes Punkt: Nach Jahren von Asylum-Tiermutations-CGI-Schrott ist es ein Geschenk, wenn ein Tierhorror mit echtem Produktionsdesign rauskommt. Black Water: Abyss gehört in diese Riege – auch wenn er nicht ganz an Crawl oder Uncaged heranreicht.

Cast: Wer kommt einem bekannt vor?

Mikes Spezialdisziplin: bekannte Gesichter googeln, während sie noch auf der Leinwand sind. Zwei der fünf Höhlen-Crew sind Australien-Exporte mit US-TV-Karriere:

Luke Mitchell spielt Eric, den Alpha-Tour-Initiator. Kennt man als Roman Briggs aus der NBC-Thriller-Serie Blindspot (52 Episoden, 2016–2020) und als Lincoln Campbell in Marvels Agents of S.H.I.E.L.D. (29 Episoden, 2015–2016). Außerdem in der australischen Soap Home and Away gestartet. Black Water: Abyss war für ihn ein Heimspiel – er ist auf der Gold Coast aufgewachsen, wenige Kilometer von den Brisbane-Drehorten entfernt.

Jessica McNamee spielt Jennifer, Erics Freundin. Sehr bekannt aus Sirens (US-Adaption der UK-Serie, 2014–2015), aus Jon Turteltaubs The Meg (2018, mit Jason Statham), aus Battle of the Sexes (2017, als Margaret Court neben Emma Stone) und – Mikes Lieblingsverbindung – aus dem Tortureporn-Liebesfilm The Loved Ones (2009) von Sean Byrne, in dem sie die Goth-Nebenfigur Mia spielte. Inzwischen verkörpert McNamee auch Sonya Blade in der Mortal-Kombat-Reihe (2021, plus Mortal Kombat II 2026).

Regie führt Andrew Traucki, der schon das Original Black Water (2007, gemeinsam mit David Nerlich) inszeniert hat. Traucki ist Australiens Tierhorror-Spezialist – nach Black Water folgte The Reef (2010, Hai-Survival), The Jungle (2013), die G-für-Gravity-Episode in The ABCs of Death (2012) und The Reef: Stalked (2022). Drehbuch von John Ridley und Sarah Smith.

Mike vs. Kane: Das emotionale Gefälle

Die zwei sehen denselben Film und beschreiben zwei verschiedene Filme. Charmanter Talkthrough-Moment: Beide sind sich darüber im Klaren, dass sie in dieser Folge nicht zusammen kommen werden, und einigen sich versöhnlich auf einen „Schwammverteilungsschluss“.

Mikes Position (Glas halb voll): Der Anfang ist stark, das Kanonenfutter-Setup zieht ihn rein. Er hat eine Bindung zu den Charakteren aufgebaut, deshalb tun ihm einzelne Tode wirklich leid – „den hab ich jetzt eigentlich schon gerne“. Selbst wenn die Tode visuell unblutig oder nur angedeutet sind, transportiert Audio (Schreie aus der Ferne) für ihn genug emotionale Wucht. Plus: nach Jahren Sharknado-Trash freut er sich diebisch, wenn ein hochwertiger Tierhorror rauskommt – das wertet er als Bonus.

Kanes Position (Glas zerbrochen): Komplette Langeweile. Die Charaktere sind ihm wurscht, die Spannung kommt nie an, die Unterwasser-Szenen sind eine matschige Schlampelette, in der man nichts erkennt. Kane: „Ich hätte da gerne mal gehört, dass man vielleicht draufhaut, wenn es anfängt.“ Wenn Audio das Bild kompensieren soll, dann bitte richtig – nicht mit unidentifizierbarem „Hörgeräusch“. Nach 30 Minuten ist Kane aufs Handy umgestiegen und hat parallel was anderes gespielt.

Kane macht aber – das ist der entscheidende Unterschied zur reinen Verriss-Folge – auch klar: Es geht ihm nicht um einzelne handwerkliche Mängel. Optik, Schauspielerleistung, Synchro sind hochwertig. Black Water: Abyss gehört durchaus zur oberen Riege moderner Tierhorror-Filme. Aber er hat einfach in keiner Sekunde Bock auf den Film entwickelt – und das lässt sich nicht mit Argumenten reparieren.

