Top 10 Filme 2021: Korbis und Mikes Letterboxd-Bestenlisten

KorbiKorbi
MikeMike

Ende 2021. Pandemie noch nicht vorbei, Kinos halb offen, Streaming-Plattformen randvoll. Korbi und Mike haben für diese Folge ihre Letterboxd-Profile aufgeräumt und je eine Top-10-Liste mit ihren Lieblingsfilmen des Kinojahres 2021 erstellt. Das Spannende: beide Listen haben einen Schnittpunkt von genau einem Film. Sonst gehen die Geschmacksrichtungen so weit auseinander, dass man kaum glaubt, dass die zwei den gleichen Podcast moderieren. Hier sind beide Listen – mit allen Bewertungen, Hintergründen und einem klaren Bild davon, wie Korbi und Mike Filme schauen.

Korbis Top 10 2021

Korbi ist auf Letterboxd als WombelzZ unterwegs. Seine Liste ist eine wilde Mischung aus Blockbuster-Sci-Fi, dänischem Arthouse, japanischem Low-Budget-Indie, deutscher Berlinale-Romanze, Doku und Genre-Action. Wer Korbi nicht kennt, merkt nach drei Einträgen: hier ist jemand, der Filme nicht nach Genre, sondern nach Erlebnis sortiert.

#1 – Dune (2021, Denis Villeneuve) ★★★★★

Villeneuves Dune ist Korbis klare Nummer eins des Jahres. Fünf Sterne bei Letterboxd, ausführlich besprochen in VLM-Folge zum Dune-Universum vorher. Hans Zimmers Score, Denis Villeneuves visuelle Strenge und Timothée Chalamets Paul Atreides als generationelle Helden-Neugeburt: für Korbi der eine Kino-Erlebnis-Film des Jahres, den er unbedingt auf der größten Leinwand sehen wollte und gesehen hat.

#2 – Another Round / Druk (2020, Thomas Vinterberg) ★★★★½

Auslandsoscar 2021, Thomas Vinterbergs dänische Tragikomödie mit Mads Mikkelsen als alternder Geschichtslehrer, der mit drei Kollegen ein wissenschaftliches Experiment startet: konstanter Alkoholpegel im Blut soll Kreativität und Lebensfreude steigern. Geht ungefähr so gut aus, wie man es sich vorstellt. Für Korbi ein Beispiel dafür, wie europäisches Erwachsenenkino aussieht, wenn es ernst und doch verspielt sein darf.

#3 – Beyond the Infinite Two Minutes (2020, Junta Yamaguchi) ★★★★★

Das versteckteste Juwel der Liste. Japanische Low-Budget-Sci-Fi-Komödie: ein Café-Besitzer entdeckt, dass sein Monitor zwei Minuten in die Zukunft zeigt. Drosteneffekt, Zeitparadoxien, alles in einem 70-Minuten-Single-Take gefilmt. Für Korbi der Beweis, dass die besten Sci-Fi-Konzepte oft die billigsten sind. Fünf Sterne, klare Empfehlung an alle, die Primer oder Coherence mögen.

#4 – The Suicide Squad (2021, James Gunn) ★★★★½

Der einzige Film, der auf beiden Listen steht. James Gunns blutige Wiedergutmachung für den 2016er-Suicide-Squad-Disaster. Korbi und Mike haben den Film schon in VLM-Folge #92 ausführlich besprochen. Hier landet er als Sammelpunkt der Geschmäcker: blutig genug für Mike, witzig genug für Korbi.

#5 – Promising Young Woman (2020, Emerald Fennell) ★★★★

Emerald Fennells Debutfilm mit Carey Mulligan als rachegetriebene Heldin in einem pinken Rache-Drama um Konsens, Schuld und Selbstjustiz. In VLM-Folge #70 ausführlich mit Gast Florentin Will besprochen. Bei Korbi vier Sterne, weil der Film es schafft, ein schwieriges Thema mit ungewöhnlicher visueller Sprache zu verbinden.

