Woah Lecks Juni 2026: Ready or Not 2, Widow’s Bay & Ikkimel im ZDF

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Kane und Mike ballern die Woah Lecks Juni 2026 zu zweit in den Feed, weil Korbi krankheitsbedingt im Bett bleibt (gute Besserung an dieser Stelle). Der Rest wird trotzdem gnadenlos abgearbeitet: von Uwe Bolls Citizen Vigilante und dem KI-Synchro-Desaster bei Deadly Patient auf Prime Video, über Ready or Not 2: Here I Come, Return to Silent Hill und die optisch demolierte Fortsetzung Mortal Kombat II, bis hin zu Serienperlen wie Widow’s Bay auf Apple TV Plus und Raising Hope auf Disney Plus. Dazu Mikes Marsch durch alle 38 Masters of the Universe-Hörspielkassetten, die Black-Metal-Doku Until the Light Takes Us, Kanes Rollenspiel-Offenbarung Clair Obscur: Expedition 33 und der herrliche Trash-Klassiker Leprechaun 4: In Space. Garniert mit Kanes fassungslosem Blick auf Ikkimels ZDF-Morgenmagazin-Auftritt, einem 20-Euro-Knöllchen für eine pinke Parkscheibe und Mikes Empfehlung für den deutschen Indie-Anthologiefilm German Horror Story von David Brückner.

Uwe Boll, Citizen Vigilante und der Streit um Evil Dead Burn

Mikes erstes Woah Dreck ist gar kein Film, sondern die aktuelle Diskussionskultur rund um zwei Kinostarts. Zum einen die vor Boll’schem Kalkül nur so triefende Debatte um Citizen Vigilante: Die FSK verweigerte dem deutsch-kroatischen Selbstjustiz-Thriller mit Armie Hammer in der Hauptrolle und Ex-Saw-Star Costas Mandylor (Mark Hoffman aus Saw IV bis VII) gleich in zwei Instanzen jede Alterskennzeichnung, was einem faktischen Vertriebsstopp für Kino, Werbung und Handel gleichkommt. Als Begründung nannte das Gremium unter anderem eine „filmische Etablierung von Selbstjustiz“ und eine schwere Jugendgefährdung. Gedreht wurde überwiegend in Zagreb, laut Armie Hammer teils spontan mitten im Berufsverkehr mit einer sehr allgemein gehaltenen Genehmigung am Set.

Boll sprach von politischer Zensur, Elon Musk stellte den Streifen daraufhin 48 Stunden lang kostenlos auf X, wo er millionenfach geteilt wurde. Am 6. Juli 2026 zog die FSK dann doch nach und erteilte für die Kinoauswertung ein Kennzeichen ab 18 Jahren. Für Heimkino, Streaming und DVD bleibt der Film Stand jetzt weiter ohne Freigabe. Wer sich fragt, warum ausgerechnet Boll das Aufregerpotenzial so präzise trifft: Der deutsch-kanadische Regisseur hat sich seit den frühen 2000ern mit Videospielverfilmungen wie House of the Dead, Alone in the Dark, BloodRayne und Postal einen Ruf als Provokateur erarbeitet, gefolgt von einem längeren Rückzug ins Gastronomiegeschäft und einem Comeback mit dem in den USA von Quiver ausgewerteten und in Deutschland von Kinostar vertriebenen Citizen Vigilante.

Zum anderen die Aufregung um Evil Dead Burn, für den eine Szene gekürzt werden musste, damit er das R-Rating knackt. Kane und Mike ordnen ein: Kinofassungen mit Frame-Kürzungen sind seit jeher Standard, und wer die Extended-Fassung will, kriegt sie am Ende auf Blu-ray. Trotzdem explodieren die Facebook-Gruppen. Zu Boll selbst gibt es bei uns übrigens schon eine ausführliche Folge, denn Kane und Korbi haben mit Dr. Horror ausgemacht, sich Citizen Vigilante in einem eigenen Zweiteiler vorzunehmen. Freut euch drauf.

