Woah Lecks November 2021: Lamb, The Sadness, Old, Ghostbusters Afterlife

MikeMike
KaneKane
KorbiKorbi

Aufgenommen am 1. Dezember 2021 – vorletzte Folge des Jahres, vorletzte Woah-Lecks-Runde. Mike, Kane und Korbi haben jede Menge im Gepäck: Herr-der-Ringe-Marathon, isländisches Folk-Drama, taiwanesischer Splatter, M. Night Shyamalan, ein Nostalgie-Volltreffer, eine Anime-Realserie, die alle überrascht hat – und drei lokale Werbungen, die seit Wochen niemand mehr aus dem Kopf bekommt.

Mikes Wohnzimmer-Marathon: Herr der Ringe und Harry Potter

Mike hat sich mit seiner Frau die Herr-der-Ringe-Trilogie wieder eingebaut – und davor schon den kompletten Harry-Potter-Marathon. Was dabei rauskommt: beide Reihen altern erstaunlich gut. Bei den Carpenter-, äh, Jackson-Filmen liegt das an den handgemachten Kulissen, Masken und Miniatur-Effekten, die Kinogeschichte geschrieben haben. Das bisschen CGI dazwischen sieht heute auch nicht mehr schlechter aus, weil es ja sowieso schon damals durchdacht eingesetzt wurde.

Die Gegenposition zum Hobbit: alle drei einig, das ist eine andere Liga. Komplett auf Greenscreen entstandene, hochpolierte CGI-Welten transportieren null die Atmosphäre des Originals. Läuft nebenher zum Anschauen, mehr nicht.

Possessor Uncut kommt nach Deutschland (Februar 2022)

Mikes erstes echtes Woah Leck: Turbine Medien hat es tatsächlich geschafft, Possessor Uncut (2020) von Brandon Cronenberg uncut durch die FSK zu bekommen. VÖ in Deutschland am 11. Februar 2022 – 4K-UHD/Blu-ray/DVD, mit Mediabooks und Steelbooks, FSK 18, unzensiert. Letztes Jahr Mikes Letterboxd-Topfilm, dafür musste er aber damals die Blu-ray aus den USA importieren. Jetzt offiziell hierzulande – saustark.

Offstream-Cinema-Klassenfahrt: Penninger, Lamb und The Sadness

Am 13. November 2021 ging's mit dem Offstream Cinema / HARD:LINE Filmfestival auf erste Busreise, getauft „Klassenfahrt“. Ziel: die Penninger-Brennerei (Bayerischer Wald), wo Stefan Penninger gegen Schnaps, Liköre und Essige verkostet hat. Mikes klare Empfehlung fürs Mineralwasser oder Eis: Penninger Waldfruchtessig – unbedingt probieren.

Lamb (2021) – isländisches A24-Folk-Drama

Lamb ist das Filmdebüt von Valdimar Jóhannsson und läuft seit Oktober 2021 international (in Deutschland zur Aufnahmezeit noch nicht regulär erschienen). Noomi Rapace spielt Maria, ein kinderloses Paar lebt mit Ehemann Ingvar abgeschieden auf einer Schafzucht in Island. Eines Tages kommt ein ungewöhnliches Lamm zur Welt – und der Film verweigert konsequent, schnelle Antworten zu geben, was mit dem Wesen los ist.

A24-typischer Slow Burn, viel isländische Volksmythologie, viel Raum für eigene Interpretation. Mike feiert die Spannungsökonomie: das Drehbuch verheimlicht den Schlüsselmoment um das Lamm so lange, dass die Zuschauer mitfiebern müssen. Sein Tipp an Korbi und Kane: bei der ersten Anschauung mit Wein, Sonntagabend, nicht mit Action-Erwartung reingehen.

The Sadness (2021) – der taiwanesische Sicko-Hammer

Mikes persönliches Festival-Highlight der Klassenfahrt: The Sadness vom kanadisch-taiwanesischen Regisseur Rob Jabbaz. Pandemie-Prämisse: ein Virus verwandelt Infizierte in sadistische Gewalttäter, die ihre dunkelsten Triebe ausleben – ein Mann sucht seine Freundin in einem Taipei, das in totales Chaos verfallen ist.

Mikes Einschätzung: einer der gröbsten Filme der letzten Jahre. Vergleichspunkte: Braindead (Peter Jackson) trifft auf Garth Ennis' Comic-Reihe Crossed, plus serbische Splatter-Tradition. 99% praktische Effekte (laut IMDb), keine Pause vor Kindern, vor sexueller Gewalt oder vor Körperöffnungen, die vorher nicht da waren. FSK 18 verweigert, in Deutschland nur mit SPIO/JK-Siegel erhältlich.

