Erstmals im Filmbesprechungs-Einsatz: Seppi hat sich vom Talkthrough zu Kane „verlaufen“ und gemeinsam geht’s ins Cineplex Vilsbiburg – inklusive Sektempfang im Foyer – für The Housemaid. Die Paul Feig-Verfilmung des Bestseller-Romans von Freida McFadden bringt einen der attraktivsten Casts der jüngeren Kinogeschichte auf die Leinwand und einen Twist, ohne den die Folge nicht funktioniert. Achtung: Diese Folge enthält massive Spoiler.
Worum geht es in The Housemaid?
Millie Calloway (Sydney Sweeney) lebt im Auto und ergattert eine zweite Chance: Hausmädchen bei den wohlhabenden Winchesters. Herrin des Hauses ist Nina (Amanda Seyfried), ihr gut aussehender Ehemann Andrew (Brandon Sklenar). Was als Job-Rettung beginnt, kippt schnell – und der eigentliche Twist hebelt die Erwartungen aus, wer hier Täter und wer Opfer ist.
Amanda Seyfried stiehlt allen die Show
Beide Hosts sind sich einig: Die Schauspielleistung von Amanda Seyfried ist das Highlight des Films. Ihre schnellen Wechsel zwischen kontrollierter Freundlichkeit und vollständig eskalierender Psychorolle sitzen punktgenau – und Nina hat schauspielerisch deutlich mehr zu tun als Millie. Die Folge wählt Seyfrieds Performance als gemeinsamen Top-Pick.
Sydney Sweeney: zu wenig Stoff zum Spielen?
Seppis Buchvergleich liefert Kontext: Im Roman ist Millie deutlich vielschichtiger gezeichnet, mit innerem Monolog und langsamem Spannungsaufbau. Im Film wird die Figur als zurückhaltende Duckmäuserin geschrieben, was Sweeney wenig Spielraum lässt. Beide Hosts nehmen sie in Schutz – die Rolle gibt schlicht nicht mehr her – hoffen für die Fortsetzung aber auf mehr Tiefe.
Buchvorlage vs. Film: Was Seppi anders sieht
Seppi hat die ersten beiden Romane der Buchreihe gelesen und liefert zentrale Unterschiede: Der italienische Gärtner Enzo Accardi (Michele Morrone) hat im Buch eine ausgearbeitete Hintergrundgeschichte und eine echte Beziehung zu Nina. Das Finale läuft anders ab – gleiches Endergebnis, aber psychologisch fieser inszeniert: Statt der Glasscherben-Szene zwingt Andrew seine Frau im Buch dazu, mehrere schwere Bücher tagelang auf dem Bauch zu balancieren. Auch die Kernthematik – häusliche Gewalt und Unterdrückung in der Ehe – kommt im Buch sehr viel stärker zur Geltung; der Film bewegt sich eher Richtung Unterhaltungskino mit deutlichem Fokus auf Sweeneys optische Reize.
Kameraarbeit und Cast-Größenverhältnisse
Auffällig in den Dialogszenen: Die Kamera zeigt häufig nur die sprechende Person – als wären die Schauspieler nie gleichzeitig im Raum gewesen. Erinnerungen an die Sägewerk-Edition zu Jurassic World 3 werden wach. Dazu die extreme Kameraperspektive, die Brandon Sklenar wie einen Drei-Meter-Riesen wirken lässt, während die zwei weiblichen Hauptrollen klein erscheinen. Handwerklich eigenwillig, inhaltlich vielleicht beabsichtigt, um das ungleiche Machtverhältnis zu betonen.
Fortsetzung bestätigt: The Housemaid’s Secret
Bei einem Budget von 35 Mio. Dollar und einem weltweiten Einspielergebnis von rund 400 Mio. Dollar war die Fortsetzung praktisch gesetzt. Lionsgate hat den zweiten Teil – Adaption von The Housemaid’s Secret – mittlerweile offiziell bestätigt. Paul Feig, Sydney Sweeney und Michele Morrone kehren zurück. Die Buchreihe hat noch zwei weitere Teile, also ist Stoff für mehr da.