#6 – I'm Your Man / Ich bin dein Mensch (2021, Maria Schrader) ★★★★½

Deutscher Berlinale-Film. Maren Eggert als Forscherin, die als Teil einer Studie drei Wochen mit einem humanoiden Roboter (Dan Stevens, der erstaunlich gut deutsch spricht) zusammenleben muss – designt als ihr perfekter Partner. Maria Schrader (Regie) nimmt der Sci-Fi-Prämisse die Schwere und macht daraus eine melancholische Komödie über Beziehungen, Einsamkeit und das Menschsein. Eggert gewann den Silbernen Bären als beste Hauptdarstellerin.

#7 – Seaspiracy (2021, Ali Tabrizi) ★★★★½

Netflix-Doku über die industrielle Fischerei – von Kip Andersen, der schon mit Cowspiracy die Fleischindustrie demaskiert hat. Für Korbi, der vegetarisch lebt, ein Thema mit Resonanz. Der Film hat auch Kritik bekommen (NGOs werfen ihm verdrehte Statistiken vor), aber dass er die Aufmerksamkeit auf Bei-Fang, Geisternetze und industrielle Walfangpraktiken lenkt, geht für Korbi ganz klar in die Plus-Spalte.

#8 – Once Upon a Time in Uganda (2021, Cathryne Czubek) ★★★★

Doku über Wakaliwood – das Filmstudio des ugandischen Regisseurs Isaac Nabwana, der mit Budgets von wenigen hundert Dollar 80er-Action-Hommagen produziert und international zur Kult-Marke geworden ist. Wer noch nichts von Who Killed Captain Alex gehört hat, kriegt mit dieser Doku einen perfekten Einstieg in die wahnsinnig sympathische DIY-Filmbewegung aus dem Slum von Wakaliga.

#9 – A Quiet Place Part II (2020, John Krasinski) ★★★★

Krasinskis Sequel zum schweigenden Alien-Horror, ausführlich besprochen in VLM-Folge #108. Für Korbi ein Beweis, dass Sequels die Welt eines erfolgreichen Originals erweitern können, ohne den Kern zu verlieren. Millicent Simmonds als heimliche Heldin.

#10 – Nobody (2021, Ilya Naishuller) ★★★★

Bob Odenkirk als unscheinbarer Familienvater, der sich plötzlich als ehemaliger Top-Auftragsmörder entpuppt. Drehbuch von Derek Kolstad – dem Kopf hinter John Wick. Russische Mafia, Christopher Lloyd mit Schrotflinte, RZA als adoptierter Bruder. Korbis Liste schließt mit purem Action-Spaß.

Mikes Top 10 2021

Mike ist auf Letterboxd als terrorvision84 unterwegs – der Handle ist nicht zufällig auch der seines Horror-Film-Influencer-Accounts auf Instagram. Mikes Liste ist Horror und Action pur: sieben Horrorfilme in den Top 10, ein Bond, ein Action-Horror und ein bisschen Ghostbusters-Nostalgie. Hier wird ohne Umweg ans Eingemachte gegangen.

#1 – The Empty Man (2020, David Prior) ★★★★★

Fünf Sterne von Mike. David Priors Debutfilm, ein 137-Minuten-Cosmic-Horror-Slowburn, der vom Disney-Fox-Merger fast nicht in die Kinos gekommen wäre. James Badge Dale als Ex-Cop, der einer urbanen Sagenfigur namens Empty Man nachjässt und in eine kosmische Kult-Verschwörung gerät. Mike: einer der unterbewertetsten Horror-Filme der letzten Jahre.

#2 – The Sadness (2021, Rob Jabbaz) ★★★★½

Der kanadisch-taiwanesische Splatter-Schock des Jahres. Rob Jabbaz erfindet die Pandemie-Geschichte als Hyper-Gore-Albtraum neu: ein Virus dreht den Sadismus-Schalter in Menschen hoch. Praktisch komplett mit handgemachten Effekten gedreht. In Deutschland ungeschnitten via SPIO/JK und später sogar ungeschnitten ins Kino – in Woah Lecks November 2021 in der Folge thematisiert.

