„You are my Buddi, until the end!“ – Child’s Play (2019) ist das Reboot des Slasher-Klassikers von 1988 – diesmal nicht als Voodoo-Spuk, sondern als KI-Satire auf den Vernetzungswahn. Eine schiefgegangene Smart-Doll der Apple-artigen Kaslan Corporation, animatronisch handgemacht und mit Mark Hamill als neuer Chucky-Stimme. Mike hat im Kino Tränchen verdrückt (Korbis Schminke am T-Shirt inklusive), Kane bringt unnützes Wissen über Mark Hamills Joker-Karriere und seine Lieblings-Allergie gegen selbstfahrende Autos, Korbi hat damals seinen ersten Chucky-Film überhaupt gesehen – Bock auf mehr.
Child’s Play (2019) – KI-Chucky aus Vietnam
- Originaltitel: Child’s Play
- Regie: Lars Klevberg (zuvor: Polaroid, 2017)
- Drehbuch: Tyler Burton Smith (zuvor: Quantum Break)
- Basiert auf: dem Drehbuch zum Original Child’s Play (1988) von Don Mancini, John Lafia und Tom Holland (Story: Mancini)
- Hauptcast: Aubrey Plaza (Karen Barclay), Gabriel Bateman (Andy Barclay), Brian Tyree Henry (Detective Mike Norris), Tim Matheson (Henry Kaslan), Mark Hamill (Stimme von Chucky)
- Produzenten: Seth Grahame-Smith & David Katzenberg (das It– und It Chapter Two-Team)
- Komponist: Bear McCreary (komponierte auch den Buddi-Song mit Tyler Burton Smith)
- Genre: Slasher / KI-Horror / Black-Mirror-Satire
- Laufzeit: 90 Minuten · FSK: 16 (Korbi: „16 ist mutig“, siehe Rasenmäher-Szene)
- Budget: 10 Mio USD · Einspielergebnis: ca. 45 Mio USD weltweit
- Premiere: 21. Juni 2019 (USA)
Andy Barclay (Gabriel Bateman) zieht mit seiner alleinerziehenden Mutter Karen (Aubrey Plaza) in eine neue Stadt. Karen besorgt aus dem Elektromarkt eine zurückgegebene Buddi-Puppe der Kaslan Corporation – eine KI-gesteuerte Companion-Doll, die mit allen Kaslan-Smart-Home-Geräten vernetzt ist. Was niemand weiß: Ein wütender Fabrikarbeiter in Vietnam hat bei genau dieser Puppe vor seinem Suizid alle Sicherheitsbeschränkungen deaktiviert. Die Puppe nennt sich Chucky, freundet sich mit Andy an, lernt seine Welt – und beginnt, alles zu eliminieren, was sie als Konkurrenz um Andys Aufmerksamkeit identifiziert. Erste Ziele: die Hauskatze und ein paar Erwachsene mit Rasenmäher.
Drei Hosts, drei Stimmungen – aber Konsens: „Saugeil“
- Mike ist begeistert: perfekte Modernisierung, weg vom übernatürlichen Charles-Lee-Ray-Voodoo, hin zur „fehlgepoltes Unterhaltungsinstrument“-KI. Hat die alten Filme drauf, kann den Jump vom 1988er-Original sauber einordnen und feiert vor allem die handgemachten Animatronik-Effekte. Plus: hat im Kino tatsächlich geweint, als die Andy-Chucky-Beziehung kippt.
- Kane war ebenfalls überrascht – beim ersten Schauen positiver als beim zweiten, aber insgesamt ein klarer Daumen hoch. Liebt das Augenzwinkern, den Vernetzungs-Spott und vor allem Mark Hamill als Stimme. Bringt die Black-Mirror-Parallele direkt: „wie eine lange Black-Mirror-Episode, die mir zeigt, wie weit unser Vernetzungswahn uns bringen kann. Und irgendwann beißt er uns in den Arsch.“
- Korbi ist der Newcomer: hatte vorher nie einen Chucky-Film gesehen („voll krass!“). Hat den Film im Kino mit Mike und Kane geschaut und brutal viel Spaß gehabt. Würde ihn jederzeit wieder anschauen.
Die KI-Reboot-Idee: weg vom Voodoo, hin zu Apple
Das Original von 1988 hat Charles Lee Ray (Brad Dourif) als sterbenden Massenmörder, der seine Seele per Voodoo-Beschwörung in eine „Good Guy“-Puppe transferiert. Tyler Burton Smiths Drehbuch wirft das komplett über Bord und ersetzt es durch eine deutlich heutigere Premise: Die Kaslan Corporation (Mike: „böser iPod, der von Haus aus böse ist, weil von Apple“) ist ein vernetztes Smart-Home-Imperium, dessen Buddi-Puppen mit Fernsehern, Türschlössern, autonomen Autos, Smart-Lights und sogar Drohnen vernetzt sind. Die „Bösartigkeit“ ist nicht mystisch, sondern technisch: ein einziger sabotierter Fabrikarbeiter in Vietnam reicht, um die Sicherheits-beschränkungen einer Puppe auszuschalten – und dann lernt die KI eben, was sie eben lernt. Korbi: „Macht das Ganze erstmal ein bisschen realistischer, was ich immer cool finde.“ Kane: „Augenzwinkernder Seitenhieb auf den Vernetzungswahn.“
Mark Hamill als Chucky: vom Joker zum KI-Killer
Kane hat es im Talk als „unnützes Wissen“ abgekanzelt, aber es ist der vielleicht wichtigste Casting-Coup des Films: Mark Hamill – Luke Skywalker, Joker in Batman: The Animated Series, einer der profiliertesten Voice-Schauspieler der Welt – übernimmt als Chucky-Stimme von Brad Dourif. Regisseur Klevberg schrieb Hamill nach Drehende einen Brief, dachte, er würde absagen. Hamill sagte zu, beim ersten Versuch. Im NPR-Interview sagt Hamill, er habe so eine Aufregung wie zuletzt vor seinem Joker-Casting gespürt – der Druck, einer Ikone wie Chucky eine neue Stimme zu geben, sei vergleichbar mit dem Joker-Moment. Hamill spielt Chucky bewusst nicht als Dourif-Verschnitt, sondern als zunächst kindlich-unschuldig, dann progressiv „menschlicher“ und finsterer. Mike und Kane stimmen überein: einmal auf Englisch schauen, allein wegen Hamill.
Animatronik > CGI: das große Plus
Mike und Kane betonen beide: Chucky 2019 ist fast ausschließlich animatronisch. Keine vollständig CGI-animierte Puppe, sondern echte Mechaniken, echte handgemachte Effekte, echte Bewegungen. Nur in den letzten Sequenzen, wenn Chucky physisch nicht mehr kann, was die Story von ihm verlangt, kommt CGI dazu. Das gilt auch für die Kills: Rasenmäher-Szene, Kreissäge, der Highlight-Tod im Elektromarkt – alles handgemacht, blutig, „richtig widerlich und echt“. In einer Zeit, in der CGI-Splatter Standard ist, ein bewusstes Statement.
Vater-Sohn-Schmerz: warum Mike weint
Der überraschende Aspekt des Films: die emotionale Tiefe der Andy-Chucky-Beziehung. Chucky ist am Anfang tatsächlich wie ein Kleinkind – lernt, was Andy mag, was nicht, was Freundschaft bedeutet. Erst durch Andys verbalen „Tritt“ (Andy distanziert sich von der Puppe, weil seine echten Freunde sie zu intensiv finden) kippt Chucky in den Killer-Modus. Mike hat im Kino dazu geweint und sich Schminke an Korbis T-Shirt abgewischt – Korbi lakonisch: „Das T-Shirt war ja jetzt nicht so wertvoll.“ Aber das Spannende ist: Mike hat einen Punkt. Klevberg schafft es, dass man für eine Killerpuppe Sympathie aufbaut und ihre Eskalation als nachvollziehbar erlebt. Korbi bestätigt: „Da ist man die ganzen Entscheidungen, die Chucky trifft, kann man nachvollziehen.“
Die Kreissägen-und-Rasenmäher-Frage
Korbi: „Die Freigabe ab 16 ist sehr mutig.“ Mike: „Stimmt.“ Der Film zeigt nicht alles explizit – Eingeweide und Body-Horror sind selten direkt zu sehen – aber die Kombination aus Kreissäge, Rasenmäher und einer Puppe, die nicht aufhört, ist heftig. Plus: Tierfreund-Warnung – im Film stirbt eine Hauskatze. Mike’s Tipp: „Augen zumachen oder vorspulen.“ Korbi’s Tipp: „Stammbild.“ Allgemein der Konsens: Wer den Trailer gesehen hat, kennt die Puppe. Wer den Film blind reingeht, trifft auf einen 90-Minuten-Slasher mit überraschend viel Herz.
