Prinzessin Mononoke (1997) – Studio Ghibli, Miyazaki & ein verfluchter Prinz

Korbi – Co-Founder und Host von Viva la MovieluciónKorbi
Kane – Co-Founder von Viva la MovieluciónKane

🎌 Erste Anime-Folge der VLM-Geschichte! Korbi und Kane (Mike fehlt – kommt erst am Ende für die Buntstifte-Pointe ins Spiel) widmen sich Prinzessin Mononoke (1997) von Hayao Miyazaki und Studio Ghibli. Korbi schwärmt vom „besten Ghibli-Film“, den er als Kind locker zehnmal gesehen hat – Kane sieht ihn zum ersten Mal und stellt ihn auf die Waage mit Arrietty. Themen: blutige Wurmwulst-Anfangsszene als FSK-12-Grenzfall, Wolf-Stimme-Mythologie, Lepra-Kranke im Eisenwerk, Ahsoka-Tano-Vergleich, Harvey-Weinstein-Katana-Anekdote („I defeated him“) und Naruto-1997-Faktencheck. Plus Drei T’s wieder.

Prinzessin Mononoke (1997) – Studio Ghiblis Erwachsenen-Märchen

  • Originaltitel: もののけ姫 (Mononoke-hime) – „Mononoke“ ist im Japanischen ein Sammelbegriff für Geister, Dämonen, Ungeheuer und Gespenster (Korbi: „natürlich gewusst – nicht von Wikipedia gelesen“)
  • Regie/Drehbuch/Storyboards: Hayao Miyazaki
  • Produktion: Toshio Suzuki · Studio: Studio Ghibli · Distribution: Toho (Japan) · Miramax (USA, mit Drehbuch-Adaption von Neil Gaiman)
  • Score: Joe Hisaishi (Miyazakis Stamm-Komponist seit Nausicaä) – Theme Song mit Countertenor Yoshikazu Mera (damals kontrovers, heute Klassiker)
  • Original-Stimmen: Yoji Matsuda (Ashitaka), Yuriko Ishida (San), Yuko Tanaka (Lady Eboshi), Akihiro Miwa (Moro – die Wölfin)
  • US-Stimmen: Billy Crudup (Ashitaka), Claire Danes (San), Minnie Driver (Eboshi), Billy Bob Thornton (Jigo), Gillian Anderson (Moro)
  • Genre: Anime / Fantasy / Adventure / Jidaigeki (historisches Drama)
  • Setting: Spätes Muromachi-Zeitalter Japans (15. Jahrhundert)
  • Laufzeit: 134 Minuten (2h 13min – Miyazaki bei der TIFF-Premiere: „die ridiculously lange 2 Stunden 13 Minuten“) · FSK: 12
  • Budget: 2,35 Mrd. Yen (≈ 23,5 Mio USD) – damals teuerster Anime-Film aller Zeiten · Box Office: 19,3 Mrd. Yen (Japan) – höchstes japanisches Einspielergebnis bis Titanic
  • Produktionsdetails: 16 Jahre Konzept (ab 1980), 3 Jahre Produktion, 144.000 Zellen (Cels), davon 80.000 von Miyazaki selbst gezeichnet oder korrigiert; 5 Art Directors (unprecedented); letzter großer Anime auf plastischen Animation Cels
  • Premiere: 12. Juli 1997 (Japan) · 3. Dezember 1999 (USA) · DE 15. Februar 2001

Worum es geht

Der junge Prinz Ashitaka aus dem Volk der Emishi (im Talk fälschlich „Imishi“) verteidigt sein Dorf gegen einen riesigen, schwarz wuchernden Dämonen-Eber. Er besiegt das Ungeheuer, wird aber dabei am rechten Arm verflucht – die Wunde pulsiert, vibriert und verleiht ihm übermenschliche Kraft, frisst ihn aber langsam von innen auf (er schießt jemandem die Arme an einer Stelle ab). Als Ausgestoßener reitet Ashitaka auf seinem roten Elch Yakul nach Westen, um den Hirschgott der Wälder zu finden, der ihn vielleicht heilen kann. Auf seiner Reise stößt er auf Eisenstadt („Tatara“) – eine Eisenmine unter Führung der charismatischen Lady Eboshi (im Talk „die Tante“ / „Chefin“), die Wald für die Eisengewinnung abholzt und damit die Götter der Tiere in Rage bringt. Im Wald lebt San – die Prinzessin Mononoke, von der Wölfin Moro als Mensch-Findelkind großgezogen, die sich selbst nicht als Mensch sieht. Ashitaka steht zwischen den Fronten: Liebe zu San, Sympathie für Eboshis Außenseiter-Gemeinschaft, Sorge um die Wälder. Wie der Film endet – schaut’s euch selbst an.