#3 – Malignant (2021, James Wan) ★★★★½

James Wans Giallo-Liebesbrief mit dem irrsten Twist des Jahres. Annabelle Wallis als Frau, die Visionen von Morden hat – die sich dann als real herausstellen. Was im dritten Akt passiert, lässt sich nicht spoilern und nicht ohne Kichern wiedergeben. Bei Mike der Beweis, dass Wan nach Conjuring nochmal mit aller Konsequenz wahnsinnig sein kann.

#4 – Ghostbusters: Afterlife (2021, Jason Reitman) ★★★★½

Jason Reitmans nostalgisches Sequel zum 1984er-Original seines Vaters Ivan. Mckenna Grace als Egons Enkelin Phoebe, Paul Rudd in Bestform, ECTO-1 wieder am Start. Für Mike das Franchise-Comeback, das das 2016er-Reboot wegmischt. Auch wenn die Nostalgie-Maschine an manchen Stellen etwas zu offen sichtbar ist: für einen Kindheits-Fan ein klares Highlight.

#5 – The Suicide Squad (2021, James Gunn) ★★★★½

Die große Schnittmenge mit Korbis Liste. James Gunns brutal-witziges Squad-Reboot mit John Cena als Peacemaker, Idris Elba als Bloodsport und Sylvester Stallone als sprechender King Shark. Bei Mike wie bei Korbi ein klarer Treffer.

#6 – Spell (2020, Mark Tonderai) ★★★★½

Hoodoo-Horror aus Appalachia. Omari Hardwick als urbaner Anwalt, der mit seinem Privatflugzeug abstürzt und im Dachgeschoss einer Hoodoo-Praktizierenden (Loretta Devine) wieder zu Bewusstsein kommt. Mike: solider Folk-Horror mit handgemachten Effekten und einer Hauptdarstellerin (Devine), die jede Szene trägt.

#7 – The Trip / I onde dager (2021, Tommy Wirkola) ★★★★½

Tommy Wirkola (der Dead-Snow-Regisseur) ist nach Norwegen zurück und liefert eine schwarzhumorige Splatter-Komödie mit Noomi Rapace und Aksel Hennie als Ehepaar, das sich gegenseitig in der Hütte um die Ecke bringen will – bis dann drei entflohene Häftlinge auftauchen. Auf Netflix, irrwitzig und blutig. Mikes Geschmack genau getroffen.

#8 – Last Night in Soho (2021, Edgar Wright) ★★★★

Edgar Wrights Zeitreise-Horror. Thomasin McKenzie als Modedesign-Studentin, die nachts in das London der 60er reist und dort Anya Taylor-Joy in der Glamour-und-Schatten-Welt von Soho erlebt. Visuell brillant, am Ende vielleicht etwas konventionell aufgelöst – aber Mike vier Sterne wert.

#9 – No Time to Die (2021, Cary Joji Fukunaga) ★★★★

Daniel Craigs letzter Auftritt als 007 – nach 18 Monaten Pandemie-Verschiebung endlich im Kino angekommen. Cary Joji Fukunaga (True Detective Staffel 1) als Regisseur. Für Mike der gelungene Abschied des definierenden Bond-Darstellers der 2000er und 2010er.

#10 – Halloween Kills (2021, David Gordon Green) ★★★★

Michael Myers als Naturgewalt, der ganze Vorort als Mob, Jamie Lee Curtis fast die ganze Zeit im Krankenbett. In VLM-Folge #105 ausführlich besprochen. Für Mike ein Slasher, der seine Aufgabe ohne Faxen erfüllt: viel Blut, viel Myers, Naturgewalt-Stimmung.

Die einzige gemeinsame Liste-Schnittmenge

Genau ein Film schafft es auf beide Listen: The Suicide Squad (Korbi #4, Mike #5). Was sagt das über die beiden? Es sagt, dass James Gunn 2021 den seltenen Trick geschafft hat, ein Massenpublikum mit einem Comicfilm zu bedienen, der gleichzeitig in der Horror- und Indie-Sensibilität verankert ist. Blut genug für Mike. Charakterzeichnung und Humor genug für Korbi. King Shark für alle.