Die Texas-Chainsaw-Massacre-2-Easter-Egg
Geiles Detail, das Kane im Talk anspricht: In einer Szene schauen Andy und seine Freunde Texas Chainsaw Massacre Part 2 – allerdings in komplett falscher Reihenfolge der Einstellungen. Klevberg hat das als Hommage an die VHS-Bootleg-Kultur eingebaut, und Kane hat die Verbindung zu seiner eigenen Kindheit gezogen: „Auf der Sicherheitskopie der VHS, vorhin Schneewittchen und hinten Texas Chainsaw Part 2.“ Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) hat den Film 1986 indiziert – was natürlich genau das war, was junge bayrische Buben und Mädels neugierig machte. Klevbergs Easter-Egg trifft also direkt einen Generationen-Nerv.
Selbstfahrende Autos: Kanes Pet-Peeve
Lustigster Talk-Moment: Kane gerät auf das Thema autonomes Fahren und outet sich als Hasser („Ich hasse selbstfahrende Autos. Ende!“). Im Film werden Tesla-artige autonome Taxis von Chucky gehackt und dienen nicht nur als Mordwerkzeug, sondern als Vision einer Zukunft, in der jede vernetzte Maschine zum Verbrechen taugen kann. Korbi argumentiert dagegen: in 10–20 Jahren wird das ohnehin Realität. Der Film steht dazwischen – „in Anführungszeichen einer Zukunft, was Kema kennt“, wie Kane sagt.
Toxisches Fandom: warum manche den Film boykottieren
Im Talk gerät die Diskussion an einen wunden Punkt der Genre-Community: Viele Fans des Originals haben das Reboot gar nicht erst gesehen, weil das neue Puppen-Design „hässlich“ sei. Kane stellt das nüchtern in den Raum: „Wenn ich die zwei Puppen nebeneinander hisset, dann gewinnt keine von beiden einen Schönheitspreis. Die sind alle zwei scheiß hässlich.“ Plus: Don Mancini, der Originalschöpfer der Charaktere, war am Reboot nicht beteiligt, hat seine Unterstützung verweigert und parallel seine eigene Chucky-TV-Serie für USA Network und SyFy entwickelt (siehe Updates 2026). Damit existieren ab 2019 zwei parallele Chucky-Universen: das Mancini-Original-Universum (mit Brad Dourif zurück, alle Vorgänger-Filme kanonisch) und das Klevberg-MGM-Reboot-Universum.
Pro & Contra
Mike (Pro): Geniale Modernisierung, Animatronik statt CGI, KI-Spott auf den Vernetzungswahn, emotionale Andy-Chucky-Beziehung, Mark Hamill als Voice. Mike (Contra): Wenige CGI-Szenen am Schluss fallen leicht negativ auf – aber Nörgeln auf hohem Niveau.
Kane (Pro): Story-Transfer in die Neuzeit funktioniert besser als gedacht, Augenzwinkern, handgemachte Effekte, Hamill-Casting, Black-Mirror-Vibes. Kane (Contra): Das neue Puppen-Design ist nicht der Highlight (aber das alte auch nicht). Skepsis verflog spätestens nach der Hälfte.
Korbi (Pro): Kompletter Spaß über die Laufzeit, Animationen funktionieren, würde ihn jederzeit wieder schauen. Korbi (Contra): Das Ende ist übertrieben – „Wie schafft eine Puppe das alles in so kurzer Zeit?“ Realismus-Logik wird in der finalen Akt verlassen.
Updates für 2026: das Mancini-Universum schlägt zurück
Don Mancinis Chucky-TV-Serie startete im Oktober 2021 auf USA Network/SyFy – mit Brad Dourif zurück als Chucky-Voice, dem Original-Puppendesign, Alex Vincent als erwachsenem Andy Barclay, Christine Elise als wiederkehrender Kyle, und Jennifer Tilly als Tiffany Valentine. Die Serie ist explizit die Fortsetzung der Original-Filmreihe (1988–2017) und ignoriert das 2019er-Reboot komplett. Drei Staffeln sind erschienen, eine vierte ist angekündigt.
Klevberg-Sequel: Lars Klevberg sagte 2020 in einem Interview, er würde gerne ein Sequel machen, hielt es aber wegen Mancinis paralleler TV-Serie für unwahrscheinlich. MGM hat den Film 2019 Reboot-Plan offenbar still beerdigt. Die Buddi-Puppe von 2019 bleibt damit ein abgeschlossenes Standalone-Werk.
