Woah Lecks Oktober 2020 – Yummy, The Office, Nightmare 3

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Eine ganz besondere Folge: Korbi und Mike haben die Woah Lecks für sich allein, denn Kane fehlt – angeblich wegen kaputtem Laptop. Mike merkt direkt am Anfang süffisant an: „Woah Lecks ist, dass er nicht da ist, sein Laptop ist kaputt.“ Korbi wittert Sabotage – möglicherweise hat Kane einfach gewusst, dass Mike heute Nightmare on Elm Street 3 gegen das Original verteidigt, und sich vorausschauend verkrümelt.

Im Oktober 2020 – im sogenannten „Schoktober“, der Vor-Halloween-Pflichtzeit für Mike – stehen die Themen klar: belgischer Splatter-Zombie-Film, der erste Auftritt einer Mockumentary-Sitcom als Woah Leck und ein 80er-Jahre-Slasher-Sequel, das Mike fast über den ersten Teil stellt.

Mike: Yummy (2019) – belgischer Zombie-Splatter aus der Schönheitsklinik

Mike’s Hauptempfehlung: Yummy (2019), Regiedebüt von Lars Damoiseaux, angeblich der erste belgische Zombiefilm überhaupt. Mike hat einen Screener von Busch Media bekommen (Dank an die Jungs und Mädels) und ist rundum begeistert.

Plot-Setup: Ein junges Pärchen reist mit der „absolut nuttigen“ Mutter (Mike-Original-Zitat) in eine schäbige Schönheitsklinik in Osteuropa – Alison (Maaike Neuville) für eine Brustverkleinerung, ihre Mutter Sylvia für noch ein Lifting. Beim Erkundungsgang findet Boyfriend Michael (Bart Hollanders) eine geknebelte Frau, die ans OP-Bett gefesselt liegt. Er befreit sie – und löst damit die Zombie-Apokalypse aus, weil die Klinik illegale Verjüngungs-Experimente durchgeführt hat.

Was Yummy für Mike heraushebt: Anders als der von ihm kritisierte One Cut of the Dead und das post-Shaun-of-the-Dead-Zombie-Genre, das ihm seit 2004 zu selbstreferenziell-parodistisch und „Meta-Ebene-tralali-tralala“ daherkommt, ist Yummy einfach brutal gut gemachte Gore-Komödie. Die Schönheitsklinik wird genial als Setting genutzt – Absauggeräte, Infusionsständer, OP-Instrumente, alles wird zur Mordwaffe umfunktioniert. Einige Zombie-Darsteller waren laut Mike vermutlich tatsächlich gehandicapt, was den Look noch krasser macht: eine Frau, der das komplette Unterteil fehlt und die mit Eingeweiden hinterhersich-schleifend auf den Händen läuft – optisch wie eine Hommage an Braindead.

Triple Threat dezent bedient: „Eine unglaublich coole Penisszene, die so richtig sprichwörtlich unter die Gürtellinie geht“ (Mike-Originalzitat). Plus Busen, ausgerissene Gedärme, abgeschlungene Körperteile, zermatschte Köpfe – Splatter-Fan-Vollbedienung.

Mike’s einziger Kritikpunkt: Die Splatter-Szenen sind großteils handgemacht (Squid Lab Make-up Effects), aber die Blutspritzer kommen oft aus dem Computer. Das stört: Wenn man schon so viel Aufwand mit praktischen Effekten betreibt, warum es dann mit CGI-Gespritze versauen? Trotzdem: volle Empfehlung. „Geht’s raus, holt’s euch das Teil – auch wenn Halloween vorbei ist, man kann immer noch Spaß mit so einem geilen Zombie-Scheiß haben.“

Zombie-Genre-Diskurs: Was funktioniert, was nicht

Yummy löst eine Genre-Diskussion aus. Mike’s Diagnose: Seit Edgar Wrights Shaun of the Dead (2004) müssen alle Zombie-Filme zwanghaft selbstreferenziell-parodistisch sein, mit Meta-Ebene und Augenzwinkern. Der gehypte japanische One Cut of the Dead (2017) hat ihn deshalb komplett enttäuscht. Yummy sei erfrischend einfach geradlinig: Zombies fressen Menschen, Punkt.

Korbi’s Zombie-Bilanz: Er ist kein eingefleischter Zombie-Fan, hat aber Train to Busan (2016) kürzlich gesehen und richtig gut gefunden – möglicherweise Material für einen späteren Woah Leck. Land of the Dead (2005), Romeros späterer Film mit den langsam intelligent werdenden Zombies, hat ihn weniger überzeugt – zu ernst genommen für ein Zombie-Setting. Was er mag: Zombiefilme, die Spaß machen, ohne in dummen Klamauk abzudriften.

