Obsession – Du sollst mich lieben (2026): Warum Kane und Mike vom Horror-Hype begeistert sind

Kane, Co-Founder von Viva la MovieluciónKane
Mike, Co-Founder und Horror-Experte von Viva la MovieluciónMike

Kane und Mike schwitzen bei 38 Grad fürs Mikro und sind restlos begeistert. Obsession – Du sollst mich lieben ist der Horror-Hype des Jahres: ein Film für maximal 750.000 Dollar, der weltweit über 330 Millionen einspielt. Der schüchterne Bear wünscht sich per One Wish Willow, dass seine Schwärmerei Nikki ihn mehr liebt als alles andere, und löst damit einen Albtraum aus toxischer Besessenheit, schwarzem Humor und echtem Grusel aus. In dieser Folge zerlegen die beiden den Film von der ersten ruhigen Szene bis zum kompromisslosen Finale. Spoilerwarnung: Wir reden über alles.

Obsession – Du sollst mich lieben (2026): Curry Barkers Horror-Debüt

Obsession ist das Langfilmdebüt von Curry Barker, der vorher als Teil des YouTube-Duos that’s a bad idea Comedy- und Horrorvideos drehte und mit Milk & Serial einen Found-Footage-Schocker für rund 800 Dollar veröffentlichte. Der Film feierte im September 2025 beim Toronto International Film Festival in der Sektion Midnight Madness Premiere, wo sich Focus Features in einem Bieterkrieg gegen A24 und Neon die Rechte sicherte. In den USA lief er ab Mai 2026, Ende Juni 2026 startete er in den deutschen Kinos. Bei einem von Barker selbst genannten Budget von maximal 750.000 Dollar kamen weltweit über 330 Millionen zusammen. Für Kane und Mike ist das ein Statement: Während die großen Millionen-Produktionen reihenweise absaufen, räumt ein kleiner, mutiger Genre-Film ab. Mike bringt es im Gespräch auf den Punkt, dass gerade die jungen, von YouTube kommenden Regisseure mit ihrer anderen filmischen Sozialisierung frischen Wind ins Genre bringen.

Die Prämisse: Ein Wunsch, der alles kippt

Der introvertierte Bear ist seit Jahren in seine Freundin und Kollegin Nikki verliebt, bringt aber kein Geständnis über die Lippen. Auf der Suche nach einem Geschenk landet er in einem Esoterikladen und kauft einen One Wish Willow, einen Wunschzweig, der beim Zerbrechen einen Wunsch erfüllen soll. In einem unüberlegten Moment wünscht er sich, dass Nikki ihn mehr liebt als alles andere auf der Welt. Der Wunsch erfüllt sich, und genau hier beginnt der Horror. Kane und Mike heben hervor, wie ruhig der Film startet und sich dann von null ins Unermessliche steigert, ohne auf billige Schockmomente zu setzen. Der Film badet bewusst im Unbehagen, statt mit lauten Jumpscares zu arbeiten, und genau diese langsam anziehende Spannung macht ihn für beide so wirkungsvoll.

Inde Navarrette als Nikki: das Herzstück des Films

Einig sind sich beide bei der Hauptdarstellerin. Inde Navarrette spielt Nikki zwischen hysterischer Panik, Trauer und einem manischen Grinsen, und der Wechsel zwischen diesen Zuständen geht so schnell wie ein Fingerschnipsen. Für Kane und Mike gehört diese Leistung auf eine Stufe mit Toni Collette in Hereditary. Beide wünschen sich offen eine Oscar-Nominierung. Besonders die Momente, in denen die echte Nikki kurz unter dem Bann hervorblitzt, etwa wenn sie im Hintergrund eines Telefonats schreit und darum fleht, sterben zu dürfen, treiben den Grusel auf die Spitze. Kane verteidigt auch den teils kaum verständlichen, hysterischen Ton einzelner Szenen als bewusste Entscheidung, weil man einen vollkommen aufgelösten Menschen irgendwann eben nicht mehr klar versteht.

Bear: Antagonist oder hilfloses Würstchen?

Über die Hauptfigur sind sich die beiden weniger einig. Mike sieht in Bear einen Antagonisten, dessen Untätigkeit sich durch den ganzen Film zieht, und zieht eine Parallele zu dem unsympathischen Freund aus Midsommar. Kane verteidigt ihn als eher unfreiwilligen Antagonisten, der mit dem One Wish Willow etwas auslöst, von dem niemand glaubt, dass es funktioniert, und der danach kaum noch einen Ausweg hat. Schließlich droht Nikki damit, sich umzubringen, sollte er sie verlassen. Der Film stellt damit unangenehme moralische Fragen zu Schuld, Machtausübung und Selbstbestimmung der Frau, ohne sie einfach aufzulösen. Spätestens beim Finale mit der Pillenszene wird klar, dass Bear sich seiner Verantwortung lange entzieht.