Triple Threat: Titten, Trompeten, Tote Tiere
- Titten: Ja!
- Trompeten: Nein!
- Tote Tiere: Nein!
Tops und Flops
Top (beide): Amanda Seyfrieds Schauspielleistung – einstimmig gewählt. Die Bandbreite ihrer Rolle gibt ihr deutlich mehr Spielraum als Sweeney, und sie nutzt jeden Zentimeter davon.
Flop (Seppi): Sydney Sweeney wird zu sehr als Eye-Candy in Szene gesetzt, statt mit psychologischer Tiefe ausgestattet zu werden. Die Buchvorlage hätte mehr hergegeben, das Drehbuch lässt das Potenzial liegen.
Flop (Kane): Andrews Mutter (Elizabeth Perkins) bekommt für ihren verabscheuungswürdigen Charakter viel zu wenig narratives Fett weg – die Figur hat zwei Szenen und ist sofort hassenswert, aber die Strafe am Ende wirkt zu mild.
Hört rein bei Podigee, Spotify, Apple Podcasts oder YouTube. Steady-Unterstützer bekommen exklusive Folgen und früheren Zugang: steady.page/de/vivalamovielucion.
Eine kurze Bitte zum Schluss: Wenn euch die Folge gefallen hat, freuen wir uns sehr über eine Bewertung bei Apple Podcasts. Eine kurze 5-Sterne-Wertung mit ein paar Worten hilft uns enorm, neue Hörerinnen und Hörer zu erreichen.
Weitere VLM-Episoden zum Thema
- 28 Years Later: The Bone Temple – Das Jimmy-Geheimnis (#331)
- Promising Young Woman (2020) mit Florentin Will im Talk (#70)
- Possessor: Cronenberg Jr. und der Body-Horror (#125)
- Jurassic World 3: Sägewerk-Edition (#139)
- Alle Film-Folgen im Überblick
FAQ zu The Housemaid
Wer spielt in The Housemaid mit?
Hauptrollen: Sydney Sweeney als Millie Calloway, Amanda Seyfried als Nina Winchester, Brandon Sklenar als Andrew Winchester, Michele Morrone als Gärtner Enzo Accardi und Elizabeth Perkins als Andrews Mutter Mrs. Winchester. Regie führt Paul Feig (Bridesmaids, Spy, Ghostbusters 2016).
Auf welchem Buch basiert The Housemaid?
Der Film basiert auf dem 2022 erschienenen Bestseller-Roman The Housemaid der amerikanischen Autorin Freida McFadden. Auf Deutsch erschien das Buch unter dem Titel Wenn sie wüsste. Die Reihe hat aktuell drei Teile.
Wie endet The Housemaid?
Achtung Spoiler: Der zentrale Twist enthüllt, dass Andrew Winchester ein psychischer und physischer Misshandler ist, der seine vorherige Ehefrau Nina jahrelang missbraucht hat. Millie übernimmt am Ende die Rolle der Rächerin und sperrt Andrew dort ein, wo er Nina lange gequält hat.
Gibt es eine Fortsetzung von The Housemaid?
Ja, Lionsgate hat im Januar 2026 offiziell bestätigt, dass eine Verfilmung des zweiten Bandes The Housemaid’s Secret in Entwicklung ist. Paul Feig kehrt als Regisseur zurück, Sydney Sweeney und Michele Morrone sind ebenfalls wieder mit dabei.
Was ist der größte Unterschied zwischen Buch und Film?
Der Roman ist deutlich psychologischer angelegt: Millie ist vielschichtiger, der Gärtner Enzo hat mehr Backstory, und das Finale läuft anders ab – statt einer Glasscherben-Szene zwingt Andrew Nina im Buch dazu, schwere Bücher tagelang auf dem Bauch zu balancieren. Der Film geht stärker Richtung Unterhaltungskino, das Buch ist intensiver bei den Themen häusliche Gewalt und Unterdrückung in der Ehe.