KI in der Synchronbranche und der Fall Deadly Patient

Das zweite Woah Dreck ist ausdauernder und trifft ins Herz alles, wofür wir stehen: KI-Synchronisation. Aufhänger ist der Prime-Video-Thriller Deadly Patient (Originaltitel Tödlicher Patient), dessen deutsche Fassung offenbar komplett von einer KI eingesprochen wurde. Das Ergebnis ist grotesk: Dialoge wie „Ich bin mehr als nur ein Pinguin“ treffen auf Antworten wie „Es gibt aber auch Kuchen“, während die Figuren im Krankenhaus liegen. Kein Mensch hat drübergelesen, kein Mensch hat lektoriert. Kane und Mike ordnen ein, wo KI sinnvoll unterstützen kann und wo sie schlicht Handwerk und Kunst zerstört. Erste Studien legen nahe, dass exzessive KI-Nutzung Gedächtnisleistungen beeinträchtigen kann. Vielleicht wieder etwas selber denken, liebe Streaming-Konzerne.

Der deutsche Berufsverband der Synchronschaffenden warnt seit dem Start der Netflix-Klauseln 2023 vor genau diesem Szenario: Zustimmungspflicht für KI-Klonungen der eigenen Stimme, die dann für spätere Produktionen ohne weiteres Honorar wiederverwendet werden können. Auch die für Herbst angekündigte, komplett KI-generierte Schauspielerin Tilly Norwood aus dem Haus des britischen Studios Particle6 bekommt in der Folge einen ordentlichen Rüffel. Wir wollen echte Menschen mit echter Klangfarbe, echtem Timing und echten Ideen.

Mikes Woah Leck: Ready or Not 2: Here I Come

Mike hat die Fortsetzung von 2019 endlich nachgeholt und war angetan. Regie führt einmal mehr das Duo Radio Silence (Matt Bettinelli-Olpin und Tyler Gillett), das nach dem Überraschungshit von 2019 noch Scream (2022), Scream VI und Abigail in die Kinos gebracht hat. Samara Weaving ist als Grace zurück, an ihrer Seite spielt Kathryn Newton (bereits Abigail) die Schwester Faith. Auf der Bösewichtseite ein Cast, den man in einer 14-Mio-Produktion nicht unbedingt erwartet: Sarah Michelle Gellar, Elijah Wood, David Cronenberg, Kevin Durand und Néstor Carbonell. Buffy trifft Ready or Not, das darf man ruhig einmal sacken lassen.

Die beiden Schwestern werden diesmal von einer zweiten satanistischen Reichenfamilie gejagt, weil man in dieser Filmwelt offenbar mehr als einen Teufel im Portfolio hat. Menschenjagd, Roben, Pentagramme und ein Hollywood-Satanismus, wie ihn Mike richtig gern mag. Die Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellerinnen trägt den Film, allerdings nervt Mike der exzessive Einsatz von Fuck und Shit als Dauerakku für Wutmomente. Es platzen wieder Körper, es fliegen Blender-Attacken durch die Luft, die von Radio Silence weiterentwickelten Blood Cannons erzielen ihren Effekt, es gibt ein paar richtig fein choreografierte Kämpfe (die Szene mit dem Pfefferspray sei besonders erwähnt). Nach seiner SXSW-Premiere am 13. März 2026 spielte der Film weltweit rund 43 Millionen Dollar bei einem Budget von 14 Millionen ein. Kane, der den Film im Kino mit Korbi gesehen hat und ihn danach als Blu-ray via Werbung erneut durchzog, findet Teil eins und zwei qualitativ gleichauf. Bei Disney Plus zum Streamen drin. Runde Sache mit ein paar Bierchen.

