Woah Lecks April 2022: Last Night in Soho, Pleasure & Electric Callboy

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Endlich wieder zu dritt: Kane übernimmt die Moderation, Mike und Korbi sind dabei, und es ist das erste Woah Lecks seit einem ganzen Monat. Diesmal mit einer neuen Eröffnung (alle Glocken drücken, Steady-Abo, fünf Sterne), einem frisch eingezogenen Hund namens Campino, drei Filmen, einem Konzertbericht und reichlich Frust über den 1. April. Hier die Themen im Überblick.

Der 1. April und das einzig gute daran

Pseudo-Filmankündigungen, falsche 4K-Restaurationen, erfundene Releases: Kane, Mike und Korbi haben vom Aprilscherz-Marathon auf Social Media die Nase voll. Besonders die fingierten Blu-ray-Auswertungen von Klassikern wie Braindead sorgen jedes Jahr für kurze Euphorie und langen Frust. Das einzige, was die drei gelten lassen: der Scherz, das HARD:LINE Festival werde beschlagnahmt und indiziert, weil tatsächlich Leute darauf hereingefallen sind.

Obi-Wan Kenobi: Vorfreude auf Disney+

Ende Mai startet die sechsteilige Obi-Wan-Kenobi-Serie auf Disney+, und Kane ist als Rebels-Fan vor allem auf den Großen Inquisitor heiß, auch wenn dessen Optik bereits für Diskussionen sorgt. Korbi hofft auf Mandalorian-Qualität und freut sich auf Darth Vader. Kane steckt zur Vorbereitung schon wieder mitten in einem Clone-Wars-Marathon. Nebenbei entspinnt sich die ewige Debatte: wöchentlicher Release-Rhythmus als nostalgisches Spekulier-Vergnügen oder nervige Geduldsprobe.

Die Chucky-Serie: Kanes Empfehlung

Kane holt ein Lob nach: Die Chucky-Serie ist für ihn echte Klasse. Fast alles handgemacht, geile Splatter-Effekte, starke Kills, Chucky selbst weltklasse und gut gemachte Rückblenden. Einziger kleiner Kritikpunkt: der Kids-Anteil hätte etwas geringer ausfallen dürfen. Mike hat sich die Blu-ray bestellt, eine gemeinsame ausführliche Folge zur Serie ist in Planung. Die Vorfreude auf Staffel zwei ist jedenfalls groß.

Phantastische Tierwesen 3: das CGI-Problem

Kane hat sich zur Vorbereitung die ersten beiden Phantastische Tierwesen erneut angeschaut und festgestellt: Teil zwei und drei sind gegenüber dem ersten in jedem Belang ein Quantensprung, allein die Nashorn-Tanz-Szene aus Teil eins bleibt ein Fremdscham-Moment. Größeres Problem der Reihe insgesamt: das künstliche Zusammenspiel von Schauspielern und CGI-Figuren, vergleichbar mit der Hobbit-Trilogie. Die schwachen Einspielergebnisse stellen die geplanten fünf Teile infrage. Der Austausch von Johnny Depp durch Mads Mikkelsen als Grindelwald wird als schade empfunden, weniger wegen der Schauspielleistung, mehr wegen des Gesamtbilds.

Korbis Film: Last Night in Soho

Korbi hat endlich Last Night in Soho (2021) von Edgar Wright gesehen. Eine modebewusste Studentin zieht nach London, kommt mit ihren Mitstudentinnen nicht zurecht und landet in einer eigenen Wohnung, in der sie nachts in die Persönlichkeit einer jungen Sängerin der 60er schlüpft. Was als inspirierender Nachtleben-Trip beginnt, kippt typisch Edgar Wright ins Brutale, als die Sängerin von der Männerwelt durch den Dreck gezogen wird. Korbi war sehr angetan, auch vom Ende, trotz kleiner CGI-Schwächen im Finale. Für Mike ist es der beste Edgar-Wright-Film überhaupt, Korbi schwankt zwischen Platz eins und zwei. Kane bleibt erwartungsgemäß skeptisch.

Korbis Film: Pleasure

Pleasure (2021) von Ninja Thyberg begleitet eine 19-jährige Schwedin, die in die USA reist, um der nächste große Porno-Star zu werden. Der Film verfolgt ihren Werdegang durch verschiedene Produktionen und wirkt nach Korbis Einschätzung für viele in der Branche autobiografisch. Er beginnt locker und wird zunehmend bitter, etwa in einer Szene an einem Set, die beide Hosts als grenzüberschreitend empfinden. Korbi fand den Einblick in die Mechanismen der Branche sehr interessant, Mike fehlte der Spaß: hart anzuschauen, ziehende Laufzeit, nicht sein Thema. Die FSK-18-Freigabe liegt laut Mike nicht an expliziten Bildern, sondern an der Härte des Erzählten.

Korbis HARD:LINE-Mitbringsel: The Medium und Arboretum

Vom HARD:LINE Festival nimmt Korbi zwei Filme mit. The Medium (2021), ein thailändischer Found-Footage-Horror, der sich als Doku tarnt und ab der Mitte praktisch alles abfeuert, was im Horrorgenre der letzten Jahre funktioniert hat, verpackt aber in eigener, exotischer Form. Erscheint im Juli bei Koch Media. Und Arboretum von Julian Richberg, ein komplett privat finanzierter Coming-of-Age-Film mit mystischem Einschlag über zwei Teenager in einem thüringischen Kleinstädtchen zwischen Nazis und Orientierungslosigkeit. Korbi und Deep Red Radio wollen sich dafür einsetzen, dass der Film einen Verleih findet. Das ausführliche Festival-Recap gibt es in der vorherigen Folge.