Korbi nennt als Beispiele Scouts vs. Zombies (offizieller Titel: Scouts Guide to the Zombie Apocalypse, 2015) und Zombieland (2009) – lustige Zombie-Filme, die nicht versuchen, das Genre zu dekonstruieren, sondern es nur unterhaltsam zu nutzen.

Mike’s Mini-Woah-Leck: Dawn of the Dead (1978) im Kino

Bonus-Woah Leck von Mike: Kurz vor dem letzten Lockdown haben er und Kane Dawn of the Dead (1978) von George A. Romero im Kino bei einer Wiederaufführung gesehen. Mike hat den Film nach eigener Schätzung schon 50 Mal gesehen, aber zum ersten Mal auf der großen Leinwand.

Romero-Original vs. Snyder-Remake (2004): Mike ordnet beide Filme klar ein. Das Original ist der unsterbliche Klassiker mit voller Gesellschaftskritik – das Setting im Kaufhaus als Metapher für mindlosen Konsumismus, langsame shamblende Zombies, scharfe Satire. Das Snyder-Remake (Regiedebüt, Drehbuch James Gunn) funktioniert als eigenständiger Action-Horror, hat aber die Gesellschaftskritik komplett rausgeschmissen. Mike’s Knockout-Kriterium: rennende Zombies gehen für ihn gar nicht – die kennt das Romero-Original nicht. Per se findet Mike das Snyder-Remake nicht schlecht („der Film an sich ist natürlich nicht schlecht“), aber das Original gewinnt klar. Snyder hat seine eigene Vision draus gemacht – Mike greift trotzdem immer wieder zum Original.

Konsumkritik im Kontext 2020: Mike argumentiert, dass die Konsum-Satire heute in einer noch konsumgeileren Welt eigentlich noch relevanter wäre – das Remake hätte das Setting „Einkaufszentrum“ so viel besser nutzen können. Hat es aber nicht.

Mike: A Nightmare on Elm Street 3 – Dream Warriors (1987)

A Nightmare on Elm Street 3: Dream Warriors ist für Mike mit Abstand die beste Fortsetzung der Reihe – und er geht sogar so weit zu sagen: Möglicherweise der beste Nightmare-Film überhaupt. „Loih ich da im Raum sitze, dass das der beste Nightmare-Film ist.“ Beschwerde-Mails bitte an die VLM-Redaktion, Mike lässt das durch.

Setup: Sechs Jahre nach Teil 1, Teil 2 wird komplett ignoriert (passt zu Mike’s These, dass Teil 2 eine Sidequest ohne Bedeutung für die Hauptstory ist). Eine Gruppe selbstmordgefährdeter Teenager mit Schlafstörungen wird in einer psychiatrischen Anstalt behandelt – natürlich glaubt ihnen niemand, dass Freddy real ist. Bis Nancy Thompson (Heather Langenkamp aus Teil 1) als junge Psychiaterin auftaucht und den Kindern zeigt, wie sie ihre Träume zu Waffen machen können.

Cast & Crew: Regie führte Chuck Russell (sein Spielfilm-Regiedebüt) – derselbe, der ein Jahr später das brutal unterschätzte Blob-Remake (1988) abgeliefert hat, eines der besten Horror-Remakes laut Mike. Drehbuch von Russell zusammen mit Wes Craven, Bruce Wagner und Frank Darabont (später Shawshank Redemption). Heather Langenkamp brilliert als Nancy, an ihrer Seite John Saxon als Lt. Thompson (ihr Vater). Plus Hollywood-Stars in frühen Rollen: Laurence Fishburne als Pfleger Max (später The Matrix) und Patricia Arquette in ihrer ersten Filmrolle als Kristen Parker (später Boyhood).

Was Mike feiert: Die Stop-Motion-Effekte sind für die Zeit überragend, das Freddy-Make-up gelungener als in den Vorgängern. Vor allem aber: Hier kippt Freddy zum ersten Mal richtig in die Wisecracking-Persona („MTV Freddy“), die in Teil 4 perfektioniert wird. Mike findet diese Version besser als den wortkargen schwarzen Mann im Schatten aus Teil 1.

Soundtrack: Komponiert von Angelo Badalamenti (kurz vor seiner Twin-Peaks-Phase mit Lynch) – aber die wahren Stars sind die zwei Songs der amerikanischen Heavy-Metal-Band Dokken: „Into the Fire“ und der Titeltrack „Dream Warriors“. Mike „geht ab“ beim Hören. Der Erfolg führte dazu, dass auch die Folge-Sequels Heavy-Metal-Songs in den Soundtrack integrierten.