Was funktioniert: Drei Punkte, bei denen sich beide einig sind

Auch im Verriss-Glas-zerbrochen-Modus listet Kane drei Sachen explizit als Pluspunkte:

1. Der Look: Hochwertige Optik, professionelle Sets, atmosphärisches Licht. Die Höhlen-Locations sind glaubhaft. Nichts CGI-trashig (zumindest nicht im Hauptteil – das Finale ist ein Sonderkapitel).

2. Die Synchro: Beide loben Leonines Synchron-Arbeit explizit. Bei deutschen Veröffentlichungen mittlerer Genrefilme keine Selbstverständlichkeit. Mike: „Da gibt es gar nichts zu meckern und draufzuhauen.“ Eindeutiges Lob in Richtung Verleih.

3. Echte Krokodile statt CGI im Hauptteil: Wie schon das Original (das wegen des extrem niedrigen Budgets von 700.000 USD zu 90% mit echten Krokodilen aus Darwin gedreht wurde) setzt auch Abyss in den meisten Szenen auf echtes Tiermaterial. Das macht den Unterschied zur Asylum-Konkurrenz aus.

Plus Kanes spezieller Lieblings-Moment – sein „Top“: Eine der Figuren hat Asthma und benutzt im Verlauf des Films einen Inhalator. Was klingt wie Trivialität, ist für Kane (selbst Asthmatiker) ein Aha-Moment: „Das ist einer der wenigen Filme, der die Benutzung von Asthmaspray mal richtig dargestellt hat.“ Bei den meisten Hollywood-Produktionen mit X Millionen Budget hocken die Drehbuchautoren am Inhalator-Tutorial nicht zwei Minuten Recherche ab – Black Water: Abyss schon. Daumen hoch.

Das Asthma-Detail ist außerdem klassisches Foreshadowing: Mike erkennt früh, dass der Inhalator ein Tschechow-Gewehr ist und im Finale wieder eine Rolle spielen wird. Tatsächlich: Yolanda muss ins Wasser, um Victors Inhalator während eines schweren Asthma-Anfalls zu retten – und kommt dem Krokodil so deutlich näher als ihr lieb ist.

Der Endkampf: Das Ende, wo alles zusammenbricht

Hier kommen Mike und Kane endlich wieder zusammen – gemeinsam dagegen.

Problem 1 – das CGI-Krokodil: Während der Großteil des Films mit echten Krokodilen oder Animatronics-Mix gearbeitet hat (was funktioniert), wechselt das Finale auf durchschnittliche bis schwache CGI. Kane: „Das ist als hätten sie gesagt, hey, wir haben nur 4,80 Euro übrig, jetzt animieren wir uns nochmal schnell ein Krokodil ein.“ Optik-Bruch mitten im Film – die Spannung kippt.

Problem 2 – die Wunden-Logik: Eine Figur wird vom Krokodil quer über den Oberkörper gepackt und ins Wasser gerissen, kommt aber irgendwie ohne sichtbare Verletzungen durch. Kane: „Was ist mit Sonnenmilch eingerieben?“ Wenn so ein Riesenviech jemanden quer am Körper packt, sollte da etwas zu sehen sein.

Problem 3 – die Pistolen-Nutzung: Mikes größter Flop. In der Schluss-Szene hat eine Figur eine Schusswaffe und alle Möglichkeiten der Welt, das Krokodil zu erledigen – und benutzt die Waffe so unglaublich frustrierend, dass beide Hosts in Schnappatmung verfallen. Kane: „Wenn sie nur mit den Fingern Pistole geformt hätte und Piu Piu gemacht hätte, hätte es wahrscheinlich besser getroffen.“ Beide sind sich einig: Wer mit so einer Pistole so umgeht, hat den Tod verdient.

Problem 4 – das Ende, das nochmal kommt: Wenn man denkt, der Film ist fertig, kommt nochmal eine letzte Konfrontation, die das Ganze zu viel macht. Beide hätten den Film lieber 10 Minuten früher beendet gesehen. Kane: „Hättest du es einfach davor geendet im Film, hätte ich gesagt, okay, persönlich passt.“

Verdikt: Mikes 3/5 vs. Kanes Glas am Boden

Mike auf Letterboxd: 3 von 5 Sternen. Solide untere Mitte – ein Tierhorror, den man sich getrost anschauen kann, vor allem in der Adventszeit als Pause vom üblichen Programm. Funktioniert besonders gut wegen Klaustrophobie und Suspense-Elementen.