FSK 12 oder eher 16? Die Blut-Diskussion

Eine zentrale Korbi-Kane-Diskussion: Ist der Film wirklich für 12-Jährige? „Wir haben uns dabei umgeschaut und gefragt, ob das nicht eigentlich 16 ist.“ Belege:

  • Die Wurmwulst-Anfangsszene: Der Dämonen-Eber wuchert „vor den Augen“ mit pulsierenden schwarzen Maden-Würmern, aus jeder Pore tritt Blut aus. „Schon teilweise grenzwertig für Kinder, würde für so manche schlaflose Nacht sorgen.“
  • Abgeschossene Arme: Ashitaka schießt früh im Film mit dem verfluchten Arm einem Angreifer beide Arme weg – Kane: „ein sauberer Schuss, der Kartoffelblut vergossen wird“
  • Köpfe werden weggesprengt, Körperteile fetzen weg – aber im weiteren Verlauf wird das Blut spürbar dezenter, was Korbi etwas enttäuscht: „Hätte mir gewünscht, sie hätten den letzten Schritt gemacht zu FSK 16 oder konsequenter blutig durchgehalten“

Kanes Gegenargument: „In Japan wurde der Film nicht mit Blick auf irgendein Rating gemacht. Die haben einfach den Film gemacht, den sie machen wollten. Unser FSK macht das mittlerweile besser, aber früher war’s nicht so präzise.“

Die Wolf-Stimme-Mythologie

Korbi hört im japanischen Originalton, dass die Wölfin Moro (die „Chefwölfin“) eine eindeutig männliche Stimme hat, obwohl sie weiblich ist. Kane outet sich als Anime-Nerd und liefert die japanische Mythologie-Erklärung: „In der japanischen Mythologie wird gesagt, dass Wölfe und Hunde immer männliche Stimmen haben, egal welchem Geschlecht sie angehören.“ Daher wurde Moro von Akihiro Miwa gesprochen – der zwar männlichen Geburtsnamens ist, aber als Drag-Queen-Ikone in Japan eine berühmte Persona pflegt. Im deutschen Synchro: Ute Watzlawik. Kane: „Ich würde nicht meine Hand ins Feuer legen, dass die deutsche Stimme nicht einfach von einem Mann gesprochen wurde – das ist eine Frau, die dreiviertel ihres Lebens mit Schachtelkippen und einer Flasche Whisky im Wirtshaus verbracht haben muss.“

Synchro-Krieg: Japanisch vs. Deutsch

Kane outet sich als Anime-Originalton-Hardliner: „Ich schaue Animes grundsätzlich auf Japanisch. Die deutsche Synchronisationswelt hat sehr wenig wirklich gute Sprecher, und bei Animes wird oft nicht genug Wert darauf gelegt, dass man unterschiedliche Stimmen hat.“ Knackpunkt für Kane: One Piece. Im Original wird gesagt „der ist ein Arschloch und soll sterben“, in der deutschen Kinderfernseh-Synchro: „du doofer Doofkopf, hoffentlich verdorfst du noch mehr.“ Da war Kane raus. Korbi nuanciert: „Studio Ghibli sticht im Bereich deutscher Synchro positiv heraus – gerade die alten Ghibli-Filme von 1997 hatten meist deutlich mehr Qualität als heute, wo bei Mainstream-Animes ein Sprecher gleich mehrere Charaktere übernimmt.“

Die Leprakranken im Eisenwerk – das verschwiegene Thema

Korbi bringt es ins Spiel: „Es gibt natürlich noch ein Riesenthema, das in dem Film immer wieder vorkommt – Leprakranke.“ Kane: „Die habe ich auch gelesen, aber waren da wirklich so viele Aussätzige?“ Tatsächlich: Lady Eboshi nimmt in Tatara/Eisenstadt explizit Leprakranke und Prostituierte als Außenseiter-Gemeinschaft auf, gibt ihnen Würde und eine Aufgabe (Waffen-Produktion). Im Talk wird übersehen, dass dies autobiografisch ist: Miyazaki besuchte vor Produktionsbeginn das Tama Zenshōen Sanatorium in Tokio, ein historisches Lepra-Krankenhaus, und ließ sich davon inspirieren. Eine bewusste Aussage: „Ich wollte zeigen, dass auch jene, die wir als verflucht oder ausgestoßen sehen, würdige Menschen sind.“ Wer im Film mit Bandagen umwickelt ist, hat Lepra – nicht nur einer, eine ganze Gruppe.

Die Kodama – Knödelköpfe, die mehr können als nur niedlich sein

Die kleinen weißen Wald-Geister mit den wackelnden Köpfen und ihren glockenartigen Klick-Geräuschen sind der Talk-Spaß: Korbi nennt sie liebevoll „Knödelköpfe“ und schätzt: „Es gibt circa eine Milliarde davon im Wald.“ Kane korrigiert: „Sie hatten eine echte Aufgabe – sie führen Ashitaka durch den Wald, aus dem noch nie ein Mensch zurückgekehrt ist.“ Korrekt: Im japanischen Glauben sind Kodama 木霊 Geister alter Bäume; ihre Anwesenheit zeigt einen gesunden Wald. Sie sind keine Kuschel-Gimmicks, sondern Symbol – und Vorboten dafür, was passiert, wenn der Hirschgott stirbt: sie fallen alle tot zu Boden.

Die Naturzerstörungs-Lesart

Kane fragt Korbi nach der „Background-Story“ zwischen den Zeilen. Korbi liefert direkt: „Es geht um Umweltzerstörung. Die Menschen können nie genug haben – sie haben schon die Eisenmine, brauchen aber mehr, wollen alles unterkriegen lassen, lieber sterben alle Tiere als dass sie weniger Umsatz machen.“ Kane sieht den Film als Spiegelbild für die heutige Welt: „Der Keiler am Anfang ist von Eboshis Kugel verwundet worden – und zerstört dann ein ganz anderes Dorf in Form vom Dämon. Das ist die Versimpelung dafür, wie es heute überall läuft: die Verursacher des Schadens kriegen oft gar nichts davon ab, weil die Auswirkungen ganz woanders auftreten – und dort viel schlimmer.“ Tatsächlich ist das Naturschutz-Thema bei Miyazaki ein Lebenswerk – siehe schon Nausicaä aus dem Tal der Winde (1984), My Neighbor Totoro (1988), Pom Poko (1994 von Takahata) und durchgehend bis The Boy and the Heron (2023).

Studio Ghibli im Vergleich – Korbis und Kanes Lieblings-Ranking

Korbi: „Mononoke ist mein Lieblings-Ghibli-Film. Erwachsenen-Märchen mit toller Story, die nach 10x Schauen immer noch mitreißt. Und passiert dauerhaft etwas, ohne dass Längen entstehen.“
Kane: „Mononoke und Arrietty halten sich bei mir die Waage. Mononoke wegen Reife und erzählerischer Tiefe (‚jede Figur hat Gut und Böses‘). Arrietty wegen einer super-schönen herzlichen Geschichte. Übrigens: Leonardo DiCaprio sagt Mononoke sei sein Lieblingsfilm.“

Wichtige Korrektur: Arrietty – Die wundersame Welt der Borger (2010, IMDb-Eintrag) wurde NICHT von Miyazaki inszeniert, sondern von Hiromasa Yonebayashi (sein Regie-Debüt mit damals 36 Jahren – jüngster Ghibli-Regisseur). Miyazaki schrieb nur das Drehbuch zusammen mit Keiko Niwa. Kane sagt im Talk „der Film handelt von kleinen Minimenschen, die bei echten Leuten Real holen“ – fast richtig, „Real“ ist dialektal für „Sachen“ / „Material“. Yonebayashi hat 2014 noch Erinnerungen an Marnie für Ghibli gemacht (Oscar-nominiert 2016) und 2015 mit Yoshiaki Nishimura das Studio Ponoc gegründet (Mary and the Witch’s Flower 2017).

Andere genannte Ghibli-Filme:

  • Chihiros Reise ins Zauberland (2001) – Oscar 2003 für Best Animated Feature, höchstes japanisches Einspielergebnis aller Zeiten bis Demon Slayer 2020
  • Das wandelnde Schloss (2004) – Diana Wynne Jones-Roman-Adaption
  • Mein Nachbar Totoro (1988) – wird im Talk als „Kinderfilm, könnte auch in 30 Min erzählt werden, aber wunderschön“ eingestuft

Ahsoka Tano = San? Die Filoni-Theorie

Kanes Lieblings-Funfact: Sun (San) sei Vorbild für Ahsoka Tano aus Star Wars: The Clone Wars (2008–2020) gewesen. Indizien laut Kane: Naturverbundenheit (Ahsoka kämpft mit Tieren / wandert wie ein Rōnin), Kampfstil (zwei Lichtschwerter ähnlich Sans Speer-Dolch-Kombo). Sachstand 2026: Dies ist eine Fan-Theorie, nicht offiziell bestätigt von Showrunner Dave Filoni. ABER: Filoni ist bekennender Miyazaki-Verehrer (er hat in mehreren Interviews Ghibli-Inspirationen für Star Wars genannt) – die Verbindung ist plausibel, aber unbelegt. Korbi: „Ich bin erst in der zweiten Staffel Clone Wars, kann’s noch nicht einschätzen.“ Update: Rosario Dawson spielt Ahsoka seit 2020 live-action in The Mandalorian, The Book of Boba Fett und der eigenen Serie Star Wars: Ahsoka (2023, Staffel 2 angekündigt). Ashley Eckstein war die Original-Stimme.

Naruto kam 1997 raus? Faktencheck

Im Talk vermutet Korbi: „Naruto ist nach 1997 entstanden – vielleicht war Mononoke die Inspiration für den Bandagen-Style.“ Kane antwortet: „Tatsächlich ist Naruto 97 rausgekommen.“ Faktencheck 2026: Beide haben halb recht.

  • August 1997: Masashi Kishimoto veröffentlichte den Naruto-One-Shot im Akamaru Jump – aber das war eine völlig andere Geschichte (Naruto war damals ein Fuchsgott!) und keine Serie
  • 21. September 1999: Die Naruto-Manga-Serie startete im Weekly Shōnen Jump (700 Kapitel bis 10. November 2014, 250+ Mio Verkäufe weltweit)
  • 3. Oktober 2002: Naruto-Anime startete bei TV Tokyo (Studio Pierrot) – lief bis 23. März 2017 weiter als Naruto Shippuden
  • Seit 2016: Spin-off Boruto: Naruto Next Generations läuft weiter

Mononoke als Inspiration für den Bandagen-Style ist also chronologisch plausibel – die Lepra-Bandagen aus 1997 hätten Kishimoto bis zur 1999er-Serie inspirieren können.

Harvey Weinstein vs. Miyazaki – die Katana-Anekdote

Kanes Lieblings-Fun-Fact, der im Talk wunderbar erzählt wird: Als Harvey Weinstein bei Miramax die nordamerikanischen Vertriebsrechte für Mononoke kaufte, wollte er den Film für US-Audiences kürzen lassen. Miyazaki – noch traumatisiert von der Massaker-Kürzung von Nausicaä aus dem Tal der Winde (1984, US-Titel Warriors of the Wind) – verließ wutentbrannt das Besprechungszimmer und reiste ab. Tage später schickte Studio-Ghibli-Producer Toshio Suzuki ein Katana an Weinsteins Büro, in dessen Klinge „NO CUTS“ eingraviert war. Die US-Veröffentlichung erfolgte ungeschnitten. Auf die Frage später, ob die Geschichte stimme, antwortete Miyazaki nur lächelnd: I defeated him. Kane feiert: „Geiler Anime-Regisseur, der sich vor dem Hollywood-Riesenkoloss nicht die Eier rasieren lässt.“

Die Drei T’s – dritter Auftritt

Seit Folge 14 VLM-Tradition – jetzt zum dritten Mal in Folge:

  • T#1 – Titten? Nö.
  • T#2 – Tote Tiere? Oh ja! (Eber, Wölfe, Wildschweine, dahingeraffter Hirschgott)
  • T#3 – Trompeten entblößt? Nein. Ergebnis Korbi: „Nur Schauwert für tierhassende Sadisten.“

Pro & Contra

Korbi (Pro): Erwachsenen-Märchen mit toller Story, nach 10x Schauen immer noch mitreißend, keine Langeweile, dauerhaft was los. Korbi (Contra): Hätte konsequenter auf FSK 16 gehen sollen mit mehr Blut – aktuell zu uneinheitlich (am Anfang heftig, dann zu dezent).
Kane (Pro): Wie in jedem Ghibli-Film der Zeichenstil – „wieder als Poster ins Zimmer einhängen“, besonders Ashitakas Aufbruchsszene durch die weite Landschaft. Plus die Reife der Figuren (weder schwarz noch weiß). Kane (Contra): „Vielleicht 20 Minuten zu lang. Ich bin wieder Mike, der bei Filmen über 1,5 Stunden den Anschwung verliert.“

