Vollgepackte Januar-Ausgabe der Woah Lecks: Mike rappt das Intro (ehrlich gesagt: das peinlichste der Podcast-Geschichte, Korbi und Kane liefern den Beat), und dann hauen Kane, Mike und Korbi zehn Werke raus – von der Wickie-Wikinger-Animation für die Kids bis zur ZDF-Wannseekonferenz, von Bustillo/Maurys neuem Dämonen-Slasher bis zu George Romeros Day of the Dead auf Arte, dazu Henry Cavill als Witcher, Chucky's Serie, das Dexter-Finale und Korbis Begeisterung für einen Schlagzeuger-Film, der ihn fast zum Drumkit gebracht hätte.
Mikes Woah Lecks
Wickie und die starken Männer: Das magische Schwert (2019)
Animationsfilm-Screener von Leonine, eigentlich nur mit Bub vor dem Fernseher abgestaubt, dann doch positiv überrascht: Wickie und die Wikinger aus Flake kommen nach einem Handgemenge mit dem schrecklichen Sven in den Besitz eines magischen Schwertes, das Dinge in Gold verwandelt – und prompt verwandeln die Wikinger Wickies Mutter zur Goldstatue. Die Reise zur Rettung ist mit nordischer Mythologie gespickt (Thor und Loki kommen vor, Mikes Bub kennt sie aus dem Marvel-Universum), läuft kurzweilige 70 Minuten und ist perfekt für verregnete Sonntagnachmittage mit Kindern zwischen drei und vier. Für Erwachsene wenig Humor, aber schöne Geschichte und Animation. Daraus entwickelt sich ein Disput zwischen Kane („Menschenkinder sind doch grundsätzlich dumm, die wischen sich den Hintern nicht selber ab“) und Mike darüber, wie kinderfeindlich man sein darf. Spoiler: ziemlich.
Day of the Dead (1985) auf Arte
Bildungslücke geschlossen: George A. Romeros dritter Zombie-Streifen, in Deutschland jahrzehntelang als Zombie 2: Das letzte Kapitel beschlagnahmt, lief jetzt frei auf Arte und ist weiterhin in der Arte-Mediathek verfügbar. Mike feiert, dass der öffentlich-rechtliche Sender die Eier in der Hose hatte, den Film auszustrahlen, und stellt fest: nach wie vor besser als Dawn of the Dead. Wer den noch nicht gesehen hat, hat eine echte Genre-Bildungslücke.
Kandisha (2020)
Der neue Film des französischen Regie-Duos Alexandre Bustillo und Julien Maury – die Macher des unfassbar harten Inside / À l'intérieur (2007) und zuletzt The Deep House. Im Kern eine Candyman-Variante: eine weibliche Dämonin wird beschworen und nimmt sich brutal die Männer im Umfeld der beschwörenden Frau vor. Die Kills steigern sich von „verbrennt“ am Anfang bis Mitten-zerteilt und Kopf-eingestampft am Ende. Spielt im französischen Banlieue, was erst Vorurteile triggert – die Charaktere sind dann aber überraschend bodenständig und sympathisch, sodass man wirklich mitfiebert.
Niemals so intensiv wie Inside (Kane: „Bustillo/Maury haben sich seither nicht mehr so gesteigert, wie sie mit ihrem Erstlingswerk losgelegt haben“), aber als launiger, abendfüllender Horrorfilm taugt's. Mike empfiehlt das ganze New-French-Extremity-Spektrum – von Alexandre Aja (der übrigens kein Franzose ist und Korbis Respekt verloren hat) bis Xavier Gens.
Archive 81 (Netflix-Serie, 2022)
Mikes Hauptempfehlung der Folge: Mystery-Serie, produziert von James Wan (Conjuring, Malignant, Saw). Ein Mann wird beauftragt, abgebrannte VHS-Bänder in einem abgelegenen Waldhaus zu restaurieren und darf nicht über das sprechen, was er sieht. Found-Footage in Gegenschnitten zur Rahmenhandlung, Dämonenbeschwörung, Sektenthematik, in einem Hochhaus eingesperrte Bandinhalte – und ja, kalte Schauer im Buglaub inklusive. Acht Folgen à 50–60 Minuten, kurzweilig, hochatmosphärisch.
Mike auf Halbzeit, Korbi knapp davor, beide begeistert. Das Ende lässt eine Fortsetzung offen, ist aber so geschlossen, dass man damit leben kann (wichtig in Netflix-Absatzungs-Zeiten). Update aus späterer Folge: die Serie wurde nach einer Staffel abgesetzt – das nächste Woah Leck zu „Ich weiß was du letzten Sommer getan hast“ zeigt, dass Kane die Vorahnung hatte: bei dieser Streamingära ist nichts mehr sicher.
Bonus-Cross-Reference: Scream 5
Mike und Kane haben außerdem Scream (2022) im Kino gesehen – nicht im Woah Leck verbraten, dafür gibt's eine eigene Folge VLM #116. So viel sei verraten: kein War-Leck-ist-der-Scheiße, sondern War-Leck-war-der-cool.
