Spoiler-Hinweis: Kane und Korbi besprechen Silent Hill in voller Tiefe, inklusive Ende. Wer den Film noch sehen will, schaut ihn am besten zuerst und hört dann rein.
Endlich wieder eine Folge zu zweit: Korbi hat ein bisschen Respekt vor dem Film und holt sich deshalb Kane als Verstärkung dazu. Auf dem Prüfstand steht ein Film, den VLM bisher noch nicht im Portfolio hatte: Silent Hill (2006) von Regisseur Christophe Gans, die Verfilmung der Survival-Horror-Spielereihe von Konami. Für Kane gehört der Film zu den besten Videospielverfilmungen überhaupt, in einer Reihe mit Mortal Kombat und Street Fighter. Die beiden diskutieren Handlung, Monster-Design, das Stacheldraht-Finale und werfen einen Blick auf das kommende Sequel Return to Silent Hill von 2026.
Silent Hill: das Spiel hinter dem Film
Gespielt haben beide die Hauptreihe nicht, aber das berüchtigte Silent Hill P.T. von Hideo Kojima und Guillermo del Toro hat Korbi noch lebhaft in Erinnerung. Es war eine spielbare Teaser-Demo, die sich bei jedem Durchgang verändert hat und als eine der gruseligsten Spielerfahrungen überhaupt gilt. Das Projekt kam wegen des Zerwürfnisses zwischen Kojima und Konami nie zum Vollspiel. Konami habe in den Augen der Hosts ohnehin ein schlechtes Händchen mit eigenen Marken, ähnlich wie bei Metal Gear Solid. Die ersten drei bis vier Silent-Hill-Spiele gelten als Klassiker des Genres, danach ging es laut den beiden bergab. Nach dem Film hat Kane jedenfalls wieder Lust, in die Reihe einzutauchen.
Die Handlung: Rose, Sharon und die Geisterstadt
Rose und Christopher, gespielt von Sean Bean, haben eine Adoptivtochter: Sharon, eine Schlafwandlerin, die nachts gefährlich nah an eine Klippe gerät. Rose recherchiert Sharons Herkunft und stößt auf die Geisterstadt Silent Hill. Ohne Absprache mit ihrem Mann macht sie sich mit Sharon auf den Weg. Bei der Einfahrt baut sie fast einen Unfall, und als sie wieder zu sich kommt, ist Sharon verschwunden. In den Spielen heißt die Tochter übrigens Cheryl, nicht Sharon. Rose sucht ihre Tochter in einer nebelverhangenen Stadt, in der ständig Asche regnet. Das ist ein Verweis auf den unterirdisch schwelenden Brand, der die echte Geisterstadt Centralia als Inspiration verrät. Verfolgt wird Rose von der Polizistin Cybil.
Wenn die Sirene ertönt: die zwei Welten von Silent Hill
Das Markenzeichen des Films: Sobald die Alarmsirene ertönt, verändert sich die ganze Stadt. Die Wände verfallen, die Atmosphäre kippt in einen Albtraum. Genau dieses Gefühl, dieses Düstere und Unbehagliche, macht Silent Hill für Korbi zu einem Film, den er mit kaum einem anderen vergleichen kann. Seit dem Film klingt eine Sirene für beide einfach anders. Rose flüchtet in ein Gebäude und wird von halbverkohlten Kindergestalten angegriffen, der Beginn einer langen Reihe albtraumhafter Begegnungen.
Das Monster-Design: Pyramid Head und die Krankenschwestern
Das Kreaturen-Design ist für beide ein klares Highlight und laut Recherche sehr getreu zu den Spielen. Viele der Kreaturen werden von Tänzerinnen und Tänzern gespielt, was die ruckartigen, unnatürlich verbogenen Bewegungen erklärt. Die ikonischsten Wesen im Überblick:
- Pyramid Head: riesiger halbnackter Mann mit Pyramidenkopf und überdimensionaler Klinge, der seinen Opfern schon mal die Haut abzieht.
