Kane, Mike und Korbi waren bei der Weltpremiere von Levizia dabei und ziehen Bilanz. Olaf Ittenbachs erster Langfilm nach zehn Jahren ist ein dreistündiges Splatter-Epos, das bei den Fright Nights uraufgeführt wurde. Die drei sind sich einig: handwerklich starke Effekte und tolle Settings, aber deutlich zu lang und mit einem Humor, der spaltet. Für Korbi war es der erste Ittenbach-Film überhaupt.
Levizia (2024): Olaf Ittenbachs Rückkehr nach zehn Jahren
Mit Levizia meldet sich Olaf Ittenbach, der im bayerischen Fürstenfeldbruck geborene Godfather of Gore, nach rund zehn Jahren Pause zurück. Der Film entstand von Herbst 2021 bis Ende 2023, wurde per Crowdfunding finanziert und feierte am 18. Oktober 2024 Weltpremiere bei den Fright Nights. Bei drei Stunden Laufzeit ist Levizia bewusst episch angelegt, dient aber vor allem als Vehikel für eine enorme Masse an praktischen Gore-Effekten und Masken.
Worum geht es in Levizia?
Der Soldat Johannes (Martin Walde) wird im Ersten Weltkrieg schwer verwundet und erwacht Wochen später in der Obhut einer geheimnisvollen Frau namens Levizia (Verena Konietschke). Sie pflegt ihn gesund, und er verliebt sich in sie. Nach und nach stellt sich heraus, dass Levizia ein übernatürliches Wesen ist, das in eine Fehde zwischen zwölf mächtigen Gestalten verstrickt ist. Während Johannes als vermeintlicher Deserteur gejagt wird, schicken dämonische Widersacher eine Kreatur nach der anderen, um Levizia zur Rückkehr zu zwingen. Dazwischen liegt das, wofür Ittenbach gefeiert wird: Splatter ohne Kompromisse.
Effekte, Settings und Ausstattung: Ittenbachs Stärken
Worüber sich Kane, Mike und Korbi einig sind: die handwerkliche Seite überzeugt. Die Weltkriegskulissen, die Kostüme, ein historischer Dampfzug, die Höhlen und Waldschauplätze sehen für ein Independent-Projekt herausragend aus. Ittenbach hat ein Talent dafür, mit begrenztem Budget Vielfalt auf die Leinwand zu bringen. Die Gore-Effekte und Masken sind praktisch gemacht statt am Computer, und genau das macht den Reiz aus. Korbis Highlight war die schiere Bandbreite an Settings, Mikes Favorit eine drastische Dämonengeburt und die typischen Höllenszenen mit abgefuckten Kreaturen.
Zu lang und tonal uneinheitlich: die Kritik
Der größte Kritikpunkt ist die Laufzeit. Drei Stunden sind zu viel: lange Wald- und Trainingspassagen sowie ausführliche Dialoge, die kurz darauf ohnehin in Rückblenden aufgelöst werden, hätten weggekonnt. Nach Meinung der drei wäre ein straffer Schnitt auf rund zwei Stunden ideal gewesen. Dazu kommt der Humor, vor allem viel Slapstick, der nicht recht zur düsteren Weltkriegsthematik passt und reine Geschmackssache bleibt. Mike, langjähriger Ittenbach-Fan, mag seine Filme am liebsten ernst, etwa Black Past oder The Burning Moon. Auch die Figur des Johannes wirkt durch wechselnde Tonalität uneinheitlich.
Weltpremiere bei den Fright Nights
Gesehen haben Kane, Mike und Korbi den Film im Rahmen der Fright Nights, wo Levizia seine Weltpremiere feierte. Die ausgelassene Festivalstimmung trug viel dazu bei, dass selbst die Längen verziehen wurden. Olaf Ittenbach war vor Ort, zeigte sich sehr gesprächig und gab bereits einen Ausblick auf seine nächsten Projekte. Der Nachfolger Start Young ist nahezu fertig und dreht sich um einen Jugendlichen, der zum Mörder wird, ein weiterer Film befindet sich ebenfalls schon in Arbeit.
Triple Threat
Am Ende jeder Folge prüfen die drei ihre berüchtigte Triple-Threat-Wertung. Bei Levizia wird es spannend, ob der Film in allen drei Kategorien liefert. Die Auflösung gibt es nur in der Folge, also unbedingt reinhören.
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Häufige Fragen zur Levizia-Folge
Wer sind die Hosts dieser Folge?
Kane, Mike und Korbi. Mike ist langjähriger Ittenbach-Fan und Horror-Experte, für Korbi war Levizia der erste Film des Regisseurs.
Worum geht es in Levizia?
Der Erste-Weltkriegs-Soldat Johannes wird von der geheimnisvollen Levizia gesund gepflegt und verliebt sich in sie. Sie entpuppt sich als übernatürliches Wesen in einer Fehde zwischen zwölf Mächten, während dämonische Widersacher und Splatter über die volle Laufzeit hereinbrechen.
Wie lang ist Levizia und lohnt sich das?
Levizia läuft rund drei Stunden. Für Gore-Fans und im Festivalkontext lohnt sich der Film dank starker praktischer Effekte und Settings. Kane, Mike und Korbi finden ihn aber deutlich zu lang und hätten sich einen strafferen Schnitt auf etwa zwei Stunden gewünscht.
Wer hat Levizia gedreht?
Regie, Drehbuch und Effekte stammen von Olaf Ittenbach, dem in Fürstenfeldbruck geborenen Godfather of Gore des deutschen Underground-Horrors. Levizia ist sein erster Langfilm nach rund zehn Jahren.
Kommt ein neuer Ittenbach-Film?
Ja. Sein nächstes Projekt Start Young war zur Premiere bereits fast fertig und handelt von einem Jugendlichen, der zum Mörder wird. Ein weiterer Film befindet sich ebenfalls in Arbeit.



