28 Years Later: The Bone Temple (2026): Sir Jimmy, Samson und Mikes 180-Grad-Wende

KorbiKorbi
MikeMike

Sieben Monate nach 28 Years Later liegt mit 28 Years Later: The Bone Temple der Direkt-Anschluss in den Kinos — und Mike, der den Vorgänger in Folge 299 noch genussvoll auseinandergenommen hat, kippt diesmal komplett um. Korbi und Mike sezieren Nia DaCostas Sequel — von der Sir-Lord-Jimmy-Crystal-Sekte über Dr. Kelsons Heilversuche bis zum Cliffhanger, der die gesamte 28er-Trilogie neu kalibriert.

Worum geht’s?

Direkter Anschluss an das absurde Schluss-Trara von 28 Years Later: Im wutvirus-verseuchten Schottland (nicht England, wie Mike anfänglich denkt) trifft Spike auf The Fingers — eine satanische Sekte von 30-Jährigen in grellbunten Trainingsanzügen mit peroxid-blonden Haaren, geführt vom selbsternannten Sir Lord Jimmy Crystal. Spike wird in die Gang aufgenommen — nach einem brutalen Initiations-Ritus, in dem er Jimmy Shite in einem Death-Match töten muss — und auf den Namen „Jimmy“ umgetauft. Parallel arbeitet Dr. Ian Kelson im namensgebenden Bone Temple (einem Knochen-Ossuarium für alle Wutvirus-Toten) an seiner stillen Mission: dem riesigen Alpha-Infizierten Samson die Menschlichkeit zurückzubringen — über Morphium-Bläsrohrpfeile, Geduld und am Ende: einen ersten Wortlaut. Spoiler: „moon“.

Cast: Jack O’Connell als Sir Lord, Ralph Fiennes als Dr. Kelson

Das Casting-Highlight ist Jack O’Connell als psychopathischer Sektenführer Sir Lord Jimmy Crystal — frisch aus Sinners (2025) als Obervampir Remmick und seit Eden Lake (2008) als jugendlicher Asozialer ein Genre-Stammgast. Mike: „Diese Figur, wie der Jack O’Connell das rüberbringt, ist ein riesiges Highlight.“ Unberechenbar, jederzeit zwischen Charme und Tod kippbar — der Antagonist, an dem der ganze Film hängt.

Ralph Fiennes gönnt sich als Dr. Ian Kelson eine herrlich schräge Hauptrolle: Leichen verbrennen, Knochenblumen aus Hüftknochen gestorbener Schwangerer formen, kiffen, gemütliche Musik hören, mit Samson durch den Tempel tanzen wie in einer „Cheech-und-Chong-Bromance im Zombieland“ (Mike’s Worte). Iod-Lösung auf der Haut schützt ihn vorm Wutvirus. Mike: „Von mir aus kriegt er ein Spin-Off.“

Weitere Mitwirkende:

  • Alfie Williams als Spike — der emotionale Anker der Reihe seit Teil 1, hier in einer brutalen Coming-of-Age-Hölle
  • Chi Lewis-Parry als Samson — physisch monumentale Performance, Alpha-Infizierter mit erwachender Menschlichkeit
  • Erin Kellyman als Jimmy Ink / Kellie — die mitfühlende Tattoo-Finger, die Spike vor Sir Jimmy beschützt und die zentrale Allianz mit ihm bildet
  • Emma Laird als Jimmima — die sadistische Counterpart-Finger
  • Mirren Mack als Cathy — die schwangere Überlebende, die Sir Jimmy entkommt
  • Louis Ashbourne Serkis als Tom — Cathys Partner. Sohn von Andy Serkis, was im VLM-Universum direkt einen Verweis verdient.
  • Connor Newall, Robert Rhodes, Ghazi Al Ruffai, Maura Bird, Sam Locke — als Jimmy Shite, Jimmy Jimmy, Jimmy Snake, Jimmy Jones, Jimmy Fox

Jimmy Savile: der finstere Real-Pate der Sekte

Was deutsche Zuschauer wahrscheinlich nicht auf dem Schirm haben — und was Mike kurz im Podcast erklärt: Sir Jimmy und seine Fingers sind nach Jimmy Savile stilisiert. Savile war jahrzehntelang einer der bekanntesten BBC-TV-Stars Großbritanniens (Top of the Pops, Jim’ll Fix It), wurde 1990 von Prinz Charles geadelt — und enttarnte sich nach seinem Tod 2011 als einer der schlimmsten Sexualstraftäter der UK-Mediengeschichte mit hunderten Opfern über Jahrzehnte. Die grellbunten Trainingsanzüge, die peroxid-blonden Haare, der Goldschmuck — alles direkt von Savile abgekupfert.