Kanes Woah Dreck: Return to Silent Hill

Return to Silent Hill hatten wir schon in den Woah Lecks Mai 2026, hier holt Kane nach. Seine Einordnung: kein schlechter Film per se, sondern schlicht ein hässlicher. Die handgemachten Kreaturen (Pyramid Head, die Krankenschwestern) sind großartig, sobald aber die Kamera auf CGI, Greenscreens oder dieses ominöse Board umschwenkt, das der Protagonist mit sich rumträgt, tut es Kane in den Augen weh. Er hatte während des Sehens die alten Kim-Z-Zeilen im Ohr: „Was kostet, du bist hässlich.“

Erzählerisch bleibt Return to Silent Hill nah an der Spielvorlage Silent Hill 2, für die 2001 Akira Yamaoka den ikonischen Score komponierte, der auch hier wieder zu hören ist. Die Kreaturenarbeit ist überwiegend praktisch, die Geschichte funktioniert. Nur optisch wirkt vieles wie mit einem V-Tech programmiert, weil die restliche Rechenleistung offenbar für KI-Katzenvideos draufgegangen ist. Wer die Reihe lieber im Original mag, findet bei uns die Folge zur Silent-Hill-Verfilmung von 2006. Dort läuft Christophe Gans, hier läuft leider viel Digitalgrütze.

Mikes Woah Leck: Masters of the Universe Hörspiele durchgehört

Nostalgie-Marathon: Mike hat sich alle 38 klassischen Hörspiel-Kassetten von Masters of the Universe hintereinander weggeknallt, die zwischen 1984 und 1988 beim Label Europa erschienen sind. Das ist beeindruckend, weil das epische Finale sich über fünf bis sechs Kassetten zieht (jede rund 40 Minuten) und man als Kind damals mit einer Handvoll Kassetten pro Monat einfach die Arschkarte gezogen hätte, wenn man mitten in Folge 36 eingestiegen wäre.

Die Sprecherinnen und Sprecher sind konstant hervorragend, der Ton düsterer als die Cartoon-Serie, die Lore ist an mehreren Stellen bewusst umgebogen. Bemerkenswert: Die letzte Folge Die neue Dimension ist als direkte Überleitung zu den Neuen Abenteuern von He-Man gebaut, jener Science-Fiction-Neuauflage von 1990 mit Zauberschwert und langen Haaren, die es dann als eigenständige Hörspielreihe nicht mehr gab. Die Serien-Anlage ist konsequent auf Merchandise gebaut: Der Panthor-Name fällt ständig, das Dämonenpferd wird auffällig oft gebraucht, damit alle Kinder ihre Wunschlisten aktualisieren. Wer den kürzlich im Kino gestarteten Kinofilm nachholen möchte, hört unsere Besprechung des Masters-of-the-Universe-Kinofilms in den Woah Lecks Mai. Für Fans der ersten Stunde ist der Marathon Balsam.

Kanes Woah Leck: Raising Hope auf Disney Plus

Kanes größtes Herzens-Woah-Leck der Folge ist die Sitcom Raising Hope vom My Name is Earl-Macher Greg Garcia, ausgestrahlt von 2010 bis 2014 auf Fox. Prämisse: Ein Loser aus einer liebenswert überforderten Familie rettet eine Frau, hat einen One-Night-Stand, sie entpuppt sich als Serienkillerin, kommt schwanger ins Gefängnis, bringt dort ein Kind zur Welt und wird auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet. Er zieht die Tochter Hope groß, im Haushalt mit Vater, Mutter und der dementen Uroma Maw Maw, gespielt von der 2021 verstorbenen Oscar-Preisträgerin Cloris Leachman. Klingt drüber, ist aber unglaublich herzlich geschrieben.

Kane empfiehlt die Serie warm für alle, die eine gute Zeit mit netten Leuten haben wollen. Vier Staffeln, auf Disney Plus komplett verfügbar, mit Martha Plimpton und Garret Dillahunt als Eltern. Dillahunt dürfte Fans von The Last House on the Left (2009) als Bruder Krug bekannt sein und war auch der T-1001 in Terminator: The Sarah Connor Chronicles. Nebenbei ein weiterer Grund, warum wir das nie richtig abgeschlossene My Name is Earl bis heute nicht verwunden haben. Bitte, Fox, eine finale Folge, das schulden wir dem Karma.