- Die Krankenschwestern: mit verhülltem Gesicht und ruckartigen Tänzerinnen-Bewegungen. Sie reagieren nur auf Licht oder Geräusche.
- Die Stacheldraht-Kreatur auf der Toilette: Kanes Lieblingsmonster, vier krabbelnde Beine, dauerhaft mit der Zunge umeinander schlingend, einfach ekelhaft.
- Die halbverkokelten Kinder: die erste Verfolgungsjagd, in der das CGI heute am stärksten gealtert ist.
- Die Fettsack-Kakerlaken mit Gesicht: die kleinen Verstörungen am Rande, die Korbi bis heute im Kopf hat.
Die Sekte, Alessa und der Pakt mit dem Dämon
Hinter den Geschehnissen steckt eine Sekte unter Anführerin Christabella. Sharons früheres Ich, Alessa, wurde als Kind von den Einwohnern als Hexe gebrandmarkt, gehänselt und schließlich bei einem Ritual fast zu Tode verbrannt. Im Halbkoma und voller Schmerz schließt Alessa einen Pakt mit einem Dämon und erschafft die Parallelwelt, in der die Sekte gefangen ist und immer wieder ihre Albträume durchleben muss. Der einzige sichere Ort ist die Kirche. Das verbliebene Gute in Alessa wird abgekapselt und lebt als Sharon weiter. Gespielt werden Alessa, Sharon und der Dämon allesamt von Jodelle Ferland.
Das Finale: Stacheldraht, Blut und ein Tanz
Das Finale gehört für Kane zu den geilsten Szenen überhaupt. Die Sekte will Sharon verbrennen und verkohlt zuvor brutal die Polizistin Cybil. Eine der härtesten Szenen des Films. Dann betritt Rose mit dem Dämon in sich die Kirche, wird erstochen, und aus der Wunde bricht der Dämon hervor. Alessa fährt in einem Bett herein und häckselt die Sektenmitglieder mit Stacheldraht, Christabella wird mittig auseinandergerissen. Eine Bildsprache, die Kane direkt an das blutige Finale von The Evil Dead erinnert. Während im Hintergrund die Leiber zerfetzt werden, tanzt die kindliche Dämonengestalt im blauen Kleidchen im Blutregen. Gestört, blutig und für Kane jedes Mal wieder grandios. Polizistin Cybil wird übrigens von Laurie Holden gespielt, bekannt als Andrea aus The Walking Dead.
Das Ende: gefangen in der Parallelwelt
Christopher hat in der Zwischenzeit erfolglos selbst nach Frau und Tochter gesucht und kehrt frustriert nach Hause zurück. Rose und Sharon kommen ebenfalls heim, doch eine clevere Wechselmontage zwischen Christopher und den beiden zeigt: Sie sind nicht wirklich da. Kanes Lesart: Sie sind nicht gestorben, sondern der Deal mit dem Dämon erlaubte Rose, Sharon und Alessas leiblicher Mutter zu gehen. Doch boshaft wie der Dämon ist, bleiben sie in der Parallelwelt gefangen. Eine seltene Sean-Bean-Rolle, in der seine Figur nicht stirbt.
Silent Hill: Revelation und Return to Silent Hill (2026)
Die Filmreihe geht weiter. Silent Hill: Revelation (2012) von Michael J. Bassett ist die direkte Fortsetzung, mit Sean Bean erneut als Christopher und Kit Harington, dem späteren Jon Snow aus Game of Thrones, in einer Rolle. Korbi will sich für ein erneutes Anschauen beide Teile im englischen Original geben.
Spannender noch: Return to Silent Hill erscheint 2026 und bringt Regisseur Christophe Gans zurück zur Reihe, die er mit dem Original 2006 begründet hat. Der neue Film basiert auf Silent Hill 2, dem von vielen als bestem Teil gefeierten Spiel, und erzählt die Geschichte von James Sunderland, der nach einem Brief seiner verstorbenen Frau in die Nebelstadt zurückkehrt. Für Fans des 2006er-Films ist das die relevanteste Silent-Hill-Nachricht seit Jahren. VLM hat den Hype um die Reihe und das Spiel Silent Hill f bereits im Talkthrough Dezember 2025 aufgegriffen.
