HARD:LINE Film Festival 2026 Roundup – GAUA, Krampus, Stinker & alle Filme | Festival Recap

Kane – Co-Founder und Host von Viva la MovieluciónKane
Korbi – Co-Founder, Host und Producer von Viva la MovieluciónKorbi
Mike – Co-Founder und Horror-Experte bei Viva la MovieluciónMike

Servus und hawediere! Das HARD:LINE XIII ist Geschichte und Kane, Korbi und Mike melden sich mit dem großen Festival-Roundup zurück. Vier Tage Genrekino in Regensburg, dreizehn Filme im Hauptprogramm, zwei Kurzfilmblöcke, Interviews mit Regisseuren und Produzenten – und eine Festival-Familie, die jedes Jahr ein Stück weiter zusammenwächst. Viva la Movielución war auch 2026 wieder offizieller Medienpartner vom HARD:LINE Film Festival. Seppi hat sein Auto vorm Festival-Donnerstag aufgehackt und ist deshalb leider nicht im Studio – aber wir kriegen das auch zu dritt sauber hin.

Tag 1 – Donnerstag, 16. April 2026

The Virgin of the Quarry Lake – Argentinischer Coming-of-Age-Folk-Horror

Eröffnungsfilm von Laura Casabé (Argentinien/Spanien/Mexiko 2025, 95 Min.). Drei Freundinnen am Rande von Buenos Aires verlieben sich 2001 in denselben Jungen Diego – bis Silvia auf der Bildfläche erscheint. Mit ICQ-Chats, AIM-Messengern und dem brodelnden Hintergrund der argentinischen Wirtschaftskrise inszeniert Casabé einen langsamen Slowburner mit teils harten Spitzen. Mikes Hundeherz wurde dabei wieder einmal strapaziert.

Buffet Infinity – Mr. Trash trifft auf Body Horror

Der Mr.-Trash-Auswahlfilm von Simon Glassman (Kanada 2025, 99 Min.) erzählt seine Geschichte komplett über fiktive TV-Werbespots, Nachrichtensendungen und PSAs. Zwei rivalisierende Restaurants im fiktiven Westridge County, eine wachsende Erdspalte, ein Kult und ein unheimlich sentienter All-You-Can-Eat-Tempel. Die ersten 20 Minuten irritieren, dann blättert sich der Body Horror auf. Lang, durchgeknallt, visuell stark – und Simon und seine Frau Allison Bench haben uns vor Ort ein Interview gegeben.

Tag 2 – Freitag, 17. April 2026

I Live Here Now – Julie Pacinos Spielfilmdebüt

Deutschlandpremiere des Debüts von Julie Pacino (USA 2025). Die Schauspielerin Rose flüchtet nach einer ungewollten Schwangerschaft ins abgelegene Crown Inn Motel – und ab da driftet der Film in eine fiebrige Mischung aus David Lynch, Dario Argento und feministischer Body-Horror-Allegorie. Komplexe Themen: inneres Kind, Selbstbestimmung über den eigenen Körper, Trauma-Verarbeitung. Ein Debüt mit so viel künstlerischem Mut, dass selbst Kane endlich einen Film „lynchesk“ nennen darf, ohne dass es sich falsch anfühlt.

Himmelskörper / Celestial Body – Mittellangfilm-Block Teil 1

Weltpremiere von Henry Han Ming Kho (Deutschland 2026, 63 Min.) – eine Abschlussarbeit aus dem Filmstudium. Stark in den Bildern, sehr verkopft in der Erzählweise. Schauspielerisch beeindruckendes Debüt von Jaron Kim. Drei Hosts, drei verschiedene Interpretationen – und Festivalleiter Florian Scheuerer hat uns am Sonntagsfrühstück aufgeklärt, dass keine davon ganz passt.