Kanes Woah Lecks
Texas Chainsaw Massacre (2022) – Trailer-Hype
Am Aufnahmetag gerade frisch online: der Trailer zur direkten Fortsetzung von Tobe Hoopers Original-Massacre von 1974 – alles dazwischen ignoriert, der gleiche Halloween-2018-Trick. Kane ist abgefixt: Hammer-Schädel, Kettensäge-im-Bus-Massaker, Maske richtig asozial. VÖ 18. Februar auf Netflix, Regie David Blue Garcia. Die Original-Schauspielerin Marilyn Burns ist verstorben, die neue Final-Girl-Rolle übernimmt Olwen Fouéré (zuletzt in Mandy als Kult-Anführerin). Watchparty intern garantiert, Reaction-Video lehnt Kane prinzipiell ab.
The Witcher Staffel 2
Kane hat vorher die erste Staffel und den Animationsfilm Nightmare of the Wolf aufgefrischt und dann Staffel 2 durchgezogen. Fazit: in allen Belangen besser als Staffel 1. Henry Cavill bekommt mehr Witcher-Mojo, das Warten hat sich gelohnt. Korbi und Mike haben Staffel 2 noch nicht angefangen – Korbi steckt noch in The Office (achte Staffel). Zur ersten Staffel gibt's den Hinweis: die berüchtigten Zeitsprünge sind weniger verwirrend, wenn man das vorher weiß. Wenn man's trotzdem nicht kapiert, empfiehlt Kane „den Pullback schrauben und die rostigen Kassetten anschauen“.
Spontan-Woah-Leck: I Know What You Did Last Summer (Amazon, 2021)
Kane hat sich durch die Amazon-Serie durchgequält und macht drei Kreuzzeichen, dass sie nach einer Staffel abgesetzt wurde. „Eine bodenlose Frechheit, die Zeit kriege ich nie wieder.“ Mike: „Das ist die einzige Form von Schadenfreude, die akzeptabel ist.“
Chucky – die Serie (2021)
Erst zwei Folgen gesehen, dritte kommt morgen – Kane ist voll dabei. Chucky hat das gewohnt geilo Mundwerk, zwei Kills bisher (vor allem der zweite mit weit ausgespielten Effekten), Setting und Atmosphäre stimmen, Schauspieler-Casting top. Wöchentliche Folgen, Kanes Prognose: das wird ein Woah-Leck-Dauerläufer. Mike wartet noch, bis mehr Material da ist, hat aber bereits gehört, dass die Serie streckenweise besser sein soll als manche Filme des Franchises.
Dexter: New Blood – das Staffelfinale
Kane hat das Finale durch und liefert die seltene Aussage: das ist die Entschuldigung der Macher für die Scheiße, die sie davor gebaut haben (sprich: das viel diskutierte Original-Serie-Ende). Coole Geschichte, sehr cooles Ende, das den Figuren gerecht wird. Zehn Folgen, geschlossen erzählt. Mike hat es auch noch vor sich und stellt klar: nach dem Original-Finale war er raus, jetzt kommt es wieder auf die Liste. Michael C. Hall fühlt sich wie in den ersten 3–4 Staffeln – man fühlt sich wieder heimisch.
The Slumber Party Massacre (1982)
Regie: Amy Holden Jones – ja, einer der wenigen 80er-Slasher von einer Frau gedreht. Kane hat eine ganz spezielle Szene als Woah Leck eingepackt: der Killer sucht eine Tante in der Umkleidekabine, und das Schauspielniveau dieser Such-Szene ist eine eigene Klasse Erbärmlichkeit. Kane musste die Szene zurückspulen, weil er nicht glauben konnte, dass das echt passiert ist. Ansonsten ein wahnsinnig charmanter, sleaziger B-Movie-Slasher, der 2022 erstmals eine deutsche Synchro bekommen hat. Trilogie plus 2021er Remake (Slumber Party Massacre 2021) stehen auf der To-Do-Liste, Slasher-Fans schauen das Original auf jeden Fall – richtig räudiger Scheißfilm, aber er macht Spaß.
Side-Rant: Filmregal-Vandalismus
Wo wir schon dabei sind: Kane reagiert sich über Vollidioten ab, die im Müller-Markt durch die Filmregale klippen wie durch eine Karteikartenbox und die Filme dann schräg liegen lassen, sodass man die DVDs erst nach hinten lehnen muss, bevor man selbst durchblättern kann. „Das ist faul, das ist asozial, das ist als würde man im Kloräumchen den Deckel nicht runtermachen.“ Ein VLM-Plot-Twist: in unter zwei Minuten von Slumber-Party-Massacre-Lob zu philosophischer Müller-Markt-Wut.