Verdikt: Mike hatte zur Halloween-Vorbereitung Nightmare 2, 3 und 4 hintereinander geschaut, plus Friday the 13th Teile 3, 4 und 6. Seine Frau hat einiges über sich ergehen lassen müssen. Friday the 13th Part 6 (Jason Lives) hält Mike übrigens für einen der besten der Reihe.

Korbi: The Last of Us Part 2 – Spielwiederholung als Woah Leck

Korbi greift ein Woah-Leck-Thema auf, das eigentlich schon Kane abgedeckt hat: The Last of Us Part 2 (2020, Naughty Dog). Eigene Folge dazu ist explizit geplant – an dieser Stelle nur die Kurzfassung.

Korbi ist nach 30 Stunden Spielzeit komplett gehypt. Er erlebt Situationen, in denen er minutenlang mit offenem Mund vor dem Bildschirm sitzt – das passiert ihm selten und beim TLOU2 mindestens zwei Mal. Wer Teil 1 gespielt hat, muss für Korbi zwingend auch Teil 2 spielen, weil die Storytelling-Schippe so extrem drauf ist. Aktueller Hype-Level: Er hat das Spiel gerade komplett durchgespielt und – wie Kane vor ihm – mit dem New-Game-Plus-Trophäen-Run von vorn begonnen. Bei diesem Spiel ist das laut Korbi gerechtfertigt.

Bemerkenswert: Korbi würde das Spiel sogar Nicht-Gamern empfehlen, „die eine Miniserie oder einen Film, der emotional richtig packt, mal spielen möchten“ – die Grenze zwischen Film und Spiel verschwimmt für ihn komplett. Vor allem die ruhigen, emotionalen Momente seien stark.

Korbi: The Office (US) – Stromberg-Pendant aus Amerika

Korbi’s Haupt-Woah-Leck: Er hat sich durch die ersten vier Staffeln von The Office (US, 2005-2013, NBC) durchgesuchtelt – bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Aufnahme der Folge stattfand. Mit insgesamt 9 Staffeln und 201 Episoden liegen ihm noch fünf Staffeln vor.

Vorgeschichte mit Stromberg: Korbi ist eingeschworener Fan der deutschen Mockumentary-Sitcom Stromberg (2004-2012, ProSieben), die er mindestens einmal pro Jahr durchschaut. Christoph Maria Herbst als Bernd Stromberg, der unfähige Versicherungs-Abteilungsleiter, brennt sich laut Korbi „jedes Mal einen Haken in die Seele“. Mike kennt Stromberg dem Namen nach, hat aber noch keine Folge gesehen – andere Spätzin in seinem Bekanntenkreis „feiern das fast religiös“.

The Office als Pendant: Im Prinzip dasselbe Setup – Mockumentary-Sitcom in einem Büro, fremdschäm-getriebener trockener Humor, cringeworthy Boss als Zentrum. Aber: Während Stromberg in einer kleinen Versicherungs-Abteilung spielt, ist The Office bei Dunder Mifflin, einer Filiale eines Papierherstellers in Scranton, Pennsylvania.

Cast-Highlights: Steve Carell als Michael Scott, der Regional Manager, der bei jeder Geburtstagsfeier dabei sein muss, einen total blöden Witz übers Geburtstagskind macht (so blöd, dass keiner lacht außer ihm) und tageweise dafür sorgt, dass keiner mehr arbeitet. Plus Rainn Wilson als der ebenso verrückte Dwight Schrute (Korbi sagt im Podcast versehentlich „Ryan“ – gemeint ist Rainn), der Charakter, den Korbi neben Michael Scott am verrücktesten findet.

Easter Egg: Mike erkennt im Cast den Namen James Spader (aus Blacklist) – kommt aber erst in Staffel 8 als Robert California, also nach Steve Carells Abgang. Ed Helms ist auch dabei als Andy Bernard – bekannt aus Hangover. Korbi macht ein Connection-Game zu Mike’s Lieblings-Genre: Rainn Wilson hat in House of 1000 Corpses (2003), Rob Zombies Regiedebüt, Bill Hudley gespielt – einer der Touristen, die in der Firefly-Familie landen. Mike: „Bing bing, ping ping.“

Streaming-Status (Stand Oktober 2020): The Office gibt es weder umsonst auf Prime noch auf Netflix. Korbi hat sich an den Prime-Deal-Tagen die ersten vier Staffeln günstig gekauft. Außerhalb der Deal-Tage würde ihn eine Staffel ungefähr 20 Euro kosten – Stand 2020.

Korbi’s Negativ-Punkt: Es ist eine US-amerikanische Comedy. Manche Sprüche sind so übertrieben, dass man in Deutschland am nächsten Tag den Anwalt am Hals hätte. Bei den Amis funktioniert das vielleicht.