Krampus – Florian Eckers bayerischer Folk-Horror

Weltpremiere und absolutes Highlight: nach seinem 2023er Kurzfilm Drud jetzt der nächste Volltreffer. In düsteren Schwarzweiß-Bildern und im niederbayerischen Dialekt erzählt Ecker eine emotionale Geschichte über einen Burschen, der von Dorfjugend und Stiefmutter gepiesackt wird – bis Heiligabend die große Abrechnung kommt. Mike vergleicht Ecker mit Robert Eggers, und damit hat er nicht unrecht. Eine halbe Stunde Achterbahnfahrt der Gefühle. Florian Ecker, bitte weitermachen!

Strange Harvest – Mockumentary über Mr. Shiny

Stuart Ortiz – Co-Regisseur der Grave-Encounters-Reihe – inszeniert eine Mockumentary über den fiktiven Serienkiller Mr. Shiny so authentisch (USA 2024, 99 Min.), dass man sich phasenweise selbst ermahnen muss, das ist nur ein Film. André von Indi Film hat ihn vor Ort vorgestellt. Spalter-Material: Korbi und Mike sind absolut gegangen, Kane fand keinen Zugang. Mit guter deutscher Synchro hat das Ding richtig Potenzial.

GAUA – Director’s Spotlight von Paul Urkijo Alijo

Deutschlandpremiere des dritten Spielfilms von Paul Urkijo Alijo (Spanien 2025, 87 Min.). Im baskischen 17. Jahrhundert flieht Kattalin vor ihrem Mann in den Wald und begegnet drei alten Frauen, die abwechselnd Schauergeschichten erzählen. Anthologisch erzählt, episodenhaft verwoben, mit einem Finale, das wirklich liefert: ketzerisch, obszön, gotteslästerlich – genau so, wie man Hexen und Dämonen sehen will. Eine Plansequenz im Schlussakkord, bei der einem die Schuhe ausziehen. Für alle drei VLM-Hosts ein klares Festival-Highlight.

Tag 3 – Samstag, 18. April 2026

Mother of Flies – Folk-Horror der Adams Family

Die Adams Family liefern wie gewohnt: hypnotisch, langsam, naturalistisch (USA 2025, 92 Min.). Nach dem ausgiebigen Frühstück hat das beschauliche Tempo zwischendurch eingeschläfert – aber die optische Wucht und der Soundtrack der Hausband Hellbender bleiben hängen.

Irati – Director’s Spotlight Teil 2

Das zweite Werk von Paul Urkijo (Spanien/Frankreich 2022, 114 Min.) lief am Samstagnachmittag und wir mussten passen – Pause-Müdigkeit, Frühstücksnachlauf. Was wir aus der Community mitbekommen haben: durchweg gute Worte. Korbi hatte sich vorher zur Vorbereitung schon Errementari (2017) auf Netflix angeschaut – und die Maskenarbeit und Dämonen-Designs sind visuelles Kino vom Feinsten.

Bury the Devil – One-Shot-Achterbahnfahrt

Deutschlandpremiere von Adam O’Brien (Kanada 2025, 86 Min.). Eine Krankenschwester betreut eine Alzheimer-Patientin in einem abgelegenen Haus – und entdeckt, dass die alte Dame nicht nur an Gedächtnisverlust leidet, sondern auch einen Dämon mitbringt. Komplett als One-Shot inszeniert (mit ein paar versteckten Schnitten). Geradlinig, schnörkellos, ein verlässlich befriedigender Genrefilm – die Pizza zwischen den Steaks, wie der Flo es ausgedrückt hat.

The Flesh Itself – Brasilianischer Okkult-Horror

Europapremiere von Ian Sbf (Brasilien 2025, 96 Min.). Drei Kriegsdeserteure suchen im 19. Jahrhundert Unterschlupf in einem abgelegenen Haus, in dem nichts mit rechten Dingen zugeht. Geile Bilder, charakterstarke Gesichter (besonders der ältere Herr mit der brummigen Stimme – der gehört in einen Podcast!), starker Soundtrack, atmosphärisch dicht. Sehr dialoglastig, aber wenn am Ende die Gewalt einsetzt, dann geballt. Kane hätte sich das Okkulte gleichmäßiger über den Film verteilt gewünscht.