Mikes Filme: The Boy Behind the Door, Fresh und mehr

Mike bringt diesmal vor allem Positives mit. The Boy Behind the Door (2020): Zwei entführte Jungen, einer schafft es aus dem Kofferraum und versucht, seinen besten Freund aus dem Haus der Entführer zu befreien. Ein extrem spannendes Katz-und-Maus-Spiel, das Mike an Don’t Breathe und Wes Cravens The People Under the Stairs erinnert, knackige anderthalb Stunden, nur die deutsche Synchro ist schwach. Fresh (2022) mit Sebastian Stan überzeugt mit Story und der Verarbeitung des Kannibalismus-Themas, leidet aber unter rund einer halben Stunde Überlänge. Korbi störte hier das aufgesetzte 80er-Feeling.

Mikes Filme: La Abuela und Paranormal Activity 7

La Abuela (2021) von Paco Plaza, dem Regisseur von Verónica und den ersten beiden REC-Filmen, war Mikes Highlight: ein Model muss ihre nach einem Schlaganfall pflegebedürftige Großmutter versorgen, je länger sie bleibt, desto gruseliger wird es. Sehr entschleunigt, atmosphärisch, fast ohne Jumpscares, gruselige Szenen bleiben einfach stehen. Klare Empfehlung. Paranormal Activity: Next of Kin (2021), der siebte Teil der Reihe, blieb dagegen Mittelmaß: nervige Darsteller, unrealistisches Verhalten, und selbst das sonst verlässliche Finale war diesmal nur ein zähes Durcheinander. Ein Lehrstück, wie man Found Footage eben nicht macht, besonders im direkten Vergleich zu The Medium.

Kanes Woah Leck: Electric Callboy live

Kanes Highlight kommt aus der Musikecke: Ende April war er nach über zwei Jahren endlich wieder auf einem Konzert, Electric Callboy (vormals Eskimo Callboy, umbenannt nach Gesprächen mit Betroffenen, da der alte Name als rassistische Beleidigung wahrgenommen wird). 6000 verschwitzte Leute, Bierduschen, Circle Pits und die volle Party bei Hits wie Hypa Hypa, We Got the Moves und Pump It. Der Abend hatte allerdings ein turbulentes Ende: Kane verlief sich eine halbe Stunde in einer riesigen, finsteren Baustellen-Tiefgarage. Eine Erfahrung, die er selbst als kleinen Horrorfilm beschreibt, die Kane-Edition von Ach du Scheiße.

FAQ zum Woah Lecks April 2022

Wer sind die Hosts in dieser Folge?
Kane, Mike und Korbi, also die komplette VLM-Besetzung. Kane übernimmt diesmal die Moderation. Es ist das erste Woah Lecks seit einem Monat.

Welche Filme werden im Woah Lecks April 2022 besprochen?
Korbi bespricht Last Night in Soho und Pleasure sowie seine HARD:LINE-Mitbringsel The Medium und Arboretum. Mike bringt The Boy Behind the Door, Fresh, La Abuela und Paranormal Activity: Next of Kin mit.

Warum heißt Eskimo Callboy jetzt Electric Callboy?
Die Band hat sich nach Gesprächen mit Betroffenen umbenannt, da der Begriff Eskimo in einigen Regionen als Beleidigung wahrgenommen wird. An der Musik und der Live-Energie ändert das nichts.

Was ist Last Night in Soho für ein Film?
Ein Film von Edgar Wright aus dem Jahr 2021. Eine Modestudentin zieht nach London und schlüpft nachts in die Persönlichkeit einer jungen Sängerin der 60er Jahre. Für Mike der beste Edgar-Wright-Film.

Wann erscheint The Medium auf Blu-ray?
Der thailändische Found-Footage-Horror The Medium erscheint laut der Folge im Juli bei Koch Media. Das ausführliche Urteil gibt es im HARD:LINE-2022-Recap.

Was sind die Woah Lecks?
Die Woah Lecks sind das monatliche News- und Empfehlungsformat von Viva la Movielución, in dem Kane, Mike und Korbi aktuelle Filme, Serien, Branchen-News und persönliche Highlights besprechen.

Eine kurze Bitte zum Schluss

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Mehr aus dem VLM-Universum

Direkt davor lief das große Folge 127: HARD:LINE Film Festival 2022 Recap, in dem The Medium und Arboretum ausführlich besprochen werden. Wie es einen Monat später weiterging, hört ihr in Folge 131: Woah Lecks Mai 2022 mit Stranger Things und Benedetta, der direkte Woah-Lecks-Vorgänger ist Folge 122: Woah Lecks März 2022 mit Flo Scheuerer. Passend zu Kanes Chucky-Lob: die ausführliche Folge 137: Chucky, die Mörderpuppe als Serie und Folge 12: Child’s Play 2019.

Alle Woah-Lecks-Folgen findet ihr in der Woah-Lecks-Kategorie, alle Episoden im Podcast-Bereich.

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