Regisseurin Nia DaCosta und Drehbuchautor Alex Garland nutzen das für eine bittere Pointe: Sir Jimmy, dessen Kindheit durch den Rage-Virus-Ausbruch zerstört wurde, klammert sich an die Reste der Pop-Kultur seiner Eltern — und idealisiert ausgerechnet Savile, weil er die wahre Geschichte des Ghouls nie erfahren hat. „Charisma + ungestrafte Macht“ als perverses Vorbild. Eine Nuance, die zusätzlich erklärt, warum die Fingers so vehement Old Nick (Satan) als ihren Ur-Vater beschwören.

Nia DaCosta vs. Danny Boyles Stilbruch

Während Boyle in 28 Years Later mit Bullet-Time, Mittelalter-Inserts und permanenten visuellen Spielereien jonglierte, geht Nia DaCosta herkömmlich an die Sache: kein Schnickschnack, klarer Fokus, zwei Handlungsstränge die sauber aufeinander zulaufen. Genau diese reduzierte Inszenierung war für Mike der Schlüssel: „Das ganze kleiner, intimer, nachvollziehbarer.“ Ironischerweise behandelt The Bone Temple den Wutvirus erstmals seit Teil 1 wieder ernsthaft mythologisch — Kelsons Heilversuche bringen die Welt-Logik weiter, statt nur Last-of-Us- und Walking-Dead-Tropes nachzubeten.

Die Filme wurden back-to-back gedreht (Boyle und DaCosta), drei Wochen nach Abschluss von Teil 1 ging Teil 2 mit demselben Set in den Dreh (Bone-Temple-Set in Redmire, North Yorkshire; Eröffnungsszene im Richard Dunn Sports Centre in Bradford). Die Score für Bone Temple stammt von Hildúr Guðnadóttir (Oscar für Joker) — und das ikonische Ende mit John Murphys „In The House — In A Heartbeat“ aus 28 Days Later ist als Rückkehr ins Quellfranchise zurückkomponiert.

Mikes 180-Grad-Wende: vom „Hirs“-Hasser zum Bone-Temple-Fan

Wer Folge 299 gehört hat, weiß: Mike hatte mit 28 Years Later massive Probleme — vor allem mit den Walking-Dead-Tropes und dem misslungenen Finale. Bei The Bone Temple kippt das komplett. Auf Letterboxd liegt der Film bei 4,0, der Vorgänger nur bei 3,6 — Mike landet selbst bei 4,5 Sternen. „Es ist halt wirklich ein rundes, schönes Ganzes.“ Sogar Korbi vermutet, der zweite Teil könnte den ersten retroaktiv aufwerten — wenn Teil 3 das Universum dann zusammenführt.

Der Magic Moment: Iron Maiden im Bone Temple

Korbis absoluter Top-Moment: Dr. Kelson überzeugt die Fingers im Climax mit einer Performance davon, dass er der Teufel ist — präpariert mit Plattenspieler und Boxen, dazu kippt Iron Maidens „The Number of the Beast“ aus den Lautsprechern, während die Sektenmitglieder Koks ziehen und sich high tanzen. Mike grummelt zwar pflichtgemäß über Iron-Maiden-Klischees in Satanisten-Szenen („Wäre ein Gutterlachs-Track nicht origineller gewesen?“) — aber selbst er muss zugeben: optisch und atmosphärisch sitzt das. Needle Drop, neudeutsch. Die Nadel auf dem Vinyl, neu-altdeutsch.

Die Szene endet katastrophal: Sir Jimmy verliert die Kontrolle, ersticht Kelson tödlich, wird selbst überwältigt und an einem umgedrehten Kreuz aufgehängt — wo er dann von herangelockten Infizierten gefressen wird, während Spike und Kellie fliehen.