Kane: kein Letterboxd, keine Punktwertung. Hat es versucht. Ehrlich. Wirklich. Aber Bindung zum Film aufzubauen war wie „eine dicke Tussi mit Horn nimmst, dann gefüllt ge-Hund und einfach Holzwein zwingt“. Es ging einfach nicht. Kane ist raus.

Beide einig: Black Water: Abyss ist nicht der nächste Tierhorror-Klassiker. Aber er ist auch nicht der schlechte CGI-Trash der Asylum-Pipeline. Wer Tierhorror mag und 47 Meters Down: Uncaged, Crawl und The Descent auf der Liste hat, kann Abyss als Lückenfüller einplanen – mit gedämpften Erwartungen ans Finale.

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Mehr aus dem VLM-Universum

Vorher in Folge 42 – The Last of Us Part II haben Korbi und Kane fast spoilerfrei über Naughty Dogs Cordyceps-Apokalypse-Sequel diskutiert. Folge 41 – Deathcember war Mikes Solo-Spätschicht zum 24-Türchen-Anthology-Adventskalender. Wer thematisch verwandte ältere Folgen sucht: Folge 27 – Mandy mit Nicolas Cage liefert das Survival-Gegenstück im psychedelischen 80er-Modus, und Folge 25 – Night Train to Terror ist die Trash-Anthology-Empfehlung mit Gott, Satan und Dackel-Fliege. Komplette Horror-Diskussionen findet ihr in der Film-Kategorie.

FAQ

Wer war in dieser Folge dabei?

Mike und Kane. Korbi ist diesmal nicht dabei – Leonine Entertainment hat einen Screener geschickt, und Mike und Kane haben den Film in entgegengesetzten Stimmungen gesehen.

Worum geht es in Black Water: Abyss?

Fünf Freunde erkunden ein bisher unkartiertes Höhlensystem im Norden Australiens. Ein tropischer Sturm flutet die Höhle, der Rückweg ist abgeschnitten – und im Wasser lauert ein riesiges Salzwasserkrokodil. Standalone-Sequel zu Black Water (2007).

Mit welchen Filmen kann man Black Water: Abyss vergleichen?

Klare Vergleichsanker: 47 Meters Down: Uncaged (2019, identisches Höhlen-Setup mit Hai), The Descent (2005, Höhlen-Klaustrophobie), Crawl (2019, Alligator-Hurrikan-Survival).

Wer steht hinter dem Film?

Regie: Andrew Traucki, der schon das Original Black Water (2007) inszeniert hat. Drehbuch: John Ridley und Sarah Smith. Cast: Jessica McNamee, Luke Mitchell, Amali Golden, Benjamin Hoetjes, Anthony J. Sharpe.

Wo kennt man die Schauspieler her?

Luke Mitchell ist Roman Briggs aus der NBC-Serie Blindspot (2016–2020) und Lincoln Campbell aus Marvels Agents of S.H.I.E.L.D. Jessica McNamee spielte Sonya Blade in Mortal Kombat (2021), Lori in The Meg (2018) und Mia in Sean Byrnes Tortureporn-Liebesfilm The Loved Ones (2009).

Wie ist Mikes Letterboxd-Wertung?

3 von 5 Sternen. Mike sieht den Film als hochwertigen Tierhorror in der oberen Mitte – wegen Klaustrophobie, Suspense und Production Design. Kane vergibt keine Punkte – er ist einfach raus.

Was ist der Triple-Threat-Status?

Tote Tiere: ja (das Krokodil schnabuliert die Crew weg). Titten: nein. Trompeten: auch nicht. Klassischer Survival-Tierhorror ohne Sex- oder Body-Komponente.

Was geht beim Endkampf schief?

Drei Probleme: das Krokodil wechselt im Finale auf schwächere CGI, eine Figur wird vom Krokodil quer am Körper gepackt und kommt ohne sichtbare Wunden zurück, und die Schusswaffen-Nutzung ist absurd ineffektiv. Plus ein Ende-nach-dem-Ende, das beide Hosts gerne weggekürzt gesehen hätten.

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