Woah Lecks Dezember 2021: Spider-Man, Der Rausch & The French Dispatch

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8 Uhr früh, Mike pennt durch – also legen Kane und Korbi den Dezember-Recap zu zweit auf den Tisch. Spider-Man: No Way Home, Wes Andersons The French Dispatch, das oscarprämierte Trinkexperiment Der Rausch, Bo Burnhams Pandemie-Special Inside, der Netflix-Western The Harder They Fall, die Hawkeye-Serie und eine fette Terminator 2 30th Anniversary Vinyl Edition: das letzte Woah Lecks aus 2021 hat es in sich.

The French Dispatch: Wes Andersons Magazin-Verfilmung

Korbis Kino-Highlight zum Jahresabschluss: The French Dispatch von Wes Anderson. Eine fiktive amerikanische Magazin-Redaktion in der französischen Stadt Ennui wird nach dem Tod ihres Herausgebers Arthur Howitzer Jr. aufgelöst – die letzte Ausgabe versammelt vier Reporter-Geschichten als Episodenfilm.

Was Korbi feiert: Anderson spielt mit Formaten wie ein Verrückter – wechselt zwischen Schwarzweiß und Farbe, zwischen 16:9 und 4:3, packt im Hintergrund so viele Details rein, dass eine Sichtung nicht reicht. Der Cast ist klassisch West-Anderson-überladen: Bill Murray, Jeffrey Wright, Adrien Brody, Benicio del Toro, Timothée Chalamet und Owen Wilson.

Korbis Einschätzung: starker Arthouse-Charakter, nicht für jedermann. Wer mit Grand Budapest Hotel nichts anfangen konnte, wird hier auch nichts finden. Wer Anderson-Fan ist, kriegt das volle Programm – und sollte den Film mehrmals schauen, am besten zu Hause zum Zurückspulen.

Der Rausch: 0,5 Promille und das Leben

Korbis Top-10-Kandidat aus der Vorbereitungsphase: Der Rausch (OT: Druk, international: Another Round) von Thomas Vinterberg. Der Film hat 2021 den Oscar als bester internationaler Film gewonnen – komplett zu Recht.

Die Prämisse: Vier befreundete Gymnasiallehrer in der Midlife-Crisis testen die (nicht-wissenschaftliche) These des norwegischen Psychiaters Finn Skårderud, der Mensch komme mit einem Blutalkoholspiegel-Defizit von 0,5 Promille zur Welt. Geschichtslehrer Martin (Mads Mikkelsen) probiert es heimlich – und liefert auf einmal Unterricht, der wieder bei den Schülern ankommt. Logisch, dass die Runde nicht bei 0,5 Promille bleibt.

Korbis Ausführung: Mikkelsen spielt das grandios, weder als plumpe Comedy-Vorlage noch als kalter Sozial-Vortrag. Die Tanzszene am Schluss ist eine der besten Aufzeichnungen eines Menschen in Bewegung der letzten Jahre. Der Film verteufelt den Alkohol nicht und glorifiziert ihn auch nicht – er zeigt, was das Leben ausmacht. Sehr empfehlenswert.

Bo Burnham: Inside – Pandemie-Theater im einen Zimmer

Korbis vierte Sichtung aus dem Top-10-Vorbereitungsmonat: Bo Burnham: Inside (Netflix, Mai 2021). Bo Burnham (bekannt aus Promising Young Woman, eigentlich Stand-Up-Comedian) hat sich während der Pandemie in einem Zimmer mit Instrumenten und Kameras eingeschlossen und alleine einen feature-langen Musik-Comedy-Film produziert.

Es ist keine klassische Stand-Up-Aufzeichnung – eher ein Musical-Kammerspiel. Burnham parodiert das Internet als Lebensraum: weiße-Frauen-Instagram-Profile, FaceTime mit der Mutter, Reaction-Videos auf Reaction-Videos auf Reaction-Videos (Kane hört zu und flippt nebenbei aus). Korbis Tipp speziell für Kane: alleine wegen dieser Reaction-Video-Parodie lohnt sich der Film.

Hinter dem Comedy-Layer liegt eine Mental-Health-Schicht, die ernst nimmt, was die Pandemie mit Kreativ-Menschen gemacht hat. Knapp an der Top 10 vorbeigeschrammt – wird aber definitiv nochmal angeschaut.

Spider-Man: No Way Home – das Multiverse-Highlight

Kanes und Korbis gemeinsames Über-Highlight: Spider-Man: No Way Home. Kane hat den Film bereits dreimal im Kino gesehen (einmal in 3D im Cinemagnum-Saal beim Cinecitta Nürnberg), Korbi einmal – beide kommen mit identischer Diagnose raus: bester Film des Jahres, größte Comic-Befriedigung seit Avengers: Endgame.