Mikes Woah Leck: Widow’s Bay auf Apple TV Plus

Mikes Serien-Perle des Monats ist Widow’s Bay, eine britische Mystery-Serie auf Apple TV Plus mit Halbstünder-Episoden. Das Setting: ein kleines Küstenstädtchen, in dem der Bürgermeister für Touristen wirbt, während ein Doom Prophet warnt, die Insel sei verhext. Wer schon einmal einen Stephen-King-Roman gelesen hat, weiß, in welche Richtung das kippt. Dazu kommen ein verhextes Hotelzimmer im Stil von Zimmer 1408, Slasher-Elemente, echte Hexerei und ein trocken britischer Humor, der die düstere Stimmung nicht verwässert, sondern trägt.

Was Mike besonders imponiert: Die Figurenzeichnung ist so herzlich, dass sogar die Arschlöcher der Serie noch anschlussfähig bleiben. Die Dialoge sind messerscharf, das Pacing kurzweilig, einige Szenen laut lustig und dann sofort wieder gefährlich. Kleiner Wermutstropfen: Das Finale schwächelt spürbar, der Reveal bleibt unbefriedigend und ein paar Handlungsstränge kippen ins Nichts. Für alles davor gibt es aber eine klare Empfehlung. Passend dazu erwähnt Kane die aktuelle Apple-Serie Cape Fear, die Neuauflage des Scorsese-Films von 1991, hier produziert von Martin Scorsese und Steven Spielberg, mit Javier Bardem in der Hauptrolle. Steht bei beiden auf der Liste. Wer sich für unser weiteres Horror-Podcast-Universum interessiert, wird hier ohnehin fündig.

Kanes Woah Leck: Until the Light Takes Us

Endlich ein Häkchen auf der Kane’schen Wunschliste: die Doku Until the Light Takes Us von Aaron Aites und Audrey Ewell aus dem Jahr 2008, die auf dem Sundance Festival Premiere feierte. Sie behandelt die norwegische Black-Metal-Szene rund um Burzum, Mayhem und Darkthrone. Wer Lord of Chaos gesehen hat, kennt das Grundgerüst: Kirchenbrände, Morde, eine Szene, die sich zwischen künstlerischer Radikalität und faschistischer Zumutung selbst zerlegt hat. Interviewt werden unter anderem Fenriz (Darkthrone), Hellhammer (Mayhem) und Varg Vikernes, den Kane zu Recht als das ins Wort nimmt, was er ist: unangenehm, uneinsichtig und weit weg von jeder Realität. Vikernes sitzt für den Mord an Mayhem-Gitarrist Euronymous 1993 in Norwegen ein und wurde 2009 auf Bewährung entlassen.

Was die Doku besonders macht, ist ihr Score, der die düstere, depressive Grundstimmung des Genres transportiert, statt sie zu illustrieren. Ein bisschen wie eine gute Death-Metal-Ansage: Man muss nicht jedes Wort verstehen, um zu begreifen, dass es Ernst gemeint ist. Kane empfiehlt die Doku klar allen, die sich für die Szene interessieren, ohne sie zu verklären.

Doppel-Enttäuschung: Mortal Kombat II

Beide sind sich einig: Mortal Kombat II ist die große Enttäuschung des Monats. Regie führt erneut Simon McQuoid, der schon 2021 die Reihe rebootete. Kostüme, Arenen, Bösewichte, alles auf dem Papier stark. Karl Urban als Johnny Cage sieht cool aus, kann nur leider kein Karate, was jede Kampfchoreografie in einen Schnittgewitter-Schummelmodus zwingt. Wer aus The Raid weiß, wie so etwas aussehen kann, wenn man unbekannte Gesichter mit echtem Kampfsport-Hintergrund castet, leidet hier doppelt. Immerhin: Shao Kahn (Martyn Ford, echter Bodybuilder) und Baraka sehen brutal gut aus, ein echtes Vieh, wie Mike sagt.

