#amLeben (#Alive) – Zombie-Lockdown aus Südkorea

Kane – VLM Co-FounderKane
Korbi – Co-Founder und Host von Viva la MovieluciónKorbi

Kane und Korbi (Mike fehlt diesmal) besprechen den südkoreanischen Netflix-Hit #Alive (Originaltitel #살아있다 / #Saraitda) – im deutschen Release als #amLeben auf Netflix gelandet. Ein junger Streamer (Yoo Ah-in) muss als einer der wenigen Überlebenden eine Zombie-Apokalypse in seiner Wohnung im Hochhaus überstehen – und entdeckt eine Mit-Überlebende im gegenüberliegenden Block (Park Shin-hye). Lockdown-Horror trifft 2020-Pandemie-Zeitgeist.

Worum geht’s in #amLeben?

Oh Joon-woo (Yoo Ah-in) ist ein junger Live-Streamer und Gamer in Seoul, der seine Tage hauptsächlich vor dem PC verbringt – ähnlich wie viele 80er-Bayern-Podcaster, nur eben mit Videos statt Mikro. Eines Morgens wacht er allein in der Familienwohnung im 6. Stock auf, draußen tobt das Chaos, Menschen beißen sich gegenseitig auf der Straße. Schnell wird klar: Eine Art Virus rast durch Südkorea und verwandelt Infizierte in schnelle, aggressive Zombies. Joon-woo verbarrikadiert sich, frisst sich durch die Vorräte und hofft auf Rettung. Als Strom, Internet und Handy-Netz nach und nach ausfallen – Korbis „traurigster Moment im Film, wenn das Internet ausgeht“ – verliert er die Hoffnung. Bis ein Laserpointer-Lichtsignal aus dem gegenüberliegenden Hochhaus auftaucht: Kim Yoo-bin (Park Shin-hye) hat überlebt. Die beiden bauen eine Walkie-Talkie-Verbindung auf, koordinieren sich per Drohne, und müssen zusammen einen Weg aus der Apokalypse finden.

Cast und Crew

Regie: Cho Il-hyung (auch Il Cho / Cho Il) – sein Spielfilm-Regiedebüt nach mehreren Jahren als Regieassistent bei südkoreanischen Action- und Thriller-Produktionen.

Drehbuch: Cho Il-hyung, basierend auf dem 2019er-Originalskript Alone des US-Drehbuchautors Matt Naylor. Naylors Skript wurde kurioserweise parallel auch in den USA als eigener Film mit Tyler Posey verfilmt – beide Versionen erschienen 2020.

Hauptcast:

  • Yoo Ah-in als Oh Joon-woo – der Streamer mit der namhaft schlimmen blondierten Frisur, die Kane den ganzen Talk über fertigmacht. Yoo Ah-in war zur Zeit der Folge bereits ein gestandener Schauspieler (Burning, The Throne, Veteran, Hellbound).
  • Park Shin-hye als Kim Yoo-bin – die deutlich kompetentere Mit-Überlebende mit der scharfen kleinen Axt im gegenüberliegenden Block. Bekannt unter anderem aus Memories of the Alhambra und Miracle in Cell No. 7.
  • Lee Hyun-wook als Lee Sang-cheol
  • Jeon Bae-soo als „Mask man“

Das Verdikt von Kane und Korbi

Beide finden den Film auf eine entspannte Art gut. Kein riesiges Genre-Reboot, sondern ein kompakter, kammerspielartiger Zombie-Survival mit Spaß-Faktor. Die ersten Minuten gehen schnell zur Sache (drei Minuten und es geht los, lobt Kane), und auch der erste, weitgehend dialogfreie Teil funktioniert, weil er das Alleinsein des Protagonisten verstärkt. Das ständige Lesen der Untertitel fällt nach kurzer Zeit nicht mehr auf, weil Joon-woo schlicht kaum mit jemandem spricht – Korbi schaut den Film mit seiner Frau zusammen ohne Schmerzen am O-Ton.

Was beide gut fanden

  • Die Kammerspiel-Inszenierung – nahezu der ganze Film findet in Joon-woos Apartment statt, dem gegenüberliegenden Block oder im Treppenhaus. Diese räumliche Begrenzung macht den Film für Korbi einzigartig im Zombie-Genre.
  • Die Klimmzugstangen-Szene – Kanes Highlight. Joon-woo läuft aus einer fremden Wohnung, ein Zombie hinterher, der unterwegs voll in eine Klimmzugstange im Türrahmen reinrumpelt. „Stylisch.“
  • Die Instant-Nudeln-Kochszene – Yoo-bin und Joon-woo kochen gleichzeitig in ihren Wohnungen Ramen und kommunizieren per Walkie-Talkie. Kane: „schön niedlich und berührend“ – ein menschlicher Moment in der Apokalypse.
  • Das Finale – ohne zu spoilern: ein cooler kleiner Twist, befriedigende Auflösung.
  • Die Pandemie-Resonanz – Korbi vermutet, dass der Film außerhalb der Corona-Zeit auf dem Parasite-Hype mit-aufgesprungen wäre und es bis ins europäische Kino geschafft hätte.

