Kane, Korbi und Mike sind sich einig: Evil Dead Burn ist ein Fest. Der sechste Teil der Evil-Dead-Reihe ballert ab Minute eins los, badet in handgemachten Splatter-Effekten und traut sich zugleich an bissigen Humor und puren Psychoterror. Während Kane und Mike den Film gemeinsam gesehen haben, war Korbi im Straubinger Kino und musste sich vorab durch sieben Trailer auf Englisch und Deutsch kämpfen. In dieser Folge zerlegen die drei den Film chronologisch, streiten sich herrlich und feiern das Handwerk von Regisseur Sébastien Vaniček. Spoilerwarnung: Wir reden über alles, inklusive Ende und Post-Credit-Szenen.
Evil Dead Burn (2026): Sébastien Vaničeks Franchise-Einstand
Evil Dead Burn ist bereits der sechste Kinofilm der Reihe und nach Evil Dead (2013) und Evil Dead Rise (2023) der dritte eigenständige Neustart. Regie führt der Franzose Sébastien Vaniček, der zuvor mit dem Spinnen-Horror Vermines (bei uns als Spiders gelaufen) auf sich aufmerksam machte. Genau dieser Film brachte ihm den Job ein: Produzent Sam Raimi holt seit Jahren gezielt junge, frische Regiehandschriften an Bord, so wie er selbst Ende der Siebziger angefangen hat. Kane und Mike loben, dass jeder der drei neuen Teile eine eigene Handschrift trägt und dennoch aufeinander aufbaut. Mike bringt es auf den Punkt: Die Reihe hat seit fast 50 Jahren keinen einzigen schlechten Film hervorgebracht, und Burn reiht sich nahtlos ein. Produziert wird wie gewohnt von Sam Raimi und Rob Tapert über Ghost House Pictures, Bruce Campbell fungiert als Executive Producer. In Deutschland lief der Film am 9. Juli 2026 an, mit FSK 18 und rund 111 Minuten Laufzeit.
Die Handlung: Ein Wunsch, eine Beerdigung und ein besessener Vater
Im Zentrum steht Alice (Souheila Yacoub), eine Französin, die heftigen Zoff mit ihrem Ehemann Will hat und ihn im Streit kurzerhand zur Hölle wünscht. Weil das ein Evil-Dead-Film ist, gehen solche Wünsche in Erfüllung: Nach einem Autounfall wird Will von den Deadlights verschlungen. Zurück bleibt eine Familie, die alles andere als unschuldig ist. Bei der Beerdigung steigt Will aus dem Sarg und tötet den Krematoriums-Mitarbeiter, kurz darauf ist Vater Edgar (Erroll Shand) infiziert. Das Familientreffen im abgelegenen Ferienhaus kippt in ein blutiges Dinner, bei dem der Hund mit der Gabel drankommt und die Werkzeuge auf dem Tisch nur darauf warten, in Gesichter getrieben zu werden. Während der faule Joseph (Hunter Doohan) im Dachboden die Unterlagen seines Großvaters hortet, wird nach und nach klar: Es geht um einen kandarischen Dolch und ein uraltes Erbe. Alice entpuppt sich als klassisches Survivor Girl, das die Deadites überleben muss.
Handwerk, Kamera und Score: Warum Evil Dead Burn so gut aussieht
Der größte gemeinsame Nenner der drei Hosts ist die Machart. Die Autofahrt-Kampfszene mit dem besessenen Edgar wird zum ersten großen Highlight, ein brutales Nahkampf-Ballett auf engstem Raum, das Kane an The Raid 2 und Deadpool & Wolverine erinnert. Der gefeierte One-Shot, in dem die Kamera scheinbar ununterbrochen durchs Haus fährt, während im Hintergrund geprügelt wird, ist eine Choreografie-Meisterleistung. Dazu kommen die Spiegel-Szene, in der die komplette Einstellung aus dem Spiegel heraus gefilmt wird, und eine handwerklich makellose Badewannen-Sequenz. Mike hebt die fast völlig entsättigte Farbgebung hervor, die den Film beinahe so trostlos wirken lässt wie Nosferatu. Der Score stammt vom Duo Double Danger, das schon bei Vermines mit Vaniček zusammengearbeitet hat. Für Mike ist es der beste Soundtrack der drei neuen Evil-Dead-Filme: eine Mischung aus Chören, Bassdröhnen und purer Hoffnungslosigkeit, die perfekt zur zerbrechenden Familie passt.