Updates für 2026

  • Studio Ghibli 40-Jahre-Jubiläum 2025/2026: Mononoke kam in einer 4K-Restauration in IMAX-Kinos zurück – über $4,1 Mio. nordamerikanisches Box Office (mehr als doppelt so viel wie beim Original-US-Release 1999). GKids und IMAX kündigten 2026 weitere 4K-Restaurationen für Ghibli-Klassiker an.
  • Mononoke wird Kabuki: Im Juli/August 2026 wird der Film im Tokioter Shimbashi Enbujo Theater als Kabuki-Inszenierung aufgeführt – die zweite Miyazaki-Werk-Adaption nach Nausicaä (2019/2022).
  • The Boy and the Heron (2023): Miyazakis „letzter“ Film (er hatte schon mehrfach „endgültig“ mit dem Ruhestand gedroht) gewann den Oscar 2024 für Best Animated Feature und Golden Globe – Miyazaki kam aus dem Quasi-Ruhestand zurück. Nettes Detail: Studio Ghibli veröffentlichte zum Jahresanfang 2026 noch ein neues handgezeichnetes Neujahrsbild von Miyazaki – er ist also weiter am Zeichnen. Mehrere Berichte aus 2025 deuten auf ein neues Projekt hin.
  • Hayao Miyazaki und der Reiher (2024): 2-Stunden-NHK-Doku von Kaku Arakawa über die 7 Jahre Produktion von The Boy and the Heron – auf Netflix verfügbar.
  • Toshio Suzuki: Der Producer, der das „NO CUTS“-Katana 1997 an Weinstein schickte, ist heute 76 Jahre alt und weiterhin aktiv – auch der wahre Hintermann hinter Yuriko Ishidas San-Casting (er enthüllte 2025: „Sie war Miyazakis Typ“, nicht wegen ihrer Stimme).
  • Harvey Weinstein: Wurde 2020 in New York wegen Vergewaltigung und sexueller Übergriffe zu 23 Jahren verurteilt, 2023 in Kalifornien zusätzlich 16 Jahre. 2024 wurde der NY-Schuldspruch teilweise aufgehoben – Neuverhandlung 2025 endete erneut mit Schuldspruch. Miyazakis Katana hat sich also rückblickend als historisch korrekte Entscheidung erwiesen.

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FAQ zur Folge

Wer spricht in dieser Folge?

Korbi und Kane – die erste Anime-Folge der VLM-Geschichte! Mike fehlt in der Aufnahme, kommt aber am Ende für die Pointe ins Spiel: Korbi schlägt vor, Spenden für VLM zu sammeln, „die schicken wir dann an Mike, der kriegt für uns ein paar Buntstifte und darf dann zeichnen“ – also VLM macht ihren eigenen Anime, sobald jemand spendet.

Worum geht es in Prinzessin Mononoke?

Prinz Ashitaka aus dem Volk der Emishi wird beim Verteidigen seines Dorfes gegen einen Dämonen-Eber am rechten Arm verflucht – die Wunde verleiht ihm übermenschliche Kraft, frisst ihn aber von innen auf. Auf seiner Reise zum Hirschgott der Wälder stößt er auf die Eisenstadt Tatara unter Lady Eboshi (die für Eisengewinnung Wald abholzt) und auf San alias Prinzessin Mononoke (von Wölfin Moro großgezogen, sieht sich nicht als Mensch). Ashitaka steht zwischen den Fronten: Liebe zu San, Sympathie für Eboshis Außenseiter-Gemeinschaft (Leprakranke, Prostituierte), Sorge um die Wälder.

Wer hat Regie geführt?

Hayao Miyazaki – der hat den Film in 16 Jahren konzipiert (ab 1980) und 3 Jahre produziert. Von den 144.000 Animation Cels hat Miyazaki selbst über 80.000 gezeichnet oder korrigiert. Es war der damals teuerste Anime aller Zeiten und der letzte große Film, der vollständig auf plastischen Animation Cels gemacht wurde.

Stimmt es, dass Prinzessin Mononoke FSK 12 ist – obwohl es so blutig ist?

Ja, FSK 12. Im Talk werden gleich am Anfang Bedenken laut: die Wurmwulst-Szene mit dem Dämonen-Eber, abgeschossene Arme, gehäutete Soldaten, Köpfe die wegfetzen. Begründung der FSK: Es ist als Kriegsdarstellung kontextualisiert. Im Verlauf wird der Film aber merklich dezenter im Blut, was Korbi etwas inkonsistent findet. Empfehlung: bei kleineren Kindern besser nicht; bei größeren (13+) zusammen schauen.

Warum hat die Wölfin Moro eine männliche Stimme?

Im japanischen Original wurde Moro von Akihiro Miwa gesprochen – einer berühmten japanischen Drag-Queen-Performance-Ikone. Hintergrund laut Kane: In der japanischen Mythologie haben Wölfe und Hunde traditionell männliche Stimmen, unabhängig von ihrem Geschlecht. Im deutschen Synchron klingt Moro auch deutlich androgyn.

Was hat es mit den Leprakranken im Eisenwerk auf sich?

Lady Eboshi nimmt in Tatara explizit Leprakranke und Prostituierte als Außenseiter-Gemeinschaft auf, gibt ihnen Würde und Aufgaben (Waffen-Produktion). Hintergrund: Miyazaki besuchte vor Produktionsbeginn das Tama Zenshōen Sanatorium in Tokio, ein historisches Lepra-Krankenhaus, und ließ sich davon inspirieren. Eine bewusste Aussage: auch jene, die wir als verflucht oder ausgestoßen sehen, sind würdige Menschen.

Was war die Sache mit Harvey Weinstein und dem Katana?

Als Weinstein bei Miramax die US-Vertriebsrechte für Mononoke kaufte, wollte er den Film für US-Audiences kürzen. Miyazaki – noch traumatisiert von der Nausicaä-Massaker-Kürzung 1984 – verließ wutentbrannt das Meeting. Tage später schickte Producer Toshio Suzuki ein Katana mit „NO CUTS“-Gravur an Weinsteins Büro. Die US-Veröffentlichung erfolgte ungeschnitten, das Drehbuch wurde von Neil Gaiman adaptiert. Auf die Frage später nur Miyazakis Antwort: „I defeated him.“

Hat San wirklich Ahsoka Tano aus Star Wars inspiriert?

Das ist eine Fan-Theorie, nicht offiziell bestätigt von Showrunner Dave Filoni. Aber: Filoni ist bekennender Miyazaki-Verehrer und hat in mehreren Interviews Ghibli-Inspirationen für Star Wars genannt. Die Verbindung über Naturverbundenheit und Kampfstil ist plausibel, aber unbelegt. Ahsoka kam 2008 in Star Wars: The Clone Wars (Animation) und wird seit 2020 von Rosario Dawson live-action verkörpert – eigene Disney+-Serie seit 2023.

Stimmt es, dass Naruto 1997 herauskam wie im Talk gesagt?

Halb. Im August 1997 erschien tatsächlich der Naruto-One-Shot von Masashi Kishimoto im Akamaru Jump – aber das war eine völlig andere Geschichte (Naruto war damals ein Fuchsgott). Die Naruto-Manga-Serie startete erst am 21. September 1999 im Weekly Shōnen Jump (700 Kapitel bis 2014). Der Anime kam 2002. Mononoke (1997) als Inspiration für den Bandagen-Style ist chronologisch also durchaus plausibel.

Sterben Tiere, gibt es Titten, sägt man Trompeten?

Die Drei Ts zum dritten Mal in Folge: Titten? Nö. Tote Tiere? Oh ja, reichlich (Eber, Wölfe, Wildschweine, der Hirschgott). Trompeten entblößt? Nein. Korbis Fazit: „Nur Schauwert für tierhassende Sadisten.“

Was gibt es 2026 Neues zu Studio Ghibli?

Studio Ghibli 40-Jahre-Jubiläum: Mononoke kam in 4K-Restauration in IMAX-Kinos zurück und machte $4,1 Mio. in Nordamerika (mehr als das Original 1999). Im Juli/August 2026 wird Mononoke als Kabuki-Inszenierung im Tokioter Shimbashi Enbujo Theater aufgeführt. The Boy and the Heron (2023) gewann Oscar 2024 für Best Animated Feature. Miyazaki ist 2026 weiter am Zeichnen – mehrere Berichte deuten auf ein neues Projekt hin.

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