Tag 4 – Sonntag, 19. April 2026

Sasyq (Stinker) – Golden-Razor-Blade-Gewinner

Yerden Telemissovs kasachische Sci-Fi-Komödie (2025, 102 Min.) wurde zum Publikumssieger des Festivals gekrönt. Eine Geschichte über die Bromance zweier Stinker von verschiedenen Planeten – warmherzig, schräg, herzergreifend. Stefan Schimek vom Weird Weekender hat ihn anmoderiert und Kane stellvertretend für VLM mit einer (ungewollt sehr kurzen) Ein-Wort-Letterboxd-Review beigetragen. Lief 2025 schon beim Weird Weekender und beim NIFFF.

Errementari – Closing-Block des Director’s Spotlight

Errementari (2017, „Der Schmied und der Teufel“) rundet den Director’s Spotlight ab. Korbi war vorbereitet und kann zur grandiosen Maskenarbeit mitreden – wer Netflix hat, klare Anschauempfehlung. Danach Auftritt der Band Kali im Saal.

Jump Scare – Abschlussfilm

Donnie Hobbis Langfilm-Debüt (USA 2025) mit Eric Roberts wollte ein Heavy-Metal-Horrorfilm ohne Heavy Metal sein und ein Jumpscare-Film ohne Jumpscare. Cooler Vorspann mit MTV-Videoclip-Ästhetik à la Rob Zombie, geile weibliche Hauptrollen, ein paar starke Body-Horror-Spitzen – aber am Ende zu lang, zu dialoglastig und zu wenig dynamisch. Lowlight für alle drei VLM-Hosts. Niemand wird allerdings Mikes legendäre Sockel-aus-dem-Boden-Show vor der Preisverleihung vergessen.

Die Preisverleihung – HARD:LINE XIII Awards

👉 News-Übersicht: Alle Gewinner des HARD:LINE 2026 im kompakten Überblick

  • Méliès d’Argent (Jury-Award Kurzfilm): Compost – Florian Eckers Krampus knapp auf Platz 2
  • Silver Razor Blade (bester Kurzfilm): The Seeing Eye Dog
  • Golden Razor Blade (bester Langfilm): Sasyq (Stinker)

Persönliche Sieger: Für Kane, Mike und Korbi war GAUA der Festival-Sieger – damit liegen wir thematisch alle auf einer Wellenlänge. Mike hatte zusätzlich Strange Harvest ganz oben.

Die Festival-Jury 2026

In der Jury saßen dieses Jahr Eleanor Levy (Mitveranstalterin des The-Final-Girls-Festivals, das sich Filmen mit und über Frauen widmet), Valeria Bistagnino (Produzentin bei Mostra Cine, Co-Produzentin von Virgin of Quarry Lake und When Evil Lurks) und Christopher Tauber (Comic-Künstler und Drehbuchautor, u.a. für die „Drei Fragezeichen“-Comics und -Hörspiele). Christopher hat sogar eine Privatzeichnung für Mikes Kinder als persönliches Geschenk angefertigt.

Die HARD:LINE-Family 2026

Das Festival ist dieses Jahr wieder gewachsen – und die Community-Atmosphäre ist einfach unschlagbar. Riesige Kartoffeln gehen raus an:

