Woah Lecks Juni 2022: Jurassic World Dominion, Morbius, Obi-Wan Kenobi & The Boys

Kane – Co-Founder und Host von Viva la MovieluciónKane
Mike – Co-Founder und Host von Viva la MovieluciónMike
Korbi – Co-Founder und Host von Viva la MovieluciónKorbi

Die Juni-Ausgabe der Woah Lecks knallt alles auf den Tisch, was im Mai und Juni 2022 durchs Wohnzimmer und über die Kinoleinwand gelaufen ist. Kane, Mike und Korbi nehmen sich den deutschen Garden-of-Gore-Doppelschlag aus Born Dead II und Backwood: The Barn Massacre vor, schauen sich an, warum Sonys Morbius innerhalb von Wochen vom Marvel-Hoffnungsträger zum Internet-Meme verkommen ist, klären die letzte Runde Dino-Franchise, gehen mit Obi-Wan Kenobi nach Disney+ und prüfen, ob Karl Urban und Antony Starr in The Boys Staffel 3 die Latte tatsächlich noch höher legen können. Dazu der traditionelle Woah-Lecks-Klassiker am Rande: Raststätten-Klos und was sie über die Republik aussagen.

Splatter-Doppelpack: Born Dead II und Backwood: The Barn Massacre (Garden of Gore)

Mike bringt den deutschen Amateur-Splatter-Block aus dem Hause Garden of Gore mit, und das mit echtem Insider-Wissen: Simon Spachmann war bereits über ein Jahr vorher in Folge 66: Wer bistn du? Simon Spachmann (Garden of Gore) zu Gast im VLM und hat dort schon Born Dead und Backwood Carnage vorgestellt. Born Dead II von Spachmann und Olaf Zanetti setzt direkt da an, wo der 2019er Erstling aufgehört hat: die letzte Überlebende Mila kämpft sich durch ein Haus voller Zombies, parallel platzen Menschenhändler rein und werden eingemeindet. Auf eine Story verzichtet das Team weitgehend, dafür gibt es laut Mike eine deutlich höhere Effekt-Qualität als beim ersten Teil, weniger schlechtes CGI, mehr handgemachtes Gummi-und-Kunstblut-Handwerk. Backwood: The Barn Massacre aus derselben Werkstatt funktioniert als Übungs-Splatter ohne Plot-Ambitionen, dafür mit Slasher-Setting in der bayerischen Pampa. Beide Filme zusammen mit Born Dead und Backwood Carnage erscheinen als Garden-of-Gore-Sampler auf einer DVD, was Mike als sinnvolles Bundle für Indie-Splatter-Sammler hervorhebt.

Morbius (2022): Sonys schnellster Meme-Marvel

Regisseur Daniel Espinosa wirft Jared Leto als Vampir-Wissenschaftler Michael Morbius gegen Matt Smith als blutleeren Antagonisten und lässt ihn dazwischen halbgar durch ein CGI-Manhattan fliegen. Korbi und Kane reiben sich an der lieblosen Set-Piece-Choreografie, an dem ständigen Wechsel zwischen Tageslicht und Mitternacht innerhalb derselben Szene und an der Schluss-Stinger-Sequenz mit Michael Keatons Vulture, die so wenig Sinn ergibt, dass das Internet sie wochenlang in Endlosschleife zerlegt hat. Das berühmte „It’s Morbin‘ Time“ wird hier als Mem-Phänomen anerkannt, der Film selbst eher als Schadensbericht für Sonys Spider-Man-Universum verbucht.

Jurassic World: Ein neues Zeitalter (Dominion)

Regisseur Colin Trevorrow schließt die Jurassic-World-Trilogie ab und vereint sie mit der Original-Trilogie: Chris Pratt und Bryce Dallas Howard teilen sich die Leinwand mit dem 1993er-Trio aus Sam Neill, Laura Dern und Jeff Goldblum. Statt Dinosauriern bekommt das Publikum allerdings vor allem Riesenheuschrecken als Plot-Antrieb und eine Verschwörungs-Story um Genetik-Konzern Biosyn, die mehr Spionage-Thriller-Beats hat als Saurier-Action. Mike bemängelt das fehlende Park-Konzept, Korbi findet den Sentimentalitäts-Faktor mit der alten Garde charmant, Kane konstatiert: ein souveränes Mittelfeld-Franchise-Ende, das niemandem wehtut und niemanden besonders begeistert.

Obi-Wan Kenobi auf Disney+

Showrunnerin Deborah Chow bringt Ewan McGregor sechzehn Jahre nach Episode III zurück in die Jedi-Robe. Im Mittelpunkt steht der gebrochene Obi-Wan auf Tatooine, die parallele Suche nach der jungen Prinzessin Leia (Vivien Lyra Blair) und das Wiedersehen mit Hayden Christensen als Vader. Kane bewertet die Inquisitorin Reva (Moses Ingram) als unfreiwillige Antagonistin, deren Charakter-Arc zwischen Bedrohung und Backstory taumelt. Highlight ist die Lichtschwert-Kabbelei in Folge 3 und das Setup auf eine zweite Staffel, das ungefähr so klar bleibt wie ein Sandsturm auf Tatooine.