Kanes Aufreger Nummer 1: Die blondierten Haare

Kane hat eine grundlegende Aversion gegen blondierte Männerhaare – und Joon-woos „ultrakreisliger Scheißhausfrisur“ gibt er den Rest. Den ganzen Film über. Originalton Kane: „Es gibt keinen einzigen Menschen auf dieser Welt, dem diese scheiß blondierten, ausgewaschenen Haarsträhnen stehen.“ Trotzdem findet er den Charakter sympathisch – Joon-woo wirkt durch sein konsequent etwas verpeiltes, internet-süchtiges Auftreten „auf eine geile Art doof“, und das nimmt man ihm gerne ab. Kane: „Der wäre ein guter Esports-Profi geworden, so intensiv wie der da eingerichtet war.“

Korbis Aufreger: Der deutsche Titel „#amLeben“

Korbis größter Kritikpunkt ist nicht filmisch, sondern marketingtechnisch. Netflix hat den Titel ins Deutsche übersetzt – „#amLeben“ – aber den Film gleichzeitig nur im südkoreanischen Originalton mit deutschen Untertiteln verfügbar gemacht (zumindest zum Zeitpunkt der Folge im September 2020). Das verwirrt: Wenn der Titel deutsch ist, suggeriert er deutsche Synchro – die es aber nicht gibt. Wäre der Titel als #Alive stehen geblieben, hätte sich Korbis Frau das Untertitel-Schauen vorab sparen können.

Kritikpunkt: Zombies, die Seile hochklettern

Kane und Korbi diskutieren intensiv eine Szene, in der ein Zombie ein Seil hochklettert, weil er sich offenbar an seine Mensch-Vergangenheit erinnert. Beide sind keine Fans dieser „lernenden Zombies“-Sub-Trope. Kanes einzige Vergleichs-Erinnerung dafür: George A. Romeros Land of the Dead (2005), wo der Anführer-Zombie auch dazulernt. Bei #Alive bleibt das aber bei einer einzelnen Szene – akzeptabel.

Trivia & Hintergrund

Hommage an Max Brooks‘ „World War Z“

Kane hat die Trivia ausgegraben: Die Hauptidee von #Alive – Online-Gamer in einem Hochhaus erlebt eine Zombie-Apokalypse, ohne reale Survival-Skills – ist eine Hommage an die „Kondo Tatsumi“-Geschichte aus dem Roman World War Z – An Oral History of the Zombie War (2006) von Max Brooks. In Brooks‘ Buch spielt die Geschichte allerdings in Japan, in #Alive wurde sie nach Südkorea verlegt. Das Buch ist eine Sammlung fiktiver Augenzeugenberichte aus dem globalen Zombie-Krieg – die Brad-Pitt-Verfilmung von 2013 hat davon kaum etwas übernommen, was Korbi auch im Talk anmerkt.

Netflix-Welt-Hit der Pandemie

Der Film startete am 24. Juni 2020 in den südkoreanischen Kinos und holte dort fast 2 Millionen Besucher (zur Zeit der Pandemie ein außergewöhnlich gutes Ergebnis). Am 8. September 2020 erschien er global auf Netflix – und schoss innerhalb von zwei Tagen auf Platz 1 der Netflix-Filme weltweit, in 35 Ländern auf #1, darunter USA, Frankreich, Spanien, Australien und Pakistan. Bis Dezember 2020 war er in 90 Ländern in den Top 10 und damit der erfolgreichste asiatische Netflix-Horror-Titel des Jahres. Korbi vermutet im Talk, der Film wäre ohne Corona-Krise auch in deutsche Kinos gekommen – Korbi hat damit historisch betrachtet einen guten Punkt.

Vergleichsfilme im Talk

  • Train to Busan (2016) – der südkoreanische Zombie-Maßstab schlechthin, Vergleichspunkt für die Zombie-Optik (cremig-weißliche Augen, blutige Münder).
  • Kingdom (Netflix-Serie, 2019–) – Joseon-Ära-Zombies. Kane hat zwei Staffeln gesehen, Korbi spekuliert auf eine „gleiches Universum, 700 Jahre später“-Verbindung mit #Alive – die es offiziell aber nicht gibt.
  • Land of the Dead (2005) – George A. Romeros lernende Zombies als Negativ-Beispiel für die „Seil-hochkletternder-Zombie“-Sub-Trope.
  • The Walking Dead – als Maßstab für richtig handgemachte, ausgefranste Splatter-Zombies, die Kane bei #Alive ein bisschen vermisst.
  • World War Z (2013) – Brad Pitt. Kanes Lieblingsmoment: das Fake-Poster mit der Katze. Davor und danach bleibt der Film bei beiden eher mau in Erinnerung.
  • Parasite (2019) – Bong Joon-hos Oscar-Schwergewicht, das ein Jahr vor #Alive die internationale Aufmerksamkeit auf koreanisches Kino katapultiert hat.