Tops und Flops
- Korbis Top: das unvergleichliche Albtraum-Gefühl, ein düsteres Alleinstellungsmerkmal, das Korbi mit kaum einem anderen Film vergleichen kann.
- Korbis Flop: die deutsche Synchro. Die ungewohnte Sean-Bean-Stimme und die extremen Lautstärkesprünge zwischen leisen Dialogen und lauten Schockmomenten nerven beim Heimkino-Schauen.
- Kanes Tops: das Monster-Design und vor allem der Score von Akira Yamaoka, dem Komponisten der Spiele. Die Musik trägt die Stimmung enorm.
- Kanes Flop: zu wenig Screentime in der Parallelwelt. Kane hätte sich deutlich mehr Action mit Pyramid Head und der Stacheldraht-Kreatur gewünscht.
Triple Threat: Titten, Trompeten, tote Tiere
Die heilige VLM-Frage. Kane und Korbi tasten sich an Silent Hill heran und kommen zu einer fein austarierten Bilanz aus halben und viertel Punkten. Die genaue Aufschlüsselung gibt es nur in der Folge. So viel sei verraten: Die Krankenschwestern haben durchaus Schauwerte.
FAQ zu Silent Hill (2006)
Wer hat Silent Hill 2006 inszeniert?
Christophe Gans. Der französische Regisseur hat das Original 2006 inszeniert und kehrt 2026 mit Return to Silent Hill zur Reihe zurück. Der neue Film basiert auf dem zweiten Spiel der Reihe.
Ist Silent Hill eine gute Videospielverfilmung?
Für Kane gehört Silent Hill zu den besten Videospielverfilmungen überhaupt, in einer Reihe mit Mortal Kombat und Street Fighter. Das Monster-Design und der Score von Akira Yamaoka gelten als besonders gelungen und nah an den Spielen.
Gibt es eine Fortsetzung von Silent Hill?
Ja. Silent Hill: Revelation erschien 2012 unter der Regie von Michael J. Bassett, mit Kit Harington in einer Nebenrolle. 2026 folgt Return to Silent Hill, wieder von Christophe Gans, basierend auf dem Spiel Silent Hill 2.
Wer spielt Pyramid Head und die Monster?
Viele der Kreaturen werden von Tänzerinnen und Tänzern verkörpert, damit die unnatürlich ruckartigen, verbogenen Bewegungen authentisch wirken. Das ist ein deutlicher Qualitätsunterschied zu vielen anderen Horror-Filmen der Ära.
Stirbt Sean Beans Figur in Silent Hill?
Nein. Silent Hill ist eine der seltenen Produktionen, in denen Sean Beans Charakter Christopher tatsächlich überlebt. Er kehrt für Silent Hill: Revelation (2012) sogar in die Rolle zurück.
Wie hängt Silent Hill mit Silent Hill P.T. zusammen?
Filmisch gar nicht. P.T. war eine spielbare Teaser-Demo von Hideo Kojima und Guillermo del Toro für ein nie veröffentlichtes Silent-Hill-Vollspiel. Wegen des Zerwürfnisses zwischen Kojima und Konami wurde das Projekt eingestellt.
Eine kurze Bitte zum Schluss
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Kane nennt Silent Hill in einem Atemzug mit anderen Videospielverfilmungen. Passend dazu Folge 74: Mortal Kombat (2021) und Folge 121: Resident Evil: Welcome to Raccoon City. Wer tiefer in die Spielewelt von Silent Hill will: der Talkthrough Dezember 2025 bespricht unter anderem Silent Hill f. Die direkten Nachbarfolgen sind Folge 130: Baby Blood und Folge 132: Elden Ring (Steadyklusiv). Wer noch mehr Horror-Stoff sucht, findet das gesamte Genre gebündelt auf unserer Horror-Podcast-Landingpage.
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