Korbis Filme
The Last Duel (Ridley Scott, 2021, Disney+)
Auf Listen-Empfehlung doch noch angeschaut, nachdem der Trailer im Kino-Besuch von The Green Knight völlig unverständlich war – Korbi war positiv überrascht: solide 152-Minuten-Historiendrama um ein echtes Duell vom 29. Dezember 1386 zwischen Jean de Carrouges (Matt Damon) und Jacques Le Gris (Adam Driver) nach Vergewaltigungsvorwürfen gegen Le Gris. Erzählt aus drei Perspektiven (Carrouges, Le Gris, das Opfer Marguerite), dabei spielt Ben Affleck einen rumhurenden Lehnsherrn, was nach Damon-Affleck-Friendship-Joke aussieht, aber funktioniert.
Budget: 100 Millionen Dollar. Einspielergebnis: 30 Millionen. Ridley Scott machte die Handy-Generation für den Flop verantwortlich, Mike vermutet eher die nicht existierende Werbekampagne. Faktum: einer der unterschätztesten Filme des Jahres, vor allem auf Disney+ vergraben. Hätte fast Korbis Top-Ten-Liste 2021 geschafft. Auch optisch geht das Duell nicht zimperlich um, falls jemand auf Speyso-Wertes wartet.
Die Wannseekonferenz (ZDF, 2022)
Die neue Verfilmung der Wannseekonferenz vom 20. Januar 1942 unter Regie von Matti Geschonneck – Korbi: ein Woah Leck zwischen Beklemmung und Begeisterung. Die Dialoge basieren nahezu eins zu eins auf den überlieferten Protokollen. Was schockiert: die kalte Bürokratie, mit der hochrangige Naziverwalter über den millionenfachen Mord debattieren wie über Schreibtischlogistik – keine Abteilung will sich die Drecksarbeit anlachen.
Cast: Philipp Hochmair als Reinhard Heydrich, Johannes Allmayer und Simon Schwarz (den manche aus den Eberhofer-Filmen kennen) in den Beamtenrollen. Korbi hat von Bekannten, die selbst in Behörden-Konferenzen sitzen, gehört: man nimmt die eigene Arbeit danach nicht mehr ganz so ernst. ZDF-Mediathek, einmal GEZ-Beitrag wert.
Whiplash (2014)
Damien Chazelles Schlagzeuger-Drama, nach diversen Listen-Empfehlungen endlich nachgeholt – und Korbi war so begeistert, dass er ernsthaft mit dem Gedanken gespielt hat, sich ein Drumkit zuzulegen. Miles Teller spielt Andrew, den ambitionierten Drumming-Studenten, der von Studio-Bandleader Terence Fletcher (J. K. Simmons) in die Top-Band geholt wird. Fletcher führt die Probe mit verbalem Schwung, geworfenen Stühlen und Beleidigungen, die Korbi laut Kane „eins zu eins aus Kanis Mund kommen könnten“.
Drei Oscars (darunter Bester Nebendarsteller für Simmons – absolut verdient), vier Nominierungen. Das Finale ist filmgeschichtliche Drumset-Eruption. Miles Teller später noch aus Project X (2012) und War Dogs (2016, mit Jonah Hill) bekannt – Schauspieler der ersten Reihe.
Spiele-Kurzeinwurf: Pokémon Legends: Arceus
Korbi hat das neue Pokémon-Spiel angefangen, ist aber noch nicht weit genug für ein vollwertiges Urteil. Erste Eindruck: eine kleine Revolution im Spielprinzip der Serie – mehr dazu, wenn er durch ist.
FAQ zu Woah Lecks Januar 2022
Welche Filme und Serien werden in dieser Folge besprochen?
Wickie und das magische Schwert, Day of the Dead, Kandisha, Archive 81, Scream 2022 (Cross-Ref zu #116), Texas Chainsaw Massacre 2022 (Trailer), The Witcher Staffel 2, I Know What You Did Last Summer, Chucky-Serie, Dexter: New Blood, Slumber Party Massacre 1982, The Last Duel, Die Wannseekonferenz und Whiplash.
Wer war in der Folge dabei?
Kane, Mike und Korbi – mit Mikes selbst gerapptem Intro, das Mike zur peinlichsten Stelle der Podcast-Geschichte erklärt.
Wo läuft Day of the Dead in Deutschland?
Auf Arte (gestrahlt im Januar 2022) und weiterhin in der Arte-Mediathek – ein denkwürdiger Moment, da der Film in Deutschland lange als Zombie 2: Das letzte Kapitel beschlagnahmt war.
Ist Archive 81 sehenswert?
Definitive Empfehlung: produziert von James Wan, atmosphärische Found-Footage-Mystery, acht Folgen mit geschlossenem Ende. Achtung: nach einer Staffel von Netflix abgesetzt – ärgert sich aber nur, wer Mystery-Fortsetzungen braucht.
Welche Folge erscheint als nächstes?
VLM #116 mit der ausführlichen Besprechung von Scream (2022) – Mike und Kane haben den Film im Kino gesehen, Korbi wahrscheinlich nicht.
Was ist mit Pokémon Legends: Arceus?
Korbi hat angefangen, ist aber zu früh für ein Urteil. Update folgt in einer der nächsten Folgen.
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