Ist das noch Evil Dead? Humor, New French Extremity und die Oma
Im Netz kursiert die Frage, ob Burn überhaupt noch ein echter Evil-Dead-Film ist, oft mit dem Argument, er sei zu lustig. Für Kane und Mike ist das Unsinn: Der subversive, bissige Slapstick steht in direkter Tradition von Evil Dead 2. Gleichzeitig bringt Vaniček als Kind der New French Extremity (Filme wie À l“intérieur oder Frontier(s)) einen sadistischen, unangenehmen Zug mit. Nichts an diesem Film ist schön, und genau das ist der Punkt. Ein Höhepunkt ist die besessene Oma, die bei Kane starke Drag-Me-to-Hell-Vibes auslöst, samt einer verstörenden Kuss-Szene, die selbst für Evil-Dead-Verhältnisse neu ist. Dass Vaniček so konsequent mit Sehgewohnheiten bricht, rechnen ihm die drei hoch an.
Bruce Campbell, Alyssa Sutherland und die Easter Eggs
Für Fans der Reihe ist Burn eine Fundgrube. Der Großvater der Familie wird von Genre-Ikone Bruce Campbell verkörpert, allerdings nur auf einem Polaroid und einem gerahmten Foto neben der Treppe. Regisseur Vaniček befeuert die Theorie, dahinter könne sich niemand Geringeres als Ash Williams verbergen, will es aber offen lassen: Das sollen die Fans selbst herausfinden. In den Unterlagen des Großvaters tauchen ein Foto aus Evil Dead (2013) und das gesichtslose Necronomicon (Naturom Demonto) aus demselben Film auf, dazu fällt eine Erwähnung von Within the Woods, dem Kurzfilm von 1978, mit dem Raimi und Campbell einst Evil Dead finanzierten. Der eigentliche Knaller ist die Post-Credit-Szene: Alyssa Sutherland kehrt als Ellie Bixler zurück, die Mommy aus Evil Dead Rise. Laut Vaniček wurde die Szene auf Wunsch des Studios eingebaut. Wer bis zum Ende sitzen bleibt, wird also klar auf die Zukunft der Reihe eingestimmt.
Das Ende: Der CGI-Will als größter Kritikpunkt
So begeistert die drei sind, beim Finale sind sie sich einig: Das Ende fällt ab. Der verbrannte Will kehrt am Schluss als weitgehend digital gestalteter Gegner zurück, was Kane an die Brandon-Fraser-Mumie und Mike an eine unnötige Terminator-2-Reminiszenz erinnert. Ausgerechnet in einer Reihe, die für handgemachte Practical Effects steht, wirkt diese CGI-Kurke deplatziert und nimmt der Bedrohung ihren Schrecken. Für Mike hätte der Film beim brennenden Haus enden können. Auch die seit 2013 übliche Selbstverstümmelung, etwa die drei Kopfschüsse des Vaters, stößt ihm auf. Trotzdem bleibt unterm Strich ein Riesenspaß, den die tolle Kamera und der Score locker tragen.
Trivia zu Evil Dead Burn
- Regisseur Sébastien Vaniček gab mit dem Spinnen-Horror Vermines (2023, international Infested, bei uns als Spiders) sein Spielfilmdebüt. Sam Raimi war so beeindruckt, dass er ihm direkt Evil Dead Burn anvertraute.
- Das Drehbuch schrieb Vaniček gemeinsam mit Florent Bernard. Gedreht wurde von Juli bis Oktober 2025 in Neuseeland, Kameramann war Philip Lozano.
- Der Score stammt vom französischen Duo Double Danger, das bereits Vaničeks Vermines vertont hatte.
- In den USA war der Film zunächst von einem NC-17-Rating bedroht und musste gekürzt werden. Betroffen war ausgerechnet ein Kill mit einer Gerätetür: Statt der ursprünglich rund 34 Schläge auf den Kopf blieben nur etwa 20 übrig. Der Regisseur machte bereits Hoffnung auf eine ungekürzte Fassung.
- Bruce Campbell ist ausschließlich auf Fotos zu sehen, als abwesender Großvater der Familie. Vaniček spielt bewusst mit der Fan-Theorie, es könne sich um Ash Williams handeln.