Spoilerfrei: Tom Holland macht den Spider-Man mit der locker-flapsigen Charme-Energie, die seit Civil War funktioniert. Doc Ock aus dem Trailer verrät: das Multiverse ist offen – und die Antwort auf die Frage, wer noch alles auftaucht, befriedigt jeden Comic-Nerd in vollem Umfang. Auch der Andrew-Garfield-Amazing-Spider-Man, den Korbi vorher nie geschaut hatte, kriegt durch diesen Film eine warme Würdigung – ebenso Tobey Maguire.

3D oder 2D? Kanes Empfehlung: 3D nur in echten Premium-Sälen (Cinemagnum etc.) – in kleinen Kinos eher 2D. Box Office zum Aufnahmezeitpunkt: schon bei 1,4 Milliarden Dollar weltweit. Verdient.

The Harder They Fall: Netflix-Western mit überwiegend schwarzem Cast

Kanes Netflix-Empfehlung: The Harder They Fall – Regiedebüt von Jeymes Samuel. Jonathan Majors spielt den gesetzlosen Nat Love, der nach dem Wiederauftauchen seines Erzfeindes Rufus Buck (Idris Elba) eine Gang zur Rachejagd zusammenstellt.

Was Kane begeistert: 2 Stunden 20 ohne eine langweilige Minute, ein Cast, dem man die Spielfreude in jeder Szene ansieht, ein cooler Soundtrack und Witze, die sitzen. Inklusive einer Stadt namens White City – wo nur Weiße wohnen und sogar die Häuser weiß gestrichen sind, sehr spielerische Hautfarben-Thematik. Im Cast außerdem Zazie Beetz, Regina King, Delroy Lindo und LaKeith Stanfield.

Hawkeye: Marvels Weihnachtsserie auf Disney+

Kanes Marvel-Pflichtmeldung: Hawkeye ist im Dezember 2021 mit allen sechs Folgen durchgelaufen – und ist für Kane direkt hinter WandaVision die liebste Marvel-Serie auf Disney+. Davor lag bei ihm Skepsis: was will man aus dem Nebencharakter Clint Barton noch herausholen?

Antwort: viel. Jeremy Renner spielt einen sarkastischen, leicht genervten Barton, der durchgehend keine einzige seriöse Antwort gibt – das matcht Kanes eigenen Antwort-Stil zu 95 Prozent. Hailee Steinfeld als Kate Bishop bringt die jugendliche Fan-Energie rein, ohne nervig zu werden. Plus: Florence Pugh als Yelena, eine emotionale Marvel-Universum-Verknüpfung und eine Enthüllung des großen Bösewichts (Vincent D Onofrio), die Comic-Lesern Gänsehaut macht.

Terminator 2: 30th Anniversary Vinyl Edition (Studiocanal)

Am 9. Dezember 2021 ist via Studiocanal die Terminator 2: Judgment Day 30th Anniversary Vinyl Edition erschienen – Kanes letztes physisches Sammler-Highlight des Jahres. James Cameron, Arnold Schwarzenegger, Linda Hamilton – 1991 erschienen, immer noch einer der besten Actionfilme aller Zeiten.

Was im Bundle steckt: drei Discs (4K Kinofassung, Blu-ray Kinofassung plus Director’s Cut, 3D-Blu-ray), der Original-Filmsoundtrack auf Doppel-Vinyl plus ein Steelbook. Bildqualität nach 30 Jahren: gestochen scharf, Farben sauber. Die ursprünglich für Dezember geplante Endoskull Edition (Terminator-Kopf auf einem Totenschädel-Sockel) hat sich wegen Lieferketten-Problemen ins Jahr 2022 verschoben.

FAQ zur Woah-Lecks-Folge

Welche Filme behandeln die Woah Lecks Dezember 2021?
Spider-Man: No Way Home, The French Dispatch (Wes Anderson), Der Rausch (Druk) mit Mads Mikkelsen, Bo Burnham: Inside (Netflix), The Harder They Fall (Netflix-Western), die Hawkeye-Serie (Disney+) und die Terminator 2 30th Anniversary Vinyl Edition.

Wer hostet die Folge?
Kane und Korbi – Mike war beim Aufnahmetermin um 8 Uhr früh nicht dabei.

Worum geht es in Der Rausch?
Vier dänische Lehrer in der Midlife-Crisis testen die These, der Mensch komme mit 0,5 Promille Blutalkohol zu wenig auf die Welt. Mads Mikkelsen spielt die Hauptrolle, Thomas Vinterberg führt Regie. Der Film hat 2021 den Oscar als bester internationaler Film gewonnen.

Welche Spider-Men sind in No Way Home zu sehen?
Tom Holland als aktueller MCU-Spider-Man – und der Trailer hat zumindest Doc Ock verraten. Alles weitere bleibt für spoilerfreies Anschauen offen.

Lohnt sich Hawkeye auch ohne tieferes Marvel-Vorwissen?
Ja. Die Serie funktioniert als eigenständige Weihnachts-Buddy-Story zwischen Clint Barton (Jeremy Renner) und Kate Bishop (Hailee Steinfeld). Marvel-Easter-Eggs sind die Sahne obendrauf, kein Pflichtprogramm.

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