Mike differenziert klar: wer Human Centipede 2 als Lieblingsfilm hat, ist hier genau richtig. Wer „hin und wieder mal Scream oder den ersten Halloween“ guckt, sollte Abstand halten – der Film geht ohne Vorwarnung von 0 auf 12 und hält das über weite Strecken durch. Erst zum Schluss lässt's nach, weil Handlung erklärt wird – was Mike als Bremse empfindet.

Korbis Harry-Potter-Ranking und ein Reunion-Special

Korbi hat den kompletten Harry-Potter-Marathon durchgezogen – alle acht Filme in einer Woche. Sein persönliches Ranking:

  • Lieblingsteil: Gefangener von Askaban (Teil 3, Alfonso Cuarón)
  • Schwächste: Feuerkelch (Teil 4) und Orden des Phönix (Teil 5) – zu viel Potenzial nicht ausgeschöpft
  • Heiligtumr-2-Finale verdient eine Langfassung – zentrale Schicksale gehen für Korbi zu kurz unter

Anfang November 2021 lief der erste Teil Stein der Weisen nochmal in 3D im Kino zum 20-jährigen Jubiläum. Korbi hat's gepackt – das erste Mal auf großer Leinwand, weil er die Reihe damals erst ab Teil 5 im Kino gesehen hat. Für 2022 angekündigt: das HBO-Max-Return-to-Hogwarts-Reunion-Special mit der Originalbesetzung. Korbi ist gespannt – das Friends-Reunion hat ihm gefallen, auch wenn die Botox-Show dort schon zu reden gab.

Old (2021) – verschenktes Potenzial

Korbis Frust-Beitrag: Old von M. Night Shyamalan. Familienurlaub am vermeintlichen Privatstrand, der seine Besucher rasend schnell altern lässt, und alle Versuche, ihn zu verlassen, enden in Ohnmacht. Konzept: stark. Umsetzung: für Korbi zu viele Charaktere, zu wenig Identifikationsfläche, mit besonderer Watsche für den Rapper im Cast, dessen Spielweise zwischen Cringe und Tonalitätsbruch oszilliert.

Korbi war auf halber Strecke kurz davor abzuschalten, hat aber durchgehalten – ab der Mitte wird's besser, und der Shyamalan-Twist am Ende rechtfertigt das Durchhalten. Aber: nicht einer der besten Filme des Jahres. Mehr ein „hätte so viel sein können“-Erlebnis.

Cowboy Bebop Live-Action – die positive Überraschung

Vermutlich das grösste gemeinsame Woah Leck der Folge: Netflix' Cowboy Bebop-Live-Action-Serie (VÖ 19. November 2021). Im Vorfeld wegen der notorisch katastrophalen Anime-Realverfilmungen (Stichwort Dragonball Evolution – Kanes Gold-Trauma) total verschrien, hat die Serie Korbi und Kane direkt umgehauen.

Was die drei am meisten feiern:

  • John Cho als Spike Spiegel – nach beiden Augen besser als erhofft, übernimmt die gelangweilte arrogante Spike-Energie aus dem Anime perfekt
  • Das Original-Anime-Intro nahezu 1:1 nachgebaut – niemand will das überspringen
  • Yoko Kanno (Komponistin des Anime) ist wieder dabei – Soundtrack-Score top
  • Mustafa Shakir als Jet Black – die obligatorischen Schimpfereien wegen Hautfarbe ignorieren wir hier, der Mann spielt die Rolle gut
  • Daniella Pineda als Faye Valentine – ein Charakter, nicht nur ein Kostüm, was bei dem Anime nicht immer gegeben war
  • Der Welsh-Corgi Ein – weltklasse umgesetzt

Mike will sich nach Korbis und Kanes Empfehlung jetzt auch einklinken – als nicht-Anime-Gucker. Korbis Verdikt: man kann Cowboy Bebop ohne Anime-Vorwissen genießen. Kanes Verdikt: wer es nicht mögen mag, schaut halt den Anime, das passt.

Ghostbusters: Afterlife – Nostalgie-Volltreffer

Kanes überraschender Top-Tipp: Ghostbusters: Afterlife (Jason Reitman, Sohn von Ivan Reitman). Nach dem 2016er-Reboot-Desaster (Kane: nicht zu nennen) erwartete keiner so viel – und der Film liefert. Eine Nostalgie-Keule, die Kane im letzten Drittel Tränen in die Augen getrieben hat, mit Gänsehaut-Momenten, schoenen Effekten und einer Hommage an die Original-Crew, die nicht aufgesetzt wirkt. Die jungen Hauptdarsteller (Mckenna Grace, Finn Wolfhard, Logan Kim, Celeste O'Connor) fügen sich nahtlos ins Universum ein.

Wichtig: Teil 2 wird im Film angeblich ignoriert (zumindest gefühlt) – der Regisseur hat sich aber längst klargestellt: doch, der ist passiert. Empfehlung: vor dem Kinobesuch noch mal Teil 1 schauen, weil Easter Eggs ohne Ende drin sind. Kane will den Film mehrfach gucken, sobald die Corona-Inzidenzen das wieder erlauben.