Die zwei Filmwelten von Korbi und Mike

Wer die beiden Listen nebeneinander sieht, erkennt schnell die Filmpersönlichkeiten:

Korbis Liste ist breit und international: ein Sci-Fi-Blockbuster (Dune), ein dänisches Auslandsoscar-Drama (Druk), ein japanischer Indie-Geheimtipp (Two Minutes), eine deutsche Berlinale-Romanze (I'm Your Man), zwei Dokus (Seaspiracy, Wakaliwood), ein soziales Rache-Drama (Promising Young Woman), ein Horror-Sequel (A Quiet Place Part II) und ein Action-Crowd-Pleaser (Nobody). Sieben verschiedene Länder, sechs verschiedene Genres. Korbi schaut nach Geschmack, nicht nach Marke.

Mikes Liste ist dagegen Profile pur: sieben Horror, ein Bond, ein Norweger-Action-Trip und Ghostbusters. Wer Mike kennt, weiß: er ist der Mann mit der TV-Pause für jeden neuen Slasher und Hardline-Beleidigung für jeden langweiligen Mainstream-Horror. Seine Liste ist eine Vollformat-Bestätigung dieser Identität.

Der Spaß an der gemeinsamen Folge: gerade weil die beiden so unterschiedlich sind, ist die Diskussion immer spannend. Bei The Sadness wird Korbi vermutlich blass, bei Beyond the Infinite Two Minutes hat Mike noch keine Sekunde investiert. Aber das Suicide-Squad-Plus-Lager vereint sie beide.

Bemerkenswerte Abwesenheiten

Was 2021 von beiden bewusst (oder unbewusst) ausgelassen wurde, ist fast so spannend wie die Listen selbst:

  • Spider-Man: No Way Home – der größte Kassenschlager des Jahres, von Letterboxd-Usern global zur Nummer 1 gewählt, fehlt bei beiden komplett
  • Drive My Car – Ryûsuke Hamaguchis Oscar-Kämpfer, von Kritikern weltweit gefeiert, taucht weder bei Mike noch bei Korbi auf
  • Titane – Julia Ducournaus Goldene-Palmen-Schocker, der genau Mikes Schiene treffen sollte, fehlt
  • The French Dispatch – Wes Anderson, Korbis Domain (mit eigener Letterboxd-Ranking-Liste!), fehlt hier
  • Pig – obwohl in Folge #106 begeistert besprochen, schafft Sarnoskis Trauer-Drama es bei keinem in die Top 10

Was das zeigt: 2021 war ein Jahr mit so vielen guten Filmen, dass selbst Hardcore-Fans beim Kuratieren der Top-10 schmerzhaft kürzen mussten.

Letterboxd-Profile zum Verfolgen

Wer Korbi und Mike das ganze Jahr über statt nur bei der Jahresfolge folgen will: beide Profile sind öffentlich und werden regelmäßig aktualisiert.

FAQ zur VLM Best-of-2021-Folge

Wie sind die Listen aufgebaut?
Beide Hosts haben über das ganze Kinojahr ihre gesehenen Filme auf Letterboxd bewertet und am Jahresende eine Top-10-Auswahl getroffen. Die Listen sind nach persönlichem Geschmack sortiert, nicht nach Bewertung.

Warum unterscheiden sich die Listen so stark?
Weil Korbi und Mike sehr unterschiedliche Filmgeschmäcker haben. Mike ist Horror-Spezialist, Korbi mag Genre-Überblicke und internationales Kino. Genau diese Spannung macht den VLM-Podcast aus.

Was ist die Schnittmenge?
Nur ein Film: The Suicide Squad (James Gunn, 2021). Bei Korbi auf Platz 4, bei Mike auf Platz 5.

Wo finde ich die Letterboxd-Profile?
Korbi unter wombelzz, Mike unter terrorvision84.

Wo ist die Folge mit Kane?
Kane war bei dieser Best-of-Folge nicht dabei. Die Jahresrückblicke werden bei VLM traditionell als Duo-Folge produziert.

Verwandte VLM-Folgen

⭐ Gefällt euch der Podcast?

Bewertet uns gerne in eurer Lieblings-Podcast-App – ob Apple Podcasts, Spotify oder anderswo. Jede Bewertung hilft, dass uns andere Filmfans finden!

Direkt-Support? Werdet Teil der VLM-Crew bei Steady.

Nach oben scrollen
WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner