The Batman (2022): Pattinson als düsterer Detektiv – Seppi-Debut (Steadyklusiv)

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Eine besondere Folge in doppelter Hinsicht: Kane bekommt erstmals Verstärkung von Seppi, der hier sein Debüt als Host der Viva-la-Movielución gibt. Sonst kennt man ihn als heimlichen Lektor, der Korbis Rechtschreibfehler ausmerzt. Zu zweit nehmen sich die beiden The Batman (2022) von Regisseur Matt Reeves mit Robert Pattinson in der Hauptrolle zur Brust, nach einem direkten Kinobesuch im Plattlinger Kino, bei dem Seppis Pepsi Light am Boden gelandet ist und Kane fast den Popcorn-Eimer verloren hat. Drei Stunden Film, drei Stunden Diskussion verdichtet in 37 Minuten: Film-Noir-Atmosphäre, ein Riddler am Rande der psychischen Belastbarkeit und ein Pinguin, den man wirklich nicht erkennt. Die komplette Folge gibt’s exklusiv auf Steady. Hier im Teaser, was drinsteckt.

Worum geht’s in The Batman (2022)?

Matt Reeves verzichtet auf die obligatorische Origin-Story und setzt den Film in Year 2 der Batman-Karriere an: Bruce Wayne ist seit etwa zwei Jahren als maskierter Vigilante in Gotham unterwegs, sucht aber noch immer seinen eigenen Platz im Krieg gegen das Verbrechen. Statt Superhelden-Spektakel liefert Reeves einen düsteren, regnerischen Film-Noir-Thriller im Batman-Kostüm. Als ein Psychopath namens The Riddler (Paul Dano) den Bürgermeister von Gotham ermordet und kryptische Rätsel hinterlässt, beginnt für Batman eine drei Stunden lange Detektiv-Odyssee durch die korrupten Eliten der Stadt, inklusive Mafia, einer mysteriösen Selina Kyle (Zoë Kravitz) und einem Pinguin im Hintergrund, den die beiden Hosts wirklich nicht erkannt haben.

Robert Pattinson als düsterster Batman aller Zeiten

Die Twilight-Empörung von 2019 war für Seppi nie ein Thema, im Gegenteil: „Das ist so ein menschgewordene Melancholie, der Typ. Der hat halt einfach nur Scheiße erlebt“, sagt er über Pattinsons Performance. Bruce Wayne ist in dieser Verfilmung nicht der charmante Playboy aus den Nolan- oder Burton-Filmen, sondern ein zerrissener, gantiger Mid-Twenty-Something, der mit dem Verlust seiner Eltern nicht abgeschlossen hat und sich nur durch Gotham wälzt. Auch das Verhältnis zu Alfred Pennyworth (Andy Serkis) ist auffallend brüchig. Bruce stellt früh klar, dass Alfred nicht sein Vater ist und sich nicht einmischen soll. Kane feiert Pattinsons Batman als „roughen, dreckigen“ Vigilante, der noch nicht der perfekte Detektiv aus späteren Comic-Bögen ist: er stolpert, kassiert in Kämpfen ordentlich auf die Nuss und prügelt sich mehr, als dass er taktiert. Reeves zeichnet einen Batman in der Entwicklung, nicht den fertigen Mythos.

Paul Dano als Riddler: Psychopath am Rande des Cringe

Paul Dano, den man aus 12 Years a Slave als unheimlichen Plantagenbesitzer kennt, liefert hier eine der intensivsten Performances seines Karriere-Bogens. „Da, das ist wirklich ein geborener Psycho, der Typ. Also der ist da sehr, sehr, sehr gut besetzt“, fasst Seppi zusammen. Besonders die Café-Szene, in der Riddler einfach nur dasitzt und seine Geschau aufhat, demonstriert seine schauspielerische Bandbreite. Im großen Verhör mit Batman geht Dano allerdings stellenweise so weit, dass sich beide Hosts an der Grenze zum Cringe wähnen. Ein Punkt, bei dem die deutsche Synchronisation noch eine Schippe drauflegt. Kane sieht hier eine seiner größten Tops-und-Flops-Doppelmomente: Danos Mimik ist Weltklasse, die Synchro stellenweise zu schrill. Im O-Ton dürfte das wieder anders wirken.

Zoë Kravitz, Jeffrey Wright und Colin Farrells unerkannter Pinguin

Zoë Kravitz als Selina Kyle / Catwoman harmoniert mit Pattinson auf der Leinwand erstaunlich erdig: keine schnulzige Romantik, sondern eine Chemie, die zur düsteren Grundstimmung passt. Bemerkenswert: Der Name Catwoman fällt im gesamten Film nicht ein einziges Mal. Jeffrey Wright (aus Westworld bekannt) gibt einen ruhigen, ernsthaften Lieutenant Jim Gordon. Die Hauteinwände der „Fan-Community“ ignoriert das Duo bewusst und lobt die Besetzung als Weltklasse-Schauspielarbeit. Aber die größte Überraschung: Colin Farrell (nm0268199) als Oswald Cobblepot / The Penguin. Beide Hosts haben den Schauspieler in der irren Prothesen-Maske schlicht nicht erkannt. Die Verfolgungssequenz mit dem Batmobil (brennendes Heck im Rückspiegel, Pinguin am Steuer) gehört zu den absoluten Highlights des Films und deutet bereits an, dass Farrells Figur in einer möglichen Fortsetzung deutlich mehr Raum bekommen wird.

Atmosphäre, Score und Film-Noir-Look

Drei Stunden Nacht, Regen und Nebel: Reeves drückt den Zuschauer in eine Welt, in der die Sonne nicht scheint und Gotham wie eine industrielle Höllenmaschine pulsiert. Mehrere Parallelen werden in der Diskussion gezogen: zu Se7en, zu Watchmen (das Intro erinnert Kane an Rorschachs Eröffnungsmonolog), und zur Halloween-Reihe von John Carpenter, wenn Batman aus dem Dunkeln aus stampfenden Schritten auftaucht und Gangster panisch schießen, bevor sie wissen, woher die Bedrohung kommt. Der Score von Michael Giacchino unterstreicht diese Wucht mit pochenden Streichersätzen, dazu kommt Nirvanas Something in the Way als wiederkehrendes Leitmotiv. Auch das praktische Production Design ist geerdet: das Batmobil ist kein futuristisches Wunderwerk, sondern ein selbstgebauter Muscle Car mit V8-Sound, das Bat-Cape ein Wingsuit, die Bat-Höhle eine simple Werkstatt-Garage. Alles wirkt, als hätte Bruce Wayne es eigenhändig zusammengeschraubt.

Detektivarbeit statt Superhelden-Spektakel

Was den Film fundamental von anderen Batman-Verfilmungen abhebt: der Fokus liegt auf der Ermittlungsarbeit, nicht auf Action-Setpieces. Batman ist hier endlich der Detektiv, als der er in den Comics seit jeher angelegt ist: Tatorte werden durchgekämmt, Beweise gesammelt, Rätsel dekodiert. Kane vergleicht die Ermittlungssequenzen direkt mit den Arkham-Videospielen, in denen der Detektivblick zum Kernspielprinzip gehörte. Die Wahl des Riddlers als Antagonist passt perfekt: seine kryptischen Botschaften zwingen Batman zur Spurensuche und führen tief in die korrupten Verflechtungen zwischen Mafia, Stadtverwaltung und der Wayne-Familie selbst. Die Auflösung, die ein paar lieb gewonnene Mythen über die Waynes neu rahmt, bezeichnen beide Hosts als ziemlich geil.

Tops & Flops

Seppis Top: Der zerrissene, verbuggte Pattinson-Batman, der seine Vergangenheit nicht im Griff hat und mit jeder Pore Melancholie ausdrückt, plus die dichte, regnerische Detektiv-Atmosphäre, die nie in leere Posen kippt. Seppis kleiner Kritikpunkt: Der Film überrascht innerhalb der Batman-Lore nicht und manche Dialoge wandern an die Grenze zum pseudophilosophischen Facebook-Post mit Wikinger-Hintergrund, aber das ist Kritik auf hohem Niveau. Kanes Top: Paul Danos Riddler-Mimik in der Verhörszene, schauspielerisch Weltklasse. Kanes Flop: Die deutsche Synchro-Stimme des Riddlers wird stellenweise zu schrill und schiebt die Cringe-Grenze noch ein Stück weiter, als Reeves es vermutlich beabsichtigt hat. Ein Re-Watch im Original ist Pflicht.

Die Triple-Threat-Frage: Titten, Trompeten, tote Tiere?

Am Ende jeder Folge stellt sich die heilige Frage nach der VLM-Dreifaltigkeit: Titten, Trompeten, tote Tiere. Bei einem dreistündigen Film-Noir-Thriller mit Mafia, Pinguin und düsteren Gotham-Gassen stehen die Vorzeichen interessant. Wo genau Reeves seine Treffer landet (oder eben nicht), gibt’s nur in der vollständigen Folge auf Steady.

The Penguin (2024): Colin Farrells HBO-Spinoff macht das Pinguin-Versprechen ein

Was Kane und Seppi 2022 noch als „möglichen größeren Pinguin-Auftritt im Sequel“ spekulierten, hat HBO zwei Jahre später anders gelöst: The Penguin ist eine achtteilige Mini-Serie, ausgestrahlt zwischen 19. September und 10. November 2024, die exakt eine Woche nach den Ereignissen von The Batman einsetzt. Showrunnerin Lauren LeFranc erzählt Oswald „Oz“ Cobbs Aufstieg zum Mafia-König von Gotham, kein Superheldenstoff, sondern ein klassisches Gangster-Epos im Geist von The Sopranos und Scarface. Der Nachname wurde bewusst von „Cobblepot“ zu „Cobb“ geerdet, passend zur düster-realistischen Reeves-Welt.

Colin Farrell schlüpft erneut unter die massiven Prothesen von Make-up-Designer Mike Marino, die laut Marino auf der Serie rund 90 Mal nachgearbeitet werden mussten. Tageslicht-Drehs waren „brutal“ für das Material und führten zu Hautreizungen. Neben Farrell glänzt Cristin Milioti als Sofia Falcone, die Tochter des im ersten Film ermordeten Mafia-Bosses. Mark Strong übernahm die Rolle des Carmine Falcone von John Turturro, Clancy Brown spielt Salvatore Maroni. Bei den Primetime-Emmys 2025 räumte die Serie neun von 24 Nominierungen ab, inklusive Bester Hauptdarstellerin für Milioti. Rotten Tomatoes verzeichnet 95 Prozent positive Kritiken, IMDb steht bei 8,6. In Deutschland läuft The Penguin über Sky Atlantic und WOW. Eine zweite Staffel ist Stand 2026 nicht bestellt. Farrell selbst äußerte sich nach seinem SAG-Award-Gewinn zurückhaltend.

The Batman: Part II (2027) im Überblick

Kane lag richtig: Eine Fortsetzung kommt. The Batman: Part II startet nach mehreren Verschiebungen am 1. Oktober 2027 in den deutschen und US-amerikanischen Kinos. Matt Reeves führt erneut Regie und hat das Drehbuch zusammen mit Mattson Tomlin verfasst. Robert Pattinson, Andy Serkis (Alfred), Jeffrey Wright (Gordon) und Colin Farrell (Pinguin) kehren zurück. Drehbeginn ist Juni 2026 in London.

Neu im Cast: Sebastian Stan als Harvey Dent, im Comic der spätere Two-Face. Scarlett Johansson spielt seine Frau Gilda, Charles Dance ist im Gespräch für Dents Vater. Barry Keoghan dürfte als Joker zurückkehren, sein Cameo in der Deleted Scene des ersten Films hatte ihn bereits eingeführt. Zoë Kravitz wird voraussichtlich nicht zurückkehren. Reeves hat im Mai 2026 erste Kamera-Tests via „SnowTires“-Tweet veröffentlicht: Das Sequel spielt im schneebedeckten Gotham, was Vergleiche zu Frank Millers Long Halloween-Comic-Storyline und Tim Burtons Batman Returns ausgelöst hat. Einige Fans spekulieren über Mr. Freeze als Antagonist, andere über eine Ein-Schauplatz-Story im Stil von Grant Morrisons Arkham Asylum. Pattinson selbst sagt im Interview: „Das Skript ist verrückt, es ist eine wirklich andere Art von Batman-Film als der erste.“

FAQ zu The Batman (2022)

Wer sind die Hosts in dieser Folge?
Kane und Seppi, und das ist Seppis erster Auftritt als Host bei Viva la Movielución. Sonst bekannt als heimlicher Korrekturleser für Korbis Rechtschreibfehler, übernimmt er hier zum ersten Mal die Mikro-Seite. Im Hauptberuf schreibt Seppi als selbstständiger Online-Redakteur über Videospiele, Virtual Reality, künstliche Intelligenz und autonomes Fahren.

Wer hat The Batman (2022) inszeniert?
Matt Reeves, bekannt unter anderem für Cloverfield sowie Dawn und War for the Planet of the Apes. Reeves hat das Drehbuch zusammen mit Peter Craig geschrieben und einen Batman im Stil von Frank Millers Comics aus den späten 80ern entwickelt: düster, geerdet, mehr Detektiv als Superheld.

Wie lang ist The Batman?
Knapp drei Stunden, exakt 176 Minuten. Trotz dieser Länge empfinden beide Hosts den Film nicht als zäh: die Slow-Burn-Erzählung trägt die Spannung durchgehend, dichte Atmosphäre und konstante Ermittlungsdynamik kompensieren das langsame Tempo.

Ist The Batman eine Origin-Story?
Nein. Reeves überspringt die obligatorische Eltern-Mord-Eröffnung komplett. Bruce Wayne ist seit zwei Jahren als Batman aktiv, sucht aber noch seinen Platz. Der Film orientiert sich tonal an Comics wie Frank Millers Year One beziehungsweise Year Two.

Spielt Colin Farrell wirklich den Pinguin?
Ja. Hinter der massiven Prothesen-Maske steckt tatsächlich Colin Farrell, und beide Hosts haben ihn beim ersten Schauen schlicht nicht erkannt. Farrell bekam später eine eigene HBO-Mini-Serie The Penguin (2024) sowie eine bestätigte Rückkehr in The Batman: Part II (2027).

Gibt es eine Fortsetzung von The Batman?
Ja. The Batman: Part II startet am 1. Oktober 2027 in den Kinos. Matt Reeves inszeniert erneut, Robert Pattinson, Andy Serkis, Jeffrey Wright und Colin Farrell kehren zurück. Sebastian Stan als Harvey Dent (Two-Face), Scarlett Johansson als Gilda Dent und Barry Keoghan als Joker sind neu beziehungsweise vorgesehen. Das Sequel spielt im winterlichen Gotham und orientiert sich Spekulationen zufolge an Frank Millers Long Halloween. Drehbeginn ist Juni 2026 in London.

Wo kann ich die Pinguin-Serie auf Deutsch streamen?
The Penguin (2024) läuft in Deutschland exklusiv auf Sky Atlantic sowie via WOW. Die achtteilige Mini-Serie spielt eine Woche nach den Ereignissen von The Batman, gewann neun Emmys (von 24 Nominierungen) und steht bei 95 Prozent Rotten Tomatoes. Colin Farrell spielt erneut Oz Cobb, Cristin Milioti glänzt als Sofia Falcone.

Eine kurze Bitte zum Schluss

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