Kane, Korbi und Mike blicken auf den August 2022 zurück. Die Woah Lecks sind das monatliche Sammelformat von Viva la Movielución: Jeder Host bringt seine persönlichen Highlights und Tiefpunkte mit, vom Kinobesuch über Serien und Bücher bis zur neuen Lieblingsplatte. Diesmal geht es quer durch Cosplay-Treffen, Horror-Fachliteratur, MCU-Frust und eine Netflix-Doku, die fassungslos macht.
Mikes Highlights: Bayernpark und Horror-Fachliteratur
Mike startet mit einem echten Woah Leck: dem Sternenkrieger- und Fantasy-Treffen im Bayernpark in Reisbach, das zum 18. Mal stattfand. Spontan packte er die Familie ein und fuhr hin. Geboten war ein Querschnitt durchs Science-Fiction-Fandom, geschätzt 70 Prozent Star Wars, vom Stormtrooper über die Leibwache des Imperators bis zu einem besonders gelungenen Darth Vader, dazu Marvel-Figuren wie Captain America, Scarlet Witch und Black Widow. Das Treffen dient einem guten Zweck: der Aktion Knochenmarkspende Bayern. Rund 9000 Euro kamen an Spenden zusammen und 241 mögliche Knochenmarkspender ließen sich typisieren.
Sein zweites Thema ist Fachliteratur, genauer das Buch „Die besten Horrorfilme des 21. Jahrhunderts“ von Matthias Bogner und Kevin Zindler, erschienen im Wusi Buchverlag. Auf rund 200 Seiten werden 150 Filme ausführlich vorgestellt, jeweils mit Inhalt, Trivia und den oft uneinigen Meinungen der beiden Autoren. Im hinteren Teil listet das Buch zusätzlich alle relevanten Horrorfilme von 2000 bis 2020 auf. Die erste Hardcover-Auflage war schnell vergriffen, Infos zur Neuauflage gibt es bei subversiv-media.de.
Veganer schmecken besser (Some Like It Rare)
Mikes Filmtipp des Monats ist die französische Horror-Komödie Some Like It Rare (Originaltitel Barbaque), bei uns unter dem Titel „Veganer schmecken besser“ veröffentlicht. Regisseur Fabrice Éboué spielt einen Metzger, dessen Geschäft kurz vor dem Aus steht, bis er versehentlich einen veganen Aktivisten überfährt und das Paar das Fleisch verkauft. Der Humor ist bewusst unangepasst und politisch komplett unkorrekt, jeder bekommt sein Fett weg. Mike lobt den hohen Unterhaltungswert, die lockere Inszenierung und die teils deftigen Effekte.
Host: Found-Footage-Horror per Zoom
Ein zweiter Horror-Tipp von Mike ist Host von Regisseur Rob Savage. Der Film entstand während der Pandemie und spielt komplett in einem Zoom-Meeting: Bei einer Online-Séance läuft etwas schief, die Teilnehmer werden verflucht und nach und nach von einem Dämon geholt. Bei nur rund 60 Minuten Laufzeit hat der Film kein Gramm Fett, baut sein Setup schnell auf und liefert danach ein Jumpscare-Fest. Wer Unfriended oder Paranormal Activity mochte, ist hier richtig. Mike musste sich die US-Blu-ray importieren, weil der Film hierzulande nur über den Streamingdienst Shudder lief.
Mikes Ausschweifungen: Thor, Lightyear und Jacob’s Ladder
Auf der Negativseite verreißt Mike gleich drei Titel. Thor: Love and Thunder von Taika Waititi gilt ihm als bislang schlechtester MCU-Film, mit einem Thor als Witzfigur und einem deplatzierten Dauereinsatz von Guns N‘ Roses. Auch der Pixar-Ableger Lightyear, das Spin-off zu Toy Story, fand er uninteressant und ermüdend, ebenfalls mit Waititi-Beteiligung. Komplett durchgefallen ist außerdem das Remake von Jacob’s Ladder, das er als konfus und spannungsarm beschreibt. Sein Rat: lieber das Original von 1990 mit Tim Robbins schauen.
Korbis Highlight: Everything Everywhere All at Once
Korbi bringt mit Everything Everywhere All at Once von Daniel Kwan und Daniel Scheinert (den Daniels, bekannt für Swiss Army Man) sein großes Highlight mit. Der A24-Film war damals in aller Munde, und für Korbi zu Recht. Über zwei Stunden lang, extrem abwechslungsreich und am Ende erstaunlich nachdenklich über Familie und das eigene Leben. Im Podcast wird auch eingeordnet, dass der Film zum bis dahin erfolgreichsten A24-Titel wurde und in Fan-Abstimmungen ganz vorne landete. Mike hatte ihn noch nicht gesehen, weshalb eine eigene Folge dazu geplant wird.