Die Podcaster von Viva la Movielución, Filmfressen, Bewegtbild Banausen und Cinema Volante beim HARD:LINE Film Festival 2026 in Regensburg
Familienfoto vom HARD:LINE 2026: die Podcast-Crews von Viva la Movielución, Filmfressen, Bewegtbild Banausen und Cinema Volante – das Beste am Festival sind eben doch die Leute drumherum.
  • Florian und Martin vom Art or Trash Cinema Podcast – die Schweizer Neuzugänge des Jahres, mit denen die Chemie sofort gestimmt hat. Eine VLM-Special-Folge mit ihnen ist bereits in Arbeit.
  • Manu und Peter von den Filmfressen – plus Überraschungsgast Guess von den Bewegtbild Banausen auf Stippvisite aus Berlin
  • Alessandro von Cinema Volante – Giallo- und Jalli-Spezialist mit eigenem Podcast
  • Tobi vom Filmtoast – treuer Begleiter und Gast-Host der Tag-3-Recap-Folge
  • Christian als würdige Vertretung von Markus / Neon Zombie
  • Stefan Schimek vom Weird Weekender – samstags spät dazugekommen, Highlight des Tages
  • Pascal, Lukas, Niklas und die zwei neuen Kolleginnen vom Shivers Festival / Fright Nights
  • Michael Orth vom Landshuter Kurzfilmfestival – immer ein Stammgast in unseren Herzen
  • Christopher Tauber aus der Festival-Jury – echt hardline-würdig
  • Den Bärtigen Michael – einer unserer Hörer, der uns reich mit Geschenken und Pokémon-Boosterpacks beschenkt hat. Du irrer Hund!
  • Das HARD:LINE-Team: Festivalleiter Florian Scheuerer, Magdalena Würfl, Dominik, Karin, Ben und alle Helfenden – Standing Ovations und ein verdienter Mike-Rant über die Trophäensockel-Sabotage von John Adams

Cutter: Korbi

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🎬 Mehr zum Festival: hardline-filmfestival.com

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Wenn dir unser HARD:LINE-Roundup gefallen hat, dürften dich auch diese Folgen interessieren:

FAQ zum HARD:LINE 2026 Roundup

Wer hat den Hauptpreis beim HARD:LINE 2026 gewonnen?

Den Golden Razor Blade als bester Langfilm gewann Sasyq (Stinker) von Yerden Telemissov, eine kasachische Sci-Fi-Komödie. Den Silver Razor Blade als bester Kurzfilm bekam The Seeing Eye Dog. Den Méliès d’Argent (Jury-Preis Kurzfilm) erhielt Compost; Krampus von Florian Ecker landete knapp auf Platz 2.

Welcher Film war das Highlight für die VLM-Hosts?

Für Kane, Korbi und Mike war GAUA von Paul Urkijo Alijo das persönliche Highlight des Festivals. Mike nannte zusätzlich Strange Harvest als Top-Favoriten. Auch Krampus von Florian Ecker hat alle drei Hosts begeistert und in Eckers Bayern-Folk-Horror das nächste große deutsche Genretalent erkannt.

Welche Filme liefen beim HARD:LINE 2026 im Hauptprogramm?

Im Hauptprogramm liefen 13 Spielfilme: The Virgin of the Quarry Lake, Buffet Infinity, I Live Here Now, Strange Harvest, GAUA, Mother of Flies, Errementari, Irati, Bury the Devil, The Flesh Itself, Sasyq (Stinker) und Jump Scare. Dazu kamen zwei Kurzfilmblöcke (Short & Hoart 1 und 2) sowie der Mittellangfilm-Block „Highlight Deutsches Kino“ mit Himmelskörper und Krampus.

Wer war Director’s Spotlight beim HARD:LINE 2026?

Der baskische Regisseur Paul Urkijo Alijo war 2026 Director’s Spotlight. Gezeigt wurden alle drei seiner Spielfilme: Errementari (2017, „Der Schmied und der Teufel“), Irati (2022) und seine Deutschlandpremiere GAUA (2025).

Ist Viva la Movielución Medienpartner vom HARD:LINE Festival?

Ja! Viva la Movielución ist auch 2026 wieder offizieller Medienpartner vom HARD:LINE Film Festival. Wir haben mit drei täglichen Recap-Folgen, dieser großen Roundup-Folge und mehreren Interviews vor Ort berichtet – darunter Gespräche mit Paul Urkijo Alijo, Florian Ecker (Krampus), Simon Glassman & Allison Bench (Buffet Infinity) sowie Stefan Schimek (Weird Weekender).

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