Das größte Problem ist aber der Gore. Wer FSK 16 verkauft, während parallel Terrifier 3 in voller Kettensägen-Pracht durch die Kinos zog, versteht sein eigenes Genre nicht. Fatalities, die im Netz kursieren, übertreffen den Film mehrfach. Für zwei Fans, denen der erste Teil richtig gefallen hat, war das keine Fortsetzung, sondern eine Übersättigung mit Handlung, die sich in Basis, Portal, Kampf, Rückkehr wiederholt. Nur unteres Mittelmaß. Ein Trilogieabschluss ist trotzdem geplant, offenbar mit Seitenwechseln in der Fanschaft. Wir bleiben skeptisch.

Kanes Trailer-Woah-Leck: Cyberpunk Edgerunners 2

Kurzer Einwurf, aber laut: Der Trailer zu Cyberpunk Edgerunners Staffel 2 aus dem Hause Studio Trigger (Kill la Kill, Promare) ist bombig geschnitten, hat einen Sound wie eine Faust ins Gesicht und legt ein Musikstück drüber, das direkt hängen bleibt. Kane hat den Trailer dreimal in Folge geschaut. Die Macher haben angekündigt, die zweite Staffel noch trauriger und deprimierender zu gestalten als die erste, was angesichts des Emotions-Endgegners von Staffel eins eine sportliche Ansage ist. Basierend auf dem Universum von CD Projekt Reds Cyberpunk 2077. Start auf Netflix im Herbst 2026. Wir sind gespannt.

Kanes Spiel-Woah-Leck: Clair Obscur: Expedition 33

Ein ausnahmsweiser Ausflug ins Gaming, weil er auch in den kommenden Talkthrough passt: Clair Obscur: Expedition 33. Kane hat endlich angefangen und lässt sich vom Spiel restlos in die Embryo-Stellung schicken. Setting: Nach einem Weltenbruch, der Fracture, existiert nur noch die Kolonie Lumière. Die Paintress schreibt jährlich eine Zahl an einen fernen Basilisken, alle Menschen mit dem entsprechenden Alter lösen sich auf. Die Expedition 33 zieht los, um sie aufzuhalten.

Das Intro dauert rund 20 Minuten und trifft danach mit einer Wucht ins Herz, wie es sonst nur The Last of Us geschafft hat. Rundenbasiertes Kampfsystem mit Timing-Mechaniken für Attacken und Paraden, entwickelt vom rund 30-köpfigen französischen Team Sandfall Interactive unter Creative Director Guillaume Broche, zuvor Level Designer bei Ubisoft. Publisher ist Kepler Interactive. Trotz Nicht-AAA-Verhältnisse wurde Clair Obscur: Expedition 33 bei den Game Awards 2025 als eines der meistdiskutierten Spiele gehandelt. Kane ist bei der Hälfte und schwärmt in einer Form, die im Podcast äußerst selten vorkommt. Deep Dive im Talkthrough zum Release dieser Folge.

Mikes Trash-Perle: Leprechaun 4: In Space

Wer den Woah Leck-Grundgedanken lieben lernen will, sollte den Absatz aufschlagen: Mike hat Leprechaun 4: In Space aus dem Jahr 1996 gesehen und war restlos begeistert. Regie führte der australische Trash-Meister Brian Trenchard-Smith (Dead End Drive-In, The Man from Hong Kong), Quentin Tarantinos erklärter Held. In der Titelrolle einmal mehr Warwick Davis, dem breiten Publikum bekannt als Wicket in Star Wars: Die Rückkehr der Jedi-Ritter und als Professor Flitwick in der Harry-Potter-Reihe. Prämisse: Ein Trupp Space Marines schnappt sich einen Auftrag im Weltall, tötet dabei einen Leprechaun, der sich per Sprung in eine explodierende Sprengsatz-Situation rettet, indem seine Essenz über den Urinstrahl eines Marines wieder an Bord gelangt. Ihr habt richtig gelesen. Später bricht der Leprechaun mit voller Prosthetik wieder aus dem Genital und dezimiert die Crew.