Dexter: New Blood – die Wiedergutmachung

Kane freut sich auf den neuen Dexter: 10 Jahre nach dem berüchtigt verkorksten Original-Finale (in dem aus dem Killer der Holzfäller wurde) startet die Limited Series Dexter: New Blood. Mike und Korbi sind sich einig: das Original-Ende war ein Oberkomplettwitz – jetzt gibt's die Chance auf Wiedergutmachung. Kanes Meinung zum Show-Verlauf: bis Staffel 5 voll heiss, danach abflachend, die letzten Staffeln plotterechnisch fragwürdig.

Day of the Dead Serie – die komplette Enttäuschung

Kanes Negativ-Beitrag: die Day of the Dead-Serie (Syfy, ab Oktober 2021), basiert auf George A. Romeros Originaltitel. Showrunner: Steven Kostanski (Director von The Void und Psycho Goreman, eigentlich solide Filmemacher-Vita). Das Ergebnis ist trotzdem ein Schlag ins Gesicht: Asylum-Niveau bei Drehbuch und Schauspiel, Zombies optisch okay, Figuren komplett unbrauchbar. Kane hält nach 4 Folgen durch – nur damit er hier davon berichten kann.

Kane gegen den Werbeblock: drei Ohrwürmer

Bei der Hausarbeit lässt Kane gerne YouTube nebenherlaufen – inklusive der Werbung, die nicht weggeklickt werden kann. Resultat dieser Folge: drei eingebrannte Werbe-Jingles, an denen Kane seit Wochen leidet:

  • Tonis Freilandeier: „Der Toni Bauer macht put-put…“
  • VR-Bank Rottal-Inn: „Griß Gutsi sind schon mittendrin bei der VR-Bank Rottal-Inn…“
  • Seitenbacher Müsli als Referenz-Ohrwurm – alle drei spielen auf Augenhöhe

Kanes Plan: er stellt diese Werbungen jedem, der bei ihm zu Besuch ist, vor – damit er nicht alleine leidet. Mike und Korbi sind seitdem auch infiziert.

Kino-Mitmenschen: die Popcorn-Krise

Kane war im Kino bei Ghostbusters: Afterlife und musste neben zwei Popcorn-Verschlingern sitzen, die das Sound-Erlebnis erfolgreich pulverisiert haben: schmatzen während lauter Szenen, von unten in die Tüte greifen, am Ende die Tüte zerknüllen. Kanes Bewertung: dezent erhöhter Bewegungsbedarf bis zum Hausverbot. Folge daraus: in einer kommenden VLM-Sonderausgabe wollen Mike und Kane einen Knigge zu Kino, Kassetten-Schauen und Zocken einsprechen – als öffentliche Dienstleistung.

Naturkosmetik-Deo trifft Nudelsuppe

Kanes kleines Hippie-Experiment: ein Naturkosmetik-Deo ohne Plastikverpackung sollte das Klima retten. Resultat: läuft eine Stunde, schwitzt drauf, riecht ab Stunde zwei nach Nudelsuppe. Kanes Tipp für die nachhaltigkeitsbewusste Kommune: macht ruhig, aber rechnet damit, dass der Komposthumus euch nach Maggi-Tütensuppe statt nach frischer Bergluft duften lässt.

FAQ zur Woah-Lecks-Folge

Wann kommt Possessor Uncut nach Deutschland?
11. Februar 2022 via Turbine Medien – 4K UHD, Blu-ray und DVD, Mediabooks und Steelbooks, ungeschnitten, FSK 18.

Warum hat The Sadness keine FSK?
Die FSK hat in Deutschland eine Freigabe abgelehnt. Erst über das SPIO/JK-Verfahren wurde eine Vermarktung ermöglicht – mit Indizierungs-Risiko.

Was ist die Klassenfahrt?
Eine vom Offstream Cinema / HARD:LINE Filmfestival organisierte Busreise – quasi Klassenfahrt-Format für Filmliebhaber. 2021 Premiere mit Penninger-Brennerei-Besuch und Filmscreenings (Lamb + The Sadness). Mehr Infos auf offstream-cinema.de.

Welcher Harry-Potter-Teil ist Korbis Liebling?
Teil 3, Der Gefangene von Askaban (Alfonso Cuarón).

Lohnt sich Cowboy Bebop ohne Anime-Vorwissen?
Korbi und Kane sind klar: ja. Das Anime-Vorwissen hilft, aber auch ohne ist es ein cooler Weltraum-Western mit guter Action und einem John Cho in Bestform.

Wo gibt's die Penninger-Empfehlung?
Mikes klare Empfehlung: Waldfruchtessig aus der Brennerei Penninger – schmeckt im Mineralwasser, auf Süssspeisen und am Ende sogar auf Eis.

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