Das Cameo, über das Mike absichtlich kryptisch wird

Korbi und Mike umkreisen das Schluss-Cameo im Podcast vorsichtig („Imperium-schlägt-zurück-Moment, offenes Ende, aber wir haben Aussicht auf was ziemlich Cooles“) — hier auf der Webseite können wir konkret werden: Nach Sir Jimmys Tod schneidet der Film auf einen abgeschiedenen Bauernhof. Eine junge Frau sitzt am Schreibtisch und studiert. Ein Mann betritt den Raum — und es ist Cillian Murphy als Jim. Der Bicycle Courier aus dem Original-28 Days Later (2002), der in Teil 2 (28 Weeks Later) und Teil 3 (28 Years Later) komplett abwesend war. An seiner Seite: seine Tochter Sam (gespielt von Maiya Eastmond). Murphy war auf beiden neuen Filmen Executive Producer, sein Auftritt ist die Set-Up-Sequenz für den 2026er-Cliffhanger — und die Hauptrolle für Teil 5 der Reihe.

28 Years Later Part III: Wartezeit unbestimmt

Anders als Teil 1 und 2 wurde der dritte Teil nicht back-to-back gedreht. Sony wartete bewusst die Bone-Temple-Zahlen ab — und die laufen ernüchternd: Der Film hat sein 63-Millionen-Dollar-Budget trotz starker Kritiken nicht eingespielt (Stand April 2026: ca. 58 Millionen Dollar weltweit, also ein Box-Office-Bomb). 28 Years Later hatte mit 151 Millionen US-Dollar bei 60 Millionen Dollar Budget noch komfortabel reingeholt. Sony hatte Teil 3 vor dem Bone-Temple-Theater-Release bereits grünes Licht gegeben — zurückgenommen wurde es bisher nicht, aber Cillian Murphy selbst betonte mehrfach, dass der dritte Teil nur bei wirtschaftlichem Erfolg von Teil 2 sicher kommt. Aktuell hängt es am seidenen Faden — Wartezeit ist eingeplant. Korbi und Mike: Hauptsache, er kommt überhaupt. Das Set-up ist zu gut, um es ungenutzt liegenzulassen.

Mikes Top: Samsons Popcorn-Eimer-Hirn

Mikes absolute Highlight-Szene: Samson reißt einem Jimmy-Mitglied den Kopf samt Wirbelsäule ab, bricht den Schädel wie eine Melone auseinander — und sitzt dann minutenlang gemütlich da, klemmt den Kopf wie einen Popcorn-Eimer in den Schwitzkasten und löffelt das Gehirn raus. „Ich war auf einer Seite so amüsiert und angewidert, ich fand das einfach toll.“ Die rohe Physikalität der KNB-ähnlichen Effekte, kombiniert mit Samsons fast kindlicher Zufriedenheit — das ist das Bild, das hängenbleibt.

Mikes Flop: Die Fingers haben kein Lager

Mike’s einziger Kritikpunkt: Die Fingers werden weltbau-technisch nicht zu Ende gedacht. Sie ziehen scheinbar permanent durch die postapokalyptischen Lande, plündern, morden — aber wo schlafen die? Wo lagern die Vorräte? Wo ist die Basis? „Die haben keinen Rucksack, keinen Schlafsack, kein Lager. Alle anderen in dieser Welt bauen sich eine Existenz auf, aber die Fingers ziehen einfach nur rum?“ Mike vermutet als Basis das Freibad aus der Anfangsszene — doch dort ist nichts an Infrastruktur zu sehen. Die einzige größere Logiklücke in einem ansonsten erstaunlich realistischen Film.

Korbis Top: Die Iron-Maiden-Performance

Für Korbi der absolute Top-Moment: Dr. Kelson, der die Fingers durch reine Performance-Energie davon überzeugt, dass er der Teufel ist. Plattenspieler, Boxen, Number of the Beast, Koks im Trance-Modus — „Herrgott hat es Spaß gemacht, ihm dazu zu beschauen.“ Ralph Fiennes als geriatrischer Voldemort-Erbe schlüpft so souverän in die Teufelsrolle, dass es weißes Pulver schneit. „Insgesamt diese ganze Schlussszene da, wo er dann die davor überzeugt, dass er der Teufel ist, das steht dem auch echt gut.“