Die Sets sind ein Witz, die Kostüme dagegen mit erstaunlicher Liebe angefertigt, es gibt einen halben Cyborg-Doktor, Mutantenspinnen und Gore-Effekte, die für dieses Budget alle Erwartungen sprengen. Mike ordnet den Film neben Jason X ein und zieht daraus die einzig richtige Konsequenz: Alle Slasher-Ikonen gehören ins Weltall. Man müsste nur noch Evil Dead in Space und Terrifier in Space auf den Weg bringen und die Genrewelt hätte für die nächsten Jahre ausgesorgt. Empfehlung für alle Freunde des groben Unfugs. Popcorn, Bier, Kumpels, abfahren.

Ikkimel im ZDF Morgenmagazin

Das vielleicht schönste Zeitgeist-Momentum der Folge: Am Montag, den 6. Juli 2026, trat die Berliner Rapperin Ikkimel um 8:55 Uhr im ZDF-Morgenmagazin auf und performte ihren Song Fußballmänner, passend zur laufenden Fußball-Weltmeisterschaft. Bürgerlich heißt sie Melina Gaby Strauss, ist 29 Jahre alt, hat Linguistik studiert und zählt mit dem im Mai 2026 erschienenen Album Poppstar zu den derzeit meistgespielten deutschen Rapperinnen mit über zwei Millionen monatlichen Spotify-Hörerinnen und -Hörern. Ihren Durchbruch hatte sie 2024 mit Keta und Krawall, ihr Song Who’s That löste einen TikTok-Trend aus, unter dem Tausende Frauen Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt teilten. Ihre Songzeilen bewegen sich in einer Gegend, in der männliche Rapper seit Jahrzehnten fischen dürfen: sexpositiv, provokant, feministisch aufgeladen.

Beim MoMa traf all das auf ein Publikum irgendwo zwischen Schulklassenausflug und Ü50-Gruppenreise, das zwei Minuten lang in kollektiver Schockstarre verharrte. Die Kamera fing versteinerte Blicke ein, der Moderator wandte sich am Ende beschwichtigend an die „lieben Fußballmänner“. Ikkimel selbst kommentierte den Auftritt in ihrer Instagram-Story trocken mit „Schnitt aus der Hölle“. Podcaster Micky Beisenherz postete den Ausschnitt und nannte ihn „von solch grotesker Komik“, in den sozialen Medien wurde daraufhin halb im Ernst, halb im Spaß der nächste Buchungsvorschlag „Ikkimel im Fernsehgarten“ und „Ikkimel bei Bares für Rares“ durchgereicht. Kane feiert die Verantwortlichen in der Redaktion, die diese Buchung durchgewunken haben, mit vollem Respekt. Wer auch immer das war, verdient einen Grimme-Preis. Ein Zusammenprall der Welten, wie ihn nur öffentlich-rechtliches Frühstücksfernsehen produzieren kann. Ikkimel selbst spielt Mitte Juli beim Gurtenfestival in Bern und geht danach auf Sommertour.

Kanes Woah Dreck: 20 Euro für eine pinke Parkscheibe

Deutschland-News aus der Kategorie „aber warum eigentlich“: Eine 30-jährige Braunschweigerin hat ein 20-Euro-Bußgeld kassiert, weil ihre Parkscheibe die falsche Farbe hatte. Verankert ist das tatsächlich in Anlage 3 Nummer 11 der Straßenverkehrsordnung, weiter präzisiert durch die DIN-Norm 6171, die als zulässige Farbtöne für Parkuhren und Parkscheiben ausschließlich RAL 5017 Verkehrsblau und RAL 5005 Signalblau vorsieht. Ihre Parkscheibe war pink. Korrekt abgelesen war sie trotzdem.

Kanes Fassungslosigkeit ist gebührend, unser Applaus geht raus an die kreative Fahrzeughalterin und unser Kopfschütteln an den Ordnungsdienst, der offenbar einen sehr eigenen Umgang mit Verhältnismäßigkeit pflegt. Passend zur Ordnungsamt-Debatte im Nachbarland („Anzeigenhauptmeister“) ein deutscher Rest an bürokratischer Präzision, den man auch mit RAL 5005 nicht mehr schönlackieren kann.