Update für 2026: Yoo Ah-ins Drogen-Skandal

Eine traurige Nachfolge-Geschichte: Hauptdarsteller Yoo Ah-in wurde 2023 angeklagt wegen illegaler Propofol-Verwendung und Marihuana-Konsum. Im September 2024 wurde er erstinstanzlich zu einem Jahr Haft verurteilt; im Februar 2025 wurde das Urteil in der Berufung in eine Bewährungsstrafe (1 Jahr mit 2 Jahren Bewährung) umgewandelt. Yoo Ah-in war seit 2023 quasi aus dem aktiven Filmbetrieb ausgeschieden; sein zuletzt gedrehter Netflix-Film The Match mit Lee Byung-hun hängt seit Jahren in der Release-Schwebe. Eine erfolgreiche Karriere mit prominenten Rollen in Burning, The Throne, Veteran und Hellbound wurde damit faktisch zum Erliegen gebracht. Park Shin-hye dagegen hat sich seither weiter etabliert (u. a. The Call, Sisyphus).

Die VLM Drei T’s: Triple Threats

Kanes ironische Zusammenfassung: „Keine Schauwerte bei dem Film, schaut’s nicht an“ – natürlich nicht ernst gemeint.

  • Sterben Tiere? Nein. Korbi achtet bewusst darauf – im ganzen Film ist kein einziger Hund oder anderes Tier zu sehen. Kanes Bayern-Klischee-Bonus: „Außer in gekochter Form vielleicht“ – nicht ganz ernst gemeint.
  • Titten? Nein. #Alive hält sich an typisch südkoreanische Genre-Konventionen.
  • Trompeten? Nein. Stattdessen Beenzinos Hip-Hop-Track „Break“ als musikalischer Begleiter, plus moderne Elektronik-Beats.

Kanes finale Mission: Sich nicht selbst von Hörern mit blondierten Haaren angegriffen fühlen lassen, sondern als Aufruf zur Selbstreflexion verstehen. Korbis finaler Abschied auf Koreanisch: 안녕 – „Annyeong!“

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FAQ zur Folge

Worum geht’s in #Alive (#amLeben)?

Ein junger Streamer (Yoo Ah-in) wacht in seinem Apartment in Seoul auf und findet sich allein in einer rapide eskalierenden Zombie-Apokalypse wieder. Eingesperrt im Hochhaus, ohne Internet und Handy-Netz, kämpft er ums Überleben – bis er eine zweite Überlebende (Park Shin-hye) im gegenüberliegenden Block entdeckt.

Wer hat #Alive inszeniert?

Cho Il-hyung (oft auch als Il Cho oder Cho Il geschrieben). Es ist sein Regiedebüt für einen Spielfilm. Das Drehbuch basiert auf dem 2019er-Originalskript „Alone“ des US-Autors Matt Naylor, das Cho gemeinsam mit Naylor adaptiert hat. Naylors Originalskript wurde übrigens parallel auch in den USA als eigener Film mit Tyler Posey verfilmt – beide Versionen erschienen 2020.

Wo kann ich #Alive schauen?

Auf Netflix. Zum Zeitpunkt der Folge (September 2020) nur im südkoreanischen Originalton mit Untertiteln verfügbar – inzwischen gibt es eine deutsche Synchronisation und englische Sprachoptionen.

Wann kam #Alive raus?

Am 24. Juni 2020 in den südkoreanischen Kinos (knapp 2 Mio. Besucher) und am 8. September 2020 global auf Netflix. Innerhalb von zwei Tagen schoss er auf Platz 1 der Netflix-Filme weltweit und war in 35 Ländern auf #1.

Hat der Film mit „World War Z“ zu tun?

Der Film ist offen als Hommage an die „Kondo Tatsumi“-Geschichte aus Max Brooks‘ Roman World War Z (2006) angelegt. In Brooks‘ Buch spielt die Geschichte in Japan, in #Alive wurde sie nach Südkorea verlegt. Mit der 2013er-Brad-Pitt-Verfilmung hat #Alive aber wenig gemein.

Wie ist die Drei-T-Bilanz dieser Folge?

Sterben Tiere: nein. Titten: nein. Trompeten: nein. #Alive ist in dieser Hinsicht ein Sauberkeitstrio. Dafür gibt’s blondierte Haare und ordentlich Zombie-Action.

Warum ist Yoo Ah-in heute kaum noch im Filmgeschäft?

Yoo Ah-in wurde 2023 wegen illegaler Propofol-Verwendung und Marihuana-Konsum angeklagt. Im September 2024 erstinstanzlich zu einem Jahr Haft verurteilt; im Februar 2025 wurde das Urteil in der Berufung in eine zweijährige Bewährung umgewandelt. Sein zuletzt gedrehter Netflix-Film The Match mit Lee Byung-hun hängt in der Release-Schwebe.

Wer hat in der Folge gesprochen?

Kane und Korbi. Mike war diesmal nicht dabei. Die klassische Zwei-Hosts-Konstellation für eine Genre-Film-Bespechung.

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