- Alyssa Sutherland kehrt in der Post-Credit-Szene als Ellie Bixler aus Evil Dead Rise zurück. Ihr Auftritt wurde erst nach dem Kinostart in vielen Besetzungslisten ergänzt.
- Der Film verweist mehrfach auf früheres Franchise-Material: das Necronomicon und ein Foto aus Evil Dead (2013), den kandarischen Dolch aus Evil Dead 2 und den Kurzfilm Within the Woods von 1978.
- Evil Dead Burn gilt vielen als der bislang blutigste und goreste Teil der Reihe, und das will bei diesem Franchise etwas heißen.
Evil Dead Wrath: So geht die Reihe weiter
Am Ende von Burn steht fest, dass die Geschichte weitererzählt wird, und die drei Hosts fiebern dem nächsten Teil bereits entgegen. Der heißt Evil Dead Wrath und wird nicht die Handlung von Burn fortsetzen, sondern ist ein Prequel: Er spielt im Jahr 1972 und damit noch vor Sam Raimis Original von 1981. Regie und Drehbuch übernimmt Francis Galluppi, den Raimi nach dessen gefeiertem Debüt The Last Stop in Yuma County (2023) engagierte. Als siebter Teil der Reihe soll Wrath den geheimnisvollen Zirkel rund um den kandarischen Dolch und das Necronomicon endlich näher beleuchten, ein loser Faden, den sich Kane und Korbi in der Folge ausdrücklich wünschen. Gedreht wurde von Februar bis Mai 2026 im neuseeländischen Auckland, im Cast stehen unter anderem Charlotte Hope, Jessica McNamee, Zach Gilford und Josh Helman. Der US-Kinostart ist für den 7. April 2028 angesetzt. Bis dahin dürfen wir uns fragen, ob die Reihe wirklich alle zwei Jahre einen neuen Film liefert und ob die Ellie-Bixler-Andeutung aus Burn schon Teil eines größeren Plans ist.
Tops, Flops und unser Triple Threat
Bei den Tops landen der ungeahnt spannende One-Shot, den Korbi trotz Trailer völlig neu erlebt hat, sowie Erroll Shands Auftritt als Edgar-Deadite samt seines Auto-Karate. Der gemeinsame Flop ist schnell gefunden: das Ende mit dem CGI-Will, dazu für Mike die inzwischen inflationäre Selbstverstümmelung der Deadites. Und natürlich gibt es wieder unseren Triple Threat. Ob nackte Brüste, Trompeten und totes Getier diesmal komplett vertreten sind, verraten wir nicht. Das müsst ihr euch anhören.
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Häufige Fragen zu Evil Dead Burn
Wer sind die Hosts dieser Folge?
Kane, Korbi und Mike. Kane und Mike haben den Film gemeinsam gesehen, Korbi war getrennt im Straubinger Kino. Zusammen zerlegen sie Evil Dead Burn mit Spoilern.
Worum geht es in Evil Dead Burn?
Alice wünscht ihren Ehemann Will im Streit zur Hölle. Nach einem Autounfall wird er von den Deadlights verschlungen, und beim anschließenden Familientreffen im Ferienhaus bricht die Hölle los. Die Familie verwandelt sich in Deadites, und Alice muss ums Überleben kämpfen.
Der wievielte Teil der Reihe ist Evil Dead Burn?
Es ist der sechste Kinofilm der Evil-Dead-Reihe und nach Evil Dead (2013) und Evil Dead Rise (2023) der dritte eigenständige Neustart. Regie führte Sébastien Vaniček.
Gibt es eine Post-Credit-Szene in Evil Dead Burn?
Ja. Neben einer Szene mit der besessenen Oma kehrt in der eigentlichen Post-Credit-Szene Alyssa Sutherland als Ellie Bixler aus Evil Dead Rise zurück. Es lohnt sich also, bis zum Ende sitzen zu bleiben.
Wie geht es nach Evil Dead Burn weiter?
Der nächste Film heißt Evil Dead Wrath, ist ein Prequel im Jahr 1972 und stammt von Regisseur Francis Galluppi. Der US-Kinostart ist für den 7. April 2028 geplant.
Muss ich vorher andere Evil-Dead-Filme gesehen haben?
Der Einstieg nimmt direkt Bezug auf den Beginn von Evil Dead Rise, daher empfehlen die drei, zumindest Rise vorher gesehen zu haben. Die Folge selbst enthält ausführliche Spoiler.