Wer hat Angst vor dem Mike?

Korbi und Mike spekulieren am Ende der Folge offen, ob Kane sich nicht einfach gedrückt hat. Mike: „Wahrscheinlich hat er das vorher schon gewusst, dass ich darüber schlecht rede“ – gemeint ist insbesondere die Verteidigung des Snyder-Remakes von Dawn of the Dead und die Heiligsprechung von Nightmare 3. Beides Themen, bei denen Kane normalerweise vehement widersprechen würde. „Mein Laptop ist kaputt“ als Ausrede kommt da verdächtig praktisch.

Korbi und Mike schließen die Folge mit der Ankündigung, dass Kane bei der nächsten Folge wahrscheinlich wieder dabei sein wird – wenn er bis dahin wieder Zugang zum Internet hat.

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Vorher in Folge 35 – 1917 haben Korbi und Kane Sam Mendes‘ One-Shot-Kriegsfilm gefeiert. Danach geht’s weiter mit Folge 37 – Cryptid Staffel 1 (Mystery am Freitag den 13.). Wer Mike’s Horror-Linie weiterverfolgen will, startet mit unserem Horror-Podcast-Hub. Komplette Folgen-Übersicht in der Woah Lecks-Kategorie.

FAQ

Wer war in dieser Folge dabei?

Korbi und Mike. Kane fehlt – angeblich wegen kaputtem Laptop, möglicherweise aber, weil er gewusst hat, dass Mike Nightmare on Elm Street 3 gegen das Original verteidigt und die Snyder-Version von Dawn of the Dead niedermachen wird. Eine seltene Konstellation in der VLM-Geschichte.

Worum geht es in Yummy (2019)?

Erster belgischer Zombiefilm, Regiedebüt von Lars Damoiseaux. Ein Pärchen reist in eine zwielichtige osteuropäische Schönheitsklinik. Beim Erkundungsgang befreit der Boyfriend versehentlich eine geknebelte Patientin – die sich als Zombie entpuppt und eine Apokalypse auslöst. Brutale Gore-Komödie mit praktischen Effekten und der OP-Klinik als kreativem Schauplatz für Mordwerkzeuge. Mike empfiehlt vollumfänglich.

Was macht Nightmare on Elm Street 3: Dream Warriors so besonders?

Mike’s Lieblingsteil der Reihe – möglicherweise sogar besser als das Original. Wes Craven kehrte als Co-Autor zurück (zusammen mit Frank Darabont), Chuck Russell führte Regie. Heather Langenkamp kehrt als Nancy zurück, Patricia Arquette und Laurence Fishburne in frühen Rollen. Hier kippt Freddy erstmals in den wisecrackenden „MTV-Freddy“. Plus Soundtrack mit zwei Dokken-Songs („Dream Warriors“ und „Into the Fire“).

Was ist The Office (US) und wo kann man es streamen?

US-Mockumentary-Sitcom (2005-2013, NBC) mit Steve Carell als unfähigem Regional Manager Michael Scott einer fiktiven Papierhandelsfiliale. Loose Adaptation des britischen Originals von Ricky Gervais. 9 Staffeln, 201 Episoden. Streaming-Verfügbarkeit hat sich seit Aufnahme der Folge im Oktober 2020 mehrfach geändert – aktuell verfügbar je nach Region auf Prime Video oder Peacock.

Was ist der Unterschied zwischen Stromberg und The Office?

Beide sind Mockumentary-Sitcoms im Büro-Setting, beide von Ricky Gervais‘ britischem Office (2001) inspiriert. Stromberg (2004-2012) startete übrigens ein Jahr vor der US-Version und spielt in einer Versicherungs-Abteilung – Christoph Maria Herbst als Bernd Stromberg ist für Korbi der härtere, deutscher-trockenere Vorgesetzten-Cringe.

Welche Filme wurden noch erwähnt?

Train to Busan (2016, Korbi mochte ihn), Land of the Dead (2005, eher nicht), Scout’s Guide to the Zombie Apocalypse (2015), Zombieland (2009), Shaun of the Dead (2004) als Wendepunkt des Zombie-Genres, One Cut of the Dead (Mike kritisch), Friday the 13th Part 6: Jason Lives (Mike: einer der besten der Reihe), The Blob (1988, Chuck Russells Vorgängerfilm), House of 1000 Corpses (2003) wegen Rainn-Wilson-Easter-Egg.

Was ist Korbi’s Empfehlung für Last of Us Part 2?

Maximale Empfehlung. Auch für Nicht-Gamer: Wer eine Miniserie oder einen Film mag, der emotional richtig packt, soll das Spiel mal probieren. Eine eigene VLM-Folge zum Spiel ist geplant.

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