Mikes Woah Leck: German Horror Story von David Brückner

Zum Abschluss ein Indie-Herzensfilm: German Horror Story, das aktuelle Werk von Regisseur David Brückner, das uns dieser selbst als Screener ans Herz gelegt hat. Elf Kurzfilme mit dem Untertitel Teutonic Terror Tales, jeder in sich abgeschlossen, verbunden durch die Anmoderation einer Cryptkeeper-Figur, klar angelehnt an die legendären EC-Comics der 1950er Jahre wie Tales from the Crypt und Vault of Horror. Für Anthologie-Fans ist das ein gefundenes Fressen.

Man muss zwei Dinge im Kopf haben: Es ist eine reine Independent-Produktion mit sichtbarem Kleinstbudget, und der Cryptkeeper hätte in der deutschen Fassung dringend eine echte Synchronisation gebraucht, weil Sprache durch die Maske nun einmal so klingt, wie sie klingt. Wer das mitträgt, wird belohnt mit einer ideenreichen Mischung aus Serienkiller-Story, Zeichentrick-Lovecraft, Dämonen, Slasher und Hexerei. Elf Episoden auf 80 bis 85 Minuten, keine Leerläufe. Läuft auf Amazon Prime Video. Von David Brückner besprochen haben wir bereits Der Wolf und die sieben Geißlein, weitere Werke wie Der Rapunzelfluch stehen ebenfalls auf unserer Liste. David, wenn du das liest: Screener bitte an die üblichen Adressen.

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FAQ

Welche Filme und Serien werden in den Woah Lecks Juni 2026 besprochen?

Unter anderem Ready or Not 2: Here I Come, Return to Silent Hill, Mortal Kombat II, Leprechaun 4: In Space und Evil Dead Burn, dazu die Serien Widow’s Bay auf Apple TV Plus und Raising Hope auf Disney Plus, die Doku Until the Light Takes Us über Black Metal, das Rollenspiel Clair Obscur: Expedition 33, die 38 klassischen Masters-of-the-Universe-Hörspielkassetten und der deutsche Anthologiefilm German Horror Story von David Brückner.

Warum wurde Uwe Bolls Citizen Vigilante in Deutschland zunächst nicht freigegeben?

Die FSK verweigerte dem Selbstjustiz-Thriller mit Armie Hammer und Costas Mandylor in zwei aufeinanderfolgenden Prüfungen jede Alterskennzeichnung und begründete das unter anderem mit einer „filmischen Etablierung von Selbstjustiz“ und schwerer Jugendgefährdung. Damit war der Film faktisch vom regulären Vertrieb ausgeschlossen. Am 6. Juli 2026 folgte dann doch eine Freigabe ab 18 Jahren, allerdings vorerst nur für die Kinoauswertung, nicht für Streaming und Heimkino. Elon Musk hatte den Film zuvor 48 Stunden lang kostenlos auf X gestellt.

Wer ist Ikkimel, die im ZDF-Morgenmagazin für Aufsehen sorgte?

Ikkimel, bürgerlich Melina Gaby Strauss, ist eine 29-jährige Berliner Rapperin mit Linguistik-Hintergrund. Ihr Album Poppstar erschien im Mai 2026, auf Spotify zählt sie über zwei Millionen monatliche Hörer. Ihr Durchbruch war 2024 der Song Keta und Krawall. Ihr Auftritt mit dem Song Fußballmänner im ZDF-Morgenmagazin am 6. Juli 2026 sorgte im Studio für sichtliche Schockstarre und darüber hinaus für eine breite Debatte in den sozialen Medien.

Wer führte Regie bei Ready or Not 2: Here I Come?

Wie schon beim ersten Teil das Duo Radio Silence, bestehend aus Matt Bettinelli-Olpin und Tyler Gillett, das dazwischen Scream (2022), Scream VI und Abigail inszeniert hat. Der Cast umfasst Samara Weaving, Kathryn Newton, Sarah Michelle Gellar, Elijah Wood, David Cronenberg und Kevin Durand.

Wer hostet die Woah Lecks Juni 2026?

Kane und Mike, beide Co-Founder von Viva la Movielución. Korbi ist krankheitsbedingt nicht dabei, ein Gast ebenfalls nicht.

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