Schwarzer Humor, Sound und ein konsequentes Finale

Was Kane und Mike zusätzlich feiern, ist die Balance aus Grusel und schwarzem Humor, der nie ins Alberne kippt, sondern situativ perfekt sitzt. Mike vergleicht Barkers Gespür für Timing mit einem guten Komödienregisseur und betont, dass Horror und Komödie verwandte Emotionen bedienen: Wer das eine beherrscht, versteht oft auch das andere. Der Sound liefert Wucht, die Gänsehaut-Szenen funktionieren ohne klassische Jumpscares, und der Film spielt durchgehend mit den Erwartungen erfahrener Horror-Zuschauer. Immer wieder baut er Situationen auf, in denen man eine bestimmte Schockmechanik erwartet, nur damit Barker sie unterläuft. Regisseur Barker soll als Nächstes einen neuen Texas Chainsaw Massacre für A24 verantworten, und nach Obsession trauen ihm beide zu, der Reihe wieder echte Atmosphäre statt reiner Gewalt zu geben.

Trivia zu Obsession

  • Die Idee mit dem Wunsch kam Curry Barker, als er im Juli 2023 zufällig eine Wiederholung der Simpsons-Folge Treehouse of Horror II sah, in der Homer mit einer Affenpfote hantiert. Ursprünglich war Obsession als Film über ein Paar geplant, das sich gegenseitig besessen liebt.
  • Gedreht wurde in rund 20 Tagen im Großraum Los Angeles, mit fünf bis sechs Drehbuchseiten pro Tag. Um Geld zu sparen, scannte Barker mit seinem Kameramann Drehorte in 3D und plante die Einstellungen vorab am digitalen Modell.
  • Die Szenen im Musikladen entstanden im echten Cassell’s Music im kalifornischen San Fernando, demselben Geschäft, in dem 1992 Wayne’s World mit Mike Myers gedreht wurde. Der Laden schloss ein Jahr nach dem Dreh.
  • Die gelangweilte Stimme am anderen Ende der One-Wish-Willow-Hotline gehört Barker selbst. Der Regisseur leiht dem unfreiwillig komischen Kundenservice-Mitarbeiter seine Stimme.
  • Für Nikkis Spiel orientierten sich Barker und Navarrette an Mia Goth in Pearl und an Florence Pughs Weinkrämpfen in Midsommar. Alle Schreie und Gesichtsausdrücke entstanden ohne CGI.
  • Kurioses Detail am Rande: Inde Navarrette hat selbst große Angst vor Horrorfilmen und soll bei einer gemeinsamen Sichtung von Hereditary aus dem Raum gelaufen sein.
  • Obsession ist inzwischen der erfolgreichste Film in der Geschichte von Focus Features und startete nur rund zwei Wochen vor Backrooms, dem Film eines weiteren bekannten YouTubers, Kane Parsons.

Tops, Flops und unser Triple Threat

Bei den Tops landen das Schauspiel von Inde Navarrette und die Stilsicherheit von Curry Barker, den Mike für ein audiovisuelles wie schauspielerisches Meisterwerk hält, besonders für ein Langfilmdebüt. Der Flop dreht sich um eine bestimmte Konsequenzlosigkeit mancher Szenen sowie um eine Frage rund um eine Katze, an der sich beide herrlich abarbeiten. Und natürlich gibt es wieder unseren Triple Threat. Ob die drei Kategorien diesmal vollständig erfüllt sind, verraten wir nicht. Das müsst ihr euch anhören.

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Häufige Fragen zur Obsession-Folge

Wer sind die Hosts dieser Folge?

Kane und Mike. Kane bringt seine pointierte Haltung, Mike die Horror-Expertise. Korbi war diesmal nicht dabei.

Worum geht es in Obsession – Du sollst mich lieben?

Der schüchterne Bear ist heimlich in seine Freundin Nikki verliebt. Über einen magischen Wunschzweig, den One Wish Willow, wünscht er sich, dass Nikki ihn mehr liebt als alles andere. Der Wunsch erfüllt sich und kippt in eine gefährliche, immer grotesker werdende Besessenheit.

Wer hat Obsession gedreht?

Regie und Drehbuch stammen von Curry Barker, der vorher als YouTuber Comedy- und Horrorvideos drehte und mit Milk & Serial ein Mini-Budget-Debüt veröffentlichte. Obsession ist sein erster abendfüllender Spielfilm.

Auf welchem echten Drehort wurde der Musikladen gefilmt?

Die Szenen im Musikgeschäft entstanden im Cassell’s Music in San Fernando, demselben Laden, in dem 1992 Wayne’s World gedreht wurde. Das Geschäft schloss ein Jahr nach den Dreharbeiten.

Lohnt sich Obsession laut Kane und Mike?

Ja, klare Empfehlung. Beide halten den Film für eines der Horror-Highlights des Jahres, loben besonders Inde Navarrettes Schauspiel und Barkers Stilsicherheit und empfehlen, ihn im Kino zu sehen.

Muss ich den Film vorher gesehen haben?

Die Folge enthält ausführliche Spoiler. Wer Obsession unvoreingenommen erleben will, schaut den Film besser zuerst und hört danach rein.


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