Mark Hamill hat seitdem weiter Voice-Rollen für Animation und Games gespielt, plus eine Hauptrolle in Mike Flanagans The Fall of the House of Usher (Netflix, 2023) als Arthur Pym. Er gilt weiterhin als einer der Top-Voice-Actors der Branche.
Aubrey Plaza hatte zwischen 2019 und 2026 ihre vermutlich aufmerksamkeitsstärksten Jahre: Black Bear (2020), Spin Me Round (2022), die zweite Staffel von The White Lotus (2022) als Harper Spiller (Emmy-Nominierung), Megalopolis (2024) und Agatha All Along (2024, Marvel) als Rio Vidal. Karriere-Trajektorie deutlich nach oben.
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FAQ zur Folge
Wer spricht in dieser Folge?
Mike, Kane und Korbi – das komplette VLM-Hosttrio, mit Mike als Eröffnungs-Stimme. Die drei haben den Film im Kino zusammen gesehen. Mike ist der Horror-Experte und kennt das Original-Universum von 1988 in- und auswendig, Kane bringt das Black-Mirror-Framing und das Mark-Hamill-Trivia ein, Korbi sieht hier seinen ersten Chucky-Film überhaupt.
Wie unterscheidet sich Child’s Play (2019) vom Original (1988)?
Das Original ist ein Voodoo-Slasher: Der sterbende Massenmörder Charles Lee Ray transferiert per Beschwörung seine Seele in eine Good-Guys-Puppe. Das 2019er Reboot wirft den übernatürlichen Aspekt komplett raus. Stattdessen: eine vernetzte Smart-Home-KI-Puppe namens Buddi der Apple-artigen Kaslan Corporation, deren Sicherheitsbeschränkungen ein wütender Fabrikarbeiter in Vietnam deaktiviert hat. Die Puppe ist nicht mystisch böse, sondern technisch fehlgeleitet – ein Black-Mirror-Stoff.
Wer hat Regie geführt?
Lars Klevberg, ein norwegischer Filmemacher, der zuvor mit Polaroid (2017) auf sich aufmerksam gemacht hatte. Das Drehbuch stammt von Tyler Burton Smith, der vorher das Story-Material für das Game Quantum Break geschrieben hat. Produziert haben Seth Grahame-Smith und David Katzenberg – das gleiche Team, das auch It (2017) und It Chapter Two (2019) produziert hat.
Wer spricht Chucky?
Mark Hamill – ja, der Luke Skywalker, der in Batman: The Animated Series auch den Joker spielt und damit als einer der prominentesten Voice-Schauspieler überhaupt gilt. Hamill ersetzt Brad Dourif, der die Originalrolle seit 1988 bekleidete. Klevberg sagte, er habe Hamill nach Drehende geschrieben und gar nicht mit einer Zusage gerechnet. Hamill nahm trotzdem an. Die Empfehlung im Talk: einmal auf Englisch schauen.
Wer ist sonst im Cast?
Aubrey Plaza spielt Karen Barclay, Andys Mutter. Gabriel Bateman ist Andy. Brian Tyree Henry (Atlanta, Spider-Man: Into the Spider-Verse) übernimmt die Detective-Rolle, die im Original Chris Sarandon hatte. Tim Matheson spielt den Apple-Steve-Jobs-artigen CEO Henry Kaslan. Komponist ist Bear McCreary (Battlestar Galactica, Foundation, Outlander).
Was hat es mit der Mancini-TV-Serie auf sich?
Don Mancini, der Schöpfer der Original-Chucky-Filmreihe, war am 2019er Reboot nicht beteiligt und hat sein Missfallen öffentlich geäußert. 2021 startete er stattdessen seine eigene Chucky-TV-Serie für USA Network und SyFy – mit Brad Dourif zurück als Voice, dem Original-Puppendesign, Alex Vincent als erwachsenem Andy Barclay und Jennifer Tilly als Tiffany Valentine. Die Serie ignoriert das 2019er-Reboot komplett und führt die ursprüngliche Filmreihe direkt fort. Drei Staffeln sind erschienen, eine vierte ist angekündigt.
Gibt es eine Fortsetzung des 2019er Reboots?
Nein, Stand 2026. Lars Klevberg hat 2020 in einem Interview erklärt, er würde gerne ein Sequel machen, hielt es aber wegen Mancinis paralleler TV-Serie für unwahrscheinlich. MGM hat den Reboot-Plan offenbar still beerdigt. Die Buddi-Puppe von 2019 bleibt damit ein abgeschlossenes Standalone-Werk – das Mancini-Universum hat sich durchgesetzt.