Korbis Bäh-Leck: Trainwreck Woodstock 99
Sein „Bäh Leck“ ist die Netflix-Doku Trainwreck: Woodstock 99, eine dreiteilige Aufarbeitung des dritten Woodstock-Festivals von 1999. Korbi schildert fassungslos, wie eine rein kommerziell geplante Veranstaltung völlig aus dem Ruder lief: ein Line-up mit aggressiven Acts wie Korn, Limp Bizkit und Rage Against the Machine bei einem angeblichen Friedensfestival, kaputte Wasserleitungen, Rekordhitze, Müllberge, überteuerte Stände und eine als Security rekrutierte „Friedenspatrouille“. Während des Festivals kam es zu zahlreichen Übergriffen. Die Doku ist hochinteressant, der Inhalt aber bedrückend.
Hatching: Body-Horror aus Finnland
Gemeinsam mit Kane sah Korbi im Kino Hatching (Originaltitel Pahanhautoja), einen finnischen Body-Horror-Film von Hanna Bergholm. Eine als Vorzeigefamilie inszenierte Mutter ist Social-Media-Bloggerin, ihre Tochter zieht heimlich ein riesiges Ei groß, aus dem ein Wesen schlüpft. Hier gehen die Meinungen auseinander: Korbi fand die Figuren überspitzt und die Geschichte unrealistisch, während Kane das Creature-Design als Weltklasse lobt und die Familiendynamik rund um Erfolgsdruck und Überforderung stark findet. Für Kane ist es sogar sein Woah Leck des Monats.
Kanes Highlight: The Sandman
Kanes großes Highlight ist die Netflix-Serie The Sandman nach den Comics von Neil Gaiman. Er hat die ersten beiden Omnibus-Bände gelesen und war entsprechend gespannt. Die Umsetzung der ersten Folgen findet er nah am Original und angenehm bodenständig: Statt immer epochaler und größer setzt sich die Serie mit Leben, Tod, Traum, Wirklichkeit und Verlangen auseinander. Ein Höhepunkt für ihn ist das Aufeinandertreffen mit Lucifer, das nicht als Materialschlacht, sondern als reines Wortgefecht inszeniert ist. Seine Hoffnung: dass die Serie nicht nach einer Staffel abgesetzt wird.
Kanes Soundtrack des Monats: Spite
Zum Abschluss empfiehlt Kane das neue Album „Dedication to Flesh“ der Deathcore-Band Spite. Rund anderthalb Stunden kompromissloser Krach, den er allen ans Herz legt, die mit dem Genre etwas anfangen können. Dazwischen läuft das übliche VLM-Geplänkel rund um den treuen Fan Dampfexpress, Spendenideen und Kommentare auf der Facebook-Seite.
Folge hören: Podigee | Spotify | Apple Podcasts | Steady
Eine kurze Bitte zum Schluss
Wenn euch die Folge gefallen hat, schenkt uns eine Minute auf Apple Podcasts und hinterlasst eine kurze Rezension. Das hilft uns enorm, neue Hörer zu erreichen.
Verwandte VLM-Folgen
- Nope: Jordan Peeles Sci-Fi-Horror
- REC: Found-Footage-Horror aus Barcelona
- Alle Woah Lecks | Horror-Podcast-Übersicht
Häufige Fragen zur Folge
Was sind die Woah Lecks?
Die Woah Lecks sind das monatliche Sammelformat von Viva la Movielución. Die Hosts stellen ihre persönlichen Highlights und Tiefpunkte des Monats vor, von Filmen und Serien über Bücher bis zu Musik.
Wer ist in dieser Folge dabei?
Kane, Korbi und Mike sind alle drei dabei und bringen jeweils eigene Themen mit.
Welche Filme werden besprochen?
Unter anderem Some Like It Rare (Veganer schmecken besser), Host, Thor: Love and Thunder, Lightyear, das Jacob’s-Ladder-Remake, Everything Everywhere All at Once und der finnische Body-Horror Hatching.
Worum geht es bei Trainwreck: Woodstock 99?
Um die dreiteilige Netflix-Doku über das chaotische Woodstock-Festival von 1999, das durch Missmanagement, Hitze, Gewalt und Übergriffe völlig eskalierte.
Was empfiehlt Kane in dieser Folge?
Die Netflix-Serie The Sandman nach Neil Gaiman sowie das Album „Dedication to Flesh“ der Deathcore-Band Spite.