Korbis Flop: Der Film schmeißt dich rein

Korbi hatte den ersten Teil länger nicht mehr gesehen — und bei der ersten Hälfte von Bone Temple geriet er ins Schwimmen. Ist Spike der Junge vom ersten Teil? Wer war Samson nochmal? Welche Zeitebene ist das? Der Film erklärt nichts neu. „Das war für mich nicht gleich einordnenbar, zu welcher Zeit spielt es denn.“ Eine harte Voraussetzung: Wer 28 Years Later nicht (relativ frisch) gesehen hat, ist verloren. Das Kino-Publikum bei Korbi und Franz reagierte entsprechend: ältere Herren steigen nach 5 Minuten aus mit dem gehörten Statement »Ich habe voll den ersten Neck gesängt«.

Triple Threat — die Auflösung gibt’s in der Folge

Wie steht’s um die heilige Dreifaltigkeit der VLM-Filmbewertung? Trompeten, Titten, tote Tiere — der Bone Temple liefert in allen drei Kategorien ab, allerdings auf seine eigene grimmige Art und Weise. Eine ausgerissene Tier-Trophäe, eine Knochenblumen-Sequenz, die Korbi und Mike zwischen Faszination und Unwohlsein hin- und herwirft, und ein Detail aus einer Samson-Szene, das eine zweite Sichtung wert ist.

👉 Hört in die Folge rein, um die komplette Auflösung mitzunehmen — inklusive Mikes Endurteil zum Film und Korbis Detail-Beobachtung.

FAQ — Die wichtigsten Fragen zu The Bone Temple

Wer ist Sir Lord Jimmy Crystal?
Der psychopathische Anführer der Fingers-Sekte, gespielt von Jack O’Connell. Als Kind beim Rage-Virus-Ausbruch traumatisiert, stilisiert er sich und seine Gang nach dem realen UK-Sexualstraftäter Jimmy Savile (Trainingsanzüge, peroxid-blonde Haare, Goldschmuck).

Was sind die „Fingers“?
Die satanische Sekte um Sir Lord Jimmy Crystal. Alle Mitglieder tragen den Vornamen „Jimmy“ plus Spitznamen-Suffix (Jimmy Ink, Jimmima, Jimmy Shite, Jimmy Snake usw.). Sie morden Infizierte und Überlebende gleichermaßen — als Opfergaben an Old Nick (Satan), den Sir Jimmy als seinen Vater beschwört.

Spielt Cillian Murphy mit?
Ja — und das ist der Cliffhanger des Films. Murphy taucht im Schluss-Cameo nach 24 Jahren erstmals wieder als Jim aus dem Original-28 Days Later auf, mit seiner Tochter Sam an der Seite. Damit ist der Set-Up für Teil 5 der Reihe gelegt.

Wer hat Regie geführt?
Nia DaCosta (Candyman, The Marvels) inszeniert in deutlich reduzierterem Stil als Danny Boyle in Teil 1 — ohne Bullet-Time, ohne Mittelalter-Inserts, dafür intimer und psychologischer. Das Drehbuch stammt erneut von Alex Garland.

Muss man 28 Years Later kennen?
Unbedingt. The Bone Temple setzt nahtlos an Teil 1 an und erklärt nichts neu. Wer Spike, Samson und Dr. Kelson nicht kennt, ist verloren. 28 Years Later ist seit Anfang 2026 auf Netflix — vor dem Kinobesuch nochmal nachschauen lohnt sich.

Kommt ein 28 Years Later Part III?
Sony hatte Part III noch vor dem Bone-Temple-Kinostart grünes Licht gegeben — doch der Box-Office-Flop (58 Mio. von 63 Mio. Budget zurückgewonnen) macht die Produktion wackelig. Cillian Murphy selbst bestätigt: nur bei wirtschaftlichem Erfolg von Teil 2 sicher. Aktuell ungewiss, aber gehofft.

Wie viele Sterne gab’s?
Korbi: 4,5 / 5. Mike: 4,5 / 5 (nach langem Schwanken zwischen 4 und 4,5 — und der Verblüffung, dass ihm der Film tatsächlich besser gefallen hat als der Vorgänger).

Wo läuft Bone Temple zum Streamen?
Seit März/April 2026 auf Netflix verfügbar (in den USA bereits in den Top 10). Davor seit Februar 2026 als Kauf/Leihfilm digital.

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