The Boys Staffel 3

Showrunner Eric Kripke dreht für Staffel 3 die Härte nach oben: Karl Urban als Butcher, Antony Starr als Homelander und neu im Cast Jensen Ackles als Soldier Boy, der den Vietnam-Veteranen-Hero ohne Filter spielt. Mike feiert die Herogasm-Folge als bisher unangefochtenen Höhepunkt der ganzen Serie, Kane analysiert Homelanders politische Radikalisierung als bittere Trump-Era-Allegorie, Korbi kommt mit dem Tempo der Splatter-Szenen kaum hinterher. Verdikt: schockierender, schneller und politischer als die ersten beiden Staffeln und damit das Serien-Highlight des Monats.

Raststätten-Klos: Korbis Soziologie-Beitrag

Wie in jedem Filmpodcast üblich landet die Truppe spätestens nach dem dritten Bier bei einem Thema, das mit dem eigentlichen Auftrag nichts zu tun hat. Korbi liefert einen unerwartet fundierten Vortrag über den Zustand deutscher Autobahn-Raststätten-Toiletten, abgestimmt nach Bundesländern, Spülung, Klobrillen-Politik und Sanifair-Bon-Strategie. Wer den Beitrag in voller Länge hören will, kann den Podigee-Player oben benutzen.

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Chronologische Vorgänger im Podigee-Feed: Folge 133: Trollhunter mit André Øvredals norwegischer Found-Footage-Mockumentary und die Steadyklusiv-Gscheidhaferlrundn Folge 134: Nachhaltiguide über bayerische Nachhaltigkeits-Spartipps.

Was direkt nach dem Juni-Recap kommt: Folge 136: Stranger Things Staffel 4 als Hawkins-Recap, anschließend die deutlich tiefere Auseinandersetzung mit Trevorrows Saurier-Finale in Folge 139: Jurassic World 3 (Sägewerk-Edition). Wer Star-Wars-Streaming weiterverfolgt: Folge 138: Thor Love and Thunder ist die Steadyklusiv-MCU-Rewatch-Folge aus derselben Phase.

Format-Verwandte: Alle Folgen versammelt die Woah Lecks-Kategorie. Die direkt anschließende Monatsrunde gibt’s in Folge 140: Woah Lecks Juli 2022 mit Better Call Saul, Resident Evil und Ms. Marvel.

FAQ zur Folge

Was sind die „Woah Lecks“?
Die Woah Lecks sind das monatliche VLM-Format, in dem Kane, Mike und Korbi reihum die besten und schlechtesten Filme, Serien und Streaming-Highlights des Monats durchgehen. Jeder Host bringt seine eigenen Picks mit, der Rest kommentiert. Etymologie der Format-Bezeichnung: niederbayerischer Überraschungsausdruck aus „Boah!“ und „Leck mich am Arsch“.

Welche Filme und Serien werden in Folge 135 besprochen?
Born Dead II und Backwood: The Barn Massacre (Garden-of-Gore-Splatter aus Deutschland), Sonys Morbius mit Jared Leto, Jurassic World: Ein neues Zeitalter mit Chris Pratt und der Original-Trilogie-Besetzung, Obi-Wan Kenobi auf Disney+ mit Ewan McGregor und Hayden Christensen sowie The Boys Staffel 3 mit Karl Urban, Antony Starr und Jensen Ackles als Soldier Boy.

Wer sind die Hosts in dieser Folge?
Kane, Mike und Korbi. Mike bringt den deutschen Indie-Splatter-Block mit, Kane übernimmt Star Wars und The Boys, Korbi sortiert Jurassic World und liefert den traditionellen Raststätten-Klo-Exkurs am Rande.

Was ist Garden of Gore?
Garden of Gore ist ein deutsches Independent-Filmlabel rund um die Regisseure Simon Spachmann und Olaf Zanetti, das Amateur-Splatter-Kurzfilme produziert und auf DVD-Samplern veröffentlicht. Born Dead I und II sowie die Backwood-Carnage-Reihe inklusive The Barn Massacre stammen aus dieser Werkstatt. Simon Spachmann war im April 2021 in Folge 66 (Wer bistn du?) zu Gast im VLM und hat das Label dort ausführlich vorgestellt.

Warum gilt Morbius als Meme-Movie?
Sonys Morbius lief im Frühjahr 2022 mit schwachem Box-Office, wurde aber im Netz mit dem ironischen Spruch „It’s Morbin‘ Time“ zur viralen Lachnummer. Sony versuchte daraufhin im Juni einen Re-Release, der ebenfalls floppte, was den Meme-Status erst recht zementierte.

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